Moin Leo DeGard!
Würdest Du es auch für albern halten, wenn ich behaupte, daß z.B. die
Einführung von Hartz IV, die weitflächigen Realeinkommenskürzungen und
allgemein die drastischen Senkungen des Lebensstandards genau solche
Revolutionen und Bürgerkriege gezielt provozieren? Vermutlich wohl nicht
-
aber es ist doch dasselbe Muster!
Da spricht Du einen sehr wichtigen Punkt an!
Damit hast Du nämlich ganz recht, und das wirft zwangsläufig die Frage
auf, warum man Hartz IV überhaupt eingeführt hat und ebenso interessant
ist, wer es eingeführt hat.
Ja - und ich behaupte, daß das Aufflammen dieser Revolutiönchen, ob nun Grenada oder sonstwas, weniger durch den Einfluß der SU als infolge der Maßnahmen der USA verursacht wurde. Die SU ist dann nur auf den Zug aufgesprungen, hat dafür gesorgt, daß die Revolution auch wirklich ne bolschewistische Richtung bekommt, hat die Sache stabilisiert, hat das ganze in ihr Block-Konzept eingebunden...
Die einzige langfristige Konsequenz von Hartz IV ist die Verschärfung des
Klassenkampfes und das war m.E. von Anfang an absehbar. Und deshalb ist es
so interessant, dass dieser Quatsch ausgerechnet von einer linken Regierung
eingeführt wurde, in deren Reihen eine ganze Menge bekennender Marxisten
sassen. Ich vermute diese Marxisten haben Hartz IV ganz bewusst eingeführt
um damit vorsätzlich den Klassenkampf zu verschärfen, weil man ganz bewusst
auf eine Destabilisierung des Landes (und der ganzen westlichen Welt)
hinarbeitet.
Daß wirklich die "linke Regierung" was damit zu tun hat, glaube ich eher nicht. Daß Dummbrote wie Claudia Roth, Schröder oder Fischer eigenständig irgendwas aushecken, ist genauso unwahrscheinlich wie daß Merkel, Westerwelle oder Stoiber das tun. Das sind Marionetten.
Die gegenwärtige "Krise des Kapitalismus" ist nicht spontan
entstanden, und schon gar nicht ist sie eine zwangsläufige Folge der
Marktwirtschaft wie Marx behauptete, sondern sie wurde durch Sabotage auf
breitester Ebene ganz gezielt herbeigeführt!
Eben.
Ja, warum hat denn der Westen an den Ostblock gezahlt? (Hat er das?) Hat
Reagan das abgeschafft? Wenn nicht, warum war er trotzdem lieb?
Wieder ein wichtiger Punkt, wieso hat der Westen an den Ostblock gezahlt?
Dafür verantwortlich ist der Einfluss der internationalen Hochfinanz, die
zwar zufällig an der US-Ostküste ansässig ist, die man aber nicht mit der
US-Regierung verwechseln darf. Ich sagte ja bereits, dass ich diese
Hochfinanz nicht als Teil der westlichen Welt sehe.
Die haben die USA aber fest im Griff. Die finanzieren den Wahlkampf jedes Präsidenten und haben ihre Leute auch sonst an allen wichtigen Positionen hocken. Wer aus der Reihe tanzt, stirbt halt an Bleivergiftung. Und Reagan war genauso ihre Marionette.
In dem Fall hat die linke Propaganda halt recht.
Die linke Propaganda hat niemals recht, selbst wenn sie im Einzelfall
wahre Einzelfakten verbreiten sollte, lügt sie grundsätzlich durch
selektive Darstellung des Gesamtzusammenhangs, womit der Tatbestand der
vorsätzlichen Desinformation dann wieder erfüllt ist. Aber das sagst Du ja
selbst etwas weiter unten.
Na schön, dann: "In dem Fall war das halt ein wahrer Einzelfakt der linken Propaganda." 
Die Sandinisten waren von Anfang an die Marionetten und die nützlichen
Idioten Moskaus!
Was hatten sie denn für ne Wahl?
