Moin Leute
In den beiden vorherigen Teilen ging es ja um eine Menge an Grundausrüstung. Die will ja erst mal beschafft werden und so manches muss man davon selber Herstellen oder zumindest ändern. In diesem Teil geht es nur um zwei Teile, die aber enorm vielseitig sind. Bei den beiden Teilen handelt es sich um die BW-Zeltplane und den BW-Poncho. Für beide Teile empfiehlt es sich, diese für den leichteren Transport in kleine Packsäcke zu verpacken. Selbige gibt es sogar ziemlich passgenau, aber dafür leider auch ziemlich "farbig". Da muss man sich entscheiden, ob man die bunten Dinger nimmt, oder ob man sich selber was näht.
Die BW-Zeltplane:
(Eine pro Person)
Natürlich das alte original in "Nato-Oliv", von Nachgemachten ist abzusehen. Bekommen kann man die in BW-Shops oder bei eBay. Bei eBay sind wie meist preisgünstiger. Egal, wo man sie bekommt, selten sind sie in einem Toppzustand und Waschen sollte man sie auch. Waschen deshalb, weil sie entweder nicht sauber sind, oder mit irgendeinem Mottenkram behandelt wurden. Also erst mal bei 60°C in die Waschmaschine. Nach dem Trocknen empfiehlt sich bügeln, denn dann lassen sich Reparaturen und Änderungen einfacher durchführen. Als Material für die eventuell nötigen Flicken, kann man gut die dazugehörige Packtasche nehmen. Die braucht man eh nie wieder. Sind alle nicht vorgesehenen Löcher geflickt, kann man gleich die beiden Schlitze zunähen (vorher die darin befindlichen Knöpfe entfernen). Selbige sind dafür gedacht, das man die Arme durchstecken kann, wenn man die Zeltplane als Poncho verwendet. Die Benutzung als Poncho ist meiner Erfahrung nach nicht das Gelbe vom Ei. Also weg damit! Ist man damit fertig, werden alle Knöpfe und Ösen überprüft und gegebenen Falls ausgetauscht. Da man Heringe nicht direkt durch die Ösen schlagen sollte, sollte man gleich durch jede Öse eine Schnur ziehen. Meist sind zwar "werksmäßig" schon welche drin, aber die sind Müll. Als Schnur empfiehlt es sich, die Gleiche zu nehmen wie für die Abspannleinen. Also stabile 3 mm Schnur. So etwa 30 bis 40 cm lang, durchziehen, die Enden zusammenknoten, fertig. Dazu noch die beiden Abspannleinen (etwa 2 m lang) plus die Leinenspanner, fertig. Mitgeliefert werden meist auch Heringe und Zeltstangen. Die kann man mitschleppen, muss man aber nicht. Wozu auch, kann man bei Gebrauch schnell anfertigen. Die Zeltplane auf kleinstmögliches Maß zusammenfalten und -rollen, die Abspannleinen nicht vergessen, ab in den Packsack und mittels "Rödelriemen" auf die kleine Kampftasche schnallen.
Funktion der BW-Zeltplane:
In erster Linie natürlich als Zelt. Kann man machen, dafür müsste man allerdings eine zweite Person mit Plane haben. Ist die vorhanden, kann man es so machen wie vom Erfinder vorgesehen. Klappt aber nur einigermaßen, wenn einer Pennt und einer Wache schiebt. Wirklich zu zweit drin pennen ... na ja.
Weit aus besser geht es (und das sogar alleine), wenn man die Zeltplane nur als "halbes Zelt" aufstellt. Etwas flacher, als wenn man es mit zwei Planen machen würde. Unter diesem Schrägdach kann man ziemlich gut pennen und hat zudem noch weit ais bessere Sicht und Gehör. Brennt ein kleines Feuer davor, dient das Schrägdach zudem noch als Wärmereflektor. Bei zwei Personen macht man es genau so, wobei sich dann an einer Seite die Enden der Planen überlappen (v-förmige Aufstellung). Bei 3 Personen mit Plane als Dreieck, wo sich zwei Planen am Ende überlappen und eine Spitze vom Dreieck ans Eingang dient. Und so weiter. Pfadfinder haben sich da ziemlich tolle Konstruktionen ausgedacht, wenn es mehr als 4 Personen sind. Die größte Konstruktion kann man schon gut als Zeltburg bezeichnen. sie besteht aus 47 Zeltplanen und bietet Platz für 72 Leute mit Gepäck. Die Zeichnung, für die einzelnen "Bauten" kann ich hier leider nicht wegen Urheberecht rein stellen, aber auf Anfrage per PN gerne zuschicken. Gut, HSP-mäßig sind solche "Monster" kaum zu gebrauchen. Aber es kann ja nie schaden, wenn man trotzdem weis wie es geht.
Weitere Funktionen der Zeltplane sind:
kleines Trapp (mehrere zusammengeknöpft auch größeres Trapp)
Sichtschutz (ähnlich wie Schrägdach, nur steiler aufgestellt)
Tragbahre (in Verbindung mit zwei Stangen)
Zudecke (egal, ob mit oder ohne Schlafsack)
Kopfkissen (im Packsack)
Sitzunterlage
Unterlegplane
Abdeckplane
Ersatztragesack / -paket (ausbreiten, Tragegut drauf, zusammenfalten und eventuell verschnüren)
Wurfgewicht (im Packsack, um z.B. eine Leine über einen schmaleren Fluss zu werfen)
Ersatzfloß (ausbreiten, Heu, Stroh oder ähnliches drauf, zusammenfalten und gut verschnüren. reicht zwar nicht für eine Person, aber für die Ausrüstung. Bleibt etwa 10 bis 15 Min. schwimmfähig, je nach Gewicht)
Der BW-Poncho:
Auch hier natürlich das alte Original, schwer und gummiartig. Ebenfalls über BW-Shop oder eBay zu beziehen. Nach erhalt unter der Dusche mit Seife reinigen, gut abspülen und trocknen lassen. Nach dem Trocknen überprüfen ob was repariert werden muss und ausführen. Anschließend in die vorhanden Ösen, wie bei der Zeltplane (nur etwas kleiner), Schnurschlaufen einziehen. Zusammenfalten und -rollen, in den Packsack stecken, fertig. Wird dann wie die Zeltplane auf die kleine Kampftasche geschnallt.
Funktionen des BW-Ponchos:
ABC-Schutz (Keine Ahnung, ob es funktioniert. War aber zu meiner Zeit von der BW so behauptet worden.)
Regenschutz / Wetterschutz / Bekleidung / Tarnung
kleines Trapp (siehe Zeltplane)
Schrägdach (siehe Zeltplane)
Sichtschutz (siehe Zeltplane)
Sichtschutz gegen Wärmebild (selber noch nicht getestet, soll aber teilweise leidlich funktionieren)
Zudecke (siehe Zeltplane)
Kopfkissen (siehe Zeltplane)
Sitzunterlage (siehe Zeltplane)
Unterlegplane (siehe Zeltplane)
Abdeckplane (siehe Zeltplane)
Ersatztragesack / -paket (siehe Zeltplane)
Wassersack
Fischfalle
Wurfgewicht (siehe Zeltplane)
Ersatzfloß (siehe Zeltplane, schwimmt aber länger)
Trinkwassergewinnung (Durch Verdunstung. Loch in den Boden, Becher oder ähnliches rein, Poncho drüber ausbreiten und an den Rändern befestigen, kleinen Stein in die Mitte über dem Becher auf dem Poncho legen und warten. Durch die Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit schlägt sich selbige an der Unterseite des Ponchos nieder und läuft durch die Trichterform in die Mitte und tropft in den Becher.)
Kochtopf (Schüsselförmige Mulde in den Boden, Poncho drin ausbreiten, eine oder besser zwei Schichten saubere Flusskiesel rein, alles was gekocht werden soll rein, Wasser rein und in einem Feuer erhitzte , saubere und trockene (müssen aber wirklich trocken sein, sonst knallt es) Steine rein bis es kocht.)
Es empfiehlt sich beim Nächtigen, den Poncho grundsätzlich unterzulegen (auch unter Isomatte und Schlafsack). Das verhindert, das Bodennässe / -kälte Durchschlägt. Baut man sich jedoch ein "Wildbett", so legt man die Zeltplane unter (auf die Zweige). Die hält das besser aus, wenn Zweigspitzen nach oben stehen sollten.
Wenn man später einen Rucksack hat, befestigt man Zeltplane und Poncho besser am Rucksack.
MfG
Wizard
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Anführer = Erster unter Gleichen, jemand der den Anderen als Vorbild DIENT, den Anderen also voran geht und nicht jemand der die Anderen voran peitscht.