Hallo!
Irlmaier spricht von der Finsternis und gibt dazu Empfehlungen, wie man sich davor schützen solle:
"Dann bricht ein Hagelschlag aus mit Blitz und Donner und ein Erdbeben schüttelt die Erde. Dann geh nicht hinaus aus dem Haus. Die Lichter brennen nicht, außer Kerzenlicht, der Strom (elektrisch) hört auf. Wer den staub einschnauft, kriegt einen Krampf und stirbt. Mach die Fenster nicht auf, häng sie mit schwarzem Papier zu. Alle offenen Wasser werden giftig und alle offenen Speisen, die nicht in verschlossenen Dosen sind. Auch keine Speisen in Gläsern, die halten es nicht ab."
"Kauft ein paar verlötete Blechdosen mit Reis und Hülsenfrüchten. Brot und Mehl hält sich, Feuchtes verdirbt wie Fleisch, außer in blechernen Konservendosen. Wasser aus der Leitung ist genießbar, nicht aber Milch. Recht viel Hunger werden die Leute so nicht haben, während der Katastrophe und Finsternis. Das Feuer wird brennen, aber macht während der 72 Stunden kein Fenster auf."
"Die Hungersnot wird schrecklich, aber nicht lang. Schauet, daß eure
Fenster und Türen gut schließen, denn man kann seinen besten Freund nicht
einlassen sonst geht der giftige Rauch und Atem herein."
Dabei muß darauf achten, daß er hier keineswegs von eigenen Schauungen spricht - etwa, "ich sehe die Fenster mit schwarzem Papier verhangen" - sondern nur seine eigenen Gedanken dazu zum Besten gibt.
Bekanntlich war Irlmaier mit Adlmaier gut bekannt, der 1949 das Lindelied (zum zweiten Mal) veröffentlichte. Daher ist es wahrscheinlich, daß Irlmaier diesen Vers kannte:
"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß.
Bet daheim, verlasse nicht das Haus,
Auch am Fenster schaue nicht den Graus!"
So hatte Irlmaier die Idee, schwarzes Papier vor die Fenster zu hängen, damit man das Grauen nicht sehen muß.
Tatsächlich geht der Lindeliedvers auf Aussagen wie die von Anna Maria Taigi zurück, wo es heißt:
Wer während dieser Finsternis aus Neugierde das Fenster öffnet und hinausschaut oder aus dem Hause geht, wird auf der Stelle tot hinfallen.
Nämlich geht hier die Gefahr nicht vom Hinausschauen, sondern vom Öffnen der Fenster aus. Das hat auch Sinn, denn draußen geht der "Staubtod" um und Säureregen, der Gewebe verkohlt. Sobald man sich am Fenster aufhält und es öffnet, kommt das Zeug rein und es ist aus.
Darüber hinaus gibt es Aussagen, z. B. von Pater Pio und Marie-Julie Jahenny, man solle die Fenster bedecken, um das Ereignis nicht durch neugierige Blicke zu entweihen, bzw. um nicht den Zorn Gottes zu sehen. Das sind religiöse Deutungen. Physikalisch gesehen besteht keine Gefahr darin, durch ein geschlossenes Fenster zu sehen. Man muß nur darauf achten, daß der Wind nicht ins Haus weht und Staub und Säuretröpfchen hineinträgt, also daß die Fenster heil bleiben (zum Schutze etwas davorstellen kann indes nicht schaden).
Wie wir von Wudy wissen, kann man auch draußen windgeschützt und dick eingepackt (Atem- und Hautschutz) überleben.
So ist es auch nicht nötig, sich luftdicht einzuigeln und Kohlendioxid zu binden. Die Luft selbst ist weder giftig, noch sinkt der Sauerstoffanteil. Man muß sich vor Asche und Säure schützen (sowie vermutlich regional auftretenden radioaktiven Fallout, durch undichte Atomreaktoren, wenngleich es dazu keine Seheraussagen gibt).
Zu rätseln, was Irlmaier mit schwarzem Papier gemeint haben könnte, ist also wenig zielführend.
Gruß
Taurec
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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“