Liebe Forumsleute,
Zwei Prämissen vorweg, erstens, die Wirtschaftskrise von 1929, die im Vergleich zu der heutigen ungleich schärfer war, hat nirgendwo ursächlich zu Bürgerkriegen und Revolutionen geführt, sieht man von Spanien ab, das unter extremen ideologischen Zwiespälten litt und dessen Zentralgewalt von der zentrifugalen Regionen als Unterdrückung empfunden wurde. Es scheint, dass zu einer wirtschaftlichen Krise, genauer gesagt drohenden Staatspleite, eine als sklerotisch und unrecht empfundene Regierung kommen muss, wie 1789 in Frankreich, 1917 im Zarenreich oder 1989 in der DDR.
Zweitens, Hunger und Naturkatastrophen führen nicht zwangsläufig zu Revolutionen. 1789 litt ganz Westeuropa unter schlechten Ernten, Preussen, Österreich und der Rest blieben ausserordentlich stabil. Auch der Ausbruch des Tambora 1815 verursachte eine Hungersnot in Westeuropa, eine Revolution blieb aus. Auch der Kartoffelkäfer liess 1848 unzählige Iren verhungern, zu einer Revolte kam es nicht. Auch in Pakistan jetzt, trotz der grotesken Unfähigkeit der Regierung angesichts der Flut, bleibt eine Revolution aus.
Daher erscheint mir die Vorstellung, eine Verschärfung der jetzigen Krise, die offenbar gerade am Abebben zu sein scheint, würde Südeuropa derart in eine Revolution stürzen, dass, wie von Irlmaier vorausgesagt, der Klerus hingemetzelt würde, erscheint im Moment trotz des obszönen Systems von Berlusconi oder der griechischen Schuldenkrise überzogen. Sicher, den PIIGS geht es schlecht, aber selbst ein Zerbrechen des Euroraumes, eine Inflation, oder was auch immer würde nicht unbedingt zu einem Bürgerkrieg führen.
Die Spur, die Dinge erklärt, sind Irlmaier plus die Offenbarung: (Irlmaier... Die Wolkenkratzer und Gebäude Manhattans fallen nicht um oder in sich zusammen, sondern sie werden meist als ganze, sich nur wenig neigend, vom Explosionsherd weggeschoben...Ich sah mich nach der Meldung im Radio mit den anderen Dorfbewohnern zusammenstehen und das Ereignis kommentieren. Den Reden nach zu schließen, müsste es ein Bravourstück eher psychopathischer Gegner sein. Ich hörte sagen, dass dies ein Racheakt von Terroristen sei. Sicher, was die Amerikaner gemacht hätten, sei nicht schön gewesen. Dass man aber deswegen gleich eine ganze Stadt zerstöre, das gehe entschieden zu weit! So hörte ich die Leute reden.) Dazu die Offenbarung (17.ff Und es werden sie beweinen und sie beklagen die Könige auf Erden, die mit ihr gehurt und Mutwillen getrieben haben, wenn sie sehen werden den Rauch von ihrem Brand; und werden von ferne stehen vor Furcht ihrer Qual und sprechen: Weh, weh, die große Stadt Babylon, die starke Stadt! In einer Stunde ist ihr Gericht gekommen....Und die Kaufleute auf Erden werden weinen und Leid tragen über sie, weil ihre Ware niemand mehr kaufen wird.)
Ich gehe davon aus, dass beides zusammengehört. Auch wenn der Text der Offenbarung eine ältere Textstelle zitiert (Die Zerstörung von Tyrus, Ezechiel) darf man nicht vergessen, dass in der Antike Authentizität durch Wiederholung des Alten ausgedrückt wurde, also dem durchaus eine genuine Vision zugrunde liegen könnte.
Nimmt man beides zusammen, so fällt einem der Satz ins Auge, Und die Kaufleute auf Erden werden weinen und Leid tragen über sie, weil ihre Ware niemand mehr kaufen wird.
Darf man annehmen, dass aus einer jetzt veritablen Grippe der Weltwirtschaft dann ein Exitus würde?
Ja. Vor allem deswegen, weil da, wo viel Öl ist, danach Krieg sein wird.
Dann wird auch das Bild für Europa klarer. Weil die Wirtschaft im dann im Wachkoma liegen wird, weil vermutlich die Amerikaner dann massiv Krieg führen werden, werden dann die Spannungen in Europa angesichts eines wohl als unverständlich grausam empfundenen Krieges steigen. Je nach politischer Couleur mag der geneigte Leser dann Reich gegen Arm, Links gegen Rechts, Christen gegen Muslime für Westeuropa einsetzen, vermutlich wird es keine klaren Fronten geben.
Wie lange dauert eine veritable Revolution? 1789, in Frankreich, sind es Jahre, bis der König guillotiniert wird. 1917 in Russland, dauert es immerhin von Februar bis Oktober, den anschliessenden Bürgerkrieg nicht eingerechnet. Und 1989, wo die DDR das Glück hatte, sich der reichsten Volkswirtschaft Europas anschliessen zu dürfen? Die Unruhe wurde im Mai 1989 zu den Kommunalwahlen manifest, die Mauer fiel im November.
Nun kann man sagen, Twitter und SMS mache Revolutionen schneller, aber wer sagt einem dass es nach dem Ende New Yorks dann Twitter und Mobilfunknetze, geschweige denn Internet noch gibt?
Wenn also, wie Irlmaier es sieht, im Frühjahr (März?>) New York zerstört würde, wäre es eher unwahrscheinlich, dass alles an Revolution und Bürgerkrieg bis August (Ilrmaier sieht die Russen dann einmarschieren) erledigt wäre. Wahrscheinlicher wären mindesten anderthalb Jahre, wenn nicht sogar noch eine längere Zeit. Und wahrscheinlich rücken die Russen auch nicht in einem Satz vor, sondern es wird ein Spiel von Krieg und Frieden sein, von Verhandlungen, Drohungen und was auch immer.
Und wenn in einem warmen Winter die USA Dinge gemacht haben werden, die nicht schön sind, ist es Zeit, sich nochmals vorzubereiten.