Nostradamus X/72 (Schauungen & Prophezeiungen)

Ischa, Samstag, 18.09.2010, 18:13 vor 5718 Tagen (4269 Aufrufe)

Liebe Forumsleute,

ich bin neu, lese seit längerem mit, grüße Euch nun und möchte zwei Denkanstöße in die Runde legen.
Lieber Bernhard, ich schätze Dein Buch noch immer sehr, das mir um 1999 viel Klarheit gebracht hat. Vor allem die Impakt-Deutungen halte ich nach wie vor für gültig. Sie haben Bilder in mir geweckt, von deren Richtigkeit ich überzeugt bin, wenngleich es sich hier um das Gebiet der Intuition handelt. Damals hat mich vor allem berührt, dass ich unmittelbar nach der Lektüre Deines Buches diese Impakt-Aspekte auch in der Apokalypse des Johannes, fand (Offb.612-15 und 8,7-12und 16, 18-21) und dann auch in den sogenannten "kleinen Apokalypsen" der Synoptiker des Neuen Testaments (Lukas 21,25-27, Matth. 24, 27,29-30, Mrk13,24-26), also bei allen 4 Evangelisten.
Ich weiß, dass Ihr keine religiösen Aspekte in der Diskussion wollt. Da ich Nostradamus aber nur so überhaupt verstehen kann, wage ich es trotzdem, zumindest einmal, diese Aspekte anzusprechen. Jeder macht damit, was er will, bitte ohne Streit.

1. zum berühmten Vers X,72:
Mich überzeugt aus verschiedenen Gründen die Deutung von Dir, Bernhard, es handle sich um das Jahr1589, nicht. Das augenfällige Datum 1999 sollte – vielleicht – ein Verwirrspiel sein, aber vermutlich nicht so sehr, dass es 400 Jahre lang kaum jemandem aufgefallen ist.
Ich habe zu dem Vers folgende Gedanken:
l’an mil neuf cens nonante neuf: nicht 1999, sondern
mil neuf cens =1900,
cens dann im Doppelsinn von 100, also 1900+100=2000
nonante als lat. non ante = nicht vorher
neuf = 9
also: nicht vor 2009.

Versteht man nonante neuf sept mois in einem zweiten Sinn, könnte man auch deuten 99 mois = Monat = 8 Jahre, 3 Monate und dann sept mois = im siebten Monat oder diese 7 Monate noch dazu ist der 10. Monat: Finanzkrise, Oktober 2008.

Für mich macht es Sinn, die endzeitlichen Geschehen mit einer Marke von mindestens 10 Jahren vorher anzukündigen, damit man sich vor allem geistig und eventuell auch materiell darauf vorbereiten kann. Auch wenn viele sich enttäuscht wieder abgewandt haben, als nach 1999 nichts Offensichtliches passierte, hat doch eine erste Beschäftigung mit dem Thema Apokalypse stattgefunden.

Vielleicht ist die Jahreszahl auch ganz symbolisch zu verstehen, 999+1= 1000, also kurz bevor das Geschehen sich auf eine andere Ebene, die der 1000, hebt, bevor dieses Neue der Friedlichkeit auf Erden beginnt.
In der jüdischen Mystik bedeutet die 9....


Astrologisch gab es zur Sonnenfinsternis 1999 ein sogenanntes "kosmisches Kreuz", in dem sich wichtige Planeten in der Form eines Kreuzes gegenüberstehen und damit große Spannungen indizieren. Eine solche Konstellation scheint eher selten zu sein, wenngleich in 2010 wieder zu beobachten. (Ich bin aber nicht gut genug in Astrologie, um das zu vertiefen.)

"Le grand roy d’effrayeur" (X,72 Vers 2) sehe ich als den Impaktor an, der vom Himmel kommt, in doppelter Bedeutung, einmal eben aus dem Kosmos, woher auch immer. Und zum anderen, weil dieser Impaktor vermutlich den 3. Weltkrieg beenden wird, der nur deshalb von kurzer Dauer sein wird. "effrayeur" hat den Doppelsinn von frayeur=Schrecken und eff- wie ex- als Vorsilbe, nimmt etwas weg, heraus, beendet also den Schrecken des 3. Weltkrieges.
Resusciter ist ein biblischer Begriff: Auferstehen. Hier steht der "grand Roy d’Angolmois"(Vers 3) auf. Ich halte ihn nicht für einen König von Angoulème, sondern deute das Wort wieder religiös:lat. Angol = Engel; moi = ich; der Engel, der das Ego lebt, sich abspaltet, der Widersacher. (Ungeklärt bleibt allerdings das s von mois). Der hält Auferstehung. Nostradamus schreibt im 2. Vorwort: "En apres l’Antechrist sera le prince infernal, encores par la derniere fois trembleront tous les Royaumes de la Chrestienté, et aussi des infidelles par l’espace de vingt cinq ans." (Allgeier, S. 390) Danach wird der höllische Prinz der Antechrist sein (der, der vor Christus kommt). Noch einmal und zum letzten Mal werden alle christlichen Reiche erzittern, und auch die der Ungläubigen während eines Zeitraums von 25 Jahren. (übs. von mir)
Weiter unten wird der "prince infernal" direkt "Satan" genannt. "...tant de maux se commettront par le moyen de Satan, prince infernal, que presque le monde universel se trouvera defaict et desolé ": und so viel Übles wird begangen werden durch die Möglichkeiten/Mittel Satans, des höllischen Prinzen, dass beinahe die ganze Welt zerstört und in jammervollem Zustand sein wird.(übs. von mir) Dann kommt die direkte, fast wörtliche Bezugnahme zu Jesaja(Jes.65,16e-25) und Johannes(Offb.13,11-18 und 20, 1-3), die zeigt, dass sich Nostradamus im Rahmen der biblischen Prophetien bewegt: "...sera...siecle d’or: Dieu le Createur dira entendant l’affliction de son peuple, Satan sera mis et lié en l’abysme du barathre dans la profonde fosse. Et adonc commencera entre Dieu et les hommes une paix universelle, et demeurera lié environ l’espace de mille ans… "(Allgeier, S. 390): und das goldene Zeitalter wird sein/anbrechen. Gott der Schöpfer wird sagen, dass er die Trübsal seines Volkes gehört hat, Satan wird gepackt und geworfen werden in den Abgrund der Unterwelt in den tiefen Graben. Und dann wird zwischen Gott und den Menschen ein universeller Frieden beginnen. Und Satan wird gebunden bleiben ungefähr für den Zeitraum von 1000 Jahren. (übs. von mir)
Dieser höllisch Fürst wird also durch Weltkrieg und Impaktgeschehen, Reihenfolge unklar, auferstehen, d.h. seine größte Machtfülle erhalten. In der Offenbarung des Johannes ist diesbezüglich vom "Tier" die Rede, das große Wunder tut und das alle anbeten müssen, indem sie sein Zeichen annehmen, 666. (Offb.13,18 und 14,9). Auf die reale Vorbereitung einer Weltherrschaft im Sinne von New World Order (Bilderberger etc.), Kontrollmaßnahmen und Barcode(666) sei hier nur am Rande verwiesen.
Die Frage der Auferstehung des Antichristen wird auch in den Sixains berührt: In 28 heißt es:
"L’an mil six sens & neuf ou quatorziesme
Le vieux Charon fera Pasques en Caresme..."

Der alte Höllenhund wird in der Fastenzeit, das heißt zur Zeit von Hungersnot, Ostern feiern, das heißt auferstehen. Diese Zeile deute ich auf den Widersacher = letzter Antechrist. Im übrigen bin ich davon überzeugt, dass die Sixains im wesentlichen von dieser letzten Zeit sprechen und sich auf unser und nicht auf das 16. Jahrhundert beziehen.
Im Sixain 48 heißt es
"Du vieux Charon on verra le phoenix
Estre premier & dernier de ses fils
Reluire en France…."

"Man wird wie Phoenix aus der Asche den alten Höllenhund auferstehen sehen, er ist erster und letzter seiner Söhne, er wird leuchten in Frankreich..."
(übs. von mir)
Auch hier sehe ich den letzten Antichrist im "Charon", der aufersteht. Er ist der erste, der sich als Engel, Gott widersetzt hat und auch der letzte, der vor Beginn des Friedensreiches noch einmal versucht, alles zu beherrschen (wie wörtlich oder symbolisch auch immer.)


2. zu Heinrich dem Glücklichen:
Henry bedeutet für mich INRI: Jeshua Nacoreus (oder so ähnlich, der aus Nazareth), Rex = König, Judorum = der Juden. Das ist die Inschrift am Kreuz, sie benennt das Vergehen, das zur Kreuzigung führte: dieser Jesus hat sich als König der Juden bezeichnet.
Inri wird praktisch genauso ausgesprochen wie Henry, vor allem, wenn man den accent du midi, die provenzalisch geprägte Aussprache in Südfrankreich, mitbedenkt.
Die Deutungsverrenkungen Henry II und Chiren betreffend habe ich immer als unstimmig erlebt.
Für mein Empfinden treibt hier Nostradamus mit Vergnügen ein Verwirrspiel mit den zeitüblichen Untertänigkeitsfloskeln einem König gegenüber, will sich vielleicht vor der Inquisition schützen und verwendet die Majestätsbezeugungen, heimlich lachend, in seinem Sinne.

Ich nehme für die Deutung der Centurien aber ernst, dass Nostradamus sowohl Judentum als auch Christentum im Kern ernstnahm, in jenem Kern vielleicht, der auch anderen Eingeweihten oder Sehern in Jahrtausenden bis zum heutigen Tag zugänglich ist und in dem gesehen wurde, dass es eine Zeitenwende, Weltenwende, Apokalypse, "in der letzten Zeit" biblisch ausgedrückt, geben wird. Danach kommt eine neue, heilere Zeit, 1000 Jahre Frieden auf den verschiedensten Ebenen, wobei tausend in der jüdischen Mystik auch einfach bedeuten kann: eine neue Zeitqualität, also eine nicht wörtlich zu nehmende Zahl von Jahren. Ich gehe davon aus, dass Nostradamus mit seinen prophetischen Qualitäten gesehen hat, dass Jesus wiederkommt (in welcher direkten oder indirekten Form auch immer). Das steht auch bei vielen anderen Sehern, die hier im Forum als religiös draußen bleiben, aus vielleicht guten, jedenfalls verständlichen Gründen.
Ich gehe aber davon aus, dass Nostradamus ohne diesen Hintergrund im Kern und auch in allerlei Details gar nicht verstanden werden kann.

Im Alten Testament bei Jesaja steht, dass Gott bei den Menschen wohnen wird (Offb.21, 1-4) und in der Apokalypse des Johannes heißt es, dass Jesus wiederkommt (Offb.22,12). Deshalb begrüßt Nostradamus Jesus mit "Henry second", den INRI, der zum zweiten Mal kommt.
Ich bleibe mal beim Wortlaut des 2. Vorworts und zitiere nach Allgeier 1988, S. 366:
A L’invictissime tres-puissant et tres-chrestien Henry Second:
L’invictissime
= der Unbesiegbare!!! welcher weltliche König kann das von sich behaupten?
tres-puissant = sehr mächtig
Wenn ich in diesem Sinne interpretiere, gibt sich Nostradamus mit tres-humble et tres-obeyssant serviteur als treuer Untergebener und wünscht diesem Henry Second:
Victoire et felicité, Sieg und Glückseligkeit.
Nostradamus wiederholt nochmal im ersten Satz "…ô Tres-Chrestien et tres-victorieux Roy"... im religiösen Sinne ist der göttliche Bereich derjenige, der siegen wird. Zweimal erscheint das Wort "chrestien".
"Pour icelle souveraine observation que j’ai eu..." übersetzt Allgeier mit "Dank der königlichen Beachtung, die mir zuteil wurde". Ich finde darin noch die Doppelbedeutung der observation = Beobachtung, nämlich der Visionen und vermutlich auch der dazugehörigen astrologischen Konstellationen (an die 20mal betont Nostradamus in den beiden Vorwörtern, dass – auch - astrologisch berechnet wurde!!).
Weiter heißt es "... ma face....se présente au devant de la deité de vostre Maiesté immesurée". Deité = Göttlichkeit, das ist für meine Begriffe deutlich, auch wenn man die zeitüblichen Majestätsvereherungsfloskeln mitbedenkt.
Majesté immesurée = unermessliche Majestät trifft ein Göttliches noch mehr als einen irdischen König.
"depuis en ca i’ay esté perpetuellement esblouy, ne desistant d’onorer et dignement venerer iceluy iour que premierement devant icelle ie me presentay, comme à une singulière Majesté tant humaine". Allgeier (S. 367) übersetzt "esblouy" mit "geblendet", es heißt auch "verblüfft, aufs höchste verwundert". Seitdem bin ich diesbezüglich immerzu in einem Zustand der Verwunderung und höre nicht auf zu ehren und würdig zu verehren jenen Tag, als ich zum erstenmal vor dieser Majestät mich zeigt, wie einer einzigartigen und so sehr menschlichen Majestät. (übs. von mir). Ich verstehe diese Stelle so, dass Nostradamus Lichterlebnisse bzw. Begegnungen mit dem Göttlichen hatte. (Man kann das bei den verschiedensten Mystikern nachlesen.) Er sagt ja auch im ersten Vorwort, dass seine Schauungen von Gott gegeben sind. – Die Begriffe "einzigartige Majestät" kann ich wiederum auf eine göttliche Qualität hin deuten. Wer diese Kontakterlebnisse mit dem Göttlichen kennt, weiß, wie "tant humaine"-"durch und durch menschlich", sie sind, nämlich von bedingungsloser Liebe, dem was ein Mensch sich nur wünschen kann. Außerdem spielt er hier auf die Göttlichkeit des Menschen Jesus an.
Im nächsten Satz ist von "vostre serenissime Maiesté" die Rede, die allerglücklichste, heiterste Majestät. Wenn solche mystischen Erlebnisse nicht erschrecken, sind sie von unvergesslichen Glücksgefühlen begleitet.
Dann spricht Nostradamus von "... ma tant longue obtenebration et obscurité estre subitement esclaircie et transporté au devant de la face du souverain œil, et du premier Monarque de l’Univers." Auch hier scheint er mir von einer mystischen Begegnung mit dem Göttlichen zu sprechen, wenn er von plötzlicher "eclaircie", Licht, Erleuchtung, Klarheit spricht, nach sehr langer Verdunkelung und Dunkelheit, vermutlich des Geistes vielleicht auch des Gemüts. Danach kommt Heiterkeit. Mit dem "souverain oeil" assoziiere ich das göttliche Auge, das Dreieck mit dem Auge darin, oft auch Symbol für Geheimbünde.
Dann ist vom "ersten König des Universums" die Rede. Das kann kein zeitgenössischer oder zeitnaher Henry II sein.
Daran schließt sich die Argumentation an, dass Nostradamus lange überlegt hat, wem er diese restlichen Centurien widmen könnte, die die Tausend voll machen und es schließlich gewagt hat, sie diesem König des Universums zuzueignen. Einem König etwas zu widmen, scheint mir weniger den Begriff "temeraire andace" (vermutlich audace) = kühne Verwegenheit zu rechtfertigen als eine Widmung an jenen Bereich des Göttlichen.
Im nächsten Satz ist am Beispiel Plutarchs ganz deutlich die Rede von Opfergaben an die unsterblichen Götter. Die dort erwähnten Opfernden sind vor dem Göttlichen so erschrocken, dass sie "es nicht mehr wagten, im Tempel zu erscheinen";(Allgeier, S. 367). Mit diesem Satz kommentiert Nostradamus sein eigenes Vorgehen, wenn es um den göttlichen Bereich geht: er hat keine Angst, sich ans göttliche Licht zu wenden. Warum nicht:
"Ce nonobstant voyant vostre splendeur Royalle, accompagnée d’une incomparable humanité, ay prins mon adresse, non comme aux Roys de Perse, qu’il n’estoit nullement permis d’aller à eux ny moins s’en approcher": "Da ich aber Euere Königliche Hoheit kenne, die mit unvergleichlicher Menschlicheit verbunden ist, habe ich mich an Sie gewandt, schließlich habe ich keinen persichen König vor mir, zu dem man keinesfalls gehen, ja, dem man sich nicht einmal nähern durfte." Allgeier (S. 367) Auch hier setzt sich Nostradamus vom Negativbeispiel der persischen Könige ab, die als gottgleich verehrt wurden und vor denen es nur ehrfürchtige Distanz gibt. Im Gegensatz dazu ist sein König von "splendeur Royalle", was ich als überirdisches Licht interpretiere, nicht als menschlichen Prunk, und von unvergleichlicher Menschlichkeit. Und Nostradamus kennt ihn, ist ihm also begegnet. Für mich ist diese von N. erwähnte "Maiesté" Jesus, der Mensch aus dem göttlichen Bereich, daher "incomparable", nicht vergleichbar. Und von einer Menschlichkeit der bedingungslosen Liebe, dies der ganze Inhalt seiner Botschaft.

