Nicht so friedlich steht es in andern Ländern außerhalb des deutschen Vaterlandes und in andern Weltteilen. Wohl hat längst der Bruderkrieg in Amerika aufgehört und Millionen neuer Einwanderer sind in die fruchtbaren Gefilde eingezogen, um dort sich ihre Hütten zu bauen, wo der Boden nur auf die Hände wartet, welche ihn bebauen sollen. Aber der lange blutige Kampf hat die Kriegslust der Amerikaner in Flammen gesetzt und im wilden Ungestüm werfen sich ihre Heere, als sie untereinander ihren Streit abgemacht hatten, beinahe noch von den Schlachtfeldern hinweg auf das benachbarte Reich Mexiko, über welches Reich der Kaiser Napoleon. nachdem er den Freistaat erobert, einen österreichischen Prinzen als Kaiser gesetzt hatte. Die Arbeit war eine leichte, den neuen Kaiser vom Thron zu stürzen. Da eilt Frankreich mit seinen Kriegsschiffen herbei, um seinen Schützling zu unterstützen. Blutige Seeschlachten werden nun geschlagen.
Mit dem amerikanischen Bruderkrieg meint Velten wohl den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der von 1775 1783 dauerte. Es folgte der Mexikanisch-Amerikanische Krieg, der von 1846 1848 dauerte. Napoleon III. setzte 1864 den österreichischen Erzherzog Maximilian als Kaiser über Mexiko ein. 1867 wurde Kaiser Maximilian vom Thron gestürzt und hingerichtet. Aber Frankreich eilte ihm nicht zur Hilfe. Was mir merkwürdig erscheint, ist die Tatsache, dass Veltens Prophezeiungstext 1865 veröffentlicht worden sein soll. Doch die Erwähnung des Sturzes Kaiser Maximilians in Mexiko 1867 wird so erzählt, als handelte es sich um einen Rückblick in die Vergangenheit. Dagegen spricht wiederum, dass Frankreich mit seinen Kriegsschiffen herbei eilte, um Kaiser Maximilian zu unterstützen. Das ist falsch, denn unter dem Druck durch die USA zogen die Franzosen aus Mexiko ab. Nachdem die Franzosen aus Mexiko abzogen, besetzten mexikanisch-republikanische Truppen Mexiko-Stadt und stürzten den Kaiser. Die blutige Seeschlacht hat es bei diesem Ereignis nicht gegeben. Das würde bedeuten, dass es sich bei der Beschreibung des Sturzes Kaiser Maximilians 1867 um eine Prophezeiung handelt, die sich nicht vollständig erfüllte. Somit stammt diese Prophezeiung wahrscheinlich doch aus dem Jahr 1865.
Während so Frankreich kämpft und fort und fort den kürzeren zieht, lachen seine früheren Bundesgenossen die Engländer und freuen sich im Stillen, daß den Übermütigen Franzosen die Köpfe blutig gewaschen werden und ein stolzes Kriegsschiff derselben um das andere verloren geht. Endlich muß Frankreich unterliegen. Aber darum verstummt der Donner der schweren Riesengeschütze nicht - denn nun gilt die wilde Kriegsjagd den Engländern. Ihre Besitzungen an den Grenzen der Amerikaner werden von zahllosen Landtruppen angegriffen und erobert und auf der See entspinnt sich ein noch viel blutigerer Kampf. Jetzt ist das Lachen an den Franzosen und mit ihnen gönnen es noch viele Nationen den Engländern, daß ihnen endlich einmal die Herrschaft auf den Meeren bestritten wird und sie zuletzt der Macht eines jungen Volkes unterliegen müssen. Laut schallt der Jubel, den man England zuruft: Hochmut kommt vor dem Fall.
Ende des englischen Imperiums nach dem Zweiten Weltkrieg!
