Hallo, BB!
Ist denn, von den offenkundigen Seriositätsdefiziten der oben gemachten Behauptungen im Besonderen mal abgesehen, ein neuer Nahost-Krieg im Allgemeinen als Vorzeichen vom Tisch?
Falls nicht, dann wäre das Thema - zumindest im allgemeinen - ja vielleicht doch relevanter als der Sack Reis in China.
Stephan Berndt etwa betrachtet in seinen Büchern einen neuen Nahost-Krieg und eine dazugehörige Friedensbewegung, bei gleichzeitiger Wirtschaftskrise, ja als eines der mehr oder weniger unmittelbaren Vorzeichen vor dem Russeneinmarsch (Nahost im Frühjahr, Russen dann Ende Juli/Anfang August).
Dabei bezieht er sich u.A. auf Irlmaiers "Shalom"/"Flottenverbände im Mittelmeer"-Vers. Der aber soll, nach Erkenntnissen von Teilnehmern hier, aber möglicherweise falsch überliefert sein (Bekh?) und es bestehen Zweifel, dass Irlmaier ihn so gesagt hat, wenn ich mich richtig erinnere. Desweiteren zitiert Berndt einen "unbekannten Verfasser", der wiederum von Bekh übernommen ist. Auch Veronika Lueken setzt einen Nahost-Krieg in Zusammenhang mit dem folgenden russischen Angriff ("Syria has the key").
Lassen sich diese Quellen halten, bzw. gibt es noch weitere Quellen, die einen neuen Nahost-Krieg in Zusammenhang mit dem Russenangriff bringen, oder glauben Sie (natürlich interessiert mich auch die Meinung aller anderen Foristen hier), dass das Thema wegen zweifelhafter Quellenbasis eher gegessen ist?
Ich hoffe, es ist nicht unerwünscht, wenn ich an dieser Stelle ein wenig spekuliere:
Zumindest würde es ja prima zu verschiedenen Szenarien passen, die in amerikanischen christlichen Kreisen diskutiert werden, die sich vor allem auf die Bibel stützen. So wird der in Hezekiel 38 beschriebene Ansturm auf Israel durch Magog "von Norden" im Bund mit islamischen Ländern (Iran? Syrien?) oft spekulativ als russischer Angriff betrachtet (was bedeuten würde, dass Russland zeitgleich zum Einmarsch nach Westeuropa auch nach Süden in Richtung Israel hält, was strategisch ja durchaus Sinn ergeben könnte -- wenn es schon darum geht, die Reste amerikanischer Vormacht zu brechen, dann wäre es absurd, den Nahen Osten mit seinem Ölreichtum auszulassen). Diese Armee von Magog und seinen Verbündeten wird schließlich durch göttlichen Zorn vernichtet (Hesekiel 38,18-23), was einer Beendigung des Krieges durch die Dreitägige Finsternis entsprechen könnte.
Ein anderes interessantes Detail, das möglicherweise die Vernichtung von Damaskus in Syrien durch Israel (atomar?) und einen entsprechenden internationalen Aufschrei schildert, findet sich in Jesaja 17. Offensichtlich sind die anderen Völker über die Zerstörung von Damaskus aufgebracht: "Ha, ein Brausen vieler Völker, wie das Meer brausen sie, und ein Getümmel mächtiger Nationen, wie große Wasser tosen sie!" (Jesaja 17,12).
Das passt insofern, als dass alle seriösen Berichte über einen möglichen israelischen Angriff auf den Iran, die mir zu Augen gekommen sind, es zumindest für wahrscheinlich halten, dass bei einer Ausweitung des Konfliktes sehr bald auch Syrien involviert wäre, da sich auf syrischem Territorium sowohl vom Iran gestützte Hezbollah-Kämpfer befinden, als auch Syrien eine Allianz mit dem Iran hat. Sollte ein israelischer und/oder amerikanischer Angriff auf die iranischen Atomanlagen erfolgen, ist es also durchaus möglich, dass der Krieg bis zu einer Anwendung israelischer Atomwaffen auf Damaskus eskaliert. Den tosenden internationalen Aufschrei, der darauf folgen würde, kann sich jeder vorstellen, insbesondere, wenn Israel der Aggressor ist.
(Hier zum Beispiel sind Berichte über Planspiele verschiedener Think Tanks bzw. Universitäten, die einen Israel-Iran-Krieg durchgespielt haben:
Bericht 1
Bericht 2)
Wäre also folgendes Szenario vorstellbar -- Frühjahr: Israelischer Angriff auf den Iran, großer Nahostkrieg, Zerstörung Damaskus', "Gerede vom Frieden", Russland ergreift mehr oder weniger offen Partei für den Iran, schließlich August: Angriff Russlands sowohl auf West-Europa, als auch gegen Israel?
Auch eine plötzliche (zusätzliche) enorme Verschärfung der Wirtschaftslage in Europa innerhalb weniger Wochen ergibt in diesem Zusammenhang Sinn, denn ein Nahost-Krieg solchen Ausmaßes würde sicher kaum ohne Auswirkungen auf eine ohnehin schon arg schwächelnde Wirschaft bleiben, nicht zuletzt wegen einer zu erwartenden Explosion des Ölpreises.
Ich hoffe, diese Spekulationen sind hier nicht unerwünscht. Sollte das Thema Nahost-Krieg aber, etwa wegen neuerer Quellenrecherche, ohnehin vom Tisch sein, bitte ich um Entschuldigung.
Beste Grüße,
Bernhard