Von Erkenntnis per se zum Heimathafen (Schauungen & Prophezeiungen)

Fenrizwolf, Sonntag, 02.02.2014, 07:24 (vor 4652 Tagen) @ Taurec (2793 Aufrufe)

Hallo, liebe Diskutanten!

Mit Staunen und Neugierde durfte ich Eure Beiträge verfolgen, die mir Eindrücke gaben, die ich sonst nirgends finden konnte.
Sowohl die theoretisch-intellektuellen Abfassungen von Taurec als auch die praktischen Erfahrungsberichte von NeuOrest sind für mich wahre vierblättrige Kleeblätter.

Als ein nach Erkenntnis Strebender habe ich sämtliche Tonnen dieser Welt nach verwertbarer geistiger Nahrung abgeklappert, und bekomme nun ein Festmahl nach dem anderen serviert.
Danke dafür!

Mein größtes Bestreben dient im Grunde der Orientierung in einer Welt die mir selbstverständlich größer ist als simples Umeinanderkreisen nach mechanischen Prinzipien.
Es ist mir eine ebenso selbstverständliche Gewißheit, daß die tagtäglich zu beobachtenden Erfolgsmodelle reinster Raubbau an uns selbst sind.

Ich bin schon manches Mal mit der goldenen Ananas enttäuscht um das Siegerpodest gelaufen,
einfach weil ich nicht skrupellos genug, verlogen genug oder listig genug war.
Der Genuß des moralischen Obsiegens läßt sich nur leider nicht ebenso unmittelbar und lustvoll erleben, wie der schnöde profane Sieg.
Das innere Maß für gut und böse ist mir aber wie meine Gliedmaßen - die kann und will ich nicht ablegen, weil ich von deren Sinn zutiefst überzeugt bin.

So stellt sich mir die Frage, was der Kern meiner in dieser Welt so hinderlichen (Wert)vorstellungen ist.
Ist es die Sozialisation im Kindesalter, die sich betrüblicher Weise als schlechtes Rüstzeug erweisen sollte,
weil sie mit den folgenden Entwicklungen nicht kompatibel war?
Oder unterliege ich doch einfach nur selbsteinschränkenden Glaubenssätzen, die aus
Traumata etc. erwachsen, schließlich eine negativ wirksame Programmierung meines Oberstübchens bewirken?

Zwar kämpfe ich mit der überwältigenden Komplexität der modernen Welt, weil ich in
meiner biologischen Präsenz natürlicherweise begrenzte Ressourcen zur Verfügung habe.
Aber bei aller Selbstreflexion und Selbstkritik vermag ich den großen Fehler der Moderne
nicht in mir selbst finden.
Einzelheiten natürlich schon. Ich sehe mich schon aufgefordert, von mir bei anderen negativ Erlebtes bei mir selbst zu finden und zu verbessern, im Sinne eines aktiven Reifeprozesses.
Doch geht das alltäglich beobachtete und erlebte weit über das hinaus, was ich mir selbst
als "Schöpfer im kleinen Rahmen" anzulasten hätte.

Mein Eindruck ist, daß ich im nächtlichen Schlaf unbewußt zeitweilig mit dem Jenseitigen eng in Kontakt stehe.
Was mich darauf schließen läßt, sind damalige deutliche Erinnerungen an Träume nach
unwichtigen und kleinen Präkognitionsereignissen in meiner Pubertät.

Nachdem ich mich kürzlich mit jemandem intensiv über den tragischen Tod eines Freundes vor 12 Jahren unterhalten hatte, überkam mich später nach meinem Nachtschlaf morgens das Gefühl, als hätte ich sehr ausgiebig und tiefsinnig mit ihm Kontakt gehabt.
Nur war davon nichts mehr erinnerlich, außer eben einem vagen Eindruck davon.

Wenn denn - wie ich insgeheim unterstelle - eine tiefere Bewußtseinsebene bzw. jenseitige Bereiche, Herkunft meiner tieferen Bewußtseinsanteile sind, die wie Luftblasen hin und wieder an der Wasseroberfläche auftauchen, warum verstehe ich bei aller Bereitschaft nicht,
bewußt begrenzten Zugang zu erhalten?

Im Rahmen meiner Möglichkeiten lebe ich in Tat und Denken in keinem Extrem, sondern bemühe mich aufrichtig nach Kräften um Gleichgewicht.
Doch versetzen die äußeren Umstände meinen Geist seit Jahren derart in Unruhe, daß ich als getriebener Idealist ständig im Boxring stehe.
Ich meide, ich tänzle, ich tauche ab, ich komme unerwartet hoch, ich sehe die Aktionen des Gegners, nur Treffer zu setzen ist mir nicht vergönnt.

Auf meine damalige Frage, wie denn geistiges Wachstum bzw. Reife zu erreichen sei, war es, so glaube ich, NeuOrest, der meinte, daß der praktische Weg dorthin eher darin bestünde, nicht zurückgezogen in Meditation zu entgleiten, sondern das Gegenwärtige bewußter und offener zu erleben.
Nur das ist in meiner derzeitigen Situation wie heißes Wasser auf Brandblasen zu schütten.

Ich fühle mich, als würde ich tagein, tagaus unsanft geweckt, nur um einer Kakophonie fehlgeleiteter Irrer zu lauschen, die mit dem Brustton der Überzeugung ihre zweifelhaften Künste mit zunehmender Lautstärke unter Beweis stellen wollen.

Sollte ich meine gepriesenen Erkenntnisse nicht als unbestimmter Empfänger zufällig erhalten haben, frage ich mich, was ich damit soll.
Ich bin es leid, einfach nur den Fels in der Brandung zu spielen. Ein Ambos wird wohl nicht besser, nur weil man auf ihn eindrischt. Er ist schon so geformt, und bietet sich wohl auch deshalb dazu an. Er kann es ja ab.

So frage ich Euch nun konkret: Was kann ich tun, und was sollte ich tunlichst unterlassen, um freudvoll und kraftvoll der Schöpfung einen Dienst zu erweisen, während ich selbst Spielball marodierender diesseitiger Geister vorerst bin?

So doof und verzweifelt das klingen mag, so ernst ist es mir. Ich bin mir sicher, daß ich der Welt auch viel zu geben habe, und daß das nicht zwangsläufig weh tun muß.
Wie sprenge ich das Korsett ohne mir anstatt von Seelenkrüppeln von Mondspatzen den Weg leiten zu lassen?

Ich bin nicht depressiv, nur läßt es sich auf der Schleimspur anderer nur mühsam bewegen.
Und ich habe weder Kraft noch Lust diesen Blödsinn bis zum eigenen Zusammenbruch mitzumachen.
Da ich im Grunde zum Kopfmenschen kastriert wurde, würde ich gerne mal wieder
eine Runde lang ich selbst sein wollen - weiß aber nicht mehr wie das geht.

Zwecks Erkenntnisgewinn würde ich auch um 07:98 Uhr bei Neumond die Nachbarskatze mit Thymian und Knochlauch einreiben, aber das käme mir nicht weniger idiotisch vor wie so viele andere Dinge, die man von mir verlangt.
Ich möchte nicht gerade mit einer Cessna auf dem Roten Platz landen, aber Leuten beim in die Luft zu schauen zuzuschauen bis eine solche vorbeifliegt, ist auch unbefriedigend.

Aber wo lande ich, wenn ich Astralreisen unternehme? Kann ich überhaupt fliegen?

Mit hoffnungsvollen Wünschen grüßt herzlich

Fenrizwolf


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