Drüben im türkischen Reiche fällt alles auseinander, denn aufs neue hat sich Russland daran gemacht, Konstantinopel zu erobern und zum Bundesgenossen Österreich gewonnen. Zahllose russische Heere stürmen gegen Konstantinopel und der Sultan muß fliehen, nachdem er die letzte Schlacht vor den Mauern seiner Hauptstadt verloren hat. Jetzt ist der Halbmond erblaßt, der über vierhundert Jahre über der Stadt geglänzt hat und wieder wird, wie einst, das Kreuz auf der herrlichen Hauptkirche daselbst weithin im Morgenlande strahlen. Ein russischer Prinz nimmt jetzt seinen Sitz als Stadthalter in Konstantinopel, welchem die Krone in der heiligen Stadt Jerusalem aufgesetzt wird, das nun auch von der Herrschaft der Türken befreit ist.
Ich vermute, es handelt sich hierbei um ein künftiges Ereignis, das nach der Dreitägigen Finsternis stattfindet, wenn in der Türkei wohl wieder Monarchen herrschen. In diesem neuen Krieg gegen die monarchische Türkei sind Österreich und Russland militärische Verbündete, deren Heere Istanbul/Konstantinopel einnehmen. Auf der Hauptkirche Istanbuls/Konstantinopels, der Hagia Sophia, die heute ein Museum ist, wird dann wieder das Kreuz aufgesetzt. Ein christlicher russischer Prinz, der in Jerusalem, der Hauptstadt Israels, gekrönt wird, wird dann Statthalter in Konstantinopel. Der Textteil deutet darauf hin, dass künftig nicht mehr Ankara die türkische Hauptstadt sein wird, sondern wieder Konstantinopel/Istanbul.
So trägt nun Rußland zwei Kaiserkronen, die Krone von Moskau und die Krone von Konstantinopel, und Österreich erhält zum Lohn für seine Beihilfe große Länderstrecken weit hinunter an der Donau. Während so ringsumher in der Welt große Ereignisse und Veränderungen vorgehen, blüht der Friede in Deutschland.
Nur schwach erinnere ich mich an eine Prophezeiung, dass Moskau nach der Dreitägigen Finsternis nicht mehr existieren würde. Leider erinnere ich mich nicht mehr, welche Quelle das vorhersagt. Nach Velten würde Moskau nach dem kommenden Krieg weiter existieren. Veltens Prophezeiung zufolge müsste es nach der Dreitägigen Finsternis zwei russische Reiche geben, das Reich, das von Moskau aus regiert wird und das Reich, das von Konstantinopel aus regiert wird. Österreich wird ein Reich, dass sich bis weit in den Balkan hinein erstreckt. Während der Kriege gegen die Türken
wird in Deutschland Frieden sein.
Seltene milde und regelmäßige Jahreszeiten bringen in einer Reihe von Jahren reichliche Ernten hervor. Die Winter sind nur mäßig kalt und dauern meist kaum 2 Monate, die Frühlinge sind mild, die Sommer warm und feucht. Keine Nachtfröste und Spatfröste schaden den Saaten und den Weinbergen, kein Ungeziefer der Blüte des Obstes. Kein Wunder, daß alles. Frucht, Futter, Obst und Wein in Hülle und Fülle gerät Ein nie erlebter Wohlstand kommt unter den Bauernstand, der trotz der Wohlfeilheit der Erträge doch durch den Überfluß der Ernten gewinnt.
Winter: mäßig kalt, Dauer: im Durchschnitt 2 Monate
Frühlinge: mild.
Sommer: feucht-warm
Reichliche Ernten.
