Hallo BB,
was mich stutzig macht, ist, dass im Velten-Text die Rede von Moskau als
Hauptstadt des russischen Reiches ist, da doch vom 18. Jahrhundert bis ins
20. Jahrhundert hinein Sankt Petersburg die Hauptstadt war.
Könnte das vielleicht doch auf die Echtheit der Textstelle, Russland würde
sowohl die Krone von Moskau als auch die von Konstantinopel tragen?
Wenn diese Textstelle eine Fälschung wäre, hätte der Schreiber dann statt
Moskau nicht Sankt Petersburg genannt? Denn Moskau ist ja wieder seit 1917
Hauptstadt, also erst nach über 50 Jahren nach 1865.
Gruß,
Stjepan
Hallo, Stjepan!
Da kann man mal wieder sehen, wie betriebsblind
man nach all den Jahren immer neuen Lesens der selben
Texte geworden ist, sowie dass noch immer auf den
Fensterbrettern völlig offen lauter bis dato unbeachtete
Lebkuchenmessser herumliegen können.
In diesem Falle jedoch, - so meine ich - wirkt dieses
Lebkuchenmesser nur wie ein den Kriminalfall
lösender Hinweis.
Weil hier nämlich die kulturell-spirituell-religiös
machtvolle Mitte des Nachfolgers "Ostroms" :
=>
"Moskau!"
gemeint ist.
Und nicht das von Zar Peter steril woandershin umgesetzte
Verwaltungszentrum Russlands.
Seit dem Ende des Ende des Oströmischen Reiches 1453,
als Byzanz/Konstantinopel unterging und umbenannt wurde in Istanbul,
nennt sich Moskau nämlich: "das Neue Rom".
Wie eine Exilregierung.
"Moskau" und "Konstantinopel/Istanbul" konkurríeren (abstrakt).
Und eben nicht St.Petersburg und die Hauptstadt der Türkei, Ankara!
Nur Einer kann die Krone Ostroms tragen.
Dieser Anatgonismus ist nach wie vor virulent!!
Abgesehen davon ist es gut denkbar, dass der Schreiber
nur schlicht eine "Anleihe" bei einem anderen Text gemacht hat.
Denn die Grundaussage ist ja so fremd nicht
und sie findet sich auch in "Jasna-Gora",
bei "Antonius von Aachen",
bei "Ludovio Rocco" und diversen frz. Quellen.
Wobei gar nicht so sicher sein mag, ob dieser Grundtendenz
ganz real denn überhaupt Schauungen zugrunde liegen,
oder eher doch die uralte Idee, am "Ende der Zeiten"
siege das Christentum, der Islam werde zurückgedrängt,
das "Heilige Grab" sei wieder im christlicher Hand,
und dann käme aus den Wolken Jesus als Messias herbeigeflogen
und schlage mit einer Eisenstange allen Nichtchristen
den Schädel zu Brei.
(s. Apokalypse, Kapitel 19)
Gruss,
BB
―
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."