Völuspa, Ragnarök. Möglicherweise tatsächlich eine valide Prophezeihung (Schauungen & Prophezeiungen)

Kiaril, Dienstag, 18.05.2010, 17:26 vor 5841 Tagen (4386 Aufrufe)

Hallo zusammen,

es wurde auch hier im Forum des Öfteren die Frage aufgeworfen, ob es sich bei Ragnarök um eine Schilderung einer längst vergangenen Katstrophe handelt, oder ob sie tatsächlich einen Bezug zu den prophezeihten Geschehnissen haben könnte.

Interessant sind in diesem Zusammenhang zunächst die genauen Übersetzungen von Ragnarök und der diese schildernden Völuspa.

Völuspa (aus wikipedia.de): anord. Völuspá – „Weissagung der Seherin“ (völva = Seherin + spá = Prophezeiung).
Ragnarök (ebenfalls aus wikipedia.de): Die Ragnarök (altnordisch „Schicksal der Götter“; aus regin, gen. pl. ragna = „Gott“ + rök = „Ursache, Sinn des Ursprungs“)[1] ist die Sage von Geschichte und Untergang der Götter (Weltuntergang) in der Nordischen Mythologie, wie es die Völuspá prophezeit
Die Übersetzung als „Götterdämmerung“ beruht auf ein Mißverständnis.
Man beachte dabei auch, dass altnordisch røkkr, „Dunkelheit“ bedeutet.

Drei Jahre heftiger Kämpfe und dann ein ebenso langer Fimbulwinter kündigen Ragnarök an.

Überraschend war für mich, dass mit dem allesvernichtenden Kampf die nordische Welt nicht zu Ende geht, sondern dass diese Auseinandersetzung den Übergang zu einem Neuanfang markiert.

Im Schlussakt schleudert der Feuerriese Surtr Feuer auf die ganze Welt und löst den finalen Weltenbrand aus, Flammen und Rauch schießen in den Himmel.
Durch den Ausgleich von Ordnung und Chaos wird ein Gleichgewicht entstehen, das dem Allvater Fimbultyr (bedeutung: „gewaltiger Gott“) verhilft, eine neue Welt zu schaffen.

Die Fassung der Hauksbók hat als 65. Strophe:
Þá kemur inn ríki
að regindómi
öflugur ofan,
sá er öllu ræður.

Da kommt der Mächtige
zu seiner ordnenden Herrschaft.
kraftvoll von oben
er, der alles steuert.

Man beachte bitte bei der allerersten Zeile die beiden Worte „inn riki“ die übersetzt „der Mächtige“ bedeuten.
Könnte es nicht sein, dass der Begriff „inn riki“ (bitte dabei nicht auf die Schreibweise, sondern auf die Aussprache achten) gleichzusetzen ist mit dem später in den Prophs. auftauchenden Monarchen Heinrich?

Der Name Heinrich setzt sich aus heim für „Heim, Haus“ beziehungsweise hagan für „Hof“, „Hag“ umfriedigter Ort und rîhhi für „mächtig“, „Fürst“ zusammen. Damit bedeutet Heinrich so viel wie „Hausherr, der Herr im Haus“.

Anbei eine Quelle über die verschiedenen Varianten des Namens Heinrich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich

Interessant dazu dürfte sein, wie Heinrich im Kulturkreis der Völupa ausgesprochen wird:

Isländisch: Hinrik
Dänisch: Hendrik
Lettisch: Indrikis
Litauisch: Endrikis
Niederdeutsch: Hinrich, Hinrik, Hendrik

Sowohl in der Aussprache, als auch in der ursprünglichen Bedeutung der Begriffe kann man die Parallelen nicht wegdiskutieren.

Folgerung:
Sollte der prophezeihte Heinrich seinen Vorläufer aus „inn riki“ haben, wäre

a)
die Völupa eine valide Prophezeihung auf kommendes Weltgeschehen, welche noch viel genauer analysiert gehört.

b)
Heinrich kein realer Name, sondern im Wesen nur eine Umschreibung für einen x-beliebigen Machthaber

c)
die Frage zulässig, inwiefern jüngere Schauungen in denen der Name Heinrich auftaucht auf weit ältere Überlieferungen zurückgegriffen haben.


P.S.: Ich glaube da eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht zu haben :-D .

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(H)inriki = Hinrik

BBouvier, Dienstag, 18.05.2010, 19:39 vor 5841 Tagen @ Kiaril (3313 Aufrufe)

b)
Heinrich kein realer Name, sondern im Wesen nur eine Umschreibung für
einen x-beliebigen Machthaber

Sagt mir sehr zu!

P.S.: Ich glaube da eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht zu haben :-D .

Jau:
=>
Beifall! :ok:

Gruss,
BB

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