Der Arbeiter- und Tagelöhnerstand ist der früheren Arbeit entrissen und verdient ein schönes Geld, um sich und die seinigen reichlich nähren zu können. Neue Maschinen und Gerätschaften sieht man im Ackerbau allgemein eingeführt, um die Hauptarbeiten schnell und billig zu verrichten, Da tönt der dumpfe Schall in allen Dörfern vom Dreschmaschinen und draußen auf der Flur geht der Dampfpflug, die schönsten, regelmäßigsten Furchen zu ziehen, es zeigt sich die Dampfmähmaschine auf den Wiesen und im Ährenfeld. Der Mensch hilft nur nach und hat leichte Arbeit, während die Kunst der Maschine des Menschen Geist als Knecht Untertan ist und für ihn das Schwerste arbeitet. Dieser reichliche Lohn der Arbeit, welchen Ackerbau und Gewerbe bringen, zeigt sich nun auch im Äußeren der Menschen, sie kommen reinlicher und besser gekleidet daher, sie haben nun ein weniger strenges Geschäft und brauchen sich nicht mehr vom frühen Morgengrauen bis in die sinkende Nacht hinein abzuarbeiten. Sie haben mehr Ruhestunden und darum mehr Zeit, ihren Geist auszubilden und etwas Nützliches, Belehrendes zu ihrer Unterhaltung zu machen. Die Unwissenheit und Roheit nimmt ab und die Bildung, bessere Sitten kehren mehr und mehr bei dem Volke ein. Man glaubt unter ganz anderen Menschen zu wandeln wie früher. Die Wirtshäuser sind nicht mehr gefüllt mit lärmenden jungen Gästen, die saufen und fluchen und johlen und sich zuletzt herumraufen. Sie betragen sich heiter und lustig aber nicht in roher Weise, sie singen und brüllen keine wüsten Lieder mehr, sondern erfreuen sich an gesitteten Weisen. Prozesse und Händel aller Art werden immer weniger vor den Gerichten, denn durch die vermehrte Bildung lernt das Volk auch seine Gesetze besser kennen, aus deren Unwissenheit so mancher Streit entspringt. Auch Zucht und Ordnung zeigt sich mehr unter den beiderlei Geschlechtern, denn die vielen Hindernisse für die Ärmeren, welche den Ehestand erschweren, sind jetzt beseitigt und darum kehrt auch in diesen alten Bestand des bürgerlichen Lebens ein besserer Geist ein zum Segen des Familienlebens.
Kurz: Ein klasse Zeit!
So wären denn die 13 Jahre und ihre schweren Ereignisse wie ihr glückliches Ende dem Lieben vor Augen gestellt, um ihn zu stärken in den Tagen der Trübsal mit der gewissen Hoffnung, daß auch in diesem Zeitraum das alte Sprichwort gilt: Ende gut - alles gut!
Von der Zeit der ersten Fehlernte in Deutschland bis zu der Anfangsphase dieser schönen Zeit vergehen also insgesamt 13 Jahre!
Knappe chronologische Zusammenfassung:
Wann finden die hier prophezeiten Ereignisse statt?
Gehen wir von der Zahl 13 aus und multiplizieren wir sie mit 13, so kommen wir ab 1865 gerechnet zum Jahr 2034. Ist diese Interpretation korrekt, geschieht alles, was Velten vorhergesagt hat, noch vor dem Jahr 2035!
1. Jahr:
Erste Fehlernte
2. Jahr:
Zweite Fehlernte
2. - 3. Jahr:
Extreme Hitze- und Dürrekatastrophe, große Wirtschaftskrise, Hungersnot, zuvor große Unruhen, bei denen Werkstätten und Maschinen demoliert wurden.
3. Jahr:
Erste erfolgreiche Ernte
4. Jahr:
Zweite erfolgreiche Ernte, danach Ende der Not und Wirtschaftskrise! Alles nimmt wieder seinen normalen Lauf.
5. Jahr:
Der Komet und das große Beben. Danach Beginn des Wiederaufbaus. Die Wirtschaft floriert wieder. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt scheint sich wieder stabilisiert zu haben. Erste erfolgreiche Ernte (und wahrscheinlich eine zweite hinterher)
7. Jahr:
Großes Gewitter mit schwerem Hagel. Zerstörung der Ernte. Hungersnot. Der Krieg.
