Veltens Schauungen (Schauungen & Prophezeiungen)

Stjepan ⌂, Bochum, Mittwoch, 21.01.2009, 12:47 (vor 6215 Tagen) (4054 Aufrufe)

Hallo zusammen,

Lange Zeit wusste ich mit Veltens Prophezeiungen gar nichts anzufangen, weil ich sie irgendwie nicht einordnen konnte. Dann sagte ich mir letzte Woche: So, jetzt gehst Du einfach mal an diese Schauungen ran zund orientierst Dich in der Interpretation an diesen. Das, was dabei herausgekommen ist, möchte ich mal hier zur Diskussion stellen:


[1]... achtmal die Zahl 13 füllt mein Leben aus, dessen Ende ich jetzt jeden Tag erwarte. … [2]Seit 13 Jahren bin ich erblindet und schleppe mich am Stabe umher oder geleitet an der Hand meiner Ur-Enkel und Ururenkel. [3]Aber mein inneres Auge ist aufgetan. während mein äußeres sich geschlossen in Finsternis, im Licht. Dieses Licht strahlet in die Zukunft und läßt mich schauen die Begebnisse alle im Lande und in der Christenheit in der geheimnisvollen Zahl Dreizehn. […]

In [3] erklärt Velten, dass die Zahl „13“ in Bezug zu seinen Schauungen eine besondere Bedeutung habe. Nach [1] und [2] spielte die Zahl „13“ ebenfalls eine Bedeutung, und zwar in zeitlicher Hinsicht. So dürfte diese Zahl innerhalb seiner Prophezeiungen in zeitlicher Hinsicht eine besondere Rolle spielen. Hier ist eine Zeitangabe verschlüsselt, zunächst als Zeitraum von 13 Jahren und vielleicht als: 13 x 13 Jahre = 169 Jahre … Gemäß dem vorliegenden Text hatte Velten die Schauungen über die Zukunft Deutschlands im Jahr 1865 nach der Thronbesteigung Kaiser Maximilians von Mexiko (1864). Veröffentlicht wurden sie anscheinend im selben Jahr. Zählen wir dem Jahr 1865 die 169 Jahre hinzu, dann kommen wir zum Jahr 2034. Wenn wir nun davon ausgehen, dass diese Interpretation richtig ist, würden sich die prophezeiten Ereignisse bis spätestens 2034 ereignen:

Ab 1865 gezählt:
1x13 Jahre: 1865 – 1878
2x13 Jahre: 1878 – 1891
3x13 Jahre: 1891 – 1904
4x13 Jahre: 1904 – 1917
5x13 Jahre: 1917 – 1930
6x13 Jahre: 1930 – 1943
7x13 Jahre: 1943 – 1956
8x13 Jahre: 1956 – 1969
9x13 Jahre: 1969 – 1982
10x13 Jahre: 1982 – 1995
11 x 13 Jahre: 1995 – 2008
12x13 Jahre: 2008 – 2021
13x13 Jahre: 2021 – 2034

Der Himmel liegt trüb und schwer auf der Erde, als wollte er auf sie hereinfallen. Alles, was grün war, ist vergelbt und abgestorben, die Quellen und Bäche, ja selbst die Ströme sind fast ausgetrocknet - bleich und abgezehrt schleichen die Menschen über die Straßen und Felder und ringen die abgezehrten Arme über dem Kopfe. Andere liegen matt und bleich vor den Häusern, halbe lebendige Gerippe, außer Standes, sich nach Hilfe umzusehen. Das spärliche Vieh brüllt nach Futter und erfüllt die Luft mit seinem Jammergeschrei. Die großen Fabriken stehen leer und still, denn ihre Bewohner sind ohne Arbeit und haben in der Verzweiflung die Werkstätten und Maschinen zertrümmert. Nicht besser ist es in den Städten, wo der Hunger und die Not die Spitäler gefüllt und der Reiche heimlich seine Nahrung verzehrt und sich mit bewaffneter Hand vor der Verzweiflung der Not schützt, welche mit ihm teilen will. In den Kirchen. vor den Altären liegen sie und flehen zum Himmel um Rettung und Erlösung, die sonst nie dort sich eingefunden, sondern bloß den Götzen der Welt geopfert hatten. Das ist der Engel des Hungers und zweier Fehlernten, welcher das Land aus einem Freudenhaus zu einem Trauerhaus verwandelt hat. Alle Zucht und Ordnung ist aufgelöst, denn die Not hat die meisten Menschen verwildert und jeder sucht mit Gewalt dem anderen den Bissen aus dem Mund zu nehmen. Zu Tausenden lagen sie in Hunger und Kummer und ohne zureichende Geldmittel auf den Straßen und schauten sehnsüchtig denen nach, die glücklicher waren.

(a) Hitze- und Dürrekatastrophe ungekannten Ausmaßes.

(b) Große Hungersnot auf dem Lande und in den Städten.

(c) Große Wirtschaftskrise: keine Arbeit, leer und still stehende Fabriken. Es hat große Unruhen mit Gewaltausschreitungen gegeben, da die entlassenen Arbeiter die Werkstätten und Maschinen zertrümmert haben. Da der Betrieb in den Krankenhäusern noch läuft, ist davon auszugehen, dass die Wirtschaft irgendwie noch funktioniert, u.a. die Pharmaindustrie, Krankenversicherungen! Der Zusammenruch der Marktwirtschaft ist also noch nicht vollständig zusammengebrochen! Die Reichen scheinen in dieser Krise mit Nahrungsmitteln noch gut versorgt zu sein! Betroffen von der Krise wäre demnach nur der Ottonormalverbraucher oder halt nur die Arbeitslosen! Der Ottonormalverbraucher oder der Arbeitslose hat zwar Geld, aber es reicht nicht aus, um sich ausreichend zu ernähren!

(d) Aufgrund der Not gibt es auch die ersten Bekehrungen!

(e) Dieser Not gehen zwei Fehlernten voraus (1-2 Jahre). Aufgrund der zwei Fehlernten kommt es zu einer extremen Lebensmittelknappheit und dadurch zur ersten Hungersnot in Deutschland. Die extreme Lebensmittelknappheit führt logischerweise zu einer extremen Verteuerung der noch vorhandenen Lebensmittel. Aufgrund der extremen Verteuerung der noch vorhandenen Lebensmittel, gibt es etliche, die sich die noch vorhandenen Lebensmittel nicht mehr leisten können, weil ihr Geld dafür nicht mehr ausreicht. Auf jeden Fall werden die Arbeitslosen von dieser Krise direkt betroffen sein. Diejenigen, die Arbeit haben, kommen in dieser Krise auf jeden Fall besser zurecht!

Aber die übrig geblieben erholten sich allmälig wieder, denn mit der zweiten nachfolgenden Ernte hatte der Mangel sein Ende erreicht.

Oben ist von zwei fehlgeschlagenen Ernten die Rede. Während die Krise und Not anhält, erfolgt eine erste und dann eine weitere erfolgreiche Ernte, wodurch die Not wieder ein Ende findet. Das sind weitere 1 – 2 Jahre. Nach diesen zwei erfolgreichen Ernten nimmt alles wieder seinen normalen Lauf und die Wirtschafts hat sich anscheinend wieder erholt. Seit der ersten fehlgeschlagenen Ernte bis zur zweiten erfolgreichen Ernte sind drei Jahre vergangen!

