Avatar

Untergegangene Kulturen? (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Sonntag, 26.04.2009, 10:56 (vor 6121 Tagen) @ Franz Liszt (3692 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Sonntag, 26.04.2009, 11:02

Hallo!

Da wird einfach, davon ausgehend, daß wir die bisherige Spitze der menschlichen Entwicklung und die Krone der Schöpfung sind, linear in die Vergangenheit verlängert. Bei widersprüchlichen Funden kommt man dann zu solchen Erkenntnissen:
"Offensichtlich waren nicht nur sesshafte Bauern, sondern bereits Jäger und Sammler in der Lage, monumentale Kultanlagen zu errichten - oder wie es Klaus Schmidt in seinem Grabungsbericht formulierte: 'Zuerst kam der Tempel, dann die Stadt'."

Da haben also Jäger und Sammler, Nomaden nämlich, denn Seßhaftigkeit bringt Ackerbau mit sich, mal schnell ein monumentales Bauwerk in die Wildnis gesetzt, bevor sie weiterzogen.

Die Idee, daß es Kulturkreise von begrenzter Lebensdauer gibt, die einen Zyklus von Geburt, Wachstum, Tod durchlaufen und seit Menschengedenken weltweit aufkeimen und vergehen, wird gänzlich ignoriert. Das würde wohl implizieren, daß auch unserer Lebenswelt ein Ende gesetzt ist.
Womöglich haben wir hier eine der ersten Kulturen, die nach dem Sintflutimpakt (bzw. dem Ende der "Eiszeit") geboren wurden, vor uns.

Ich frage mich auch, wie der Mann auf solche Sachen kommt:
"Klaus Schmidt hält die Anlage für einen zentralen Ort für den Totenkult. Die Bestien auf den Tierskulpturen sollten die Toten beschützen."

So was kann man sicher nicht aus den Ruinen einer Kultur lesen, von der sonst nichts erhalten ist. Er hat wohl eher sein vorgefertigtes Bild von primitiven Kulturen auf seinen Fund übertragen.

"Die Pfeiler sind T-förmig, aber aus einem Stück gehauen. Schmidt interpretiert sie als 'die Verkörperung geheimnisvoller Wesen'. In den Querbalken sieht er aber nicht Arme, sondern den Kopf mit vorspringendem Kinn und Hinterkopf in der Seitenansicht, was bedeuten würde, dass die im Kreis stehenden Figuren nach innen auf die zwei mittleren Pfeiler blicken. Die sehr sorgfältig bearbeiteten Reliefs zeigen Löwen, Stiere, Keiler, Füchse, Gazellen, Schlangen, andere Reptilien und Vögel. In einer, relativ kleinen, Darstellung erkennt Schmidt einen kopflosen Menschen mit erigiertem Penis."

Mich würde interessieren, wie jemand, der in 10.000 Jahren einen gotischen Spitzbogen ausgräbt, diesen deuten würde. Vielleicht als die nach unten geöffneten Schenkel einer Frau ohne Oberleib, die zur Empfängnis bereit ist? :-P

Wie kommen die Archäologen überhaupt darauf, daß es sich um ein Heiligtum handelt?
Was schließt denn aus, daß wir da einen Königspalast, ein Parlamentsgebäude für gewählte Volksvertreter, ein Kaufhaus, eine Manufaktur oder einen Stall für Elefanten vor uns haben? (Wobei der Rest der Stadt entweder zerstört sein müßte oder noch tiefer läge.)

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Gesamter Strang: