völlige Orientierungslosigkeit in abartigem Umfeld (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur, Dienstag, 17.11.2015, 10:01 (vor 3999 Tagen) @ offtopic (2139 Aufrufe)

Hallo, offtopic,

ich hänge meine paar Gedanken mal hier an.

Es zerreisst einen doch fast zwischen täglicher Pflichterfüllung (Hamsterrad zum Rechnungen-zahlen-können) und abschweifenden Gedanken an den Irrsinn der Zeit.

Ich bin mittlerweile ein alter Sack geworden und kann nachempfinden, wie es unseren Altvorderen gegangen sein musste, die sich plötzlich nicht mehr zurecht fanden.

Das tägliche Geschäftsgebaren hat sich in den letzten 30-40 Jahren völlig verändert. Konzerne und Bürokratie bestimmen, wo es lang geht.
Der kleine Metzger muss aufhören, weil seine Kacheln Rillen haben, aber Glyphosat wird offziell verpersilscheint.
Haftung wurde von Verschulden getrennt.
Wer nicht zertifiziert ist, darf gar nicht anbieten.
Wer eingestellt wird, bestimmt die Personalberaterin.
Wer nicht zahlen will, macht halt auf insolvent.
Wer schmarotzen will, findet paradiesische Möglichkeiten und bekommt allerorten Unterstützung.
Der Anständige ist der Dumme.

Derweil ist Saatgut nicht mehr vermehrungsfähig bzw. keimfähig, Masthühner müssen nach kurzer Zeit geschlachtet werden, weil sie sonst "unendlich" weiterwachsen würden.
Geld wird auf Knopfdruck erzeugt, aber Erna Dosenkohl hat trotzdem zu wenig davon in der Geldbörse.
Und was Onkel Alfons gespart hat, liegt nicht im unterirdischen Geldspeicher, sondern wurde längst irgendwo im Nirgendwo verloren, allerdings gingen vorher noch ganz real fette Provisionen und Gehälter an die dreisten Gockel der Allfinanzmafia.

Trotzdem, auch Griechenland ist mit seiner Krise weit weg, und noch wird der Normalbürger nur unsittlich geschröpft, aber nicht fiskalisch erwürgt....noch...... Man ist sich sicher, es wird kein gutes Ende nehmen, aber der Schlachttag liegt noch in der Zukunft.

Wer die Filme von hereinströmenden Menschenmassen sieht, fühlt sich bedroht, aber die Flüchtlingsfamilie im Haus schräg gegenüber ist vollkommen unauffällig, als ob sie gar nicht da wäre. Nur wer von einer Massenunterkunft in unmittelbarer Nähe bereichert wird, hat schon jetzt ein direktes Problem.

Alles andere hängt wie ein düsterer Nebel draussen vorm Fenster, undurchsichtig, bedrückend, motivationstötend, unbeeinflussbar, in der Tendenz sich kontinuierlich verschlechternd.

Diese gefühlte Ausweglosigkeit, die Einsicht in eine verhängnisvolle Gemengelage, die persönliche Orientierungslosigkeit müssen sich in Diskussionen Bahn brechen, sonst würde man daran ersticken.

Wieder einmal ist die Bevölkerung gespalten und steht sich unversöhnlich gegenüber.
Die Obrigkeit bekämpft wieder einmal Ketzerei und eigenes Denken mit Inquisition und Staatskriminalität. Wie es eben immer war.

Kleiner Mann, was nun, ........

Wir wissen so viel mehr als unsere Altvorderen, aber Auswege finden auch wir nicht. Vielleicht ist das das Wesen des Lebens, sich dem andauernden Kampf stellen zu müssen, auch wenn man das nicht möchte.

Beste Grüsse vom Baldur


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