Als hätten sie alles vergessen und sei das harte Strafgericht nur ein böser Traum gewesen, welchen man nach dem Erwachen nicht mehr achte, begann bald das alte Leben und Treiben wieder. In Weltlust und Freude stürzte sich wieder alles, Reiche. wie solche, die von der Hand zum Munde leben. Völlerei und Unzucht in Städten wie auf dem Lande rissen wieder ein und mit dem Segen des Himmels wurde nach wie vor Mißbrauch getrieben, während die Kirchen leer standen. oder nur besucht wurden, um dort in Kleiderpracht Hoffart zu treiben. Schon zog sich wieder langsam am Himmel ein Wölkchen herauf, das immer größer und größer wurde, aber noch reifte eine dritte Ernte heran, ehe es sich ganz ausbreitete und zu einem grauen Schleier wurde, der wieder aschgrau sich über das Land ausbreitete. Die Menschen gewahren es nicht und leben in ihrem Treiben fort. Endlich rötet sich der graue Himmel an einer Stelle, ein feuriger Kern wird sichtbar dunkelrot glühend und wächst, bis er wie eine feurige Rute sich von einem Ende bis zu dem andern zieht. Die Ängstlichen beginnen nachdenklich zu werden und ein unheimliches Grauen ergreift sie - der Leichtsinn spottet der drohenden Erscheinung - die frommen Gelehrten schlagen in ihren Büchern und alten Chroniken nach und wissen nicht, wie sie es anders zu deuten haben. als auf einen Vorboten von besonderen unglücklichen Ereignissen, welche die nächste Zukunft bringen werde nach dem Vorgange früherer Jahrhunderte. Die sich aber weise und klug dünken, sprechen: was geht dieser Komet unsere Erde an, der gehört nicht zu unserer Welt und kann uns keinen Schaden bringen. Da auf einmal wehen heiße Winde, die Luft wird dick und ein Schwefelgeruch haucht aus ihr. Viele Quellen versiegen und an vielen Stellen sprudelt heißes Wasser hervor. Plötzlich tönt es wie ferner, dumpfer Donner, der Himmel steht ganz in Flammen und blutrote Wolken fliegen über das Land. Jetzt erdröhnt der Erdboden, er beginnt an vielen Stellen sich zu regen und zu winden dann folgen einige furchtbare Stöße und Hunderte von Städten, Dörfern und Schlössern stürzen ganz oder halb zusammen oder versinken in weit geöffnete Schluchten. Ein Erdbeben hat sein Gericht: Hunderttausende von Menschen, Alt und Jung, Männer, Weiber, Kinder, 1iegen erschlagen oder krümmen sich winselnd mit zerschellten Gliedmaßen unter den eingestürzten Mauern und Dächern und Überall schlägt des Feuers Lohe in riesigen Säulen zum Himmel auf. Wer sich retten konnte, hat nur das nackte Leben gerettet und sucht Schutz in den Wäldern und verschonten kleinen Hütten. Jammernd schleichen die Menschen umher und bangen jede neue Stunde, daß das Erdbeben sich wiederhole und sie von der Erde vertilge.

Während nach der zweiten erfolgreichen Ernte alles wieder seinen gewohnten Lauf genommen hat, bahnt sich 4 Jahre nach der ersten Fehlernte eine neue große Katastrophe an:

(a) Ein Wölkchen bildet sich am Himmel, das zunehmend größer wird

(b) Während die dritte Ernte nach den beiden Fehlernten heranreift, breitet sich die Wolke ganz aus und wird grau bis aschgrau.

(c) Der von der grauen Wolke bedeckte Himmel rötet sich plötzlich durch einen heran nahenden Himmelskörper, der der Erde bedrohlich nahe kommt. Die einen sehen in dem Himmelskörper eine Gefahr, die anderen nicht! Die Röte könnte vielleicht durch Staub des Kometenschweifes verursacht sein.

(d) Der Himmelskörper kommt der Erde sehr nahe, wodurch heiße Winde entstehen. Durch die große Hitze wird die Luft dick. Der Schwefel, der auf die Erde niedergeht, rührt vom Himmelskörper. Durch die sehr extreme Hitze werden öffentliche Gewässer kochend heiß. Das Wasser verdunstet. Quellen, Flüsse und Seen trocknen aus.

(e) Dumpfer Donner, Himmel in Flammen, blutrote Wolken

(f) Die Erde erzittert, und es erfolgen einige furchtbare Erdstöße. Das große Beben zerstört zahlreiche Orte. Schluchten bilden sich, in die Orte versenkt werden. Es gibt hunderttausende Tote und Verletzte. Wie durch das Erdbeben in San Francisco 1906 werden auch durch das große Beben große Feuersbrünste entstehen

Die Ursache dieser Naturkatastrophen ist der Komet, der der Erde sehr nahe kommt.

Da klärt sich der Himmel wieder auf, die Luft wird rein und frisch – allüberall beginnt es in neuer Hoffnung sich wieder zu regen. Ich sehe vor meinen Blicken die Menschen wie Ameisen hin und her rennen, denen man ihren Bau zerstört, um diesen wieder herzustellen. Bald glänzen wieder von weiß schimmernden Palästen die Städte, die Dörfer erheben sich neu an der Stätte der verfallenen Trümmer, die Spuren der Verwüstung werden hinweggeräumt und über den Gräbern der Umgekommenen wuchert üppig das Gras. Zwei reiche Ernten sehe ich hintereinander und in den Weinländern können die Leute nicht genug Fässer auftreiben, um den Segen des Himmels aufzubewahren, der als Honigseim von der Ke1ter trieft. Gleichfalls sind die Scheunen gefüllt mit Futter in Hülle und Fülle für das Vieh. In allen Werkstätten rührt es sich munter und fröhlich, denn alles hat sich wieder erholt und immer mehr verschwinden die letzten Spuren der Trümmer aus der Zeit des schrecklichen Erdbebens, indem stattliche Häuser sich über ihnen erheben. Ebenso rauchen wieder die hohen Kamine der zahlreichen großartigen Fabriken in allen Ecken und Enden. Worin Tausende und Abertausende von Arbeitern beiderlei Geschlechts ihr hinreichendes Brot finden.

Nach der Katastrophe beginnt sogleich der Wiederaufbau, und zwei weitere erfolgreiche Ernten folgen. Die Formulierung „zwei reiche Ernten hintereinander“ deutet meiner Meinung nach darauf hin, dass diese reichen Ernten innerhalb eines Jahres eingebracht werden. Die Wirtschaft scheint sich wieder gefestigt zu haben und floriert. Die Arbeitslosenzahlen gehen wieder zurück.

Aber wie an einem schönen Sommermorgen alles in Pracht und Herrlichkeit sprießt und treibt, so folgt doch oft ein entsetzlicher Abend. Ein einziges Furchtbares Gewitter mit Hagel hat alles zerschlagen, vernichtet und jammernd blickt der Mensch auf die verwüstete Natur und in die bange Zukunft. Ein schreckliches Bild sehe ich entfalten. Blitz und Donner des Krieges erschreckt das Land und zahllose Wogen fremden Kriegsvolkes strömen über die Grenzen von Aufgang und Niedergang der Sonne. Über alle Gauen wälzt sich das Verderben und macht sie zu blutigen Schlachtfeldern, wo Tausende hingewürgt werden. Wo sonst der Pflug den Boden aufriß, ihm das Saatkorn anzuvertrauen, reißt die schwere Kugel nun lange Furchen, darinnen die frischen Leichen sich betten, wo die Sense und Sichel den Halm niedermähten, arbeitet die Schärfe des Schwerts und legt Garben von erschlagenen Menschen zusammen, wo sonst still und friedlich aus den Hütten der Rauch der Kamine aufstieg, vermischen sich jetzt schwarze Rauchwolken mit dem Feuer, das Tausende von Dörfern in Asche legt. Vom schweren Tritt der Be waffneten und unter dem eisernen Huf der Rosse wird die Ernte zertreten und vom Hunger und Mutwillen roher Kriegshaufen alle Lebensmittel aufgezehrt und verdorben. Unschuld und Ehen werden geschändet – obdachlos und halbnackt irren die Bewohner umher. Aus den verwesenden Leichnamen aber, die nicht alle begaben werden können, steigen giftige Dünste auf, verpesten die Luft und schreckliche Krankheiten raffen noch mehr Menschenleben hinweg, als das Schwert, das Feuer und der Hunger. Erst nach drei Jahren ziehen die letzten Kriegshaufen aus dem verödeten Lande, die Blüte, die Jugend des Volkes hat das Schwert hinweggerafft, die anderen siechen an Krankheiten dahin und suchen als Krüppel ihre Heimat, die sie oft nicht mehr kennen, so sehr hat der Krieg alles umgestaltet.

(a) Großes Gewitter mit schwerem Hagelschlag, wodurch die Ernte zerstört wird. Es kommt zu einer weiteren Hungersnot.

