Hallo!
Das hat mit irrig unterstellter "Dummheit" überhaupt nichts zu tun,
sondern dabei handelt es sich um den durchaus naheliegenden
Fehlschluß eines Neunzehnjährigen, über den er in späteren
Jahren nur nie wieder nachgedacht hat.
...oder zu dem man ihn in späteren Jahren schlichtweg nicht mehr gefragt hat. Wann sprach zuletzt jemand mit dem Waldviertler?
Falls er mit 79 Jahren seine Auffassung von vor 60 Jahren, er würde das alles noch selbst erleben und selbst Kaiser werden (alle von ihm genannten Merkmale des Kaisers spiegeln haargenau ihn selbst wieder), noch immer verträte, würde ich mich hinsichtlich seines Zustandes schon fragen.
Was seinen Bildern (!) jedoch überhaupt keinen Abbruch tut.
Ja.
Indes läßt sich aus der Tatsache, daß er sich selbst gegen die Russen kämpfen sah, nicht folgern, die Russen würden bis in den Osten verfolgt und bekämpft werden. Diese Behauptung beruht auf der Annahme, der Waldviertler würde tatsächlich selbst die Szenen in Zukunft erleben, woraus sich eine Bewegung aus Österreich oder Westdeutschland heraus ergäbe.
Indem der Waldviertler dies nicht mehr selbst erleben kann, ist auch der Ansatzpunkt der militärischen Bewegung nicht mehr gegeben. Er sah lediglich in isolierten Szenen Kampfhandlungen im Osten, in welchen die handelnden Personen und deren Herkunft nicht verifizierbar sind.
"Ich selber war aber auch wie ein Russe angezogen."
Dieser Satz läßt vielmehr vermuten, daß es sich um eine interne russische Angelegenheit oder eine Konfrontation zwischen Ukrainern und Russen oder anderen lokalen Ethnien handelt, bei der überhaupt niemand aus Deutschland zurückverfolgt wurde.
In diesem Sinne ist Sagittas eingängliche Aussage hinfällig:
Zu letzterem siehe eine Aussage des Waldviertlers, die m.W. (man kann mich gerne korrigieren!) keine Vorlage in der bekannten Prophezeiungsliteratur hat: dass 'er' an einer Verfolgung russischer Verbände weit in den Osten hinein teilnimmt und dort schließlich verwundet wird - wenn ich mich richtig erinnere.
Es gibt gar keinen Grund, ihm Dummheit zu unterstellen oder zu spekulieren. Es ist nebensächlich warum er es nicht erkannt oder nicht gesagt hat, denn es ist objektiv völlig unmöglich geworden, daß er als mindestens Achtzigjähriger die Szenen noch selbst erleben wird. Da gibt es gar keine Diskussion.
Einwände, daß er ja durchaus sehr fit sein und wie Ernst Jünger als über Neunzigjähriger noch durch den Urwald hüpfen könnte, wären die letzten Strohhalme, um traditionelle, aber obsolet gewordene Interpretationen der Schauungen zu retten. Da versucht man, ein Kartenhaus abwegiger Annahmen durch weitere unwahrscheinliche und unbelegbare Annahmen zu stützen. (Das nur vorsorglich, da sicher jemand diesen Gedanken hegt.
)
Gruß
Taurec
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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“