*offen wahrnehmende* Kinder (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur, Montag, 16.04.2012, 12:11 (vor 5308 Tagen) @ Georg (2208 Aufrufe)

Hallo, Georg,

Ich denke mir,
das hat vielleicht auch damit zu tun,
dass die im Denken nicht so stark verdreht sind,
sondern eben oft noch "natürlich" empfinden.

das würde sie selbstverständlich zu einfacheren Empfängern machen - einfach in dem Sinne, dass die Erscheinung einfacher, zuverlässiger gesehen werden kann. Bei der Botschaft wird es dann schon schwieriger, denn das Merk-Vermögen ist ja geringer als bei einem geschulten Erwachsenen. Wenn ich da über die angeblichen Übermittlungen von komplexen *Fach-Termini* aus der kath. Tradition lese, drängen sich Zweifel doch geradezu auf.

Dass es für durchschnittliche Wesenheiten durchaus möglich ist, sichtbare Erscheinungen auch vor Erwachsenen zu produzieren, ist vielfach belegt, also gibt es keine *technische* Notwendigkeit, sich so gut wie ausschliesslich an Kinder zu wenden.
Es muss dafür einen anderen Grund geben.

Denn Kinder sind vor allem leichtgläubig. Sie hinterfragen die Identität der sich vorstellenden Person nicht, wie es ein durchschnittlicher Erwachsener tun würde.

Gemäss William Bramley, in: *die Götter von Eden*, fiel auch die Übermittlung, die dem Beginn des mormonischen Glaubens zugrundelag, durch eine völlig identische Wiederholung auf. Wie ein Film. Ein Videoclip.

Gut, das war ein Erwachsener, aber halt jemand, der für religiöse Eingaben sehr offen war. Den meine ich natürlich nicht mit *durchschnittlicher* Erwachsener, sondern jemanden mit einem gesunden, normalen Misstrauen. Jemanden wie ein Elternteil, wenn ein Kind geschockt ins Schlafzimmer rennt und von einer solchen Begegnung spricht. Das wird das Kind nicht für einen Lügner halten, aber hinterfragen, was echt war, und was eher Einbildung/Traum/Sinnestäuschung usw.


Letzteres wird uns ja durch unser Bildungsystem etc. ausgetrieben.
Das hat ja auch schon die Kirche im Mittelalter so gemacht
mit den Hexen, den Menschen, oder überhaupt mit Menschen,
die feinstoffliche Wesenheiten haben sehen können etc...

Dass Wahrnehmungsfähige als Konkurrenten gesehen wurden und immer noch werden, liegt auf der Hand. Vor kurzem noch setzte ein Kirchenrat durch, dass im Dorf ein Plakat betreffend eine Veranstaltung mit Jenseitskontakten abgenommen werden musste.

Man stelle sich vor, höhere Wesenheiten und Intelligenzen
würden gerne ein Experiment mit Menschen machen wollen.
Da suchen sie rein und natürlich empfindende und nicht
intellektuell verdrehte.
Mit denen können die nix anfangen.

Das wäre ja auch kein Problem, sofern es eben ein Otto Durchschnittsverbraucher wäre. Aber wenn nicht der Verdacht aufkommen soll, dass da ein Kasperltheater vorgegaukelt wird und die Betroffenen es nicht erkennen dürfen, dürfte es doch keinen Grund für das Erschrecken kleiner Kinder mit Weltuntergangsthemen geben.

Ich bin der Ansicht, dass die Konfrontation von jungen Kinderseelen mit Schuld, Sühne, Busse, Sünde, Hölle, Verdammnis, Dämonen, Teufel und Co. unheilbare Wunden schlägt und ein Leben lang prägen kann, und in solchen Fällen nicht nur grob deplaziert ist, sondern verbrecherisch - ob nun durch Priester erzählt oder durch Erscheinungen eingegeben.
Wie neulich schon mitgeteilt, kam im Bekanntenkreis ein Kind heulend aus der Schule heim und erzählte, der Pfarrer hätte gesagt, die Eltern würden in die Hölle kommen, weil sie geschieden sind.

Da kann man sich meinetwegen als Erwachsener freiwillig beschäftigen und Kindern kann man Grundzüge von Verantwortung, falschem Handeln und was-du-nicht-willst-dass-man-dir-tu-das-füg-auch-keinem-andern-zu mitgeben, aber das reicht dann auch.

Alles andere muss kritisch hinterfragt werden.

Beste Grüsse vom Baldur


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