Hier das Scharnier zu Heinsohns Welterklärung,
zu der ich mit Bedauern sagen muss,
dass diese mit der meinen in ganz wesentlichen Punkten
nicht in Einklang zu bringen ist:
Gruss,
BB
Hallo BB,
habe Heinsohn gestern gelesen und ihn nicht so verstanden, als ob er die
neuere Menschheitsgeschichte durch den Bevolkerungswachstum erklaeren
moechte. Eher, das das rasante Wachstum die Geschehnisse beguenstigt hat,
aber nicht, dass es zwangslaeufig zu Voelkerwanderungen und Eroberung
kommen muss.
Trotzdem, falls du Zeit und Lust hast, wuerde mich deine Sicht ganz
ausserordentlich interessieren.
Gruss
Malbork
Dank für das Vertrauen, Malbork! das Du offenbar in mich setzt,
indem Du offenbar davon ausgehst, ich könne mit einer eigenen
unikausalen Welterklärung, die obige richtig stelle, dienen.
Es langt bei mir aber bestenfalls dazu, obige zu beanstanden.
Ein (dilettantischer?) Versuch sei also gestattet,
was mich jedoch nicht wenig fordert.
- expansiv-kriegerische Ausbrüche haben nicht selten ihren Kern
ausschliesslich in dem Charakter einzelner Menschen,
die "tatendurstig" sind und Führerpersönlichkeiten:
* Alexander der Grosse
* Cäsar
* Dschingis-Khan
* Chaka
* Friedrich der Grosse
* Hitler ( - ein Künstler - bildete sich den "Führer" jedoch nur ein)
* Stalin
....Frankreich unter Louis XIV hat pausenlos Kriege geführt.
Und unter Louis XV und XVI nicht.
Aber dann unter Napoleon!
Und dann wieder nicht.
Wo also bestünde eine Kausalität zu "Kindern"?
- ganze Völker der "jungen" Epoche Europas waren seelisch
"in die Ferne" ausgerichtet und haben die halbe Welt erobert.
* Holland
* Portugal
* Spanien
* England...aber eben nicht alle Völker...den Deutschen hat das -
trotz identischer Kinderzahl - seelisch schlicht nicht gelegen
- und den Chinesen ebenfalls nicht...nie jemals!
- Welche Kriege hat denn Deutschland zwischen 1871 und 1914 geführt?
Eben.
Gar keine!
England hingegen (ich hoffe, die Jahreszahlen richtig zu erinnern)
hat zwischen 1753 und 1922 nur während zweier Jahre keinen (!)
Krieg geführt.
- in der nachkulturellen, der zivilisatorischen Phase, schrumpfen die Völker.
Paare haben kaum noch Kinder, Megametropolen vermassen, Hedonismus grassiert,
eine völkisch- sterile Vergreisung tritt ein, verbunden mit diffusen "Ängsten",
mit der fixen Idee des "ewigen Friedens".
Die Kinderlosigkeit korreliert zeitlich mit dem Totalausfall
jeglichen kriegerischen Impulses noch junger Völker.
Sie ist jedoch nicht dessen Ursache!
Hei! - was war es doch dem jungen Wiking, dem Germanen eine Lust,
sich wagend im Kampfe zu bewähren!
Und auch dem Ritter.
Und dem war es schnurz&piepe, wieviele Kinder seine Bauern hatten.
Oder auch nicht.
So etwa.
In der Hoffnung, gedient zu haben,
Gruss,
BB
--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."