Oh weia! Ich bin mit der derzeitigen Bundesregierung auch nicht zufrieden,
ebensowenig mit irgendeiner anderen Partei, aber laufe ich deshalb zu den
Roten über?! Wähle ich etwa die SED, nur weil sie gegenwärtig leider als
einzige grössere Partei gewisse Wahrheiten z.B. im Zusammenhang mit
Afghanistan ausspricht? Nein, deshalb werde ich kein Kommunist!
Du bist ja auch eine Einzelperson und kannst deshalb denken. Eine Masse kann aber nicht denken. Die funktioniert nach bestimmten, sehr primitiven Mustern. Nehmen wir an, Du bist in so nem Rammelhaufen von Rebellenbande und ihr habt gerade eure US-gestützte verbrecherische Marionettenregierung entsorgt. Die Rebellenbande besteht aus ALLEM, was Du Dir so denken kannst, von Marxisten bis hin zu gutwilligen Leuten, die irgendwas Vernünftiges machen wollen. Was machst Du? Austreten? Damit stärkst Du auch die Marxisten. Die vernünftigen Leute unterstützen? Ja, das wäre gut. Am besten, die Marxisten sofort liquidieren. Bloß: Wenn das ganze in Nicaragua in den 80ern spielt, dann sind die außenpolitischen Fakten die, daß ihr so oder so die USA am Hals habt und SU-Unterstützung der einzige Ausweg ist. Deswegen werden (vereinfacht gesagt) die Vernünftigen nicht die Marxisten umlegen, sondern umgekehrt die Marxisten die Vernünftigen. Also, jedenfalls wird sich der Marxismus da durchsetzen. Da werden Gemäßigte wie Bishop & Co eben entsorgt. Auch, weil sie Hemmungen haben, zuvor ihrerseits die Marxisten zu entsorgen. Da gibt es eben praktisch keine Wahl.
Das System ist doch offensichtlich: Die etablierten Parteien arbeiten
gegenwärtig mit allergrösstem Eifer an ihrem eigenen Untergang und man
fragt sich nur, ob das aus Vorsatz geschieht oder aus Dummheit. Das führt
zwangsläufig zu einer Radikalisierung bei den Wählern.
Und stell Dir vor, Moskau ist plötzlich wieder rot. In welche Richtung der Aufstand dann hier gehen wird, ist klar.
Aber die rechte
Alternative wurde schon frühzeitig durch den regierungsamtlichen und
allgegenwärtigen "Kampf gegen rechts" kleingehalten. Bleibt als
Alternative nur die Linke, welcher auch stets genug Medienpräsenz
eingeräumt wird, damit sie ihre Agitation betreiben kann. Hier wird das
Volk doch vorsätzlich den Kommunisten zugetrieben!
Dabei weißt Du noch garnicht, daß die Rechten hier weit überwiegend aus braungetünchten Bolschewiken bestehen.
Wieso wurden dann die Frankfurter Schule-Affen aus Ammihausen und nicht
aus Moskau hierher reimportiert?
Wieder eine sehr gute Frage, aber sie ist nicht ganz korrekt gestellt. Die
Frage muss lauten, wieso hat die internationale Hochfinanz die
kommunistische Frankfurter Schule während ihres Exils an der Columbia
University in New York finanziert? Die Kurzfassung lautet: Weil die
internationale Hochfinanz der verborgene Strippenzieher hinter der
globalen Ausbreitung des Kommunismus ist und weil die Hochfinanz den
Weltkommunismus will!
Eben: es war nicht das Betreiben Moskaus. Genauso, wie das Betreiben Moskaus bei den meisten Befreiungsfront-Revolutiönchen erstmal sekundär war und viel mehr aus Richtung USA kam.
Ich hab bloß so meine Zweifel, was den lieben guten Onkel Reagan betrifft.
Und bisher war das nicht überzeugend, was Du dafür vorgetragen hast. Von
mir aus, war er meinetwegen der beste US-Präsident der letzten Jahrzehnte.
Aber nicht gutmeinend.
