Danke, Taurec, für Deine Texte!
Ein Beleg, der für mich persönlich wichtig ist (jeder hat wohl sein eigenes Koordinaten- und Bewertungssystem!), war leider nicht dabei, obwohl er erst jüngst (Jahreswende 2009/2010) hier auf dem Forum von Leo DeGard mehrfach in Erinnerung gebracht wurde. Die zentrale Aussage lautet (Fettdruck von mir):
"Wer beim München-Treffen 2001 dabei war, hat vom Waldviertler höchstpersönlich gehört, dass er noch vor dem Dritten Weltkrieg Kämpfe in Galizien prophezeit."
Galizien ist, laut Wikipedia, eine Landschaft im Westen der Ukraine (Ostgalizien) und im Süden Polens (Westgalizien).
Ein gängiger Topos ist ferner, dass "vor dem Krieg" mehrere Hochgestellte ermordet werden sollen. Da niemand hier auf dem Forum wohl weiß, welcher Zeitraum und welche Personen damit gemeint sind, ist (meines Erachtens aus vorsichtiger Vernunft heraus) generelle Aufmerksamkeit geboten, wenn Politiker ums Leben kommen. Insbesondere wenn es sich dabei um ungewöhnliche Umstände handelt.
In Interpretation der von Dir zitierten Belege schreibst Du (Fettdruck von mir):
"Über Polen wissen wir, daß es beim Einmarsch schlicht überrannt wird."
"Offenbar kommen die Polen zusammen mit den Deutschen und Franzosen vor dem Krieg auch auf die Idee, mobil zu machen."
Ich finde beide Aussagen nicht so ganz kompatibel, wenigstens nicht, wenn das "Überrennen" so aufgefasst würde:
Die Leute sitzten ahnungslos beim Kartenspiel in der Kneipe, und da schaut plötzlich der Russe zum Fenster herein.
Die Menschen tanzen um den Maibaum, und plötzlich werden sie von russischen Panzern überrollt.
Die Leute kommen sonntags aus der Kirche, und da stehen russische Panzer in den Strassen.
Polen gehört augenblicklich zur NATO. Die Nato überwacht ihre Grenzen sehr sorgfältig. Zwischen der Nato und Russland liegen im übrigen die Ukraine und Weissrussland. Auch ich überwache die Weltgeschichte (mit meinen ganz bescheidenen Mitteln) möglichst sorgfältig - zusätzlich sensibilisiert durch die "Prophezeiungen", die ich dankbar annehme, weil sie mich zu neuen Denkoptionen anregen. Aus dieser Sorgfalt heraus betrachte ich das FAKTUM einer Luftfahrtkatastrophe in Smolensk mit großer Aufmerksamkeit. Ich GLAUBE nicht, dass es sich um ein "normales Flugzeuglück" handelt, und ich BEWERTE es dahingehend, dass es destabilisierend wirken wird. Meine Skepsis mag objektiv unbegründet sein, und meine Einschätzung objektiv falsch. Das wird die Zukunft zeigen.
Im Kern geht es hier um die Frage (und ich hoffe sehr, das ist ein Forumsthema), was genau darunter zu verstehen wäre, wenn "Russland den Westen überfällt." Wie sieht so ein "Überfall" im 21. Jahrhundert wohl aus? Und wie könnte man ihn möglichst frühzeitig erkennen. Was wären seine Voraussetzungen?
Je freundschaftlicher das Verhältnis Polens zu Russland ist, und je stabiler und wachsamer Polen ist, desto unwahrscheinlicher ist ein russischer "Überfall" auf den Westen. Ich wollte nur beiläufig darauf aufmerksam machen, dass meines Erachtens das aktuelle Ereignis die Freundschaft der Polen mit den Russen nicht gerade befördert und die innenpolitische Stimmung in Polen destabilisiert.
Den bisherigen Entgegnungen auf meinen Beitrag darf ich entnehme, dass das Ereignis als bedeutunglos anzusehen ist und es keinesfalls die ohnehin geringe Wahrscheinlichkeit einer Konfrontation zwischen Russland und Europa erhöht. Und dass ich mich also wieder beruhigen kann.
Das ist doch prima. Ich danke sehr!
Gerhard