(b) Der große Krieg. Fremde Truppen fallen von Osten und Westen in Deutschland ein. Dabei kann es sich eigentlich nur um den kommenden Krieg handeln. Der Angriff aus dem Osten erfolgt wie wir aus anderen Quellen wissen, von Seiten Russlands. Von Westen her kommen gemäß anderer Quellen französische, schweizerische und italienische Truppen, zudem von Osten her polnische Truppen Deutschland zu Hilfe. Anderen Quellen zufolge, dauert der kommende Krieg in Europa etwa drei Monate. Nach drei Monaten ist der Krieg durch die Dreitägige Finsternis beendet. Nach dem Krieg wird Deutschland drei Jahre von Soldaten bewacht.

Und dennoch ist der Friede noch nicht gesichert, noch immer stehen zahlreiche Kriegshaufen an den Grenzen, um sie zu hüten, noch immer erscheinen vor den Handelsplätzen und Seehäfen feindliche Schiffe und werfen ihr verderbliches Feuer in die Warenmagazine und hemmen den Handel und Verkehr zur See, so daß viele Tausende Not leiden.

Demzufolge müsste es nach der Dreitägigen Finsternis weitere, wohl vereinzelte Angriffe auf Deutschland geben, und zwar auf Handelsplätze und Seehäfen, um die deutsche Wirtschaft zu blockieren. Dabei dürfte es sich aber wirklich nur um vereinzelte Angriffe handeln, die eher an Terrorismus erinnern.

Drei volle Jahre bedarf es, bis langsam die schlimmsten Spuren des Krieges verwischt werden, denn in dem ersten Jahr nach dem großen Kriege werden nur wenige Felder bebaut und das halbe Land liegt noch wild von Unkraut überzogen und zerstreut auf ihm herum die verwüsteten Wohnsitze.

Interessanterweise dauert die Wiederaufbauphase auch nach Eilert drei Jahre: 1850, 1851, 1852, wobei die Jahreszahlen allerdings falsch sind. Im ersten Jahr nach dem Krieg werden nur wenige Felder bebaut und das halbe Land liegt brach und verwildert.

Erst in dem nächstfolgenden sieht es weniger betrübt aus und der Segen des Himmels richtet die Einwohner wieder auf. Die Bettlerhaufen verschwinden, die sich bisher so zahlreich gezeigt, die Unsicherheit auf den Straßen hört auf, welche Räuber und Mörder zum Schauplatz ihrer gräßlichen Taten gemacht hatten.

Im zweiten Jahr nach dem Krieg sieht es schon besser aus. Ende der Armut (keine Bettler mehr).

Und nun kommen zwei reiche Jahre, gesegnet an Frucht, Wein, Obst und Futter. Der Segen ist kaum einzuheimsen, die Scheunen übervoll, daß man das Getreide im Freien aufspeichern muß, mit dem Obst füttert man die Schweine, um es nicht unnütz verderben zu lassen und um den neuen, kostbaren Wein in die Fässer füllen zu können, muß man den geringen alten ins Freie laufen lassen.

Nach dem zweiten Jahr nach dem Krieg folgen zwei reiche Jahre mit sehr guten Ernten, d.h. dass es im dritten und vierten Jahr nach dem Krieg sehr reiche Ernten geben wird. Die Lage stabilisiert sich zunehmend.

So endet das Jahr in unglaublicher Hülle und Fülle. Um so grimmiger gestaltet sich der darauffolgende Winter, der früh einbricht und mannstiefen Schnee auf die Fluren wirft. Die Kälte steigt von Tag zu Tag, die Vögel fallen erfroren aus der Luft, das Wild sucht in ganzen Rudeln vor Hunger und Kälte seine Zuflucht in den Dörfern und läßt sich geduldig mit der Hand fangen. Die Wölfe kommen aus den entferntesten Gebirgen in Gegenden. wo man diese reißenden Tiere nur der Beschreibung nach kennt. Alle Brünnen und Gewässer frieren ein, so daß über den Rhein und die Donau, ja selbst über den breiten Bodensee Lastwagen gehen. Viele hundert Menschen erfrieren im Freien und werden von Schneestürmen begraben. Ganze Dörfer liegen Monate lang abgeschnitten von allem Verkehr und tief eingeschneit bis an die Dächer.

Im Jahr 4 nach dem Kriegsjahr kommt ein frühzeitiger Winter. Polare Kälte in Deutschland. Schneefall 1,70 – 2,00 m hoch. Brunnen und Gewässer gefrieren, u.a. der Rhein, die Donau und der Bodensee. Die Kälte ist so groß, dass Lastwagen über den Rhein, die Donau und den Bodensee fahren werden. Tote durch Kälte und Schneestürme. Dörfer tief eingeshneit und nach außen hin abgeschnitten. Der polare Winter dauert in Deutschland oder über Teilen des Landes Monate lang.

Erst das Frühjahr bringt Erlösung, aber auch neue Schrecken. Denn jetzt beginnt eine Wassernot vom kleinsten Tale bis in die breitesten Ebenen der Ströme. Rasch schmilzt der Schnee und verwandelt die Bache in wilde Flüsse, die Flüsse in reißende Ströme und die Ströme in Meeresfluten. Ganze Dörfer werden weggeschwemmt mit Tausenden von jammernden, rettungslosen Menschen.

Frühjahr des Jahres 5 nach dem Kriegsjahr: Es wird warm, Schnee und Eis schmelzen schnell und es kommt dadurch zu verheerenden Überschwemmungen und Sturzfluten.

Dazu kommt aber noch ein neuer Feind. Vom Himmel fallen heiße Tropfen, welche Flecken auf den Kleidern zurücklassen, wie einst vor 500 Jahren. Wo die bloße Haut getroffen wird, entstehen giftige Blasen und dann schwarze Brandflecken. Eine allgemeine Sterblichkeit reißt ein, die weit über die Hälfte der Menschen einem schrecklichen, jähen Tod überliefert. Ganze Häuser und Dörfer sterben aus und zuletzt findet man kaum noch um hohes Geld Leute, welche die Toten verscharren. Den Reichen im Palast, wie den Armen in der Hütte fällt die Krankheit mit ihren gütigen Krallen an und erwürgt ihn. Wie ein Wahnsinn ergreift es die Menschen, viele Tausende, statt sich auf den Tod vorzubereiten. überlassen sich in Verzweiflung allen Lüsten der Welt, um diese noch bei gesundem Leibe zu genießen, da jeden Augenblick sie vor dem Tode ja nicht sicher sind. Sie rasen im wilden Tanz umher, schwelgen bei köstlichen Gelagen, Männer und Weiber, und vergessen alle Zucht im Taumel der Lüste. Alle Zucht und Ordnung hat aufgehört, jeder greift zu. wo etwas zu erhaschen ist und was die Toten zurückgelassen haben und weiß selbst nicht, wer vielleicht im nächsten Augenblick wieder ihn mit gewaltsamer Hand beerbt, wenn ihn das Todeslos getroffen. Erst mit dem Eintritt des Winters läßt diese schreckliche Pest nach und: verschwindet allmählich. Aber auch sie hat ein Leichenfeld wieder zurückgelassen, fast noch ärger als der Krieg und noch immer ist die Luft verpestet und die Menschen geben umher mit verbundenen Gesichtern. um den Todeshauch nicht einzuatmen.

Neben den Überschwemmungen kommt es zu einer verheerenden Pestkatastrophe, die durch heiße Tropfen ausgelöst wird, die vom Himmel herab fallen. Erst gegen Ende des Jahres 5 nach dem Kriegsjahr verschwindet die Pest allmählich.

Seit der großen Pest, genannt der schwarze Tod, die vor 500 Jahren Deutschland und halb Europa verwüstete und zu einer Einöde machte. ist kein solcher Würgeengel mehr über die Länder gefahren. Und doch geht auch diese Zuchtrute vorüber - die Brandflecken, welche sie auf der Erde hinterlassen, überziehen sich wieder mit frischem Leben, denn Gottes Barmherzigkeit in der Natur ist voller Wunderkraft. Sehet die Saaten an nach einem harten Winter, dessen Strenge sie ausgezogen und verkümmert - wie dünn stehen die Hälmchen. man kann sie fast zählen und kaum gibt ihr Grün dem Felde einen schwachen Schein von Leben. Wie mager wird die Ernte ausfallen, kaum das Saatkorn wiedergebend. Und doch, laßt zur rechten Zeit Sonnenschein, Wärme und befruchtenden Regen kommen, wie regen sich in wenigen Tagen die zarten verdorrten oben auf liegenden Würzelchen. wie klammern sie sich wieder freudig an am Erdreich, wie das Kind an der nährenden Mutter Brust.

Frühjahr des Jahres 6 nach dem Kriegsjahr: Die Natur blüht wieder auf.

So ist es auch mit der Menschheit. Wo heute noch durch Krieg und Pest die Dörfer verödet stehen und nur einzelne lebendige Wesen, Leichen gleich umherschweben – da füllt sich nach wenigen Jahren das Land wieder mit Bevölkerung, wenn der Segen des Himmels in reichen Ernten auf die Erde niedertaut. So geht auch nach diesen Trübsalen wieder eine bessere Zeit auf und auf die sieben magern Kühe folgen umgekehrt die sieben fetten.

Ab Jahr 6 nach dem Kriegsjahr: reiche Jahre ohne Not!

Die Kriegswolken und Kriegswetter haben sich verzogen und haben ausgestürmt - nur in weiter Ferne in entlegeneren Ländern grollen sie noch. Die Mächtigen der Erde haben die Waffen niedergelegt und die kleineren Fürsten sind einig geworden unter sich und ihren Völkern. Deutschland hat sich vereinigt aus seinem unablässigen Zwist und wieder einen Bund geschlossen. fester als der alte, welcher in Trümmer gegangen. denn die Gerichte des Himmels haben die Hirten der Völker auf die Bahn des Friedens und der Eintracht geleitet. Die Wünsche des Volkes sind nun erfüllt. ein Reich, ein Gesetz, eine Macht durch das ganze deutsche Reich. Jetzt füllen sich die Flüsse und Meere mit Tausenden deutscher Schiffe, die segeln in alle Weltteile mit den Erzeugnissen des Landes und tauschen köstliche Waren dafür ein. Die Lastwagen fassen kaum die Zahl der Güter, welche der Arbeitsfleiß geschaffen und die Erzeugnisse der einzelnen Teile rollen auf Eisenbahnen in alle Gegenden, welche deren bedürfen und helfen dem Mangel und Bedürfnis dort ab. um andere Gegenstände des Bedarfs dafür zu holen. Wie schön ist es jetzt, da Brüder einträchtiglich und friedlich beieinander wohnen. Während wenige Jahre zuvor alles in Waffen gegeneinander stand und jeder den letzten Fetzen an sich reißen wollte, wo die Adler auf den Fahnen einander mit ihren Krallen anfielen und blutig sich gegenseitig zerfleischten.

Wenige Jahre nach dem Krieg (ab Jahr 6):
Demnach kehrt die Ruhe und der Frieden erst nach 5 Jahren nach dem Kriegsjahr ein. Nur noch in ferneren Erdteilen gibt es noch Kriege. Die neue Wiedervereinigung Deutschlands deutet auf eine Teilung Deutschlands in der Zeit zuvor. Velten spricht von einem „unablässigen Zwist“. Zunächst die deutsche Kleinstaaterei, dann Weimarer Republik, BRD-DDR, dann Wiedervereinigung, und in Zukunft wohl wieder eine Teilung Deutschland wohl wieder in Ost und West. Dann erfolgt eine neue Wiedervereinigung, die fester sein wird, als die alte, die „in Trümmer gegangen“ ist. Völker in Frieden und Eintracht. Export und Import gedeihen wie nie zuvor. Die Wirtschaft blüht. Die deutschen Bürger leben auch untereinder im Frieden und in Eintracht. Der letzte Satz deutet auf einen deutschen Bürgerkrieg, der uns noch vor der Dreitägigen Finsternis erwartet.

FORTSETZUNG UNTEN ...


Es lebe Gott, seine Heiligste Mutter und seine heilige Kirche


Gesamter Strang: