Bloß ein Traum - zu Deutschland und Afghanistan (mit Zeitangabe) (Schauungen & Prophezeiungen)

RichardS, Montag, 24.08.2009, 18:54 (vor 6001 Tagen) (2770 Aufrufe)
bearbeitet von RichardS, Montag, 24.08.2009, 19:10

Moin,

mein Text ist lang, und ich kann es niemandem verdenken, der das Lesen abbricht. Ich hielt das Folgende für mich persönlich fest, darüber hinaus auch für das Forum, und ich wollte nicht auswählen, vorentscheiden, was wesentlich ist oder nicht, sondern schrieb alles, woran ich mich erinnere, so akribisch wie möglich frisch aus dem Gedächtnis auf. Dennoch veröfffentliche ich den Text nur mit Skrupeln, denn:

Vielleicht handelt es sich nur um einen Verarbeitungstraum, um etwas, das nur für mich persönlich von Interesse ist. Ich bin mir nicht sicher.
Nur hatte ich meines Wissens noch nie einen Traum von dieser Art. Und hätte auch nicht gedacht, dass ich je einen Traum dieser Art haben würde.
Hinzufügen möchte ich, dass ich als Kind, Jugendlicher, junger Erwachsene beim morgendlichen Aufwachen mich durchaus an Teile meiner Träume erinnern konnte. Später konnte ich mich über sehr viele Jahre hinweg an meine nächtlichen Träume nicht mehr erinnern, so dass ich mich irgendwann sogar zu fragen begann, ob ich überhaupt während des Schlafens noch träume, und ich mir lediglich "theoretisch" sagte, dass natürlich auch ich wie wohl jeder Mensch träume, nur dass ich morgens kein Bewusstsein, nicht die kleinsten Erinnerungsfetzen mehr davon habe.

Erst in den letzten Jahren beginnt die Fähigkeit wieder einzusetzen, mich an manches mariginal nach dem Aufwachen zu erinnern.

Dass es sich beim folgenden Traum nur um die Verarbeitung von Alltäglichem handeln könnte, dafür habe ich zwei Gründe:
Als mir meine Träume früher noch regelmäßiger und deutlicher beim Aufwachen vor Augen standen, handelte es sich sehr oft um solche Träume. Träume, in denen Elemente meines realen Lebens, meine Alltagserfahrungen hineinspielten und teils neu zusammengesetzt oder mit anderem vermischt wurden. Und da ich wohl zu den Typen gehöre, die man gerne (mit welcher Wertung auch immer) als "Intellektuelle" bezeichnet, kam es in meinen Träumen der früheren Jahre manchmal auch vor, dass ich Diskussionen, argumentative, auch konträre Auseinandersetzungen, an denen ich beteiligt war, im Schlaf, während des Träumes, weiterführte, Gedanken und Argumente wiederholte, vertiefte und verlängerte - und ich am Morgen den Eindruck hatte, dass es sich um dieselben inhaltlichen Begründungen, Widerlegungen und Beweise handelte, die ich auch als "Wacher" gedacht hatte oder denken würde. Hatte ich für mich privat ein eigenes Problem, ein theoretisch oder vielleicht auch "literarisch" noch ungelöstes, dann konnte es auch mal passieren, dass ich am Morgen mit dem Eindruck aufwachte, ich hätte im Schlaf / Traum eine wunderbare, glänzende, in sich logische, mich überzeugende und wie eine mathematische Gleichung wirkende Lösung gefunden, zu der ich in meinem Tagesbewusstsein nicht fähig war - und ich bedauerte dann, dass ich mich zwar daran, an das Gelingen, die Perfektion zu erinnern glaubte, aber die Inhalte der Lösung mir mit dem Aufwachen nicht mehr vollständig präsent waren. Jedenfalls hatte ich in diesen Momenten den Eindruck, nicht wirr und konfus geträumt, sondern im produktiven Sinn kreativ und gut geträumt zu haben - will sagen: im Traum manchmal zu gelungeneren Lösungen gekommen zu sein als im Wachzustand.
Aber um das nochmal zu betonen: Solche Träume waren meiner Meinung eben trotzdem nur banale Verarbeitungsträume von Themen, die meinen Geist tags ohnehin beschäftigten.
Was desweiteren dafür spricht, dass der Traum, den ich heute Morgen, den 24.8.09, kurz vor dem Aufwachen hatte, trotz einer gewissen Uterschiedlichkeit in wesentlichen Teilen ebenfalls nur ein Verarbeitungstraum sein könnte, ist die Tatsache, dass ich mich auch im konkreten Fall mit den Themen, die in diesem Traum eine Rolle spielen, teils länger, teils seit kurzem sehr intensiv, d.h. täglich beschäftige: Einerseits das Themenspektrum rund um die Schauungen ganz allgemein (länger), andrerseits die internationale Politik, was den Waffengang des Westens unter Führung der USA speziell in Afghanistan betrifft (kürzer).

Vielleicht ist es ja nur für mich persönlich wichtig: Beim Aufwachen hielt ich den Traum für mehr als nur einen Verarbeitungstraum. (Je mehr Stunden verstreichen und je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer werde ich, vor allem was seine Verffentlichung betrifft.) Ich hatte den Eindruck, ich dürfe ihn nicht vergessen. (Natürlich kann es sein, dass diese unmittelbar beim Aufwachen gefühlte Gewissheit sich daraus speist, dass etwas in mir auf diese Weise mein Ego befriedigte.) Zweitens standen mir einige Sequenzen noch beim Erwachen klar vor Augen, was für mich seit vielen Jahren eben ungewöhnlich ist. Drittens kamen neben Ereignissen und neben der Erwähnung eines Ereignisses auch Zeitangaben vor bzw. ein noch im Traum stattfindendes Berechnen eines Zeitabstandes.

Nun endlich zu den Traumsequenzen, an die ich mich noch erinnere:

Erste Traumsequenz:

Ich bin mit einer Gruppe von Leute unterwegs. Die Gegend ist mir im Traum vielleicht bekannt, real aber nicht. Möglicherweise handelt es sich um die verzerrte bildhafte Wiedergabe einer Gegend, die mir als Kind und Jugendlicher mal vertraut war, weil ich dort (im 5-Seen-Gebiet südlich von München) regelmäßig meine Sommerferien verbrachte. Im Traum bin ich aber ein Erwachsener, unbestimmten Alters, vielleicht so alt wie jetzt. Und dass es sich um die genannte Gegend handeln könnte, ist mehr ein Gefühl. Ich habe keine Angst. Es ist Nacht. Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs. Die Leute aus meiner Gruppe wohl auch, doch so genau weiß ich das nicht, denn die Leute - die ich im Übrigen nicht näher definieren kann, ich weiß nur, dass sie mir irgendwie vertraut sind - sind nicht dicht bei mir, sondern in Teilgrüppchen (insgesamt vielleicht 5 bis 10 Leutchen) etwas weit auseinandergezogen hinter
mir. Nicht dicht, sondern irgendwo hinter mir, nicht in Rufweite. Es ist während dieser Tour, wie gesagt, Nacht, ich bin mit den anderen auf einer ländlichen Straße unterwegs, den Mitgliedern aus meiner Gruppe etwas voraus, und ich begegne anderen Menschen, von denen keine Bedrohung ausgeht. Diese anderen Menschen bewegen sich in eine andere Richtung als meine Gruppe und ich, oder sie stehen einfach nur so auf der Straße herum. Alles scheint friedlich. (Im realen Leben bin ich nachts so gut wie nie mit dem Rad unterwegs und schon gar nicht auf dem Land und "ohne Licht".) Plötzlich gerate ich in Nebel. Ich halte an, warte auf die anderen aus meiner Gruppe hinter mir, und ich denke, dass wir wohl umkehren werden, weil ohne Sicht ein Weiterfahren durch den Nebel nicht oder nur sehr schlecht möglich sein wird. Im Traum habe ich mit dem Gedanken, mit der Gruppe vermutlich nicht weiterfahren zu können, kein Problem, so als hätten wir gar kein Ziel vor uns, obwohl wir uns doch in eine bestimmte Richtung bewegen.
Ich erinnere mich nicht, dass die Leute aus meiner Gruppe aufgeschlossen hätten. Es gibt da im Taum eine Lücke. Im nächsten Bild scheine ich doch weitergefahren zu sein, wieder bin ich allein, habe aber das Gefühl, dass zumindest einige aus meiner Gruppe weiterhin irgendwo hinter mir sind und sich ebenfalls von dem Nebel nicht haben beirren oder abschrecken lassen. Der Nebel liegt hinter mir, die Nacht ist wieder klar (Sterne fallen mir nicht auf). Ich stoße auf eine Kreuzung, genauer: auf eine andere, breitere Straße, die gewöhnlich stärker befahren wird, jetzt aber, nachts, ohne Verkehr ist. An dieser Kreuzung befindet sich eine Gaststätte, innen ist sie hell erleuchtet, sie scheint gut besucht zu sein. (Gefühlsmäßig handelt es sich um eine Zeit, in der für die meisten Kneipen in Deutschland die Sperrstunde bereits längst überschritten ist.)
Aus dieser Gaststätte ereilt mich der Ruf (anders kann ich das nicht ausdrücken), dass mich jemand am Telefon sprechen möchte. Im Traum wundert mich das nicht, real betrachtet ist das natürlich verrückt. Ich kenne die Kneipe nicht, und niemand der dort im Inneren Anwesenden kennt mich oder wüsste, dass ich mich nachts und in diesem Moment vor dieser Kneipe befinde. Ich sehe mich nicht in die Kneipe gehen. Ich bleibe draußen, "weiß" aber, dass ich in die Kneipe hineingehe und mir am Telefon eine Nachricht abhole. Die Person, die mich informiert, ist mir im Traum vertraut, auch wenn sie gesichtslos bleibt und real in meinem Leben nicht existiert. Die Nachricht lautet: Osama Bin Laden ist tot.
Die Nachricht mutet sich nicht wie eine Insider-Information an. Es scheint sich mir um eine offizielle Nachricht zu handeln, wie sie über die Medien verbreitet wird, so jedenfalls mein Gefühl (oder meine nachträgliche Interpretation?). Die mir im Traum vertraute Person informiert mich auf diesem ungewöhnlichen Weg persönlich, da ich ja draußen unterwegs und nicht zu Hause bin und an irgendwelchen Empfangsgeräten sitze, also nur auf diese Weise informiert werden kann. Dass die Nachricht zumindest in diesem Traum wichtig zu sein scheint, ergibt sich aus dem geschilderten Zusammenhang.

Zweite Traumsequenz:

Sie schließt sich in meiner Erinnerung unmittelbar an die erste Traumsequenz an. Ob ich dazwischen etwas anderes träumte oder der Übergang wirklich so abrupt war, weiß ich nicht.
Ich stehe auf einem sehr langen Flur in einem nicht definierbaren Gebäudekomplex. Auch andere Personen stehen auf dem Flur herum, wie ich einfach so, ohne ersichtlichen Grund. Es ist Tag, allerdings ist der Flur künstlich beleuchtet, und mir scheint, als wäre es ohne diese künstliche Beleuchtung auf diesem Flur düster. Dass es Tag ist, ist mehr ein Gefühl.
Eine weitere Person betritt den Flur, nähert sich, bleibt dann aber vor einer Tür stehen, an die sie klopft oder die Klingel betätigt. Jetzt weiß ich, dass diese Tür zu einer Wohnung gehört, die die meine ist, und ich erkenne in der Person vor meiner Wohnungstür einen Handwerker. Dass er ein Handwerker ist, erkenne ich an seiner Arbeitskleidung, außerdem ragt ein Zollstock aus seiner Hosentasche. Ich habe den Eindruck, dass der Handwerker mir im Traum bekannt ist, als hätte er davor irgendeine Arbeit für mich in der Wohnung erledigt.
Ein kleiner Einschub, vielleicht unwichtig: Ich versuche in meinem realen Leben mit Handwerkern immer eine gute Beziehung aufzubauen, was mir, wenn der Handwerker bereit ist, meistens auch gelingt. Aber ich bin nicht der Typ, der mit Handwerkern so leicht auf Du und Du steht, ich habe vor (guten) Handwerkern Respekt und sie machen mich gleichzeitig leicht nervös, weil sie auf einer Ebene etwas können, was ich nicht kann, wovon ich aber abhängig bin. Ihre Gegenwart und mein Angewiesensein auf sie führt mir vor Augen, wie wenig bis nichts mir in bestimmten wesentlichen Lebenssituationen meine Fähigkeiten nützen.
Im Traum gehe ich auf den Handwerker zu und gebe mich zu erkennen. Es zeigt sich, dass sich der Handwerker aus einem einzigen Grund auf den Weg zu mir machte: Er will mir mitteilen: Osama Bin Laden ist tot.
Ich nehme diese Nachricht als eine neue, mir unbekannte auf. Es dauert einige Sekundenbruchteile, bis mir auffällt bzw. einfällt, dass mir der Inhalt dieser Nachricht doch bereits in der Nacht mitgeteilt worden war (siehe erste Traumsequenz). In diesem Moment weiß ich, dass dies in der soeben vergangenen Nacht passierte, also nur wenige Stunden zwischen der ersten und zweiten Benachrichtigung liegen. Ich bin in meinem Traum irritiert, überrascht und unangenehm davon berührt, dass ich die Nachricht, Osama Bin Laden sei tot, offenkundig hatte vergessen können - trotz der Bedeutung, die in der ersten Sequenz meines Traums dieser Nachricht ganz offensichtlich zugekommen war.
Ich gehe mit dem Handwerker nicht in meine Wohnung, sondern über den Flur in eine Art Aufenthaltsraum, und ich entscheide mich - warum auch immer - dem Handwerker davon zu erzählen, dass ich schon in der Nacht davon gehört hatte, was er mir jetzt berichtet, ich dies aber merkwürdigerweise vergessen hatte. Es ist mir eigentlich peinlich und es gibt keine Notwendigkeit zu einem solchen Eingeständnis, aber ich tu's. Weniger zu dem Handwerker und mehr zu den Anwesenden im Aufenthaltsraum, die mein Gespräch mit dem Handwerker mithören und dessen Nachricht damit natürlich auch erfahren, werfe ich dann die Bemerkung hin, ab jetzt sei Osama Bin Laden jedenfalls "offiziell" tot. Wie ich mich in meinem realen Leben kenne, unterhöhle ich in meinem Traum damit die eventuelle Naivität bei einigen der anwesenden Zuhörer, aus der offiziellen Bekanntgabe der Todesnachricht zu schließen, Osama Bin Laden sei gerade frisch verstorben, nur weil die Nachricht frisch sei. Ich will den Gedanken säen, dass der Verstorbene möglicherweise schon lange tot ist, nur dass diese Todesnachricht jetzt nicht mehr zurückgehalten werden konnte oder dass sie jetzt einfach strategisch nützlich ist, oder dass sie ohnehin nur eine Lüge ist. Aber es war nur eine Bemerkung von mir, ohne dass ich etwas darüber wusste, ob und wenn ja, wann dieser Mann verstorben war, und gleichzeitig stand mit meiner so hingeworfenen Bemerkung für mich im Traum die unterschwellige Frage im Raum, was diese Todesnachricht bedeute - ob mit ihr nicht der offizielle Rechtfertigungsgrund des westlichen militärischen Vorgehens in Afghanistan wegfalle.
Ich vermute, dass ich hier nicht zuviel nachträglich in meinen Traum hineininterpretiere, weil ich mir anders das Folgende in meinem Traum nämlich nicht erklären könnte. Unmittelbar auf meine Bemerkung, dass Osama Bin Laden jetzt jedenfalls "offiziell" tot sei, erklang eine Stimme wie aus dem Off (ungefähr aus der Richtung des Handwerkers, aber etwa ein bis zwei Kopfhöhen über diesem), und sie zwar ruhig und klar und deutlich zu vernehmen. Sie sagte nur einen Satz, und dieser Satz war wie eine Antwort sowohl auf meine Bemerkung als auch auf meine unausgesprochene, aber mitschwingende Überlegung zu irgendwelchen praktischen Konsequenzen der Todesnachricht, und ich kann mich an folgende Worte in diesem einen Satz erinnern:
"... schon klar, dass Deutschland mindestens zwölf Jahre in Afghanistan sein wird."
Die zentrale Betonung in dem Satz aus dem Off lag auf der Zahl "zwölf" und dem Wort "mindestens" - und die Zahl sah ich gleichzeitig, wie zu ihrer Verstärkung, im Raum.
Im Traum "wusste" ich, dass Deutschland seit 2001 militärisch in Afghanistan aktiv ist, und im Traum begann ich sofort zu rechnen, addierte 2001 + "mindestens" 12 und kam auf "mindestens" 2013. Ich "wusste" im Traum außerdem, dass das Jahr 2013 in der Zukunft lag, der Tod eines Osama Bin Ladens (der vielleicht als Symbol für den Wegfall der bisherigen offiziellen Begründung - oder deren Glaubwüdigkeit in der Öffentlichkeit - auch für das deutsche militärische Vorgehen vor Ort gedeutet werden kann...) nicht einfach mit dem Rückzug der deutschen Truppen aus Afghanistan gleichgesetzt werden kann. Dass die deutsche Anwesenheit "mindestens" zwölf Jahre dauern würde, verstand ich im Traum so, dass ich mich nicht täuschen solle, dass dies vor "mindestens" zwölf Jahren geschehe, andrerseits es aber nicht nach exakt zwölf Jahren vorbei sein müsse. Einen größeren, erheblichen größeren zeitlichen Abstand zwischen den zwölf Jahren bzw. dem von mir im Traum errechneten Jahr 2013 und dem tatsächlichen Rückzug entnahm ich dieser Off-Nachricht in meinem Traum allerdings nicht (und dass dieser Rückzug "ehrenvoll" sei, dafür gab es in meinem Traum überhaupt kein Indiz). Im Traum erschien es mir eher so: naja, es muss nicht exakt in 2013 sein, aber dicht daran, vielleicht auch in 2014, kaum später.
Ich rechnete dann im Traum noch mit anderen Zahlen, deren Auftauchen ich mir schon beim Aufwachen nicht mehr erklären konnte, sie wirkten auf mich wirr, und ich vermute, dass ich darüber auch aufwachte. Mein erster Gedanke beim Aufwachen war: 1. Die Zahlen sind wichtig, merk Dir die, vergiss nichts, sei nicht faul und schreib Dir alles auf, und 2. dass alles, was mit den Katastrophen im Jahr X verbunden wird, (erst) dann, nach 2001 + "mindestens" 12, beginnt, nicht viel später, aber danach.

Gruß
Richard


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