Ich wiederhole nochmal die Begriffe für das Göttliche in Henry Second:
invictissime
Tres-chrestien
Victoire et felicité (Friedensreich)
ô Tres-Chrestien
La deité de vostre Maiesté immesurée
Singulière Majesté tres humaine
Premier Monarque de l’Univers
(dieux immortels bei Plutarque,
Roys de Perse, wohl als göttlich verehrt)
Splendeur Royalle
Incomparable humanité

Es werden Begriffe verwendet für Henry II, die die Doppeldeutigkeit INRI einerseits – weltlicher Herrscher andererseits umspielen. Ich vermute, für Nostradamus war es ein Freudenfest, so mit den Wörtern zu spielen und die ihn mit Licht und Freude erfüllende Begegnung mit dem Göttlichen in dieser Weise sowohl auszusprechen als auch vor Unwissenden zu verbergen.

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Respekt !!

BBouvier, Samstag, 18.09.2010, 22:19 vor 5718 Tagen @ Ischa (2892 Aufrufe)

Danke, Ischa!

<"also: nicht vor 2009."?

Ja...so weit war ich auch schon mal...

Im übrigen meinen Respekt und meine ganz herzliche Anerkennung!!

Grüsse,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

10/72

Heinrich V, Sonntag, 19.09.2010, 07:10 vor 5717 Tagen @ Ischa (2766 Aufrufe)

Liebe Forumsleute,

ich bin neu, lese seit längerem mit, grüße Euch nun und möchte zwei
Denkanstöße in die Runde legen.
Lieber Bernhard, ich schätze Dein Buch noch immer sehr, das mir um 1999
viel Klarheit gebracht hat. Vor allem die Impakt-Deutungen halte ich nach
wie vor für gültig. Sie haben Bilder in mir geweckt, von deren Richtigkeit
ich überzeugt bin, wenngleich es sich hier um das Gebiet der Intuition
handelt. Damals hat mich vor allem berührt, dass ich unmittelbar nach der
Lektüre Deines Buches diese Impakt-Aspekte auch in der Apokalypse des
Johannes, fand (Offb.612-15 und 8,7-12und 16, 18-21) und dann auch in den
sogenannten "kleinen Apokalypsen" der Synoptiker des Neuen Testaments
(Lukas 21,25-27, Matth. 24, 27,29-30, Mrk13,24-26), also bei allen 4
Evangelisten.
Ich weiß, dass Ihr keine religiösen Aspekte in der Diskussion wollt. Da
ich Nostradamus aber nur so überhaupt verstehen kann, wage ich es
trotzdem, zumindest einmal, diese Aspekte anzusprechen. Jeder macht damit,
was er will, bitte ohne Streit.

1. zum berühmten Vers X,72:
Mich überzeugt aus verschiedenen Gründen die Deutung von Dir, Bernhard, es
handle sich um das Jahr1589, nicht. Das augenfällige Datum 1999 sollte –
vielleicht – ein Verwirrspiel sein, aber vermutlich nicht so sehr, dass es
400 Jahre lang kaum jemandem aufgefallen ist.
Ich habe zu dem Vers folgende Gedanken:
l’an mil neuf cens nonante neuf: nicht 1999, sondern
mil neuf cens =1900,
cens dann im Doppelsinn von 100, also 1900+100=2000
nonante als lat. non ante = nicht vorher
neuf = 9
also: nicht vor 2009.

Versteht man nonante neuf sept mois in einem zweiten
Sinn, könnte man auch deuten 99 mois = Monat = 8
Jahre, 3 Monate und dann sept mois = im siebten Monat
oder diese 7 Monate noch dazu ist der 10. Monat: Finanzkrise, Oktober
2008.

Für mich macht es Sinn, die endzeitlichen Geschehen mit einer Marke von
mindestens 10 Jahren vorher anzukündigen, damit man sich vor allem geistig
und eventuell auch materiell darauf vorbereiten kann. Auch wenn viele sich
enttäuscht wieder abgewandt haben, als nach 1999 nichts Offensichtliches
passierte, hat doch eine erste Beschäftigung mit dem Thema Apokalypse
stattgefunden.

Vielleicht ist die Jahreszahl auch ganz symbolisch zu verstehen, 999+1=
1000, also kurz bevor das Geschehen sich auf eine andere Ebene, die der
1000, hebt, bevor dieses Neue der Friedlichkeit auf Erden beginnt.
In der jüdischen Mystik bedeutet die 9....


Astrologisch gab es zur Sonnenfinsternis 1999 ein sogenanntes "kosmisches
Kreuz", in dem sich wichtige Planeten in der Form eines Kreuzes
gegenüberstehen und damit große Spannungen indizieren. Eine solche
Konstellation scheint eher selten zu sein, wenngleich in 2010 wieder zu
beobachten. (Ich bin aber nicht gut genug in Astrologie, um das zu
vertiefen.)

"Le grand roy d’effrayeur" (X,72 Vers 2) sehe ich als
den Impaktor an, der vom Himmel kommt, in doppelter Bedeutung, einmal eben
aus dem Kosmos, woher auch immer. Und zum anderen, weil dieser Impaktor
vermutlich den 3. Weltkrieg beenden wird, der nur deshalb von kurzer Dauer
sein wird. "effrayeur" hat den Doppelsinn von
frayeur=Schrecken und eff- wie
ex- als Vorsilbe, nimmt etwas weg, heraus, beendet
also den Schrecken des 3. Weltkrieges.
Resusciter ist ein biblischer Begriff: Auferstehen.
Hier steht der "grand Roy d’Angolmois"(Vers 3) auf.
Ich halte ihn nicht für einen König von Angoulème, sondern deute das Wort
wieder religiös:lat. Angol = Engel;
moi = ich; der Engel, der das Ego lebt, sich
abspaltet, der Widersacher. (Ungeklärt bleibt allerdings das s von mois).
Der hält Auferstehung. Nostradamus schreibt im 2. Vorwort: "En
apres l’Antechrist sera le prince infernal, encores par la derniere fois
trembleront tous les Royaumes de la Chrestienté, et aussi des infidelles
par l’espace de vingt cinq ans."
(Allgeier, S. 390) Danach wird
der höllische Prinz der Antechrist sein (der, der vor Christus kommt). Noch
einmal und zum letzten Mal werden alle christlichen Reiche erzittern, und
auch die der Ungläubigen während eines Zeitraums von 25 Jahren. (übs. von
mir)
Weiter unten wird der "prince infernal" direkt "Satan"
genannt. "...tant de maux se commettront par le moyen de Satan,
prince infernal, que presque le monde universel se trouvera defaict et
desolé "
: und so viel Übles wird begangen werden durch die
Möglichkeiten/Mittel Satans, des höllischen Prinzen, dass beinahe die
ganze Welt zerstört und in jammervollem Zustand sein wird.(übs. von mir)
Dann kommt die direkte, fast wörtliche Bezugnahme zu Jesaja(Jes.65,16e-25)
und Johannes(Offb.13,11-18 und 20, 1-3), die zeigt, dass sich Nostradamus
im Rahmen der biblischen Prophetien bewegt: "...sera...siecle
d’or: Dieu le Createur dira entendant l’affliction de son peuple, Satan
sera mis et lié en l’abysme du barathre dans la profonde fosse. Et adonc
commencera entre Dieu et les hommes une paix universelle, et demeurera lié
environ l’espace de mille ans… "
(Allgeier, S. 390): und das
goldene Zeitalter wird sein/anbrechen. Gott der Schöpfer wird sagen, dass
er die Trübsal seines Volkes gehört hat, Satan wird gepackt und geworfen
werden in den Abgrund der Unterwelt in den tiefen Graben. Und dann wird
zwischen Gott und den Menschen ein universeller Frieden beginnen. Und
Satan wird gebunden bleiben ungefähr für den Zeitraum von 1000 Jahren.
(übs. von mir)
Dieser höllisch Fürst wird also durch Weltkrieg und Impaktgeschehen,
Reihenfolge unklar, auferstehen, d.h. seine größte Machtfülle erhalten. In
der Offenbarung des Johannes ist diesbezüglich vom "Tier" die Rede, das
große Wunder tut und das alle anbeten müssen, indem sie sein Zeichen
annehmen, 666. (Offb.13,18 und 14,9). Auf die reale Vorbereitung einer
Weltherrschaft im Sinne von New World Order (Bilderberger etc.),
Kontrollmaßnahmen und Barcode(666) sei hier nur am Rande verwiesen.
Die Frage der Auferstehung des Antichristen wird auch in den Sixains
berührt: In 28 heißt es:
"L’an mil six sens & neuf ou quatorziesme
Le vieux Charon fera Pasques en Caresme..."

Der alte Höllenhund wird in der Fastenzeit, das heißt zur Zeit von
Hungersnot, Ostern feiern, das heißt auferstehen. Diese Zeile deute ich
auf den Widersacher = letzter Antechrist. Im übrigen bin ich davon
überzeugt, dass die Sixains im wesentlichen von dieser letzten Zeit
sprechen und sich auf unser und nicht auf das 16. Jahrhundert beziehen.
Im Sixain 48 heißt es
"Du vieux Charon on verra le phoenix
Estre premier & dernier de ses fils
Reluire en France…."

"Man wird wie Phoenix aus der Asche den alten Höllenhund auferstehen
sehen, er ist erster und letzter seiner Söhne, er wird leuchten in
Frankreich..."
(übs. von mir)
Auch hier sehe ich den letzten Antichrist im "Charon", der aufersteht. Er
ist der erste, der sich als Engel, Gott widersetzt hat und auch der
letzte, der vor Beginn des Friedensreiches noch einmal versucht, alles zu
beherrschen (wie wörtlich oder symbolisch auch immer.)


2. zu Heinrich dem Glücklichen:
Henry bedeutet für mich INRI: Jeshua Nacoreus (oder so ähnlich, der
aus Nazareth), Rex = König, Judorum = der Juden. Das ist die Inschrift am
Kreuz, sie benennt das Vergehen, das zur Kreuzigung führte: dieser Jesus
hat sich als König der Juden bezeichnet.
Inri wird praktisch genauso ausgesprochen wie Henry, vor allem, wenn man
den accent du midi, die provenzalisch geprägte
Aussprache in Südfrankreich, mitbedenkt.
Die Deutungsverrenkungen Henry II und Chiren betreffend habe ich immer als
unstimmig erlebt.
Für mein Empfinden treibt hier Nostradamus mit Vergnügen ein Verwirrspiel
mit den zeitüblichen Untertänigkeitsfloskeln einem König gegenüber, will
sich vielleicht vor der Inquisition schützen und verwendet die
Majestätsbezeugungen, heimlich lachend, in seinem Sinne.

Ich nehme für die Deutung der Centurien aber ernst, dass Nostradamus
sowohl Judentum als auch Christentum im Kern ernstnahm, in jenem Kern
vielleicht, der auch anderen Eingeweihten oder Sehern in Jahrtausenden bis
zum heutigen Tag zugänglich ist und in dem gesehen wurde, dass es eine
Zeitenwende, Weltenwende, Apokalypse, "in der letzten Zeit" biblisch
ausgedrückt, geben wird. Danach kommt eine neue, heilere Zeit, 1000 Jahre
Frieden auf den verschiedensten Ebenen, wobei tausend in der jüdischen
Mystik auch einfach bedeuten kann: eine neue Zeitqualität, also eine nicht
wörtlich zu nehmende Zahl von Jahren. Ich gehe davon aus, dass Nostradamus
mit seinen prophetischen Qualitäten gesehen hat, dass Jesus wiederkommt
(in welcher direkten oder indirekten Form auch immer). Das steht auch bei
vielen anderen Sehern, die hier im Forum als religiös draußen bleiben, aus
vielleicht guten, jedenfalls verständlichen Gründen.
Ich gehe aber davon aus, dass Nostradamus ohne diesen Hintergrund im Kern
und auch in allerlei Details gar nicht verstanden werden kann.

Im Alten Testament bei Jesaja steht, dass Gott bei den Menschen wohnen
wird (Offb.21, 1-4) und in der Apokalypse des Johannes heißt es, dass
Jesus wiederkommt (Offb.22,12). Deshalb begrüßt Nostradamus Jesus mit
"Henry second", den INRI, der zum zweiten Mal kommt.
Ich bleibe mal beim Wortlaut des 2. Vorworts und zitiere nach Allgeier
1988, S. 366:
A L’invictissime tres-puissant et tres-chrestien Henry Second:
L’invictissime
= der Unbesiegbare!!! welcher weltliche König
kann das von sich behaupten?
tres-puissant = sehr mächtig
Wenn ich in diesem Sinne interpretiere, gibt sich Nostradamus mit
tres-humble et tres-obeyssant serviteur als treuer
Untergebener und wünscht diesem Henry Second:
Victoire et felicité, Sieg und Glückseligkeit.
Nostradamus wiederholt nochmal im ersten Satz "…ô Tres-Chrestien
et tres-victorieux Roy"
... im religiösen Sinne ist der
göttliche Bereich derjenige, der siegen wird. Zweimal erscheint das Wort
"chrestien".
"Pour icelle souveraine observation que j’ai eu..."
übersetzt Allgeier mit "Dank der königlichen Beachtung, die mir zuteil
wurde". Ich finde darin noch die Doppelbedeutung der
observation = Beobachtung, nämlich der Visionen und
vermutlich auch der dazugehörigen astrologischen Konstellationen (an die
20mal betont Nostradamus in den beiden Vorwörtern, dass – auch -
astrologisch berechnet wurde!!).
Weiter heißt es "... ma face....se présente au devant de la deité
de vostre Maiesté immesurée"
. Deité
= Göttlichkeit,
das ist für meine Begriffe deutlich, auch wenn man die zeitüblichen
Majestätsvereherungsfloskeln mitbedenkt.
Majesté immesurée = unermessliche Majestät trifft ein
Göttliches noch mehr als einen irdischen König.
"depuis en ca i’ay esté perpetuellement esblouy, ne desistant
d’onorer et dignement venerer iceluy iour que premierement devant icelle
ie me presentay, comme à une singulière Majesté tant humaine"
.
Allgeier (S. 367) übersetzt "esblouy" mit "geblendet",
es heißt auch "verblüfft, aufs höchste verwundert". Seitdem bin ich
diesbezüglich immerzu in einem Zustand der Verwunderung und höre nicht auf
zu ehren und würdig zu verehren jenen Tag, als ich zum erstenmal vor dieser
Majestät mich zeigt, wie einer einzigartigen und so sehr menschlichen
Majestät. (übs. von mir). Ich verstehe diese Stelle so, dass Nostradamus
Lichterlebnisse bzw. Begegnungen mit dem Göttlichen hatte. (Man kann das
bei den verschiedensten Mystikern nachlesen.) Er sagt ja auch im ersten
Vorwort, dass seine Schauungen von Gott gegeben sind. – Die Begriffe
"einzigartige Majestät" kann ich wiederum auf eine göttliche Qualität hin
deuten. Wer diese Kontakterlebnisse mit dem Göttlichen kennt, weiß, wie
"tant humaine"-"durch und durch menschlich", sie sind,
nämlich von bedingungsloser Liebe, dem was ein Mensch sich nur wünschen
kann. Außerdem spielt er hier auf die Göttlichkeit des Menschen Jesus an.
Im nächsten Satz ist von "vostre serenissime Maiesté"
die Rede, die allerglücklichste, heiterste Majestät. Wenn solche
mystischen Erlebnisse nicht erschrecken, sind sie von unvergesslichen
Glücksgefühlen begleitet.
Dann spricht Nostradamus von "... ma tant longue obtenebration et
obscurité estre subitement esclaircie et transporté au devant de la face du
souverain œil, et du premier Monarque de l’Univers."
Auch hier
scheint er mir von einer mystischen Begegnung mit dem Göttlichen zu
sprechen, wenn er von plötzlicher "eclaircie", Licht,
Erleuchtung, Klarheit spricht, nach sehr langer Verdunkelung und
Dunkelheit, vermutlich des Geistes vielleicht auch des Gemüts. Danach
kommt Heiterkeit. Mit dem "souverain oeil" assoziiere
ich das göttliche Auge, das Dreieck mit dem Auge darin, oft auch Symbol
für Geheimbünde.
Dann ist vom "ersten König des Universums" die Rede. Das kann kein
zeitgenössischer oder zeitnaher Henry II sein.
Daran schließt sich die Argumentation an, dass Nostradamus lange überlegt
hat, wem er diese restlichen Centurien widmen könnte, die die Tausend voll
machen und es schließlich gewagt hat, sie diesem König des Universums
zuzueignen. Einem König etwas zu widmen, scheint mir weniger den Begriff
"temeraire andace" (vermutlich audace) = kühne
Verwegenheit zu rechtfertigen als eine Widmung an jenen Bereich des
Göttlichen.
Im nächsten Satz ist am Beispiel Plutarchs ganz deutlich die Rede von
Opfergaben an die unsterblichen Götter. Die dort erwähnten Opfernden sind
vor dem Göttlichen so erschrocken, dass sie "es nicht mehr wagten, im
Tempel zu erscheinen";(Allgeier, S. 367). Mit diesem Satz kommentiert
Nostradamus sein eigenes Vorgehen, wenn es um den göttlichen Bereich geht:
er hat keine Angst, sich ans göttliche Licht zu wenden. Warum nicht:
"Ce nonobstant voyant vostre splendeur Royalle, accompagnée d’une
incomparable humanité, ay prins mon adresse, non comme aux Roys de Perse,
qu’il n’estoit nullement permis d’aller à eux ny moins s’en
approcher"
: "Da ich aber Euere Königliche Hoheit kenne, die mit
unvergleichlicher Menschlicheit verbunden ist, habe ich mich an Sie
gewandt, schließlich habe ich keinen persichen König vor mir, zu dem man
keinesfalls gehen, ja, dem man sich nicht einmal nähern durfte." Allgeier
(S. 367) Auch hier setzt sich Nostradamus vom Negativbeispiel der
persischen Könige ab, die als gottgleich verehrt wurden und vor denen es
nur ehrfürchtige Distanz gibt. Im Gegensatz dazu ist sein König von
"splendeur Royalle", was ich als überirdisches Licht
interpretiere, nicht als menschlichen Prunk, und von unvergleichlicher
Menschlichkeit. Und Nostradamus kennt ihn, ist ihm also begegnet. Für mich
ist diese von N. erwähnte "Maiesté" Jesus, der Mensch
aus dem göttlichen Bereich, daher "incomparable",
nicht vergleichbar. Und von einer Menschlichkeit der bedingungslosen
Liebe, dies der ganze Inhalt seiner Botschaft.

Ich wiederhole nochmal die Begriffe für das Göttliche in Henry Second:
invictissime
Tres-chrestien
Victoire et felicité (Friedensreich)
ô Tres-Chrestien
La deité de vostre Maiesté immesurée
Singulière Majesté tres humaine
Premier Monarque de l’Univers
(dieux immortels bei Plutarque,
Roys de Perse, wohl als göttlich verehrt)
Splendeur Royalle
Incomparable humanité

Es werden Begriffe verwendet für Henry II, die die Doppeldeutigkeit INRI
einerseits – weltlicher Herrscher andererseits umspielen. Ich vermute, für
Nostradamus war es ein Freudenfest, so mit den Wörtern zu spielen und die
ihn mit Licht und Freude erfüllende Begegnung mit dem Göttlichen in dieser
Weise sowohl auszusprechen als auch vor Unwissenden zu verbergen.

Zenturie 10 Vers 72
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois
Im Jahr 9 er neu zu machen Meiner 100, was Ist. Dir September der Monat, ich einer deiner Anhänger
Du ciel viendra vn grand Roy d'effrayeur
Des Himmels Ruf hat großen Wein, darum der Streit von Ihnen
Resusciter le grand Roy d'Angolmois
Er folge dem Gelesenen es zu verstehen, im großen langen königlichen Monat
Auant apres Mars regner par bon-heur
Daher du Übergang bis März bezüglich heilige Lanze beherrsche, man im Kopf es verstehe

Vielleicht könnte man den Text auch so verstehen? Natürlich nur, wenn es einen Schlüssel geben würde, den man auf alle Verse der Zenturien gleich anwenden könnte. So könnte der Anfang der 1. Zeile "L'an m'il" ja lauten. Wobei dann eben "neu f'sep t'mois" das Ende wäre. Mit den versteckten Hinweisen im Brief an Henry II und den Bildern der Großbuchstaben, würde der Vers vielleicht so entschlüsselt aussehen.

Gruß Mini

Nix da

jackfu, Sonntag, 19.09.2010, 12:21 vor 5717 Tagen @ Heinrich V (2677 Aufrufe)

Liebe Forumsleute,

ich bin neu, lese seit längerem mit, grüße Euch nun und möchte zwei
Denkanstöße in die Runde legen.
Lieber Bernhard, ich schätze Dein Buch noch immer sehr, das mir um 1999
viel Klarheit gebracht hat. Vor allem die Impakt-Deutungen halte ich

nach

wie vor für gültig. Sie haben Bilder in mir geweckt, von deren

Richtigkeit

ich überzeugt bin, wenngleich es sich hier um das Gebiet der Intuition
handelt. Damals hat mich vor allem berührt, dass ich unmittelbar nach

der

Lektüre Deines Buches diese Impakt-Aspekte auch in der Apokalypse des
Johannes, fand (Offb.612-15 und 8,7-12und 16, 18-21) und dann auch in

den

sogenannten "kleinen Apokalypsen" der Synoptiker des Neuen Testaments
(Lukas 21,25-27, Matth. 24, 27,29-30, Mrk13,24-26), also bei allen 4
Evangelisten.
Ich weiß, dass Ihr keine religiösen Aspekte in der Diskussion wollt. Da
ich Nostradamus aber nur so überhaupt verstehen kann, wage ich es
trotzdem, zumindest einmal, diese Aspekte anzusprechen. Jeder macht

damit,

was er will, bitte ohne Streit.

1. zum berühmten Vers X,72:
Mich überzeugt aus verschiedenen Gründen die Deutung von Dir, Bernhard,

es

handle sich um das Jahr1589, nicht. Das augenfällige Datum 1999 sollte

–

vielleicht – ein Verwirrspiel sein, aber vermutlich nicht so sehr, dass

es

400 Jahre lang kaum jemandem aufgefallen ist.
Ich habe zu dem Vers folgende Gedanken:
l’an mil neuf cens nonante neuf: nicht 1999,

sondern

mil neuf cens =1900,
cens dann im Doppelsinn von 100, also 1900+100=2000
nonante als lat. non ante = nicht vorher
neuf = 9
also: nicht vor 2009.

Versteht man nonante neuf sept mois in einem

zweiten

Sinn, könnte man auch deuten 99 mois = Monat = 8
Jahre, 3 Monate und dann sept mois = im siebten

Monat

oder diese 7 Monate noch dazu ist der 10. Monat: Finanzkrise, Oktober
2008.

Für mich macht es Sinn, die endzeitlichen Geschehen mit einer Marke von
mindestens 10 Jahren vorher anzukündigen, damit man sich vor allem

geistig

und eventuell auch materiell darauf vorbereiten kann. Auch wenn viele

sich

enttäuscht wieder abgewandt haben, als nach 1999 nichts

Offensichtliches

passierte, hat doch eine erste Beschäftigung mit dem Thema Apokalypse
stattgefunden.

Vielleicht ist die Jahreszahl auch ganz symbolisch zu verstehen, 999+1=
1000, also kurz bevor das Geschehen sich auf eine andere Ebene, die der
1000, hebt, bevor dieses Neue der Friedlichkeit auf Erden beginnt.
In der jüdischen Mystik bedeutet die 9....


Astrologisch gab es zur Sonnenfinsternis 1999 ein sogenanntes

"kosmisches

Kreuz", in dem sich wichtige Planeten in der Form eines Kreuzes
gegenüberstehen und damit große Spannungen indizieren. Eine solche
Konstellation scheint eher selten zu sein, wenngleich in 2010 wieder zu
beobachten. (Ich bin aber nicht gut genug in Astrologie, um das zu
vertiefen.)

"Le grand roy d’effrayeur" (X,72 Vers 2) sehe ich

als

den Impaktor an, der vom Himmel kommt, in doppelter Bedeutung, einmal

eben

aus dem Kosmos, woher auch immer. Und zum anderen, weil dieser Impaktor
vermutlich den 3. Weltkrieg beenden wird, der nur deshalb von kurzer

Dauer

sein wird. "effrayeur" hat den Doppelsinn von
frayeur=Schrecken und eff- wie
ex- als Vorsilbe, nimmt etwas weg, heraus, beendet
also den Schrecken des 3. Weltkrieges.
Resusciter ist ein biblischer Begriff: Auferstehen.
Hier steht der "grand Roy d’Angolmois"(Vers 3) auf.
Ich halte ihn nicht für einen König von Angoulème, sondern deute das

Wort

wieder religiös:lat. Angol = Engel;
moi = ich; der Engel, der das Ego lebt, sich
abspaltet, der Widersacher. (Ungeklärt bleibt allerdings das s von

mois).

Der hält Auferstehung. Nostradamus schreibt im 2. Vorwort: "En
apres l’Antechrist sera le prince infernal, encores par la derniere

fois

trembleront tous les Royaumes de la Chrestienté, et aussi des

infidelles

par l’espace de vingt cinq ans."[/i][/color] (Allgeier, S. 390) Danach

wird

der höllische Prinz der Antechrist sein (der, der vor Christus kommt).

Noch

einmal und zum letzten Mal werden alle christlichen Reiche erzittern,

und

auch die der Ungläubigen während eines Zeitraums von 25 Jahren. (übs.

von

mir)
Weiter unten wird der "prince infernal" direkt

"Satan"

genannt. "...tant de maux se commettront par le moyen de

Satan,

prince infernal, que presque le monde universel se trouvera defaict et
desolé "[/i][/color]: und so viel Übles wird begangen werden durch die
Möglichkeiten/Mittel Satans, des höllischen Prinzen, dass beinahe die
ganze Welt zerstört und in jammervollem Zustand sein wird.(übs. von

mir)

Dann kommt die direkte, fast wörtliche Bezugnahme zu

Jesaja(Jes.65,16e-25)

und Johannes(Offb.13,11-18 und 20, 1-3), die zeigt, dass sich

Nostradamus

im Rahmen der biblischen Prophetien bewegt: "...sera...siecle
d’or: Dieu le Createur dira entendant l’affliction de son peuple, Satan
sera mis et lié en l’abysme du barathre dans la profonde fosse. Et

adonc

commencera entre Dieu et les hommes une paix universelle, et demeurera

lié

environ l’espace de mille ans… "[/i][/color](Allgeier, S. 390): und das
goldene Zeitalter wird sein/anbrechen. Gott der Schöpfer wird sagen,

dass

er die Trübsal seines Volkes gehört hat, Satan wird gepackt und

geworfen

werden in den Abgrund der Unterwelt in den tiefen Graben. Und dann wird
zwischen Gott und den Menschen ein universeller Frieden beginnen. Und
Satan wird gebunden bleiben ungefähr für den Zeitraum von 1000 Jahren.
(übs. von mir)
Dieser höllisch Fürst wird also durch Weltkrieg und Impaktgeschehen,
Reihenfolge unklar, auferstehen, d.h. seine größte Machtfülle erhalten.

In

der Offenbarung des Johannes ist diesbezüglich vom "Tier" die Rede, das
große Wunder tut und das alle anbeten müssen, indem sie sein Zeichen
annehmen, 666. (Offb.13,18 und 14,9). Auf die reale Vorbereitung einer
Weltherrschaft im Sinne von New World Order (Bilderberger etc.),
Kontrollmaßnahmen und Barcode(666) sei hier nur am Rande verwiesen.
Die Frage der Auferstehung des Antichristen wird auch in den Sixains
berührt: In 28 heißt es:
"L’an mil six sens & neuf ou quatorziesme
Le vieux Charon fera Pasques en Caresme..."

Der alte Höllenhund wird in der Fastenzeit, das heißt zur Zeit von
Hungersnot, Ostern feiern, das heißt auferstehen. Diese Zeile deute ich
auf den Widersacher = letzter Antechrist. Im übrigen bin ich davon
überzeugt, dass die Sixains im wesentlichen von dieser letzten Zeit
sprechen und sich auf unser und nicht auf das 16. Jahrhundert beziehen.
Im Sixain 48 heißt es
"Du vieux Charon on verra le phoenix
Estre premier & dernier de ses fils
Reluire en France…."

"Man wird wie Phoenix aus der Asche den alten Höllenhund auferstehen
sehen, er ist erster und letzter seiner Söhne, er wird leuchten in
Frankreich..."
(übs. von mir)
Auch hier sehe ich den letzten Antichrist im "Charon", der aufersteht.

Er

ist der erste, der sich als Engel, Gott widersetzt hat und auch der
letzte, der vor Beginn des Friedensreiches noch einmal versucht, alles

zu

beherrschen (wie wörtlich oder symbolisch auch immer.)


2. zu Heinrich dem Glücklichen:
Henry bedeutet für mich INRI: Jeshua Nacoreus (oder so ähnlich,

der

aus Nazareth), Rex = König, Judorum = der Juden. Das ist die Inschrift

am

Kreuz, sie benennt das Vergehen, das zur Kreuzigung führte: dieser

Jesus

hat sich als König der Juden bezeichnet.
Inri wird praktisch genauso ausgesprochen wie Henry, vor allem, wenn

man

den accent du midi, die provenzalisch geprägte
Aussprache in Südfrankreich, mitbedenkt.
Die Deutungsverrenkungen Henry II und Chiren betreffend habe ich immer

als

unstimmig erlebt.
Für mein Empfinden treibt hier Nostradamus mit Vergnügen ein

Verwirrspiel

mit den zeitüblichen Untertänigkeitsfloskeln einem König gegenüber,

will

sich vielleicht vor der Inquisition schützen und verwendet die
Majestätsbezeugungen, heimlich lachend, in seinem Sinne.

Ich nehme für die Deutung der Centurien aber ernst, dass Nostradamus
sowohl Judentum als auch Christentum im Kern ernstnahm, in jenem Kern
vielleicht, der auch anderen Eingeweihten oder Sehern in Jahrtausenden

bis

zum heutigen Tag zugänglich ist und in dem gesehen wurde, dass es eine
Zeitenwende, Weltenwende, Apokalypse, "in der letzten Zeit" biblisch
ausgedrückt, geben wird. Danach kommt eine neue, heilere Zeit, 1000

Jahre

Frieden auf den verschiedensten Ebenen, wobei tausend in der jüdischen
Mystik auch einfach bedeuten kann: eine neue Zeitqualität, also eine

nicht

wörtlich zu nehmende Zahl von Jahren. Ich gehe davon aus, dass

Nostradamus

mit seinen prophetischen Qualitäten gesehen hat, dass Jesus wiederkommt
(in welcher direkten oder indirekten Form auch immer). Das steht auch

bei

vielen anderen Sehern, die hier im Forum als religiös draußen bleiben,

aus

vielleicht guten, jedenfalls verständlichen Gründen.
Ich gehe aber davon aus, dass Nostradamus ohne diesen Hintergrund im

Kern

und auch in allerlei Details gar nicht verstanden werden kann.

Im Alten Testament bei Jesaja steht, dass Gott bei den Menschen wohnen
wird (Offb.21, 1-4) und in der Apokalypse des Johannes heißt es, dass
Jesus wiederkommt (Offb.22,12). Deshalb begrüßt Nostradamus Jesus mit
"Henry second", den INRI, der zum zweiten Mal kommt.
Ich bleibe mal beim Wortlaut des 2. Vorworts und zitiere nach Allgeier
1988, S. 366:
A L’invictissime tres-puissant et tres-chrestien Henry Second:

L’invictissime[/i][/color] = der Unbesiegbare!!! welcher weltliche König
kann das von sich behaupten?
tres-puissant = sehr mächtig
Wenn ich in diesem Sinne interpretiere, gibt sich Nostradamus mit
tres-humble et tres-obeyssant serviteur als treuer
Untergebener und wünscht diesem Henry Second:
Victoire et felicité, Sieg und Glückseligkeit.
Nostradamus wiederholt nochmal im ersten Satz "…ô

Tres-Chrestien

et tres-victorieux Roy"[/i][/color]... im religiösen Sinne ist der
göttliche Bereich derjenige, der siegen wird. Zweimal erscheint das

Wort

"chrestien".
"Pour icelle souveraine observation que j’ai

eu..."[/i][/color]

übersetzt Allgeier mit "Dank der königlichen Beachtung, die mir zuteil
wurde". Ich finde darin noch die Doppelbedeutung der
observation = Beobachtung, nämlich der Visionen und
vermutlich auch der dazugehörigen astrologischen Konstellationen (an

die

20mal betont Nostradamus in den beiden Vorwörtern, dass – auch -
astrologisch berechnet wurde!!).
Weiter heißt es "... ma face....se présente au devant de la

deité

de vostre Maiesté immesurée"[/color]. Deité[/i] =

Göttlichkeit,

das ist für meine Begriffe deutlich, auch wenn man die zeitüblichen
Majestätsvereherungsfloskeln mitbedenkt.
Majesté immesurée = unermessliche Majestät trifft

ein

Göttliches noch mehr als einen irdischen König.
"depuis en ca i’ay esté perpetuellement esblouy, ne desistant
d’onorer et dignement venerer iceluy iour que premierement devant

icelle

ie me presentay, comme à une singulière Majesté tant

humaine"[/i][/color].

Allgeier (S. 367) übersetzt "esblouy" mit

"geblendet",

es heißt auch "verblüfft, aufs höchste verwundert". Seitdem bin ich
diesbezüglich immerzu in einem Zustand der Verwunderung und höre nicht

auf

zu ehren und würdig zu verehren jenen Tag, als ich zum erstenmal vor

dieser

Majestät mich zeigt, wie einer einzigartigen und so sehr menschlichen
Majestät. (übs. von mir). Ich verstehe diese Stelle so, dass Nostradamus

Lichterlebnisse bzw. Begegnungen mit dem Göttlichen hatte. (Man kann

das

bei den verschiedensten Mystikern nachlesen.) Er sagt ja auch im ersten
Vorwort, dass seine Schauungen von Gott gegeben sind. – Die Begriffe
"einzigartige Majestät" kann ich wiederum auf eine göttliche Qualität

hin

deuten. Wer diese Kontakterlebnisse mit dem Göttlichen kennt, weiß, wie
"tant humaine"-"durch und durch menschlich", sie

sind,

nämlich von bedingungsloser Liebe, dem was ein Mensch sich nur wünschen
kann. Außerdem spielt er hier auf die Göttlichkeit des Menschen Jesus

an.

Im nächsten Satz ist von "vostre serenissime

Maiesté"[/i][/color]

die Rede, die allerglücklichste, heiterste Majestät. Wenn solche
mystischen Erlebnisse nicht erschrecken, sind sie von unvergesslichen
Glücksgefühlen begleitet.
Dann spricht Nostradamus von "... ma tant longue obtenebration

et

obscurité estre subitement esclaircie et transporté au devant de la face

du

souverain œil, et du premier Monarque de l’Univers."[/i][/color] Auch

hier

scheint er mir von einer mystischen Begegnung mit dem Göttlichen zu
sprechen, wenn er von plötzlicher "eclaircie",

Licht,

Erleuchtung, Klarheit spricht, nach sehr langer Verdunkelung und
Dunkelheit, vermutlich des Geistes vielleicht auch des Gemüts. Danach
kommt Heiterkeit. Mit dem "souverain oeil"

assoziiere

ich das göttliche Auge, das Dreieck mit dem Auge darin, oft auch Symbol
für Geheimbünde.
Dann ist vom "ersten König des Universums" die Rede. Das kann kein
zeitgenössischer oder zeitnaher Henry II sein.
Daran schließt sich die Argumentation an, dass Nostradamus lange

überlegt

hat, wem er diese restlichen Centurien widmen könnte, die die Tausend

voll

machen und es schließlich gewagt hat, sie diesem König des Universums
zuzueignen. Einem König etwas zu widmen, scheint mir weniger den

Begriff

"temeraire andace" (vermutlich audace) = kühne
Verwegenheit zu rechtfertigen als eine Widmung an jenen Bereich des
Göttlichen.
Im nächsten Satz ist am Beispiel Plutarchs ganz deutlich die Rede von
Opfergaben an die unsterblichen Götter. Die dort erwähnten Opfernden

sind

vor dem Göttlichen so erschrocken, dass sie "es nicht mehr wagten, im
Tempel zu erscheinen";(Allgeier, S. 367). Mit diesem Satz kommentiert
Nostradamus sein eigenes Vorgehen, wenn es um den göttlichen Bereich

geht:

er hat keine Angst, sich ans göttliche Licht zu wenden. Warum nicht:
"Ce nonobstant voyant vostre splendeur Royalle, accompagnée

d’une

incomparable humanité, ay prins mon adresse, non comme aux Roys de

Perse,

qu’il n’estoit nullement permis d’aller à eux ny moins s’en
approcher"[/i][/color]: "Da ich aber Euere Königliche Hoheit kenne, die

mit

unvergleichlicher Menschlicheit verbunden ist, habe ich mich an Sie
gewandt, schließlich habe ich keinen persichen König vor mir, zu dem

man

keinesfalls gehen, ja, dem man sich nicht einmal nähern durfte."

Allgeier

(S. 367) Auch hier setzt sich Nostradamus vom Negativbeispiel der
persischen Könige ab, die als gottgleich verehrt wurden und vor denen

es

nur ehrfürchtige Distanz gibt. Im Gegensatz dazu ist sein König von
"splendeur Royalle", was ich als überirdisches

Licht

interpretiere, nicht als menschlichen Prunk, und von unvergleichlicher
Menschlichkeit. Und Nostradamus kennt ihn, ist ihm also begegnet. Für

mich

ist diese von N. erwähnte "Maiesté" Jesus, der

Mensch

aus dem göttlichen Bereich, daher "incomparable",
nicht vergleichbar. Und von einer Menschlichkeit der bedingungslosen
Liebe, dies der ganze Inhalt seiner Botschaft.

Ich wiederhole nochmal die Begriffe für das Göttliche in Henry Second:
invictissime
Tres-chrestien
Victoire et felicité (Friedensreich)
ô Tres-Chrestien
La deité de vostre Maiesté immesurée
Singulière Majesté tres humaine
Premier Monarque de l’Univers
(dieux immortels bei Plutarque,
Roys de Perse, wohl als göttlich verehrt)
Splendeur Royalle
Incomparable humanité

Es werden Begriffe verwendet für Henry II, die die Doppeldeutigkeit

INRI

einerseits – weltlicher Herrscher andererseits umspielen. Ich vermute,

für

Nostradamus war es ein Freudenfest, so mit den Wörtern zu spielen und

die

ihn mit Licht und Freude erfüllende Begegnung mit dem Göttlichen in

dieser

Weise sowohl auszusprechen als auch vor Unwissenden zu verbergen.


Zenturie 10 Vers 72
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois
Im Jahr 9 er neu zu machen Meiner 100, was Ist. Dir September der
Monat, ich einer deiner Anhänger

Du ciel viendra vn grand Roy d'effrayeur
Des Himmels Ruf hat großen Wein, darum der Streit von
Ihnen

Resusciter le grand Roy d'Angolmois
Er folge dem Gelesenen es zu verstehen, im großen langen
königlichen Monat

Auant apres Mars regner par bon-heur
Daher du Übergang bis März bezüglich heilige Lanze beherrsche, man
im Kopf es verstehe

Vielleicht könnte man den Text auch so verstehen? Natürlich nur, wenn es
einen Schlüssel geben würde, den man auf alle Verse der Zenturien gleich
anwenden könnte. So könnte der Anfang der 1. Zeile "L'an m'il" ja lauten.
Wobei dann eben "neu f'sep t'mois" das Ende wäre. Mit den versteckten
Hinweisen im Brief an Henry II und den Bildern der Großbuchstaben, würde
der Vers vielleicht so entschlüsselt aussehen.

