Wie oder was? (Schauungen & Prophezeiungen)

RichardS, Dienstag, 17.08.2010, 01:35 (vor 5751 Tagen) @ Mario (2640 Aufrufe)

Moin Gemeinde,

hier mal etwas philosophisches zum Abend....

Ich dachte mir mal so; mir zu überlegen, wie ich es meinen Enkelkindern
erklären könnte; warum "wir" den nichts getan haben; unternehmen wollten
oder konnten - um die Geschicke der "Zukunft" zu lenken und/oder zu
ordnen.

Der Hintergrund der mich dabei berührte war der, daß ich auch meinen
Großvater als Kind fragte - warum er als Offizier im WKII war, warum er
den gegen den Krieg als solchen nichts unternommen hatte; warum er einfach
nicht mitgemacht hatte....

Die Antworten damals:

-vieles haben wir nicht gewußt;
-wir waren überzeugt von der Sache;
-es war meine Pflicht;
-alle sind gegangen....

Antworten von mir im Jahr 2025:

-die Kinder der Nachbarn hatten Fluor bekommen und waren stellenweise
deppert;
-alle saßen vor dem Fernsehgerät und schauten DSDS und GZSZ und fraßen
Erdnüsse in rauen Mengen;
-die Gartenzwergesammlung war wichtiger;
-Mäck Donnelds Essen war lecker, jeden Tag;
-die neuen Automobile auf pump mußten immer sauber sein;
-sie wußten es nicht - daß es so kommt;
-sie wollten es nicht - daß es so kommt;
-sie wollten es nicht wissen - das es so kommt;
-sie saßen mit ihren fetten, tapsigen und trägen Kindern am Grilltisch und
soffen Bier;
-sie gingen jeden Tag einkaufen und hatten sich dann - ale es nichts mehr
gab - nach einer Woche aufgehänkt;
-die Zeitungen waren voll von Aufschwungsmeldungen, daß Herr Dr.G. seine
Freude daran gehabt hätte;
-es kam so plötzlich;

Was könnte ich denn dann meinen Enkeln noch so erzählen?

Viele Grüße!:-)

--> Fragt sich der Mario

Moin Mario,

Du fragst:

"Was könnte ich denn dann meinen Enkeln noch so erzählen?"

Meine Antwort: Die Wahrheit über Dich - denn Du schreibst nur über andere.

Aus Deiner fiktiven Enkelfrage - "warum "wir" den nichts getan haben; unternehmen wollten oder konnten - um die Geschicke der "Zukunft" zu lenken und/oder zu ordnen" - blitzt der Wunsch (die Unterstellung) hervor, anders zu sein und anders zu handeln als jene, die Du beschreibst. Bist Du anders? Handelst Du anders?

Wenn ja, dann erzähl dem jungen interessierten Menschen später, was DU damals (heute) gedacht und getan hast. Von Deinem Wissen und dessen Beschränkungen damals (heute) - und von Deinen Ahnungen, Gewissheiten, Zweifeln und Befürchtungen. Und von Deinen Gefühlen der Ohnmacht. Stimmten Sie oder waren sie Selbsttäuschung? Und dann erzähl von Deinen Aktivitäten, damals - und später. Die, die Dir als einzige möglich erschienen - und die Du lebtest. Und Dich (und vielleicht andere) ins Jahr 2025 transportierten.

Zieh Dich ruhig dabei nackt aus. Vielleicht ist ja nicht alles hässlich, was es dann zu sichten gibt.

Erzähl nicht nur von oben herab und über andere, dann - und diskutier. Geh auf den Grund, so tief wie möglich, auch gegenüber den Fragenden, nicht nur Dir gegenüber. Vielleicht gibt es ja was zu lernen, nicht nur für eine Seite.

Lernen ist mehr als fragen und antworten.

So die nächtlich-philosophische Antwort eines Gemeindemitglieds.

Gruß
Richard


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