Re Bär (Freie Themen)

rauhnacht, Mittwoch, 04.03.2015, 20:12 (vor 3982 Tagen) @ Bär (1752 Aufrufe)

Hallo Bär,

was hast du denn für einen Beruf??? Grundschullehrerin in Berlin Kreuzberg? Essensausgabe im Asylbewerberheim? Hartz IV Sachbearbeiterin im Jobcenter? Schließerin im Strafvollzug?

Alltag meistern mit geistig Behinderten, auch mit Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen.

Ja, Frauen, ganz besonders Frauen sollten sich meines Ermessens Wege suchen sich in der auf uns zu kommenden Zeit im Zweifel auch selbst helfen zu können. WT ist ja dem Vernehmen nach auch von einer Nonne entwickelt worden.

Wenn ich mit WTlern trainiert habe kam das richtig gut rüber. Die gute Wing Tsun bzw. ihre Lehrerin hatte sich sehr viel dabei gedacht wie sie eine kleine Frau wehrhaft bekommt. In der Praxis lag es wohl an den Männern mit denen ich dann im Sparring war dass es immer zu schnell vorbei war. Vielleicht sollte ein wenig intensiver an dem psychischen Umgang mit der Streßsituation gearbeitet werden, die mit denen ich zu tun hatte waren nicht belastbar.

Wenn man mit Sifu Altmeyer dann mal......kommt man schon sauber in Streß! Ich finde, der kann das richtig gut, den Streßpegel grad so dem Trainierenden anpassen.Ich war nur zweimal auf einer Trainingswoche bei ihm. Beim Training mit Mann (darf auch ausbilden) und anderem Ausbilder geht es mir auch nicht so, dass ich da psychischen Streß empfinde, die kommen einfach anders rüber. Und ich gebe Dir da absolut recht, dass das eine absolut wichtige Komponente ist.

Die Kettenschläge zur Körpermitte als Beispiel halte ich, sofern ein anderer Kämpfer etwas Erfahrung hat, für bestmögliche Selbstgefährdung. Der Schlagende ist insgesamt angespannt während der Schläge und ein einziger energischer Block schubst ihn um 90° um seine Achse. Ich hoffe WTAS geht da etwas bessere Wege.

Altmeyer geht da tatsächlich andere Wege. Ich hoff, ich schreib jetzt nicht Murks, das gäbe Ärger. Bei WTAS ist die Armhaltung anders und erstmal zählt der Eigenschutz. Die Kettenfaustschläge sollten erst dann kommen, wenn der Gegner schon ein wenig mürbe ist. Durch Kreisbewegung wird die gegnerische Kraft aufgenommen und umgeleitet, idealerweise so, dass ich damit aus der Schlaglinie komm und ich den Gegner durch Tritt, kurzen Schlag oder eben den aus seiner Achse bringen, entgehe. Also immer schön weg aus dieser bestmöglichen Selbstgefährdung.

Wie haltet ihr es eigentlich beim Training mit Kontakt? Wird regelmässig das Aufnehmen von Schlägen zB. mit Polster trainiert? Nach langen Jahren mit Karate und Co hat mich das beim ersten Angriff im Vollkontakt erstmal ganz ordentlich beeindruckt wie üppig die Schläge eines trainierten Zweizentnerbullen werden wenn der davon nicht nur einen oder zwei ablässt sondern sich so richtig austobt. Frauen schätzen die Sammlung an blauen Flecken erfahrungsgemäß nicht so sehr die Anfangs erst mal auftreten.

Wir trainieren schon auch mit Polstern. Aber da gehts dann eigentlich eher darum, dass eben ich auch mal so richtig zuschlag oder kick. Wenn ich das Polster bei Schlägen von einem Zweizenterbullen halten sollte, würd ich gleich segeln, weil ich dann ja nichts umleite. Blaue Flecken hab ich schon auch gekriegt, eben dann, wenn ich die Schlagkraft falsch aufnehme, dies obwohl da ohne Polster ja nicht mit voller Kraft agiert wird.

Nach meinen bescheidenen Erfahrunge ist WT tatsächlich eine gute Form der Selbstverteidigung und nicht des Kampfsportes. Es ist besonders für Frauen geeignet. Der Überraschungseffekt wenn Frau nicht anfängt zu weinen sondern dein Nasenbein traktiert ist sogar noch größer als die reine Wirkung der Verteidigung.

Ja, so seh ichs auch. Bei einem, der was kann, hätt ich keine Chance, aber ansonsten. Wenn die Bewegung richtig ist und aus der Hüfte und Kraftumdrehung kommt, entwickelt sich auch bei kleinen, leichten Personen eine ganz erstaunliche Wucht und ich kann Schläge aufnehmen, ohne dass ich aus dem Gleichgewicht komm. Und wie gesagt, ich kann wirklich nur ein winziges bisschen. Als ich mal lang nichts machte und dann musste, war ich sehr überrascht, weil sich der Bewegungsablauf im Hirn wohl gespeichert hatte, wie bei Fahradfahren oder Schwimmen. Das war ein unerwartbarer Angriff von der Seite, von jemandem, der mich hindern wollte, den überkochenden Topf, den ich grad von der Herdplatte zog, anzufassen. War schon gefährlich, bei Gerangel hätt das wegen dem kochenden Wasser schief gehen können. Die Drehung und Schubs kam so schnell und war so stark, dass der jemand zwei Meter flog.

Und wenn du es bis zu deinem Ableben irgendwann niemals brauchst ist es noch besser.


Ha, wusste ich doch schon immer: Kampfemanze

Ja, Danke. Gut, ich gebs zu, Kampfemanze selbst in der Küche ;-)

Grüße von Raunacht


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