8. Jahr 11. Jahr:
Deutschland von Soldaten bewacht. Grenzüberwachung! Vereinzelte militärische oder terroristische Angriffe feindlicher Kriegsschiffe auf deute Seehäfen und Handelsplätze, um Deutschland wirtschaftlich zu schaden. Wiederaufbau-Phase in Deutschland.
8. Jahr:
Beginn der Wiederaufbau-Phase in Deutschland. Nur wenige Felder werden bebaut und das halbe Land liegt brach und verwildert da. Armut und Bettlertum.
9. Jahr:
Segen des Himmels richtet die deutsche Bevölkerung, die überlebt hat, wieder auf. Keine Bettler mehr, die Armut verschwindet.
10. Jahr:
Ende der Wiederaufbau-Phase. Das Meiste ist wieder geordnet. Die letzten Kriegsspuren sind vollständig beseitigt. Die letzten Soldaten ziehen aus Deutschland ab. Sehr reiche Ernte. Die Lage stabilisiert sich zunehmend.
11. Jahr:
Sehr reiche Ernte. Frühzeitiger Winter. Polare Kälte in Deutschland. Sehr hoher Schneefall. Brunnen und Gewässer gefrieren, u.a. der Rhein, die Donau und der Bodensee. Tote durch Kälte. Schneestürme. Dörfer tief eingeschneit und nach außen hin abgeschnitten. Der polare Winter dauert in Deutschland oder über Teilen des Landes Monate lang.
12. Jahr:
Es wird warm, Schnee und Eis schmelzen schnell und es kommt dadurch zu verheerenden Überschwemmungen und Sturzfluten. Neben den Überschwemmungen kommt es zu einer verheerenden Pestkatastrophe, die durch heiße Tropfen ausgelöst wird, die vom Himmel herab fallen. Erst gegen Ende des Jahres verschwindet die Pest allmählich.
13. Jahr und danach:
Die Natur blüht wieder auf. Beginn reicher Jahre ohne Not! Ruhe und Frieden kehren ein. Nur noch in ferneren Erdteilen gibt es noch Kriege. Deutschland ist wieder vereinigt. Völker in Frieden und Eintracht. Export und Import gedeihen wie nie zuvor. Die Wirtschaft blüht. Die deutschen Bürger leben auch untereinander im Frieden und in der Eintracht.
Sonstige Ereignisse
Vor der Dreitägigen Finsternis:
Sturz Kaiser Maximilians von Mexiko. (Erfüllt!) Frankreich kommt ihm zu Hilfe. Große Seeschlacht. (Ist nicht geschehen!)
Ende des englischen/britischen Imperiums (Erfüllt!)
Neue Spaltung Deutschlands und deutscher Bürgerkrieg
Nach der Dreitägigen Finsternis:
Neue und stabile Wiedervereinigung Deutschlands
Völker in Frieden und Eintracht. Deutscher Export und Import gedeihen wie nie zuvor. Die deutsche Wirtschaft blüht. Die deutschen Bürger leben auch untereinder im Frieden und Eintracht.
Konstantinopel/Istanbul neue Hauptstadt der Türkei bzw. des türkischen Reiches. Russisch-türkischer Krieg. Österreich hilft Russland. Russische Truppen bestürmen Konstantinopel. Konstantinopel erobert. Das christliche Kreuz wird auf die Hagia Sophia aufgesetzt. Zwei russische Kaiserreiche: Kaiserreich von Moskau und Kaiserreich von Konstantinopel. Der russische Statthalter in Konstantinopel in Jerusalem gekrönt!
Anmerkung:
Offensichtlich hat Velten den Zusammenbruch der Wirtschaft nicht vorhergesehen!
Gruß,
Stjepan
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Es lebe Gott, seine Heiligste Mutter und seine heilige Kirche