Gruß Mini

Hallo Mini,

dein Code ist und bleibt falsch, auch wenn dus niemals einsehen wirst.
Deinen Schluessel habe ich bereits mehrfach nachvollzogen und er entspricht leider nicht der Verschluesselung des Nostradamus, sondern deinem Wunschdenken.

lg
Jack

Nix da?

Heinrich V, Sonntag, 19.09.2010, 13:54 vor 5717 Tagen @ jackfu (2639 Aufrufe)

Liebe Forumsleute,

ich bin neu, lese seit längerem mit, grüße Euch nun und möchte zwei
Denkanstöße in die Runde legen.
Lieber Bernhard, ich schätze Dein Buch noch immer sehr, das mir um

1999

viel Klarheit gebracht hat. Vor allem die Impakt-Deutungen halte ich

nach

wie vor für gültig. Sie haben Bilder in mir geweckt, von deren

Richtigkeit

ich überzeugt bin, wenngleich es sich hier um das Gebiet der

Intuition

handelt. Damals hat mich vor allem berührt, dass ich unmittelbar nach

der

Lektüre Deines Buches diese Impakt-Aspekte auch in der Apokalypse des
Johannes, fand (Offb.612-15 und 8,7-12und 16, 18-21) und dann auch in

den

sogenannten "kleinen Apokalypsen" der Synoptiker des Neuen Testaments
(Lukas 21,25-27, Matth. 24, 27,29-30, Mrk13,24-26), also bei allen 4
Evangelisten.
Ich weiß, dass Ihr keine religiösen Aspekte in der Diskussion wollt.

Da

ich Nostradamus aber nur so überhaupt verstehen kann, wage ich es
trotzdem, zumindest einmal, diese Aspekte anzusprechen. Jeder macht

damit,

was er will, bitte ohne Streit.

1. zum berühmten Vers X,72:
Mich überzeugt aus verschiedenen Gründen die Deutung von Dir,

Bernhard,

es

handle sich um das Jahr1589, nicht. Das augenfällige Datum 1999

sollte

–

vielleicht – ein Verwirrspiel sein, aber vermutlich nicht so sehr,

dass

es

400 Jahre lang kaum jemandem aufgefallen ist.
Ich habe zu dem Vers folgende Gedanken:
l’an mil neuf cens nonante neuf: nicht 1999,

sondern

mil neuf cens =1900,
cens dann im Doppelsinn von 100, also 1900+100=2000
nonante als lat. non ante = nicht vorher
neuf = 9
also: nicht vor 2009.

Versteht man nonante neuf sept mois in einem

zweiten

Sinn, könnte man auch deuten 99 mois = Monat = 8
Jahre, 3 Monate und dann sept mois = im siebten

Monat

oder diese 7 Monate noch dazu ist der 10. Monat: Finanzkrise, Oktober
2008.

Für mich macht es Sinn, die endzeitlichen Geschehen mit einer Marke

von

mindestens 10 Jahren vorher anzukündigen, damit man sich vor allem

geistig

und eventuell auch materiell darauf vorbereiten kann. Auch wenn viele

sich

enttäuscht wieder abgewandt haben, als nach 1999 nichts

Offensichtliches

passierte, hat doch eine erste Beschäftigung mit dem Thema Apokalypse
stattgefunden.

Vielleicht ist die Jahreszahl auch ganz symbolisch zu verstehen,

999+1=

1000, also kurz bevor das Geschehen sich auf eine andere Ebene, die

der

1000, hebt, bevor dieses Neue der Friedlichkeit auf Erden beginnt.
In der jüdischen Mystik bedeutet die 9....


Astrologisch gab es zur Sonnenfinsternis 1999 ein sogenanntes

"kosmisches

Kreuz", in dem sich wichtige Planeten in der Form eines Kreuzes
gegenüberstehen und damit große Spannungen indizieren. Eine solche
Konstellation scheint eher selten zu sein, wenngleich in 2010 wieder

zu

beobachten. (Ich bin aber nicht gut genug in Astrologie, um das zu
vertiefen.)

"Le grand roy d’effrayeur" (X,72 Vers 2) sehe ich

als

den Impaktor an, der vom Himmel kommt, in doppelter Bedeutung, einmal

eben

aus dem Kosmos, woher auch immer. Und zum anderen, weil dieser

Impaktor

vermutlich den 3. Weltkrieg beenden wird, der nur deshalb von kurzer

Dauer

sein wird. "effrayeur" hat den Doppelsinn von
frayeur=Schrecken und eff-

wie

ex- als Vorsilbe, nimmt etwas weg, heraus,

beendet

also den Schrecken des 3. Weltkrieges.
Resusciter ist ein biblischer Begriff:

Auferstehen.

Hier steht der "grand Roy d’Angolmois"(Vers 3)

auf.

Ich halte ihn nicht für einen König von Angoulème, sondern deute das

Wort

wieder religiös:lat. Angol = Engel;
moi = ich; der Engel, der das Ego lebt, sich
abspaltet, der Widersacher. (Ungeklärt bleibt allerdings das s von

mois).

Der hält Auferstehung. Nostradamus schreibt im 2. Vorwort:

"En

apres l’Antechrist sera le prince infernal, encores par la derniere

fois

trembleront tous les Royaumes de la Chrestienté, et aussi des

infidelles

par l’espace de vingt cinq ans."[/i][/color] (Allgeier, S. 390) Danach

wird

der höllische Prinz der Antechrist sein (der, der vor Christus

kommt).

Noch

einmal und zum letzten Mal werden alle christlichen Reiche erzittern,

und

auch die der Ungläubigen während eines Zeitraums von 25 Jahren. (übs.

von

mir)
Weiter unten wird der "prince infernal" direkt

"Satan"

genannt. "...tant de maux se commettront par le moyen de

Satan,

prince infernal, que presque le monde universel se trouvera defaict

et

desolé "[/i][/color]: und so viel Übles wird begangen werden durch die
Möglichkeiten/Mittel Satans, des höllischen Prinzen, dass beinahe die
ganze Welt zerstört und in jammervollem Zustand sein wird.(übs. von

mir)

Dann kommt die direkte, fast wörtliche Bezugnahme zu

Jesaja(Jes.65,16e-25)

und Johannes(Offb.13,11-18 und 20, 1-3), die zeigt, dass sich

Nostradamus

im Rahmen der biblischen Prophetien bewegt:

"...sera...siecle

d’or: Dieu le Createur dira entendant l’affliction de son peuple,

Satan

sera mis et lié en l’abysme du barathre dans la profonde fosse. Et

adonc

commencera entre Dieu et les hommes une paix universelle, et

demeurera

lié

environ l’espace de mille ans… "[/i][/color](Allgeier, S. 390): und

das

goldene Zeitalter wird sein/anbrechen. Gott der Schöpfer wird sagen,

dass

er die Trübsal seines Volkes gehört hat, Satan wird gepackt und

geworfen

werden in den Abgrund der Unterwelt in den tiefen Graben. Und dann

wird

zwischen Gott und den Menschen ein universeller Frieden beginnen. Und
Satan wird gebunden bleiben ungefähr für den Zeitraum von 1000

Jahren.

(übs. von mir)
Dieser höllisch Fürst wird also durch Weltkrieg und Impaktgeschehen,
Reihenfolge unklar, auferstehen, d.h. seine größte Machtfülle

erhalten.

In

der Offenbarung des Johannes ist diesbezüglich vom "Tier" die Rede,

das

große Wunder tut und das alle anbeten müssen, indem sie sein Zeichen
annehmen, 666. (Offb.13,18 und 14,9). Auf die reale Vorbereitung

einer

Weltherrschaft im Sinne von New World Order (Bilderberger etc.),
Kontrollmaßnahmen und Barcode(666) sei hier nur am Rande verwiesen.
Die Frage der Auferstehung des Antichristen wird auch in den Sixains
berührt: In 28 heißt es:
"L’an mil six sens & neuf ou quatorziesme
Le vieux Charon fera Pasques en Caresme..."

Der alte Höllenhund wird in der Fastenzeit, das heißt zur Zeit von
Hungersnot, Ostern feiern, das heißt auferstehen. Diese Zeile deute

ich

auf den Widersacher = letzter Antechrist. Im übrigen bin ich davon
überzeugt, dass die Sixains im wesentlichen von dieser letzten Zeit
sprechen und sich auf unser und nicht auf das 16. Jahrhundert

beziehen.

Im Sixain 48 heißt es
"Du vieux Charon on verra le phoenix
Estre premier & dernier de ses fils
Reluire en France…."

"Man wird wie Phoenix aus der Asche den alten Höllenhund auferstehen
sehen, er ist erster und letzter seiner Söhne, er wird leuchten in
Frankreich..."
(übs. von mir)
Auch hier sehe ich den letzten Antichrist im "Charon", der

aufersteht.

Er

ist der erste, der sich als Engel, Gott widersetzt hat und auch der
letzte, der vor Beginn des Friedensreiches noch einmal versucht,

alles

zu

beherrschen (wie wörtlich oder symbolisch auch immer.)


2. zu Heinrich dem Glücklichen:
Henry bedeutet für mich INRI: Jeshua Nacoreus (oder so ähnlich,

der

aus Nazareth), Rex = König, Judorum = der Juden. Das ist die

Inschrift

am

Kreuz, sie benennt das Vergehen, das zur Kreuzigung führte: dieser

Jesus

hat sich als König der Juden bezeichnet.
Inri wird praktisch genauso ausgesprochen wie Henry, vor allem, wenn

man

den accent du midi, die provenzalisch geprägte
Aussprache in Südfrankreich, mitbedenkt.
Die Deutungsverrenkungen Henry II und Chiren betreffend habe ich

immer

als

unstimmig erlebt.
Für mein Empfinden treibt hier Nostradamus mit Vergnügen ein

Verwirrspiel

mit den zeitüblichen Untertänigkeitsfloskeln einem König gegenüber,

will

sich vielleicht vor der Inquisition schützen und verwendet die
Majestätsbezeugungen, heimlich lachend, in seinem Sinne.

Ich nehme für die Deutung der Centurien aber ernst, dass Nostradamus
sowohl Judentum als auch Christentum im Kern ernstnahm, in jenem Kern
vielleicht, der auch anderen Eingeweihten oder Sehern in

Jahrtausenden

bis

zum heutigen Tag zugänglich ist und in dem gesehen wurde, dass es

eine

Zeitenwende, Weltenwende, Apokalypse, "in der letzten Zeit" biblisch
ausgedrückt, geben wird. Danach kommt eine neue, heilere Zeit, 1000

Jahre

Frieden auf den verschiedensten Ebenen, wobei tausend in der

jüdischen

Mystik auch einfach bedeuten kann: eine neue Zeitqualität, also eine

nicht

wörtlich zu nehmende Zahl von Jahren. Ich gehe davon aus, dass

Nostradamus

mit seinen prophetischen Qualitäten gesehen hat, dass Jesus

wiederkommt

(in welcher direkten oder indirekten Form auch immer). Das steht auch

bei

vielen anderen Sehern, die hier im Forum als religiös draußen

bleiben,

aus

vielleicht guten, jedenfalls verständlichen Gründen.
Ich gehe aber davon aus, dass Nostradamus ohne diesen Hintergrund im

Kern

und auch in allerlei Details gar nicht verstanden werden kann.

Im Alten Testament bei Jesaja steht, dass Gott bei den Menschen

wohnen

wird (Offb.21, 1-4) und in der Apokalypse des Johannes heißt es, dass
Jesus wiederkommt (Offb.22,12). Deshalb begrüßt Nostradamus Jesus mit
"Henry second", den INRI, der zum zweiten Mal kommt.
Ich bleibe mal beim Wortlaut des 2. Vorworts und zitiere nach

Allgeier

1988, S. 366:
A L’invictissime tres-puissant et tres-chrestien Henry

Second:

L’invictissime[/i][/color] = der Unbesiegbare!!! welcher weltliche

König

kann das von sich behaupten?
tres-puissant = sehr mächtig
Wenn ich in diesem Sinne interpretiere, gibt sich Nostradamus mit
tres-humble et tres-obeyssant serviteur als

treuer

Untergebener und wünscht diesem Henry Second:
Victoire et felicité, Sieg und Glückseligkeit.
Nostradamus wiederholt nochmal im ersten Satz "…ô

Tres-Chrestien

et tres-victorieux Roy"[/i][/color]... im religiösen Sinne ist der
göttliche Bereich derjenige, der siegen wird. Zweimal erscheint das

Wort

"chrestien".
"Pour icelle souveraine observation que j’ai

eu..."[/i][/color]

übersetzt Allgeier mit "Dank der königlichen Beachtung, die mir

zuteil

wurde". Ich finde darin noch die Doppelbedeutung der
observation = Beobachtung, nämlich der Visionen

und

vermutlich auch der dazugehörigen astrologischen Konstellationen (an

die

20mal betont Nostradamus in den beiden Vorwörtern, dass – auch -
astrologisch berechnet wurde!!).
Weiter heißt es "... ma face....se présente au devant de la

deité

de vostre Maiesté immesurée"[/color]. Deité[/i] =

Göttlichkeit,

das ist für meine Begriffe deutlich, auch wenn man die zeitüblichen
Majestätsvereherungsfloskeln mitbedenkt.
Majesté immesurée = unermessliche Majestät trifft

ein

Göttliches noch mehr als einen irdischen König.
"depuis en ca i’ay esté perpetuellement esblouy, ne

desistant

d’onorer et dignement venerer iceluy iour que premierement devant

icelle

ie me presentay, comme à une singulière Majesté tant

humaine"[/i][/color].

Allgeier (S. 367) übersetzt "esblouy" mit

"geblendet",

es heißt auch "verblüfft, aufs höchste verwundert". Seitdem bin ich
diesbezüglich immerzu in einem Zustand der Verwunderung und höre

nicht

auf

zu ehren und würdig zu verehren jenen Tag, als ich zum erstenmal vor

dieser

Majestät mich zeigt, wie einer einzigartigen und so sehr menschlichen
Majestät. (übs. von mir). Ich verstehe diese Stelle so, dass

Nostradamus

Lichterlebnisse bzw. Begegnungen mit dem Göttlichen hatte. (Man kann

das

bei den verschiedensten Mystikern nachlesen.) Er sagt ja auch im

ersten

Vorwort, dass seine Schauungen von Gott gegeben sind. – Die Begriffe
"einzigartige Majestät" kann ich wiederum auf eine göttliche Qualität

hin

deuten. Wer diese Kontakterlebnisse mit dem Göttlichen kennt, weiß,

wie

"tant humaine"-"durch und durch menschlich", sie

sind,

nämlich von bedingungsloser Liebe, dem was ein Mensch sich nur

wünschen

kann. Außerdem spielt er hier auf die Göttlichkeit des Menschen Jesus

an.

