Zeit (Schauungen & Prophezeiungen)

Nullmark, Dienstag, 17.01.2012, 21:58 (vor 5397 Tagen) @ rauhnacht (3582 Aufrufe)

Guten Tag @rauhnacht

Wegen diesem eben genannten Zeitparadox halte ich es für unwahrscheinlich, dass anzunehmen sei, Schauen werden ERST am Gegenwartspunkt wirksam, real, manifest oder wie auch immer. Lediglich die Bestätigung der Schau wird erst am Gegenwartspunkt offenbart. Das Geschaute tritt dann in den für uns gewöhnlichen Zeitkorridor ein und geschieht.
Interessanter Gedanke. Ich komme bei Gelegenheit darauf zurück.

Ich glaube, dass an diesem Gegenwartspunkt die „Schau“ der Zukunft als Phänomen einbrechen kann, wegen des Wesens der Zeit. Diese ist nämlich wohlgemerkt ein Konstrukt von vorrangig dreidimensional angelegten Geschöpfen, funktioniert nichts desto trotz nach Prinzipien, die wir aber noch nicht so recht erfassen können. Vermutungen hierzu lass ich außen vor.
Das ist richtig.
Wir müssen unterscheiden lernen, ob wir bei einer Analyse vom Zeitempfinden ausgehen, oder von der Zeitrichtung oder von noch einer ganz anderen Vorstellung.
Die Unterscheidung ist nicht immer offensichtlich – ist aber wichtig, um sich in den Beziehungen zurechtzufinden.

„Eins, zwei, drei - im Sauseschritt eilt die Zeit - wir eilen mit" oder “ „Schon wieder ein Jahr vorbei“ oder „ Die Zeit vergeht heute überhaupt nicht“ usw.
Der Einfluss von Stress, Drogen oder der tageszeitlichem Rhythmus beeinflusst dieses Zeitempfinden und noch eine ganze Reihe andere Möglichkeiten.

Zeitrichtung wurde bestimmt durch den vom Urknall (damals 1. Gegenwartspunkt) ausgehenden Vektor des expandierenden Raumes. Dieser geht nach „überall hin“. Überallhin ist aber keine kausale Aussage.
Die klassische Mechanik ist bei kausalen Zusammenhängen die Zeit betreffend ziemlich kleinlich, denn sie verlangt die Reversibilität.
Dies wird zunächst durch Einsteins These gestützt, dass „Zeit“ eine „hartnäckige Illusion“ sei und deshalb die Umkehrung möglich und die physikalischen Beziehungen auch bei „negativer“ Zeit gelten. Tatsache ist aber, dass nicht alle physikalischen Beziehungen reversibel sind. Die Gewehrkugel, die per Impuls den Lauf verlassen hat oder der zerschlagene Spiegel lassen sich nicht umkehren.
Wir wissen heute, dass es außerdem chaotische Systeme gibt, die sich jeglichem Zeitbegriff partout nicht unterordnen wollen, wie beispielsweise der Doppelpendelversuch (bitte kugeln) eindrucksvoll zeigt.

Damit wird auch die physikalische Darstellung von Zeit problematisch und
eigentlich weiß niemand, was Zeit physikalisch gesehen bedeutet.
Sie verhält sich wie eine nicht zur 3. Dimension gehörende Größe.
Als 4. Dimension hat sie aber alle fehlenden Eigenheiten. Die Erklärungen vereinfachen sich und werden plausibel.
Auch Phenomäne in der Nähe und jenseits des Urknalls lassen sich dann beschreiben.

Ich finde es sehr schwer, solches auszudrücken. Ich buchstabiere hier rum und merke dann, dass da Worte entstehen, die zu viele Bedeutungen haben. Ich belasse es daher bei diesem bruchstückhaften Versuch.

Das ist normal und ich bitte Dich sehr, weiterzumachen.
Dieses Durcheinander ist nur scheinbar. Anfangs ging es mir ähnlich.
Es genügt schon die Wahrnehmung zu ändern, um das tatsächliche Problem zu erkennen.
Das scheint mir wichtiger, als nach einer Lösung zu suchen.
Die genaue Darstellung des Problems führt fast automatisch zur richtigen Lösung
und die Ordnung stellt sich von selber ein.
Wir sind uns unseres Alltagswissens so sicher, dass wir uns Fremdes, Unerklärliches
sofort brandmarken, weil es uns stört, wenn sich das Newtonsche Axiom plötzlich gegen uns selber richtet.

Sicher, eine Welt, die unseren Alltagserfahrungen völlig widerspricht, stellt unseren Realitätssinn auf eine harte Probe.
Wir glauben, was wir sehen oder zu sehen glauben.
Aber aus Problemen entstehen zugleich auch immer Chancen und wenn sich die Zusammenhänge offenbaren, ist am Ende ist die Wahrheit absolut und einfach.

Weltenwende?
Die meisten Menschen erschrecken davor und versuchen es umgekehrt - mit weglaufen.
Geht aber nicht.

Gruß
Nullmark


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