Guten Tag allerseits!
Bei dieser Geschichte von Gog&Magog, die sich vor einigen tausend Jahren
Hesekiel ausgedacht hat, handelt es sich um eine allegorisch-religiöse
Parabel => "Ende gut - alles gut".
In Bezug darauf möchte ich nur auf eine Überlegung hinweisen, deren breite Diskussion vermutlich ebensowenig forenrelevant ist wie eine Bibelstunde, aber sich mir dennoch aufdrängt:
Es gibt ja auch das Phänomen der "selbsterfüllenden Prophezeiung". Auf einer solchen basiert ja z.B. das gesamte Christentum: Es gab vermeintliche(?) Prophezeiungen über den Messias bereits um Christi Geburt und sehr viele damalige Juden haben daran geglaubt, und zwar nicht nur in einem allegorisch-religiösen Sinne, sondern ganz "physikalisch". Wenn man dem Christentum distanziert gegenübersteht, so kann man die Bedeutung Jesu so auffassen: Er wurde nur deswegen zum Messias, weil viele Menschen an die Prophezeiungen geglaubt und ihn als seine Erfüllung erkannt haben. Ob Jesus wirklich der Messias war und ob die entsprechenden Prophezeiungen wirkliche Schauungen waren, ist dabei nicht erheblich.
Für ebenso denkbar halte ich es, dass andere christliche/religiöse Verheißungen, wie etwa der Antichrist, in ähnlicher Weise in Zukunft in Erscheinung treten können. Deutschland/Europa soll ja nach der Weltenwende sehr stark christlich geprägt sein. Was läge da näher, als dass die Überlebenden in diesem Zusammehang nach dem Antichristen Ausschau halten und ihn früher oder später auch finden würden, im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung? Relevant wäre dafür nicht, ob die biblischen Prophezeiungen allegorisch gemeint waren, sondern nur, dass genügend Menschen sie wörtlich, "physikalisch" verstehen würden. In diesem Fall wäre eine Erfüllung unter Bedingungen der Weltenwende vielleicht sogar nahezu unvermeidlich.
Beste Grüße,
Bernhard