Im nächsten Satz ist von "vostre serenissime

Maiesté"[/i][/color]

die Rede, die allerglücklichste, heiterste Majestät. Wenn solche
mystischen Erlebnisse nicht erschrecken, sind sie von unvergesslichen
Glücksgefühlen begleitet.
Dann spricht Nostradamus von "... ma tant longue

obtenebration

et

obscurité estre subitement esclaircie et transporté au devant de la

face

du

souverain œil, et du premier Monarque de l’Univers."[/i][/color] Auch

hier

scheint er mir von einer mystischen Begegnung mit dem Göttlichen zu
sprechen, wenn er von plötzlicher "eclaircie",

Licht,

Erleuchtung, Klarheit spricht, nach sehr langer Verdunkelung und
Dunkelheit, vermutlich des Geistes vielleicht auch des Gemüts. Danach
kommt Heiterkeit. Mit dem "souverain oeil"

assoziiere

ich das göttliche Auge, das Dreieck mit dem Auge darin, oft auch

Symbol

für Geheimbünde.
Dann ist vom "ersten König des Universums" die Rede. Das kann kein
zeitgenössischer oder zeitnaher Henry II sein.
Daran schließt sich die Argumentation an, dass Nostradamus lange

überlegt

hat, wem er diese restlichen Centurien widmen könnte, die die Tausend

voll

machen und es schließlich gewagt hat, sie diesem König des Universums
zuzueignen. Einem König etwas zu widmen, scheint mir weniger den

Begriff

"temeraire andace" (vermutlich audace) = kühne
Verwegenheit zu rechtfertigen als eine Widmung an jenen Bereich des
Göttlichen.
Im nächsten Satz ist am Beispiel Plutarchs ganz deutlich die Rede von
Opfergaben an die unsterblichen Götter. Die dort erwähnten Opfernden

sind

vor dem Göttlichen so erschrocken, dass sie "es nicht mehr wagten, im
Tempel zu erscheinen";(Allgeier, S. 367). Mit diesem Satz kommentiert
Nostradamus sein eigenes Vorgehen, wenn es um den göttlichen Bereich

geht:

er hat keine Angst, sich ans göttliche Licht zu wenden. Warum nicht:
"Ce nonobstant voyant vostre splendeur Royalle, accompagnée

d’une

incomparable humanité, ay prins mon adresse, non comme aux Roys de

Perse,

qu’il n’estoit nullement permis d’aller à eux ny moins s’en
approcher"[/i][/color]: "Da ich aber Euere Königliche Hoheit kenne,

die

mit

unvergleichlicher Menschlicheit verbunden ist, habe ich mich an Sie
gewandt, schließlich habe ich keinen persichen König vor mir, zu dem

man

keinesfalls gehen, ja, dem man sich nicht einmal nähern durfte."

Allgeier

(S. 367) Auch hier setzt sich Nostradamus vom Negativbeispiel der
persischen Könige ab, die als gottgleich verehrt wurden und vor denen

es

nur ehrfürchtige Distanz gibt. Im Gegensatz dazu ist sein König von
"splendeur Royalle", was ich als überirdisches

Licht

interpretiere, nicht als menschlichen Prunk, und von

unvergleichlicher

Menschlichkeit. Und Nostradamus kennt ihn, ist ihm also begegnet. Für

mich

ist diese von N. erwähnte "Maiesté" Jesus, der

Mensch

aus dem göttlichen Bereich, daher "incomparable",
nicht vergleichbar. Und von einer Menschlichkeit der bedingungslosen
Liebe, dies der ganze Inhalt seiner Botschaft.

Ich wiederhole nochmal die Begriffe für das Göttliche in Henry

Second:

invictissime
Tres-chrestien
Victoire et felicité (Friedensreich)
ô Tres-Chrestien
La deité de vostre Maiesté immesurée
Singulière Majesté tres humaine
Premier Monarque de l’Univers
(dieux immortels bei Plutarque,
Roys de Perse, wohl als göttlich verehrt)
Splendeur Royalle
Incomparable humanité

Es werden Begriffe verwendet für Henry II, die die Doppeldeutigkeit

INRI

einerseits – weltlicher Herrscher andererseits umspielen. Ich

vermute,

für

Nostradamus war es ein Freudenfest, so mit den Wörtern zu spielen und

die

ihn mit Licht und Freude erfüllende Begegnung mit dem Göttlichen in

dieser

Weise sowohl auszusprechen als auch vor Unwissenden zu verbergen.


Zenturie 10 Vers 72
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois
Im Jahr 9 er neu zu machen Meiner 100, was Ist. Dir September

der

Monat, ich einer deiner Anhänger[/color]
Du ciel viendra vn grand Roy d'effrayeur
Des Himmels Ruf hat großen Wein, darum der Streit von
Ihnen

Resusciter le grand Roy d'Angolmois
Er folge dem Gelesenen es zu verstehen, im großen langen
königlichen Monat

Auant apres Mars regner par bon-heur
Daher du Übergang bis März bezüglich heilige Lanze beherrsche,

man

im Kopf es verstehe[/color]

Vielleicht könnte man den Text auch so verstehen? Natürlich nur, wenn

es

einen Schlüssel geben würde, den man auf alle Verse der Zenturien

gleich

anwenden könnte. So könnte der Anfang der 1. Zeile "L'an m'il" ja

lauten.

Wobei dann eben "neu f'sep t'mois" das Ende wäre. Mit den versteckten
Hinweisen im Brief an Henry II und den Bildern der Großbuchstaben,

würde

der Vers vielleicht so entschlüsselt aussehen.

Gruß Mini


Hallo Mini,

dein Code ist und bleibt falsch, auch wenn dus niemals einsehen wirst.
Deinen Schluessel habe ich bereits mehrfach nachvollzogen und er
entspricht leider nicht der Verschluesselung des Nostradamus, sondern
deinem Wunschdenken.

lg
Jack

Hallo Jack


Was hast du ausprobiert Jack? Dann wäre für mich die Frage, welche Information hast du aus den Bildern der Großbuchstaben lesen können, welche du in den Schlüssel mit einfließen lässt? Nostradamus wusste schon, das an diesen 5 (+1) Bilder bis heute alles noch im Orginal ist. Da sind eben mehr Informationen darin versteckt, wie auf den ersten Blick geglaubt wird. Eben 4 jeweils für sich stehende komplexe Gebiete. Also zur Entschlüsselung und für den entschlüsselten Text und sein Bezug. Nun kann ich leider nichts dafür, dass du die Zahlen der Verse nicht in Bezug zum seinem Text bringst. Sagen wir es mal so. Würde man sich sagen, eine Zenturie hat 100 Verse und es sind 4 Großbuchstaben in den Zenturien enthalten. Welches Verhältnis könnte die 100 zur 4 haben und auf welche Bedeutung könnte Nostradamus darauf hinweisen? Könnten die Zeigefinger, welche auf Ecken in den Bildern weisen, eine Bedeutung auf Zahlen haben? Wäre es vielleicht möglich, dass jede der Ecken für eine Rechenaart (+, -, *, :) stehen könnte? Wenn man dieses als Möglichkeit betrachten würde, müsste man nun das mögliche Verhältnis betrachten. Wie also, könnte Nostradamus der Fuchs, diese nun verstanden haben? Kann dir nur darauf aufmerksam machen, alle 25 Verse (100:4=25) muss der Schlüssel gedreht werden. Dann wäre z.B der Schritt "+" eben "-" u.s.w. Ich habe nun 2 Zenturien fertig Jack, du willst mir nun erklären, es ist nich möglich? Zwischdurch mache ich auch mal einzelne Verse auch mal nur so. Verlasse also meine Vorgehensweise, jeden Vers nacheinander. Ich habe von Anfang an den Vorteil gehabt, nicht schon eine gewisse Art der Richtung in betracht gezogen zu haben, um auf eine Lösung zu kommen.

Gruß Mini

X 72

Ischa, Montag, 20.09.2010, 17:56 vor 5716 Tagen @ Heinrich V (2421 Aufrufe)

»Hallo Mini,

danke für Deinen Hinweis.
Leider kann ich gar nicht nach vollziehen, was Dein Schlüssel ist. Daher hat das von Dir Geschriebene auf mich keine Überzeugungskraft. So ist es mir nicht möglich, den von Dir wohl nach Deinem Schlüssel veränderten französischen Text einzusehen und anhanddessen festzustellen, von welcher Art und Qualität(Textnähe - Phantasiebegabung) die Übersetzung ins Deutsche ist.
So kann ich bislang damit leider nichts anfangen.
Allerdings ist das, was ich persönlich Nostradamus zutraue und was nicht, auch nur eine Überzeugung, meine halt.

herzliche Grüße
Ischa


> Liebe Forumsleute,


ich bin neu, lese seit längerem mit, grüße Euch nun und möchte zwei
Denkanstöße in die Runde legen.
Lieber Bernhard, ich schätze Dein Buch noch immer sehr, das mir um 1999
viel Klarheit gebracht hat. Vor allem die Impakt-Deutungen halte ich

nach

wie vor für gültig. Sie haben Bilder in mir geweckt, von deren

Richtigkeit

ich überzeugt bin, wenngleich es sich hier um das Gebiet der Intuition
handelt. Damals hat mich vor allem berührt, dass ich unmittelbar nach

der

Lektüre Deines Buches diese Impakt-Aspekte auch in der Apokalypse des
Johannes, fand (Offb.612-15 und 8,7-12und 16, 18-21) und dann auch in

den

sogenannten "kleinen Apokalypsen" der Synoptiker des Neuen Testaments
(Lukas 21,25-27, Matth. 24, 27,29-30, Mrk13,24-26), also bei allen 4
Evangelisten.
Ich weiß, dass Ihr keine religiösen Aspekte in der Diskussion wollt. Da
ich Nostradamus aber nur so überhaupt verstehen kann, wage ich es
trotzdem, zumindest einmal, diese Aspekte anzusprechen. Jeder macht

damit,

was er will, bitte ohne Streit.

1. zum berühmten Vers X,72:
Mich überzeugt aus verschiedenen Gründen die Deutung von Dir, Bernhard,

es

handle sich um das Jahr1589, nicht. Das augenfällige Datum 1999 sollte

–

vielleicht – ein Verwirrspiel sein, aber vermutlich nicht so sehr, dass

es

400 Jahre lang kaum jemandem aufgefallen ist.
Ich habe zu dem Vers folgende Gedanken:
l’an mil neuf cens nonante neuf: nicht 1999,

sondern

mil neuf cens =1900,
cens dann im Doppelsinn von 100, also 1900+100=2000
nonante als lat. non ante = nicht vorher
neuf = 9
also: nicht vor 2009.

Versteht man nonante neuf sept mois in einem

zweiten

Sinn, könnte man auch deuten 99 mois = Monat = 8
Jahre, 3 Monate und dann sept mois = im siebten

Monat

oder diese 7 Monate noch dazu ist der 10. Monat: Finanzkrise, Oktober
2008.

Für mich macht es Sinn, die endzeitlichen Geschehen mit einer Marke von
mindestens 10 Jahren vorher anzukündigen, damit man sich vor allem

geistig

und eventuell auch materiell darauf vorbereiten kann. Auch wenn viele

sich

enttäuscht wieder abgewandt haben, als nach 1999 nichts

Offensichtliches

passierte, hat doch eine erste Beschäftigung mit dem Thema Apokalypse
stattgefunden.

Vielleicht ist die Jahreszahl auch ganz symbolisch zu verstehen, 999+1=
1000, also kurz bevor das Geschehen sich auf eine andere Ebene, die der
1000, hebt, bevor dieses Neue der Friedlichkeit auf Erden beginnt.
In der jüdischen Mystik bedeutet die 9....


Astrologisch gab es zur Sonnenfinsternis 1999 ein sogenanntes

"kosmisches

Kreuz", in dem sich wichtige Planeten in der Form eines Kreuzes
gegenüberstehen und damit große Spannungen indizieren. Eine solche
Konstellation scheint eher selten zu sein, wenngleich in 2010 wieder zu
beobachten. (Ich bin aber nicht gut genug in Astrologie, um das zu
vertiefen.)

"Le grand roy d’effrayeur" (X,72 Vers 2) sehe ich

als

den Impaktor an, der vom Himmel kommt, in doppelter Bedeutung, einmal

eben

aus dem Kosmos, woher auch immer. Und zum anderen, weil dieser Impaktor
vermutlich den 3. Weltkrieg beenden wird, der nur deshalb von kurzer

Dauer

sein wird. "effrayeur" hat den Doppelsinn von
frayeur=Schrecken und eff- wie
ex- als Vorsilbe, nimmt etwas weg, heraus, beendet
also den Schrecken des 3. Weltkrieges.
Resusciter ist ein biblischer Begriff: Auferstehen.
Hier steht der "grand Roy d’Angolmois"(Vers 3) auf.
Ich halte ihn nicht für einen König von Angoulème, sondern deute das

Wort

wieder religiös:lat. Angol = Engel;
moi = ich; der Engel, der das Ego lebt, sich
abspaltet, der Widersacher. (Ungeklärt bleibt allerdings das s von

mois).

Der hält Auferstehung. Nostradamus schreibt im 2. Vorwort: "En
apres l’Antechrist sera le prince infernal, encores par la derniere

fois

trembleront tous les Royaumes de la Chrestienté, et aussi des

infidelles

par l’espace de vingt cinq ans."[/i][/color] (Allgeier, S. 390) Danach

wird

der höllische Prinz der Antechrist sein (der, der vor Christus kommt).

