Moin Selly,
im Laufe meines Berufslebens als Architekt habe ich viele alte Häuser,
Gerichte, Polizeireviere, Finanzämter etc. saniert (neben vielen anderen
Dingen).
Zur Lebenszeit des guten Irlmaier gab es Bautechniken, die man heute als
Stand der Technik bezeichnen würde.
Stand der damaligen Technik war es sogenanntes Bitumenpapier, gemeint sind
nicht Bitumendichtungsbahnen, sondern dünnes Papier, etwa so wie ein
Schreibblatt, welches mit einer geringen Menge Bitumen getränkt war, als
Rieselschutz bzw Staubschutz zu verwenden. Die mit Spreu
ausgestopften Decken zwischen den Geschossen z.B. bekamen an der
Unterseite eine Schicht aus bituminiertem Papier damit die Krümel nicht
andauernd in den Raum fielen.
Heute wird in der Regel PE-Folie genommen für diese Anwendung.
Unterstellt Herr Irlmaier hat in der Tat Staub gesehen, ätzenden,
gesundheitsschädigenen Staub in einer sehr kleinen Fraktion und dann auch
noch scharfkantig, dann liegt es nahe, dass er als Gegenmaßnahme den
damals üblichen Stand der Technik berücksichtigend eben diesen
Staubschutz/Rieselschutz ansieht. Hättest du 1950 einen
Architekten gefragt, hätte er es dir auch so empfohlen.
Dieses Papier gibt es im Übrigen noch zu kaufen wenn auch auf großen
Rollen.
In dem Moment, wo z.B. durch einen Krieg in "Erdölland" der Nachschub an
Erdöl versiegt, können wir sicher kaum noch die aus Erdöl hergestellten
Produkte wie PE-Folie bekommen. Und dann wird als Staubschutz...na, was
wohl, das gute alte Bitumenpapier (mit wenig Erdöl) wieder richtig Mode.
Der Vorgang dauert im Zweifel 2 oder 3 Monate und wir stellen uns um auf
Produkte mit wenig oder keinem Erdöl.
Hinzu kommt, dass PE-Folien gleichzeitig die (erwünschte) Diffusion gleich
mit unterbinden. Bituminiertes Papier ist diffusionsoffen, d.h es findet
noch ein bedingter Luftaustausch statt im Ggs. zu PE-Folie.
Wenn ich als Architekt ein Haus auf die Schnelle staubdicht bekommen muss,
darin längere bleiben muss und natürlich auch atmen muss, nehme
ich...Bitumenpapier.
Definitiv: Wenn die Szenarien á la Irlmaier eintreten sollten,
(Hochgestellte, Russeneinmarsch etc.) werde ich die große Rolle
Bitumenpapier ganz sicher aus dem Lager holen und die Fenster und alle
sonstigen vorhandenen Fugen damit sichern. Nicht an die Glasscheibe
dranbeppen, das ist Unsinn, sondern über Fugen im
Fenster/Mauerwerkanschlußbereich, bei den Türen und sonstigen Öffnungen,
z.B. auch bei ungedämmten Dächern unter die Sparren, drüber damit die in
jedem Haus vorhandene gewollte oder ungewollte Zwangslüftung nicht den
sehr feinen schädlichen Staub in meine Hütte trägt. Den wirbel ich dann
nämlich bei jeder Bewegung auf und atme ihn zwar schwächer konzentriert
aber doch kontinuierlich ein.
Ich "glaube" ganz und gar nicht, ich bin richtig gehend ungläubig. Was der
gute Alois da aber schnackt, ist eine bautechnisch einwandfreie Lösung, die
zur Verringerung der potenziellen Letalitätsrate meines Clans beiträgt.
Fazit: Alles andere, aber ganz sicher keine Spinnerei eines senilen
Sehers. Meines Ermessens ist das Gesagte 1 zu 1 wörtlich zu nehmen.
Gruß des
Bären