Die volle atomare Realität ist leider anders (atomare Weltenwendeimplikationen) (Schauungen & Prophezeiungen)

Wayne Schlegel, Mittwoch, 10.10.2012, 14:41 (vor 5131 Tagen) @ Gerhard (2200 Aufrufe)
bearbeitet von Wayne Schlegel, Mittwoch, 10.10.2012, 14:53

Servus miteinand`,

das atomare Faktum ist nicht nur eines unter mehreren mit Bedeutung für Weltenwende-Schauungen und -Analysen, es ist schlechterdings nach meiner Einschätzung das Thema bei katastrophalen Ereignissen jedweder Art in der jetzigen Zivilisation und dem möglichen oder unmöglichen Weiterleben danach. Dabei ist nichtmal der militärische Aspekt der entscheidende, sondern vielmehr der zivile. Dem Thema sollte man sich ganz nüchtern und angstfrei stellen, weil es eben nicht wegzuleugnen ist.

Gerhard schrieb:

Nicht AKWs müssen nachgekühlt werden, sondern deren Brennstäbe. Dazu liegen sie in Abklingbecken, je nach Standard des betreffenden Landes ein bis fünfzehn Jahre. Der kritische Fall sind (Not-) Abschaltungen und ihre Folgen bei zerstörter Infrastruktur in der Umgebung. Die kritische Periode beim Abklingen ist etwa ein Jahr. In Deutschland ist man darauf nicht richtig vorbereitet. Wird man aber noch machen (s.u.). Außerdem traue ich unseren Leuten vor Ort (nicht in der Politik und im Management!!) zu, dass sie kompetent, verantwortungsbewußt und professionell improvisieren können.

Hierzu aus den Fachbeitragen von CrisisMaven im Gelben:

Dieses radioaktive Inventar im Reaktor-Druckbehaelter klingt nach Abschalten schrittweise ab. Reaktorbrennstaebe in Abklingbecken haben also scheinbar deutlich weniger Radioaktivitaet in sich als der Druckbehaelter unmittelbar nach Schnellabschaltung oder Unfall. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Was naemlich uebrig bleibt, sind naturgemaess die langlebigen radioaktiven Stoffe (Radionuklide). Das Mass des Abklinges nennts sich Halbwertzeit (HWZ).

Radioaktives Material hoert theoretisch niemals zu strahlen auf. Jedoch zerfaellt innerhalb einer bestimmten Zeit das gesamte Material zur Haelfte. Eine HWZ von zehn Tagen bedeutet also, dass nach zehn Tagen die Haelfte zerfallen ist, die andere Haelfte noch nicht, nach weiteren zehn Tagen die naechste Haelfte, d.i. ein Viertel des urspruenglichen; Nach 2 HWZ sind also drei Viertel zerfallen, ein Viertel uebrig, usw.
Nach zehn HWZ (in diesem Fall also 100 Tagen) ist nur noch ein Tausendstel (2 hoch zehn = 1.024) uebrig.

Dies jedoch ist nur die halbe Wahrheit, denn:
a) auch ein Tausendstel kann noch toedlch viel sein,
b) aber vor allem zerfallen viele Radionuklide in andere, neue Radionuklide, strahlen also munter weiter.

Leider sind aber viele Radionuklide deutlich langlebiger - wir haben z.T. nach Millionen Jahren das Vergnuegen, dass erst die Haelfte zerfallen ist - ein Pakt mit dem Teufel ist meist kuerzer als dieser selbstmoerdcerische Unsinn! Leben konnte sich auf Erden erst entwickeln, als alle diese schon mal vorhandenen Radionuklide weitgehend zerfallen waren, damit ueberhaupt DNS stabil genug bleiben konnte, um Leben zu ermoeglichen. Nun kehren wir den Prozess sehenden Auges um!

Insgesamt entstehen bei der Kernspaltung des Uran-235 in "herkoemmlichen" Kernkraftwerken weit ueber tausend Radionuklide, von denen mehrere hundert lange genug leben, um im Falle eines Unfalles oder Angriffes ins Freie zu gelangen und jedenfalls bleiben Dutzende uebrig, die ueber Jahrtausende bis Jahrmillionen munter weiter strahlen.

Und noch von einem anderen Gelben:

Erst nachdem in Millionen Jahren der irdischen Urgeschichte diese Isotope zerfallen waren, konnte sich Leben entwickeln. Der Zerfall brachte einige wenige sehr wenig konzentrierte Uranlager (was ja relativ stabil ist, je länger die Halbwertszeit, umso stabiler ist das Zeugs ja), welche dort, wo sie lagen, niemandem geschadet haben.

Das Problem ist die Aufkonzentration. Erstmal die völlig willkürliche Aufkonzentration der Uranvorräte, mit der das Tor zur urgeschichtlichen Hölle wieder aufgestoßen wurde, zweitens die Aufkonzentration in der Nahrungskette. Alles das, was man wahnsinnigerweise wieder neu erzeugt hat, wird im Laufe der Zeit freigesetzt und auf uns und die nächsten 1000 Generationen zurückkommen.


Gesamter Strang: