Hallo Eyspfeil!
Vielen Dank! Mir scheint, ich hätte schon mal von diesem Deinem Traum gelesen.
Mir sitzt gerade die Grippe in den Knochen, und sorgt dafür, daß sich IQ und Außentemperatur sanft auf dasselbe Niveau einpendeln.
Ich habe noch nicht kapiert, welche baulichen Veränderungen dann tatsächlich stattgefunden haben, und ob Du Deine Nachbarn wirklich gewarnt hast, oder ob das auch geträumt war.
Das würde ich gerne nachvollziehen.
Vielleicht sollte man bei Interpretationen solcher Träume mit präkognitiven Inhalt gar nicht
zu tief mit dem Seziermesser der Ratio zu Werke gehen.
Wir wissen ja nicht wirklich, wann die geplagte Rübe phantasievoll verarbeitet, und wann
wirklich tiefere Ebenen soufflieren.
Die Botschaft, daß der Wasserkopf der Moderne mangels Rückgrat einst gebrannter Ton
auf dem Boden zerschellt, und es danach wesentlich rustikaler und ursprünglicher zugeht,
kommt ja definitiv an.
Und durch den Bezug zu aktuellen Veränderungen des persönlichen Umfeldes darf man schließen,
daß dieser Zeitpunkt wohl in "unserer Zeit" noch sein wird.
Seit Erfindung der Dampfmaschine brummt und ächzt der Erdenball wie in der gesamten
Zeit davor zusammen nicht.
Die Technik ist dem Menschen immer eine Dekade voraus, und der Turmbau nimmt kein
Ende, während das Fundament schon Risse zeigt, und der Keller brennt.
Das mit Raumschiff "Enterprise" wird wohl nichts mehr werden. Dafür werden vermutlich
in greifbarer Zukunft Rinder wieder auf Weiden grasen dürfen.
Heute stehen sie in Reih und Glied, beinahe ineinander, permanent und fix mit dem Haupte im Trog und defäzieren an Ort und Stelle in das Geschoß darunter.
Revisionsöffnungen in der Flanke erleichtern dem Veterinär die Inaugenscheinnahme der
Innereien, falls ein Zuviel an kannibalistischem Knochenmehl zu Verstopfung führt.
Durch Steroide und Antibiotika "fit" gespritzt, ertragen sie auch hektoliterweise Milch
in ihren Hochleistungseutern, während das Kalb längst "weiterverarbeitet" zur sofortigen
Konsumbefriedigung zur Verfügung steht.
Noch kommt das Geld aus dem Automaten, und die pürierten Küken als "Chicken-Nuggets"
aus der Kühltruhe.
Selbst wenn morgen Blut aus dem Wasserhahn käme und Kuhpfladen auf jedem Dach
Pflicht würden, könnte die Welt nicht schlimmer Kopf stehen.
Da kommt endlich etwas zu seinem natürlichen und sinnvollen Ende.
Ein Rätsel ist mir aber nach wie vor, wie sich innereuropäisch nennenswerte Teilpopulationen erhalten sollen, wenn Aldi echt schon zu hat.
Wird die goldene Generation des Wi(e)deraufbaus sich winters am Fleische der einstigen Nächsten laben?
Vielleicht haben die Herzen mancher posthum mehr Wärme für die Menschheit übrig als zu Lebzeiten.
Eigentlich kann doch nur von weniger versehrten Stellen mit Restzivilisation, demütig ein
Zündfunke für eine neue Runde kommen.
Wenn der ungewohnte Anblick eines fremden Menschen wehmütig und liebevoll als Geschenk des Himmel gepriesen wird,
dauert es vielleicht gar nicht so lange, bis man leise wieder vernimmt:
"Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp.
Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir solches, so hat's keine Not.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!"
Persönlich bin ich so "preppert", daß ich mir im Kataklysmusfalle einfach die entsprechende
Mühle mit meinem 3D-Drucker ausdrucke.
Nur die Weizenkörnchen müsste ich dann im Winter liebevoll von Hand pflücken.
Na ja, der Ökotrend reißt wohl nicht ab.
Mit besten Grüßen
Fenrizwolf