Aktuelles - Teil 3 (Freie Themen)

Aeneas, Freitag, 17.11.2017, 16:52 (vor 2994 Tagen) @ Aeneas (2087 Aufrufe)
bearbeitet von Aeneas, Freitag, 17.11.2017, 17:03

Zu unserem Volk (Zukunft):

Wenn nun also die Weltbevölkerung stark zurückgehen wird, werden sich auch alle alten politisch-gesellschaftlichen sowie religiösen Formen wandeln (müssen), da sie dem Zeitgeist nicht mehr entsprechen werden.

Meiner Meinung nach ist eine neue (und erstmals wahrhafte) zurück-zur-Natur-Bewegung das 1. Logische Resultat. Genau genommen bleibt den übrigen menschlichen Gesellschaften nichts anderes übrig, als wieder mehr in Einklang mit ihrer Umgebung zu kommen. Daraus folgend wird sich auch die Religion, oder besser gesagt der Glaube, wandeln. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Religionen der Alten Welt, v.a. die 3 Abrahamitischen, sich im Sterben befinden. Sie haben ihre Aufgabe einfach erfüllt. Und alles was danach als (nicht mehr zeitgemäßes) Überbleibsel der vergangenen gefallenen Zivilisation angesehen wird, wird zwangsweise mit Argwohn betrachtet werden. Zu denken, dass nach einem „halben Weltuntergang“ die römisch-katholische Kirche fromm wieder in ihre Steinbauten zurückkehren und mehrdeutige Bibelstellen zitieren wird – ist meiner Meinung nach einfach utopisch auch zu ansatzweise anzunehmen – ebenso wenig, wie neu gewählte Politiker in den Bundestag zurückkehren werden.

Ich will hier im Übrigen nicht den christlichen Glauben an sich verneinen (ich habe hohen Respekt vor jedem Glauben, sofern er gesitteten Austausch ermöglicht). Nur die Institution dahinter, eine welche zur (dann) vergangenen Weltsicht gehören wird, kann keinen Bestand haben.

Aber vielleicht eine Art reformierter Glaube, eine neue Ethik, die das Beste aus den Lehren der Vergangenheit (und damit auch der Bibel) zieht und als eine Art „loser Glaube/Ethik“ das Glaubenssystem der Alten Welt ablöst. Höchstwahrscheinlich in Zusammenspiel mit einer Rückkehr zur Naturreligion (wie des japanischen Shintoismus oder der keltischen/skandinavischen Glaubensformen, zwei, welche sich übrigens sehr ähneln).

Das 2. Resultat wäre erst ein Zusammenschluss von Orten oder Regionen, die von Zusammenbruch und Naturkatastrophen geschont wurden, und später von mehreren Kleinstaaten. Höchstwahrscheinlich wird sich eine Art loser Mitteleuropäischer Staatenbund bilden, mit Deutsch als der Hauptsprache und diversen Nebensprachen. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass Englisch als Universalsprache erhalten bleiben wird, evtl. mit Russisch an 2. Stelle v.a. im Osten.

Das sauge ich mir übrigens nicht aus den Fingern, man muss nur folgendes Bedenken:
Die Kultur bzw. die Nation eines Volkes werden in erster Linie durch eines bestimmt – die Sprache.
Deutsch wird in von ca. 95 Mio. Menschen in Mitteleuropa gesprochen und zusätzlich von ca. 10-15 Mio. in Osteuropa zumindest verstanden. Etwa 50 % aller weißen US-Amerikaner haben deutsche Wurzeln (danach irische und dann erst englische). Deutsch ist die zweitwichtigste Sprache im Wissenschaftlichen Gebrauch. Die Deutschen zählen zu den geachtetsten und beliebtesten Völkern überhaupt (der Deutsche Pass gilt als der beste der Welt).

Ein solch erfolgreiches und geachtetes Volk, welches über alle Zeitalter hinweg die Welt geformt hat wird auch so schnell nicht verschwinden. Nur die BRD und im Übrigen auch alle anderen Staatengebilde werden sich auflösen und neu formen.

Und mit unserer Lage als Zentrum Europas, als Schmelztiegel und Handelspartner zwischen West und Ost, waren wir schon immer im Fokus sowohl von Problemen als auch Errungenschaften. Hier haben Römer, Germanen und Kelten Krieg geführt, ihre Spuren hinterlassen und auf unsere Kultur eingewirkt. Westeuropa und die USA, Nordeuropa, der Mittelmeerraum und Osteuropa treffen hier zusammen. Europa im Allgemeinen und Deutschland/Mitteleuropa im Speziellen sind bekannt dafür, die Impressionen anderer Völker aufzunehmen und in eine sehr individuelle Ausdrucksweise umzuformen (griechische, römische und indische Charakteristika in keltischer Kunst sind nachweisbar, ebenso Übergänge zwischen Skandinaviern und Kelten usw…).

Das alles wollte ich nur schreiben, um meinen Gefühlen etwas Luft zu verschaffen. Und diese ganze Angelegenheit, die Weltenwende, wird letztlich doch auch ein zutiefst emotionales Ereignis sein und die ganze Welt mit jedem Lebewesen umkrempeln. Wenn einige von uns das überleben (wenn wir es überhaupt noch miterleben), werden wir dann unsere Diskussionen und Erfahrungen aus diesem Forum nicht auch irgendwie mitnehmen und versuchen weiterzutragen, über all die Themen die wir hier behandelt haben? Schließlich kann man auch dieses Forum als deutsches Kulturgut betrachten, da wir hier doch sehr revolutionäre Ideen diskutieren, welche in die Zukunft nachhallen könnten. Wer weiß das schon.

In dem Sinne:
Lasst uns stolz sein auf unser Volk, den langen Weg den wir gegangen sind und auf all die Stolpersteine die uns lernen und wachsen lassen – ebenso wie alle anderen Länder respektieren, jedes von ihnen mit anderen Aspekten menschlicher Kultur – und mit Vertrauen in die Zukunft blicken.

Zum Schluss ein Zitat von Schiller:

Deutsche Größe

Das ist nicht des Deutschen Größe
Obzusiegen mit dem Schwert,
In das Geisterreich zu dringen
Männlich mit dem Wahn zu ringen
Das ist seines Eifers wert.

Schwere Ketten drückten alle
Völker auf dem Erdenballe
Als der Deutsche sie zerbrach,
Fehde bot dem Vatikane,
Krieg ankündigte dem Wahne,
Der die ganze Welt bestach.

Höhern Sieg hat der errungen,
Der der Wahrheit Blitz geschwungen,
Der die Geister selbst befreit.
Freiheit der Vernunft erfechten
Heißt für alle Völker rechten,
Gilt für alle ewge Zeit.

Freundliche Grüße an alle,

Aeneas


Gesamter Strang: