Re: Standpauke (Schauungen & Prophezeiungen)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 26.05.2009, 00:14 (vor 6092 Tagen) @ Leo DeGard (2695 Aufrufe)

Hallo LDG!

Hallo Mario,
eine "Standpauke" über die sowjetische "Langweiler-Langzeitstrategie" willst Du ja nicht?!
Wenn Du Dir die Frage stellst, warum der Kreml Westeuropa noch überfallen sollte, wenn doch durch die Prophezeiungen schon allgemein bekannt wäre, dass dieses Unterfangen scheitern wird... dann ist die Antwort darauf ganz einfach: Entweder man kennt die Prophezeiungen dort nicht, weil man sich schlicht nicht für das Opium der Religion und alles was damit zusammenhängt interessiert, oder man hat zwar schon mal davon gehört, gibt aber nichts darauf.
Versuch doch mal einen x-beliebigen deutschen Bundestagsabgeordneten davon zu überzeugen, dass a.) uns eine sowjetische Invasion droht und b.) man hinsichtlich Landesverteidigung und Zivilschutz entsprechende Vorbereitungen treffen sollte. Ich mache mit Dir jede Wette, dass Du keinen einzigen finden wirst, der dazu bereit wäre, seine Politik auf irgendwelche alten Prophezeiungen auszurichten! Nicht einen einzigen! Genausowenig orientiert sich der Kreml bei seiner Strategie an den Prophezeiungen eines bayerischen Brunnenbauers.
Der Kreml verfolgt seine Strategie, zu denen eindeutig auch die Entfachung der bürgerkriegsähnlichen Zustände gehört, die nun aktuell werden, sehr erfolgreich immer weiter aber diese Strategie wird spätestens durch den Impakt letztlich scheitern, nämlich weil "die Natur eingreift" wie es in den Feldpostbriefen heisst:

Man muß sich aber auch eingestehen, daß die Langzeitstrategie erfolgreich
versteckt wird.
Falls wir hier mit unseren Thesen der Zukunft uns an die Öffentlichkeit
wagen würden, wäre innerhalb kurzer Zeit die weiße Minna da.
Etwa so wie die evangelikalen Prediger, die bei uns manchmal in
der Innenstadt ihre Überzeugung zum Besten geben: ein paar Jugendliche
bleiben ein paar Minuten stehen - zur Belustigung.
Wer hat denn z.B. schon das Buch "Weltoktober" gelesen, außer ein paar
Leuten hier im Forum?
Da steht z.B. drin, daß der moderne "Terrorismus" 1964 im Kreml
geplant bzw. begonnen wurde (in Kuba, meine ich) und daß auch
viele Volksaufstände, Unruhen und Bürgerkriege
von den Sowjets initiiert wurden.

Und dann kommen aktuell lange und breite Berichte im Radio, daß
Benno Ohnesorg 1967 von einem Stasi-Mitarbeiter, d.h. Ost-Agent
getötet wurde.
Dieser Mord wurde der Auslöser für ein Jahrzehnt "Protest" gegen
das "Establishment" etc.
Als Reaktion auf die Meldung wurden durch die Bank nur Linke
von den Reportern interviewt (Ströbele, Vollmer):
'Selbst wenn der Mann ein IM-Mitarbeiter
war, dann hat er niemals in voller Absicht Benno Ohnesorg getötet!'
'Außerdem hätten wir uns niemals von den Sowjets instrumentalisieren
lassen, bei uns standen ganz andere Themen auf der Agenda!'

Das Problem liegt glaub ich vor allem darin, daß die meisten Leute,
so ab 50 Jahren und jünger gar nichts anderes mehr kennen, als den
Post-68er-Zustand.
Vergleichbar mit einer Art orwellschen Gehirnwäsche.
Mein Vater, der noch den 2.Wk miterlebt hat, hält mir manchmal noch
eine 'Standpauke' über die gegenwärtige Zeit:
Wir könnten uns gar nicht vorstellen, wie man damals
aufgewachsen war, wie es im Krieg war, und was
auf uns Junge zukommen wird in einem künftigen Weltgeschehen.

Mfg,
Eyspfeil


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