Fern- oder Nahziel (Schauungen & Prophezeiungen)

Silberstreifen, Dienstag, 17.03.2009, 21:50 (vor 6160 Tagen) @ BBouvier (5493 Aufrufe)

Hallo BBouvier,

vielen Dank zunächst für die promte und ausführliche Antwort. Wenn Sie erlauben, werde ich jetzt auch zum forenmäßigen "Du" wechseln?

Sehr klug durchdacht, Dein Schreiben, -
falls Du mir diese Bemerkung bitte nachsehen möchtest.

Danke, zuviel der Ehre. leider reicht mein Hirnschmalz noch nicht aus, um den Knoten zu lösen und endlich eine Entscheidung zu treffen.

Gleich zu Beginn: schwierig, - sehr schwierig!

Ja, leider, daher suche ich mein Heil in der Kommunikation.

1)
Diesen läppischen "Russischen Feldzug", den kannste
in der Pfeife rauchen, sofern nicht grad mit
sehr viel Pech mal mitten im Getümmel
im Rheinland...

Sehe ich auch so. Auch wenn sich die Russen den Schauungen nach doch relativ viel Zeit bleibt (einige Monate), um so manches Unheil anzurichten.

2)
Nach Jahrzehnten intensiver Beschäftigung
mit der Thematik neige auch ich zu der Auffassung,
die Hauptproblematik bestehe im Zivilisationskollaps.
Und "allgemeiner Randale".
Je höher vorher "Hochtechnikzivilisation",
um so tiefer der Fall.

Das sehe ich genauso. Daher mein Gedanke, in ein Land zu flüchten, in dem diese "Hochtechnikzivilisation" so nicht existiert und daher auch die Fallhöhe geringer ist. Die Menschen dort leben mit dem Mangel, der Staat gewährt schon jetzt kein "Rundum-sorglos-Paket", die Ansprüche sind einfach geringer. Diese Menschen sind improvisations- und krisenerprobt. Hast Du den vorletzten "GEAB" gelesen? Die Leute vom GEAB haben die Länder dieser Welt daraufhin untersucht, wer am schnellsten wieder aus der Krise herausfindet. Die am wenigsten entwickelten Länder waren die Sieger, da sie jetzt schon in der Krise sind. Viel schlimmer kann es da kaum werden.
Da die schlimmsten Gefahren meiner Ansicht nach von unseren lieben Mitmenschen ausgehen, muss die Vorbereitung für das Katastrophenszenario darauf auch das Augenmerk legen. Neulich habe ich ein paar nette Videos von den "Hells Angels" gesehen, die eine gute Vorstellung davon abgeben, wer im Fall des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung das Kommando übernimmt. Ich war nicht besonders angetan, wie Du Dir vorstellen kannst.

3)
Detlef, in Paraguay seit Jahrzehnten ansässig,
rät von radikalem Landeswechsel in völlig "fremde"
Länder strikt ab:
Man sei dort noch nach Jahrzehnten der "Fremde".
Ähnliches, - nur in begrenzterem Masse -
dürfte auch für englisch- oder französischsprechende
Länder gelten, wie z.B. Kanada oder Australien.
In den USA (dort Leute aus aller Herren Länder)
könnte das eher klappen, jedoch
prognostiziere ich dort Mord&Totschlag.

»
Damit hat Detlef sicher nicht unrecht. Wer jetzt allerdings noch nicht auf dem Land wohnt, hat dort auch keine besonders guten Chancen. Auch in einem deutschen Kaff wird man fremd sein, da mache ich mir keine Illusionen. Wer nicht seit Generationen in einem Kaff lebt, hat kaum die Chance, von den Ureinwohnern akzeptiert zu werden. Dies ungeachtet der traurigen Tatsache, dass die bundesdeutsche Landbevölkerung leider auch nicht mehr in Subsistenzwirtschaft lebt.

Mein Gedanke ging dahin, mich in Richtung etwa der Mennoniten in Südamerika - sie sind ja sowohl in Uruguay als auch in Paraguay recht stark vertreten - zu orientieren. Dort hoffe ich auf christliche Tugenden und ein gewisses Maß an Mitmenschlichkeit, die in unserer wertearmen Zivilisation leider kaum noch existieren. Natürlich kann ich mich auch irren. Die Geschichte ist voll von sogenannten "Christen", die alles andere als nächstenliebend waren. Da hilft wohl nur, die Mennoniten selbst einmal in Augenschein zu nehmen.

Der Vorteil wäre zudem, dass die Mennoniten dort deutschstämmig sind, man daher sowohl kulturell als auch physisch nicht so fremd wirken würden. Zudem haben sie sich in einem rechtsarmen, staatsfernen Land ziemlich gut organisiert (innere Ordnung, Kooperativen etc.). Den Hauptnachteil bei den "Fernzielen" sehe ich darin, dass ich nicht weiß, wieviel Zeit noch zur Vorbereitung bleibt. Das "Fernziel" würde jedenfalls noch sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als das Übersiedeln in ein deutsches oder Schweizer Dorf.

Bliebe also vor allem die Schweiz:
Bis auf kleinste Randecken (Basel z.B. möglicherweise)
sollte die Schweiz vom Krieg verschont bleiben.
Das trifft jedoch ebenfalls wohl auf Sachsen und
Thüringen zu, durch die die Russen nur durchrollen
sowie auf das südliche Bayern.
Beispielsweise.

Tja, ich habe trotz allem mehr Vertrauen in die Schweiz. Die Schweizer identifizieren sich mehr mit ihrem Land, die Gefahr für die innere Sicherheit ist daher geringer. Zudem ist das Militär wohl besser organisiert, so dass im Notfall schneller und wirksamer gegen Bedrohungen für die öffentliche Ordnung vorgegangen werden könnte. Zudem würden die Schweizer nicht mit den Flüchtlingsmassen zu kämpfen haben, die sich infolge der Überflutungen etc in die südlichen Gebiete ergiessen. Ich nehme an, dass die Schweiz in diesem Fall einfach die Grenzen dicht machen würde.

"Hungersnot" dürfte es pauschal weltweit geben.
Hier ist schlicht "Vorrat" anzuraten.
Lt. "Velten" liegen "danach" Tausende verhungert
in den Strassengräben und man raufe sich
um einen Apfelbutzen.
Und das Problem stellt sich genauso in Belutschistan:
Kein Grund, deswegen die BDR zu verlassen.

Hier hätten wir wieder das Problem der Bevölkerungsdichte, das allerdings Europa generell betrifft. Vorräte lassen sich nur schwer über längere Zeit verheimlichen. Detlef hatte im HSP-Forum eine Geschichte eingestellt, die wirklich gruselig war (habe sie gerade gesucht, aber nicht gefunden): Eine Familie versucht einen Bauernhof gegen eine Horde von Kannibalen zu verteidigen - letztlich erfolglos. Es macht schon etwas aus, wie viele Leute sich um einen Apfelbutzen streiten. Ich habe so meine Zweifel, ob man mit Waffen und ausreichend Löschmittel gegen Molotow-Cocktails auf Dauer seine Vorräte verteidigen kann. Etwa gegen eine Horde von "Hells Angels" oder ähnlich sympathische Zeitgenossen.

4)
Was Klimaveränderungen betrifft,
so sind wir auf spekulative Vermutungen angewiesen.
Möglicherweise befindet sich "danach"
der Kältepol der nördlichen Halbkugel
dann im östlichsten Sibirien,
was Kanada, (Nord)China und Japan als Ziel
wenig geeignet erschienen liesse.

Da ich sehr wärmeliebend bin, freue ich mich natürlich auf die prophezeiten Temperaturveränderungen in Zentraleuropa. Allerdings muss die Zeit bis dahin erst einmal überstanden werden... Ich sehe mich nicht meinen Bauernhof/Häuschen gegen eine Horde zu allem bereiter Plünderer verteidigen.
Wie soll man das nur organisieren, als Kleinfamilie oder Dorfgemeinschaft? Selbst im Zusammenschluss mit anderen wird man unterlegen sein, wenn eine ausreichend große und ausgestattete Truppe zum Angriff bläst. Dann will ich lieber so unauffällig wie möglich auf meinen Vorräten irgendwo in einem ganz abgelegenen Gebiet sitzen und warten, bis alles vorbei ist. Nur wo findet man so ein Gebiet in Europa? Leider wohl auch nicht in der Schweiz.

Noch was vergessen?>

Viele gute Gedanken, nochmals Danke. Gibt es denn keine bekannten Schauungen für Gebiete außerhalb Europas?

Es grüßt
Silberstreifen


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