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Noch hinzuzufügen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 18.05.2010, 20:57 (vor 5841 Tagen) @ BBouvier (5823 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 18.05.2010, 21:09

Hallo!

Könnte es sein, dass gerade dann, wenn ein Szenario X mit sehr großer
Bestimmtheit
öffentlich vertreten wird, dieses niemals so eintrifft?

Hinzuzufügen ist noch, daß wir mit unseren Szenarien nie den Kern der Sache treffen, denn
- Schauungen sind unscharf
- Schauungen werden verfälscht als Prophezeiungen tradiert
- Prophezeiungen werden von jedem anders verstanden und gedeutet.
- Hinzu kommt eine Dunkelziffer Fälschungen.

Die Theorien, die wir uns hier bilden, was laut Schauungen geschehen werde, sind lediglich Annäherungen an die tatsächliche Zukunft.
Insofern stimmt, daß auch ein von einer Minderheit breit erörtertes Szenario, niemals so eintrifft.
Aber die Sache, die (!) trifft ein.

Auch wir werden hier Überraschungen erleben, wenn Schauungen eintreffen, jedoch ganz anders, als immer gedacht.
Ich schätze, die groben Linien werden eintreffen, vielleicht auch die mittleren, aber je weiter es ins Detail geht, desto weiter werden die Szenarien danebenliegen.

Darüber hinaus scheinen mir dem Grundgedanken Irrtümer zugrunde zu liegen:
1. Falsche Grundannahme, denn:
Seherschauungen sind kein öffentlich diskutiertes Thema.
2. Ein Fehlschluß, denn:
Nicht weil ein Szenario von vielen diskutiert wird, trifft es nicht ein. Das ist nicht der Grund, sondern die Umkehrung: Die Masse bevorzugt nicht realistische (und daher mit höherer Wahrscheinlichkeit eintreffende) Szenarien, sondern angenehme Szenarien. Im Allgemeinen tritt die objektive Anschauung hinter dem Willen zurück, wie die Welt gefälligst zu sein habe. Das Ergebnis sind Annahmen, die langsame Entwicklungen bedingen, die entweder zu Lebzeiten keine Folgen zeitigen oder deren Folgen nur unmerklich schlimm werden (wie beim Frosch im langsam kochenden Wasser) – ungeachtet, ob die Entwicklung auf richtigen Grundlagen fußt.
Beispiel: Die Klimaerwärmung. Ein „Problem“, in den Medien stark präsent und dergestalt, daß jeder glaubt, erst unsere Nachkommen hätten die Folgen zu tragen. Die persönlich gezogenen Konsequenzen sind meist gutmenschliche Verhaltensweisen, die vor dem eigenen Gewissen eine weiße Weste garantieren. Man ist z. B. persönlich nicht am Klimawandel schuld, wenn man ein Elektroauto fährt. Im Grunde sind das Konsequenzen, die keine Änderung des eigenen Lebenswandels bedeuten, also gar keine Konsequenzen (von der Produktwahl abgesehen). Alle reden darüber, keiner macht was dagegen, die Masse ist zufrieden. Die Folgen treten natürlich nicht ein, weil die Prognosen völlige Luftnummern sind.

Und zum Schlusse:
Eichelburgs Fehlprognosen und Tollmanns Fehldatierung sind Einzelfälle. Sie bilden nicht die Meinung der Masse ab, weil sie von vielen gelesen werden und wurden, sondern sind die Meinungen von Einzelgängern. Auch bei solchen spielt eine Rolle, ob sie zu ihren Ergebnissen durch wertenden Willen oder neutrale Anschauungen (und logisches Nachdenken) gekommen sind.
Bei zweitem hätte Eichelburg gemerkt, daß es keine ernsthaften Hinweise auf eine Währungsreform gab, und Tollmann hätte gemerkt, daß seine Datierung auf einem deutungsbedürftigen Nostradamusvers basierte und daher nicht verläßlich war.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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