Noch

einmal und zum letzten Mal werden alle christlichen Reiche erzittern,

und

auch die der Ungläubigen während eines Zeitraums von 25 Jahren. (übs.

von

mir)
Weiter unten wird der "prince infernal" direkt

"Satan"

genannt. "...tant de maux se commettront par le moyen de

Satan,

prince infernal, que presque le monde universel se trouvera defaict et
desolé "[/i][/color]: und so viel Übles wird begangen werden durch die
Möglichkeiten/Mittel Satans, des höllischen Prinzen, dass beinahe die
ganze Welt zerstört und in jammervollem Zustand sein wird.(übs. von

mir)

Dann kommt die direkte, fast wörtliche Bezugnahme zu

Jesaja(Jes.65,16e-25)

und Johannes(Offb.13,11-18 und 20, 1-3), die zeigt, dass sich

Nostradamus

im Rahmen der biblischen Prophetien bewegt: "...sera...siecle
d’or: Dieu le Createur dira entendant l’affliction de son peuple, Satan
sera mis et lié en l’abysme du barathre dans la profonde fosse. Et

adonc

commencera entre Dieu et les hommes une paix universelle, et demeurera

lié

environ l’espace de mille ans… "[/i][/color](Allgeier, S. 390): und das
goldene Zeitalter wird sein/anbrechen. Gott der Schöpfer wird sagen,

dass

er die Trübsal seines Volkes gehört hat, Satan wird gepackt und

geworfen

werden in den Abgrund der Unterwelt in den tiefen Graben. Und dann wird
zwischen Gott und den Menschen ein universeller Frieden beginnen. Und
Satan wird gebunden bleiben ungefähr für den Zeitraum von 1000 Jahren.
(übs. von mir)
Dieser höllisch Fürst wird also durch Weltkrieg und Impaktgeschehen,
Reihenfolge unklar, auferstehen, d.h. seine größte Machtfülle erhalten.

In

der Offenbarung des Johannes ist diesbezüglich vom "Tier" die Rede, das
große Wunder tut und das alle anbeten müssen, indem sie sein Zeichen
annehmen, 666. (Offb.13,18 und 14,9). Auf die reale Vorbereitung einer
Weltherrschaft im Sinne von New World Order (Bilderberger etc.),
Kontrollmaßnahmen und Barcode(666) sei hier nur am Rande verwiesen.
Die Frage der Auferstehung des Antichristen wird auch in den Sixains
berührt: In 28 heißt es:
"L’an mil six sens & neuf ou quatorziesme
Le vieux Charon fera Pasques en Caresme..."

Der alte Höllenhund wird in der Fastenzeit, das heißt zur Zeit von
Hungersnot, Ostern feiern, das heißt auferstehen. Diese Zeile deute ich
auf den Widersacher = letzter Antechrist. Im übrigen bin ich davon
überzeugt, dass die Sixains im wesentlichen von dieser letzten Zeit
sprechen und sich auf unser und nicht auf das 16. Jahrhundert beziehen.
Im Sixain 48 heißt es
"Du vieux Charon on verra le phoenix
Estre premier & dernier de ses fils
Reluire en France…."

"Man wird wie Phoenix aus der Asche den alten Höllenhund auferstehen
sehen, er ist erster und letzter seiner Söhne, er wird leuchten in
Frankreich..."
(übs. von mir)
Auch hier sehe ich den letzten Antichrist im "Charon", der aufersteht.

Er

ist der erste, der sich als Engel, Gott widersetzt hat und auch der
letzte, der vor Beginn des Friedensreiches noch einmal versucht, alles

zu

beherrschen (wie wörtlich oder symbolisch auch immer.)


2. zu Heinrich dem Glücklichen:
Henry bedeutet für mich INRI: Jeshua Nacoreus (oder so ähnlich,

der

aus Nazareth), Rex = König, Judorum = der Juden. Das ist die Inschrift

am

Kreuz, sie benennt das Vergehen, das zur Kreuzigung führte: dieser

Jesus

hat sich als König der Juden bezeichnet.
Inri wird praktisch genauso ausgesprochen wie Henry, vor allem, wenn

man

den accent du midi, die provenzalisch geprägte
Aussprache in Südfrankreich, mitbedenkt.
Die Deutungsverrenkungen Henry II und Chiren betreffend habe ich immer

als

unstimmig erlebt.
Für mein Empfinden treibt hier Nostradamus mit Vergnügen ein

Verwirrspiel

mit den zeitüblichen Untertänigkeitsfloskeln einem König gegenüber,

will

sich vielleicht vor der Inquisition schützen und verwendet die
Majestätsbezeugungen, heimlich lachend, in seinem Sinne.

Ich nehme für die Deutung der Centurien aber ernst, dass Nostradamus
sowohl Judentum als auch Christentum im Kern ernstnahm, in jenem Kern
vielleicht, der auch anderen Eingeweihten oder Sehern in Jahrtausenden

bis

zum heutigen Tag zugänglich ist und in dem gesehen wurde, dass es eine
Zeitenwende, Weltenwende, Apokalypse, "in der letzten Zeit" biblisch
ausgedrückt, geben wird. Danach kommt eine neue, heilere Zeit, 1000

Jahre

Frieden auf den verschiedensten Ebenen, wobei tausend in der jüdischen
Mystik auch einfach bedeuten kann: eine neue Zeitqualität, also eine

nicht

wörtlich zu nehmende Zahl von Jahren. Ich gehe davon aus, dass

Nostradamus

mit seinen prophetischen Qualitäten gesehen hat, dass Jesus wiederkommt
(in welcher direkten oder indirekten Form auch immer). Das steht auch

bei

vielen anderen Sehern, die hier im Forum als religiös draußen bleiben,

aus

vielleicht guten, jedenfalls verständlichen Gründen.
Ich gehe aber davon aus, dass Nostradamus ohne diesen Hintergrund im

Kern

und auch in allerlei Details gar nicht verstanden werden kann.

Im Alten Testament bei Jesaja steht, dass Gott bei den Menschen wohnen
wird (Offb.21, 1-4) und in der Apokalypse des Johannes heißt es, dass
Jesus wiederkommt (Offb.22,12). Deshalb begrüßt Nostradamus Jesus mit
"Henry second", den INRI, der zum zweiten Mal kommt.
Ich bleibe mal beim Wortlaut des 2. Vorworts und zitiere nach Allgeier
1988, S. 366:
A L’invictissime tres-puissant et tres-chrestien Henry Second:

L’invictissime[/i][/color] = der Unbesiegbare!!! welcher weltliche König
kann das von sich behaupten?
tres-puissant = sehr mächtig
Wenn ich in diesem Sinne interpretiere, gibt sich Nostradamus mit
tres-humble et tres-obeyssant serviteur als treuer
Untergebener und wünscht diesem Henry Second:
Victoire et felicité, Sieg und Glückseligkeit.
Nostradamus wiederholt nochmal im ersten Satz "…ô

Tres-Chrestien

et tres-victorieux Roy"[/i][/color]... im religiösen Sinne ist der
göttliche Bereich derjenige, der siegen wird. Zweimal erscheint das

Wort

"chrestien".
"Pour icelle souveraine observation que j’ai

eu..."[/i][/color]

übersetzt Allgeier mit "Dank der königlichen Beachtung, die mir zuteil
wurde". Ich finde darin noch die Doppelbedeutung der
observation = Beobachtung, nämlich der Visionen und
vermutlich auch der dazugehörigen astrologischen Konstellationen (an

die

20mal betont Nostradamus in den beiden Vorwörtern, dass – auch -
astrologisch berechnet wurde!!).
Weiter heißt es "... ma face....se présente au devant de la

deité

de vostre Maiesté immesurée"[/color]. Deité[/i] =

Göttlichkeit,

das ist für meine Begriffe deutlich, auch wenn man die zeitüblichen
Majestätsvereherungsfloskeln mitbedenkt.
Majesté immesurée = unermessliche Majestät trifft

ein

Göttliches noch mehr als einen irdischen König.
"depuis en ca i’ay esté perpetuellement esblouy, ne desistant
d’onorer et dignement venerer iceluy iour que premierement devant

icelle

ie me presentay, comme à une singulière Majesté tant

humaine"[/i][/color].

Allgeier (S. 367) übersetzt "esblouy" mit

"geblendet",

es heißt auch "verblüfft, aufs höchste verwundert". Seitdem bin ich
diesbezüglich immerzu in einem Zustand der Verwunderung und höre nicht

auf

zu ehren und würdig zu verehren jenen Tag, als ich zum erstenmal vor

dieser

Majestät mich zeigt, wie einer einzigartigen und so sehr menschlichen
Majestät. (übs. von mir). Ich verstehe diese Stelle so, dass Nostradamus

Lichterlebnisse bzw. Begegnungen mit dem Göttlichen hatte. (Man kann

das

bei den verschiedensten Mystikern nachlesen.) Er sagt ja auch im ersten
Vorwort, dass seine Schauungen von Gott gegeben sind. – Die Begriffe
"einzigartige Majestät" kann ich wiederum auf eine göttliche Qualität

hin

deuten. Wer diese Kontakterlebnisse mit dem Göttlichen kennt, weiß, wie
"tant humaine"-"durch und durch menschlich", sie

sind,

nämlich von bedingungsloser Liebe, dem was ein Mensch sich nur wünschen
kann. Außerdem spielt er hier auf die Göttlichkeit des Menschen Jesus

an.

Im nächsten Satz ist von "vostre serenissime

Maiesté"[/i][/color]

die Rede, die allerglücklichste, heiterste Majestät. Wenn solche
mystischen Erlebnisse nicht erschrecken, sind sie von unvergesslichen
Glücksgefühlen begleitet.
Dann spricht Nostradamus von "... ma tant longue obtenebration

et

obscurité estre subitement esclaircie et transporté au devant de la face

du

souverain œil, et du premier Monarque de l’Univers."[/i][/color] Auch

hier

scheint er mir von einer mystischen Begegnung mit dem Göttlichen zu
sprechen, wenn er von plötzlicher "eclaircie",

Licht,

Erleuchtung, Klarheit spricht, nach sehr langer Verdunkelung und
Dunkelheit, vermutlich des Geistes vielleicht auch des Gemüts. Danach
kommt Heiterkeit. Mit dem "souverain oeil"

assoziiere

ich das göttliche Auge, das Dreieck mit dem Auge darin, oft auch Symbol
für Geheimbünde.
Dann ist vom "ersten König des Universums" die Rede. Das kann kein
zeitgenössischer oder zeitnaher Henry II sein.
Daran schließt sich die Argumentation an, dass Nostradamus lange

überlegt

hat, wem er diese restlichen Centurien widmen könnte, die die Tausend

voll

machen und es schließlich gewagt hat, sie diesem König des Universums
zuzueignen. Einem König etwas zu widmen, scheint mir weniger den

Begriff

"temeraire andace" (vermutlich audace) = kühne
Verwegenheit zu rechtfertigen als eine Widmung an jenen Bereich des
Göttlichen.
Im nächsten Satz ist am Beispiel Plutarchs ganz deutlich die Rede von
Opfergaben an die unsterblichen Götter. Die dort erwähnten Opfernden

sind

vor dem Göttlichen so erschrocken, dass sie "es nicht mehr wagten, im
Tempel zu erscheinen";(Allgeier, S. 367). Mit diesem Satz kommentiert
Nostradamus sein eigenes Vorgehen, wenn es um den göttlichen Bereich

geht:

er hat keine Angst, sich ans göttliche Licht zu wenden. Warum nicht:
"Ce nonobstant voyant vostre splendeur Royalle, accompagnée

d’une

incomparable humanité, ay prins mon adresse, non comme aux Roys de

Perse,

qu’il n’estoit nullement permis d’aller à eux ny moins s’en
approcher"[/i][/color]: "Da ich aber Euere Königliche Hoheit kenne, die

mit

unvergleichlicher Menschlicheit verbunden ist, habe ich mich an Sie
gewandt, schließlich habe ich keinen persichen König vor mir, zu dem

man

keinesfalls gehen, ja, dem man sich nicht einmal nähern durfte."

Allgeier

(S. 367) Auch hier setzt sich Nostradamus vom Negativbeispiel der
persischen Könige ab, die als gottgleich verehrt wurden und vor denen

es

nur ehrfürchtige Distanz gibt. Im Gegensatz dazu ist sein König von
"splendeur Royalle", was ich als überirdisches

Licht

interpretiere, nicht als menschlichen Prunk, und von unvergleichlicher
Menschlichkeit. Und Nostradamus kennt ihn, ist ihm also begegnet. Für

mich

ist diese von N. erwähnte "Maiesté" Jesus, der

Mensch

aus dem göttlichen Bereich, daher "incomparable",
nicht vergleichbar. Und von einer Menschlichkeit der bedingungslosen
Liebe, dies der ganze Inhalt seiner Botschaft.

Ich wiederhole nochmal die Begriffe für das Göttliche in Henry Second:
invictissime
Tres-chrestien
Victoire et felicité (Friedensreich)
ô Tres-Chrestien
La deité de vostre Maiesté immesurée
Singulière Majesté tres humaine
Premier Monarque de l’Univers
(dieux immortels bei Plutarque,
Roys de Perse, wohl als göttlich verehrt)
Splendeur Royalle
Incomparable humanité

Es werden Begriffe verwendet für Henry II, die die Doppeldeutigkeit

INRI

einerseits – weltlicher Herrscher andererseits umspielen. Ich vermute,

für

Nostradamus war es ein Freudenfest, so mit den Wörtern zu spielen und

die

ihn mit Licht und Freude erfüllende Begegnung mit dem Göttlichen in

dieser

Weise sowohl auszusprechen als auch vor Unwissenden zu verbergen.


Zenturie 10 Vers 72
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois
Im Jahr 9 er neu zu machen Meiner 100, was Ist. Dir September der
Monat, ich einer deiner Anhänger

Du ciel viendra vn grand Roy d'effrayeur
Des Himmels Ruf hat großen Wein, darum der Streit von
Ihnen

Resusciter le grand Roy d'Angolmois
Er folge dem Gelesenen es zu verstehen, im großen langen
königlichen Monat

Auant apres Mars regner par bon-heur
Daher du Übergang bis März bezüglich heilige Lanze beherrsche, man
im Kopf es verstehe

Vielleicht könnte man den Text auch so verstehen? Natürlich nur, wenn es
einen Schlüssel geben würde, den man auf alle Verse der Zenturien gleich
anwenden könnte. So könnte der Anfang der 1. Zeile "L'an m'il" ja lauten.
Wobei dann eben "neu f'sep t'mois" das Ende wäre. Mit den versteckten
Hinweisen im Brief an Henry II und den Bildern der Großbuchstaben, würde
der Vers vielleicht so entschlüsselt aussehen.

Gruß Mini

Zum Namen Heinrich...

Kiaril, Sonntag, 19.09.2010, 14:16 vor 5717 Tagen @ Ischa (2701 Aufrufe)

Hallo Ischa,

erstmal danke für Deine umfangreiche Arbeit!

