N´abend Richard
Wir wollen unsren Geist nicht auf dem Haufen straffen.
Der Mist geschichtet. Kapaune krähen, haben Röcke an und sind geschminkt.
Wir wollen nicht durch eines Fadens Grund. Scheine bedrucken.
Der Faden hängt dem Weibe unterm Mund.
Den Monden gleich, ist Menschen dunkel. Ist Schlachten weiter Eleganz,
zu tanzen mit geschmeidgen filigranen Zehen.
Den Toten, welken Blättern flechten einen Kranz. Usw.
Es lebe unser heiliges Deutschland - schrieb Stauffenberg in Arroganz.
Es lebe unser heilges Deutschland - ein Georg Elser brauchte nicht den Glanz!
Gruß
HJH
2011
Ich, hätte gern Antwort erteilt.
Moin HJH
Nicht entscheidbar, ob noch Lyrik oder schon Prosa - Dein Schlussschatz
berührt mich. Er fühlt sich für mich wie ein Schlusssatz in größeren
Zusammenhängen an. Sich zurücknehmend, gleichwohl nicht resignierend.
Zeugt er doch von einem Sehnen, welches alles andere als bescheiden ist,
trotz Eingeständnisses des eigenen Unvermögens und einer letztlichen
Vergeblichkeit.
Darum von Kollege zu Kollege, ein Gedicht von mir, schon vor vielen Jahren
geschrieben und veröffentlicht, nicht also auf Dich im Besonderen gemünzt,
dennoch passend - und als Zuspruch gemeint. - Gruß, Richard
DES DICHTERS SESAM ÖFFNE DICH
Ein Hügel aus Worten der Berg vor dem Berg
Wort auf Wort gräbt er aus aber kein Sesam öffne dich
Er gräbt sich ein entfernt sich von uns
Als er noch bei uns war sagte er Richtung Grund
Aus der Tiefe das Echo seines Schürfens
Kratzgeräusche sagen einige
Andere vernehmen Raunen als würde es verklingen
Glaubenskämpfe unter uns hier draußen im Hellen
Die meisten aber spotten des Schatzes den er
Zu heben verspricht
Des Hoffens das wir nicht leugnen
Der Berg da hinter dem Berg gründe
Auf Festem
Auch ich scheue mich oft dem Berg da
Vor dem Berg zu trauen
Glaube Hoffnung Liebe
Der Dichter ahnt es
Nicht hier im Hellen
Ihm ins Dunkle folgend würden wir sehend
Er, der Einäugige, bietet uns Blindenstöcke an
Zum Beispiel der unverwechselbare Ton
Elegisch melancholisch oder aufbegehrend
Ihm lässt sich folgen
Vor allem aber die Worte hingestreut
Wie zufällig zwischen dem Groben
An denen wir uns orientieren können
Als wären sie eine Leuchtspur
Hiroshima zum Beispiel
Oder Odyssee oder
Die Gebildeten unter uns nicken bei solchen Worten
Sie erkennen darin ihresgleichen
Den Führer vertrauter Pfade ins ungewisse Labyrinth
Voller Sackgassen
So viele Töne und Worte aber auch ich habe kein
Sesam öffne dich