Reagan war sicherlich der beste US-Präsident der letzten Jahrzehnte und er
war sicherlich auch gutmeinend, aber er hatte sicher nicht den vollen
Durchblick. Und deshalb hat er vor allem während seiner zweiten Amtszeit
einige Fehler begangen, die sich dadurch zusammenfassen lassen, dass er
gegen den Kommunismus nicht entschieden genug vorgegangen ist. Vor allem
war es sein Kardinalfehler, dass er auf Gorbatschows Abrüstungstheater
hereinfiel.
Nun müßte man anfangen, da zu graben - angefangen bei seiner Wahlkampffinanzierung. Ich bin sicher, daß man da eine Menge belastendes Material finden würde. Aber das ist nicht mein Ding und ich halte das auch für ziemlich unwichtig - ich frag mich bloß, warum Du an dem offenbar so einen Narren gefressen hast. Für mich siehts einfach so aus, daß er keinen Bruch in der Kontinuität der Außenpolitik der USA dargestellt hat.
Ich glaube, Du bist zu sehr gegen den Kommunismus fixiert. Aber der ist
nur eine Spielart des Verbrechertums. Deswegen ist die beliebte
Vereinfachung in gut und böse fehl am Platze.
Was ist denn, wenn sich die Leute aus -sicher oftmals zurecht empfundener-
Empörung über die Auswüchse unseres gegenwärtigen Systems dazu hinreissen
lassen, mit den Kommunisten gemeinsame Sache zu machen?
Ich glaube, daß das der Fall sein wird. Wenn Moskau tatsächlich plötzlich wieder rot sein wird, sowieso.
Ich nehme an, Du
weisst, wie das in der Volksfront funktioniert? Das ist genau was die
Hochfinanz und ihre Komplizen in Moskau wollen, und was in Phase 3 der
sowjetischen Langzeitstrategie unter dem Begriff "Zerschlagung der
Hoffnung auf falsche Demokratie" verstanden wurde.
K.A. - ich habe Deine Bücher nicht gelesen.
Mit der Globalisierung der letzten beiden Jahrzehnte hat man nichts
anderes beabsichtigt, als die Nationalstaaten aufzulösen und die jetzt
ausbrechende Krise des Kapitalismus zu präparieren.
Na, da wurde noch mehr bezweckt. Z.B. Entwurzelung, Aufhetzung jedes gegen jeden, Anonymisierung der Verantwortlichen, Korrumpierung des Einzelnen zum Mittäter... Das sind ja allgemein prima Versklavungsvoraussetzungen. Das alles muß nicht zwangsläufig unbedingt Richtung Kommunismus gehen. Wär auch möglich, daß die Hochfinanz inzwischen andere Methoden bevorzugt.
Und da dieser Zustand
der globalisierten Wirtschaft unter den gegebenen Bedingungen des
Zinsfinanzsystems aus sich selbst heraus natürlich nicht lebensfähig ist,
wird er planmässig zusammenbrechen. Marx hat das schon 1848 in seiner Rede
über den Freihandel formuliert.
Marx hat was gegen den Zins gesagt? Das wär mir aber neu. 
Wenn Du die Rede http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_444.htm meinst, da kommt die Silbe "zins" nur in einem Fall vor: "Ferner, da der Zinsfuß in dem Maße fällt, wie die Kapitalien sich anhäufen, werden die kleinen Rentiers, die nicht mehr von ihren Renten leben können, gezwungen sein, sich der Industrie zuzuwenden, und somit die Zahl der Proletarier vermehren."
Und das ist dann die grosse Stunde, auf
welche die Kommunisten so lange gewartet haben, damit sie endlich ihre
beschissene Weltrevolution machen können.
Gut möglich.
Es glaube keiner, dass etwas besseres nachkommt, wenn die USA ihren
Vormachtstatus verlieren und die Allianz Russland-China zur neuen
kommunistischen Weltmacht wird!
Sicher nicht.
Immerhin werden die Karten neu gemischt, wenn die Welt in einen einzigen brodelnden Hexenkessel verwandelt wird. Das wäre eine Chance - müßte bloß wer in der Lage sein, sie zu nutzen.
Gruß, DvB