Zum prophezeihten Heinrich verweise ich auch mal auf folgenden Thread:

https://schauungen.de/forum/index.php?id=8149

Es ist für mich sehr wahrscheinlich, dass der Name "Heinrich" sich aus einer Verschreibung des Ausdrucks "ein Mächtiger" herleitet.

Ich persönlich glaube kaum, dass all das von Nostradamus geschilderte alleine aus dessen Feder stammt. Er war königlicher Hofastrologe und dürfte uneingeschränkten Zugang zur königlichen Bibliothek (möglicherweise zu allen Bibliotheken Frankreichs) Zugang gehabt haben.
Dort dürfte Nossi, mehr oder weniger gut übersetzt, sich auch bei der wesentlich älteren "Völuspa" bedient haben. Dort ist halt von "inn riki" oder auch "inn rihi" die Rede.
Daraus kann schnell auch der Klarname "Heinrich" übersetzt werden.

Generell wäre es interessant zu wissen, inwiefern Satzsequenzen in Nossies Werk und der Völuspa übereinstimmen. Ich glaube, da sollte man einige Leckerlies finden.

vergleich mal den Turniervers ;-)

jackfu, Sonntag, 19.09.2010, 22:26 vor 5717 Tagen @ Kiaril (2591 Aufrufe)

Hallo Ischa,

erstmal danke für Deine umfangreiche Arbeit!

Zum prophezeihten Heinrich verweise ich auch mal auf folgenden Thread:

https://schauungen.de/forum/index.php?id=8149

Es ist für mich sehr wahrscheinlich, dass der Name "Heinrich" sich aus
einer Verschreibung des Ausdrucks "ein Mächtiger" herleitet.

Ich persönlich glaube kaum, dass all das von Nostradamus geschilderte
alleine aus dessen Feder stammt. Er war königlicher Hofastrologe und
dürfte uneingeschränkten Zugang zur königlichen Bibliothek (möglicherweise
zu allen Bibliotheken Frankreichs) Zugang gehabt haben.
Dort dürfte Nossi, mehr oder weniger gut übersetzt, sich auch bei der
wesentlich älteren "Völuspa" bedient haben. Dort ist halt von "inn riki"
oder auch "inn rihi" die Rede.
Daraus kann schnell auch der Klarname "Heinrich" übersetzt werden.

Generell wäre es interessant zu wissen, inwiefern Satzsequenzen in Nossies
Werk und der Völuspa übereinstimmen. Ich glaube, da sollte man einige
Leckerlies finden.

Hallo Kiaril,

vergleich mal den Turniervers von Nostradamus hiermit
http://www.astrotexte.ch/sources/gauricus.html

Der sollte/könnte eine mögliche Quelle sein.

lg
Jackfu

Heinrich II

Ischa, Montag, 20.09.2010, 18:27 vor 5716 Tagen @ jackfu (2351 Aufrufe)

Lieber Jackfu,

danke für den wertvollen und interessanten Hinweis.
Meinst Du, Nostradamus widmet 1557 das 2. Vorwort wissentlich einem, dessen von ihm vorausgesehenen, nahen Tod 1559 er bereits in seine Verse eingebaut hat? Auch ein kleiner "Scherz". Sicher weiß sich Nostradamus der Katharina von Medici sehr verpflichtet, sicher gewährt ihm eine solche Widmung weiterhin königlichen Schutz. Sicher muss sich Nostradamus tarnen vor allerlei inquisitorischer und anderer Missgunst.
Die Wortwahl der Anreden enthält für mich trotzdem (auch?)dieses Hinübergleiten ins Transzendente unter dem Tarnmantel weltlicher Majestätsbezeugungen.
Ich meine, man muss nicht über eine Entweder-Oder-Deutung streiten (solange keine sachlichen Fehler vorliegen), vielleicht addieren sich die verschiedenen Aspekte sogar?>

liebe Grüße
Ischa


> Hallo Ischa,


erstmal danke für Deine umfangreiche Arbeit!

Zum prophezeihten Heinrich verweise ich auch mal auf folgenden Thread:

https://schauungen.de/forum/index.php?id=8149

Es ist für mich sehr wahrscheinlich, dass der Name "Heinrich" sich aus
einer Verschreibung des Ausdrucks "ein Mächtiger" herleitet.

Ich persönlich glaube kaum, dass all das von Nostradamus geschilderte
alleine aus dessen Feder stammt. Er war königlicher Hofastrologe und
dürfte uneingeschränkten Zugang zur königlichen Bibliothek

(möglicherweise

zu allen Bibliotheken Frankreichs) Zugang gehabt haben.
Dort dürfte Nossi, mehr oder weniger gut übersetzt, sich auch bei der
wesentlich älteren "Völuspa" bedient haben. Dort ist halt von "inn

riki"

oder auch "inn rihi" die Rede.
Daraus kann schnell auch der Klarname "Heinrich" übersetzt werden.

Generell wäre es interessant zu wissen, inwiefern Satzsequenzen in

Nossies

Werk und der Völuspa übereinstimmen. Ich glaube, da sollte man einige
Leckerlies finden.


Hallo Kiaril,

vergleich mal den Turniervers von Nostradamus hiermit
http://www.astrotexte.ch/sources/gauricus.html

Der sollte/könnte eine mögliche Quelle sein.

lg
Jackfu

Hallo Ischa

jackfu, Montag, 20.09.2010, 19:28 vor 5716 Tagen @ Ischa (2593 Aufrufe)

Lieber Jackfu,

danke für den wertvollen und interessanten Hinweis.
Meinst Du, Nostradamus widmet 1557 das 2. Vorwort wissentlich einem,
dessen von ihm vorausgesehenen, nahen Tod 1559 er bereits in seine Verse
eingebaut hat? Auch ein kleiner "Scherz". Sicher weiß sich Nostradamus
der Katharina von Medici sehr verpflichtet, sicher gewährt ihm eine solche
Widmung weiterhin königlichen Schutz. Sicher muss sich Nostradamus tarnen
vor allerlei inquisitorischer und anderer Missgunst.
Die Wortwahl der Anreden enthält für mich trotzdem (auch?)dieses
Hinübergleiten ins Transzendente unter dem Tarnmantel weltlicher
Majestätsbezeugungen.
Ich meine, man muss nicht über eine Entweder-Oder-Deutung streiten
(solange keine sachlichen Fehler vorliegen), vielleicht addieren sich die
verschiedenen Aspekte sogar?>

liebe Grüße
Ischa

Hallo Ischa,


erstmal danke für Deine umfangreiche Arbeit!

Zum prophezeihten Heinrich verweise ich auch mal auf folgenden

Thread:


https://schauungen.de/forum/index.php?id=8149

Es ist für mich sehr wahrscheinlich, dass der Name "Heinrich" sich

aus

einer Verschreibung des Ausdrucks "ein Mächtiger" herleitet.

Ich persönlich glaube kaum, dass all das von Nostradamus geschilderte
alleine aus dessen Feder stammt. Er war königlicher Hofastrologe und
dürfte uneingeschränkten Zugang zur königlichen Bibliothek

(möglicherweise

zu allen Bibliotheken Frankreichs) Zugang gehabt haben.
Dort dürfte Nossi, mehr oder weniger gut übersetzt, sich auch bei der
wesentlich älteren "Völuspa" bedient haben. Dort ist halt von "inn

riki"

oder auch "inn rihi" die Rede.
Daraus kann schnell auch der Klarname "Heinrich" übersetzt werden.

Generell wäre es interessant zu wissen, inwiefern Satzsequenzen in

Nossies

Werk und der Völuspa übereinstimmen. Ich glaube, da sollte man einige
Leckerlies finden.


Hallo Kiaril,

vergleich mal den Turniervers von Nostradamus hiermit
http://www.astrotexte.ch/sources/gauricus.html

Der sollte/könnte eine mögliche Quelle sein.

Hallo Ischa,

Ich habe damit nicht zum Ausdruck bringen wollen, dass Nostradamus genau den Henry anspricht, der beim Turnierunfall ums Leben kam, ich denke da auch eher an einen Zukünftigen Henry, wer auch immer damit gemeint sein mag.

Mir gings lediglich darum aufzuzeigen, dass Nostradamus wohl auch von Gauricus "inspiriert" wurde, da ja Julius Scaliger dessen Schüler war und Nostradamus ja bei den Scaligers ein- und ausging und somit sicherlich auch Zugriff auf deren Unterlagen hatte.

Mit der Verbindung zu den Scaligers erklärt sich eben auch die 4137 bzw genauer gesagt 4713 - das Jahr Null in der Julianischen Zeitrechnung im Brief an Caesar, die durchaus von Bedeutung sein könnte.

lg
Jackfu

Scaliger

Ischa, Dienstag, 21.09.2010, 00:18 vor 5716 Tagen @ jackfu (2458 Aufrufe)

danke, Jackfu,

mein Vergnügen besteht jetzt in den Bildern und Gefühlen, die auftauchen, wenn Du so vertraut von Nossi und den Scaligers erzählst....
(das ist jetzt natürlich kein informativer Beitrag)
Ich habe große Anerkennung für Dein /Euer enormes, fundiertes Wissen. Dagegen schwimme ich eher mit einer tiefen, aber begründeten Intuition durch die Gefilde.

viele Grüße
Ischa

Lieber Jackfu,

danke für den wertvollen und interessanten Hinweis.
Meinst Du, Nostradamus widmet 1557 das 2. Vorwort wissentlich einem,
dessen von ihm vorausgesehenen, nahen Tod 1559 er bereits in seine

Verse

eingebaut hat? Auch ein kleiner "Scherz". Sicher weiß sich Nostradamus
der Katharina von Medici sehr verpflichtet, sicher gewährt ihm eine

solche

Widmung weiterhin königlichen Schutz. Sicher muss sich Nostradamus

tarnen

vor allerlei inquisitorischer und anderer Missgunst.
Die Wortwahl der Anreden enthält für mich trotzdem (auch?)dieses
Hinübergleiten ins Transzendente unter dem Tarnmantel weltlicher
Majestätsbezeugungen.
Ich meine, man muss nicht über eine Entweder-Oder-Deutung streiten
(solange keine sachlichen Fehler vorliegen), vielleicht addieren sich

die

verschiedenen Aspekte sogar?>

liebe Grüße
Ischa

Hallo Ischa,


erstmal danke für Deine umfangreiche Arbeit!

Zum prophezeihten Heinrich verweise ich auch mal auf folgenden

Thread:

»

https://schauungen.de/forum/index.php?id=8149


Es ist für mich sehr wahrscheinlich, dass der Name "Heinrich" sich

aus

einer Verschreibung des Ausdrucks "ein Mächtiger" herleitet.

Ich persönlich glaube kaum, dass all das von Nostradamus

geschilderte

alleine aus dessen Feder stammt. Er war königlicher Hofastrologe

und

dürfte uneingeschränkten Zugang zur königlichen Bibliothek

(möglicherweise

zu allen Bibliotheken Frankreichs) Zugang gehabt haben.
Dort dürfte Nossi, mehr oder weniger gut übersetzt, sich auch bei

der

wesentlich älteren "Völuspa" bedient haben. Dort ist halt von "inn

riki"

oder auch "inn rihi" die Rede.
Daraus kann schnell auch der Klarname "Heinrich" übersetzt werden.

Generell wäre es interessant zu wissen, inwiefern Satzsequenzen in

Nossies

Werk und der Völuspa übereinstimmen. Ich glaube, da sollte man

einige

Leckerlies finden.


Hallo Kiaril,

vergleich mal den Turniervers von Nostradamus hiermit
http://www.astrotexte.ch/sources/gauricus.html

Der sollte/könnte eine mögliche Quelle sein.


Hallo Ischa,

Ich habe damit nicht zum Ausdruck bringen wollen, dass Nostradamus genau
den Henry anspricht, der beim Turnierunfall ums Leben kam, ich denke da
auch eher an einen Zukünftigen Henry, wer auch immer damit gemeint sein
mag.

Mir gings lediglich darum aufzuzeigen, dass Nostradamus wohl auch von
Gauricus "inspiriert" wurde, da ja Julius Scaliger dessen Schüler war und
Nostradamus ja bei den Scaligers ein- und ausging und somit sicherlich
auch Zugriff auf deren Unterlagen hatte.

Mit der Verbindung zu den Scaligers erklärt sich eben auch die 4137 bzw
genauer gesagt 4713 - das Jahr Null in der Julianischen Zeitrechnung im
Brief an Caesar, die durchaus von Bedeutung sein könnte.

lg
Jackfu

Heinrich

Ischa, Montag, 20.09.2010, 17:41 vor 5716 Tagen @ Kiaril (2451 Aufrufe)

»Lieber Kiaril,

danke für den interessanten Tip. Ich gehe auch davon aus, dass Nostradamus zu viel Literatur Zugang hatte. Warum sollte der prophezeite Mächtige im weltlichen Bereich nach all den endzeitlichen Wirrnissen, den es sicher auch geben wird (während der Sieg des Göttlichen sich ausdehnt), nicht Heinrich heißen? Meiner These vom Doppelspiel mit dem Namen INRI widerspricht das nicht einmal.

herzliche Grüße

Ischa

Hallo Ischa,


erstmal danke für Deine umfangreiche Arbeit!

Zum prophezeihten Heinrich verweise ich auch mal auf folgenden Thread:

https://schauungen.de/forum/index.php?id=8149

Es ist für mich sehr wahrscheinlich, dass der Name "Heinrich" sich aus
einer Verschreibung des Ausdrucks "ein Mächtiger" herleitet.

Ich persönlich glaube kaum, dass all das von Nostradamus geschilderte
alleine aus dessen Feder stammt. Er war königlicher Hofastrologe und
dürfte uneingeschränkten Zugang zur königlichen Bibliothek (möglicherweise
zu allen Bibliotheken Frankreichs) Zugang gehabt haben.
Dort dürfte Nossi, mehr oder weniger gut übersetzt, sich auch bei der
wesentlich älteren "Völuspa" bedient haben. Dort ist halt von "inn riki"
oder auch "inn rihi" die Rede.
Daraus kann schnell auch der Klarname "Heinrich" übersetzt werden.

Generell wäre es interessant zu wissen, inwiefern Satzsequenzen in Nossies
Werk und der Völuspa übereinstimmen. Ich glaube, da sollte man einige
Leckerlies finden.

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