<"So ein paar ehemalige Fallschirmspringer,
Hochleistungssportler und
Hardcore-Survival-Fans mit
ausreichend Kenntnissen in Tierhaltung,
Pflanzen und
Gartenarbeit
haben da ganz gute Chancen.">
Hallo, Steffomio!
Eigentlich gehört dieses Thema in den Bereich "Vorsorge" -
jedoch, es sei:
1.
Zu
Survival-Fans (Überlebensventilatoren)
Im Deutschen gibt es zwar das Wort "überleben",
bis jüngst jedoch nur in dem Sinne, einen Sturz, eine Krankheit,
ein Zugunglück etc. überlebt zu haben.
Ganz einfach deswegen, weil man in Mitteleuropa als Einzelner
in der freien Natur schlicht gar nicht überleben kann.
Es sei denn, man fände eine solide und erfahrene Gemeinschaft,
die bereits seit langem erfolgreich autark existiert,
und die einen dann mit durchfüttert, bevor man verhungert ist.
(Aber so eine Gemeinschaft gibt es doch gar nicht!)
Die ersten Siedler in den USA sind trotz bester Voraussetzungen
- Wild- Fischreichtum
- hervorragende Ackerböden
- Erfahrung in Ackerbau/Viehzucht/Jagd
- perfekte Großgruppe
- "feindfrei"
nur allzuoft ganz jämmerlich verreckt.
Im Fernsehen gibt es auf manchen Kanälen Sendungen,
in denen Jemand auf einer vor Fruchtbarkeit und Leben nur so
strotzenden Tropeninsel "ausgesetzt" wird.
Meist nur für 4 Wochen.
Dann hat der nämlich bereits um die 15 Kilo abgenommen,
ist nur froh, daß das Rettungsschiff auch pünklich kommt,
und der dümmliche Fernsehzuschauer vermeint, er hätte
tatsächlich dauerhaft (!) "überleben" können.
2.
Zu
Fallschirmspringern, Hochleistungssportlern und
Hardcore-Survival-Fans
Selbstverständlich hält Oma Tüddelbrink aus Niederbrombach
im Walde/auf der Wiese einige Tage weniger lang durch als ein (s.o.) junger Mann.
Eine Binsenweisheit.
Aber schlußendlich sind dann auch beide hin.
Weil man sich eben nicht von Gras und Blättern ernähren kann.
Und es soll mir bitte Niemand herumphantasieren,
der "Hochleistungssportler" würde dann einfach
von ihm gefangene Rehe und Hirsche essen.
3.
Zu
ausreichend Kenntnissen in Tierhaltung, Pflanzen und Gartenarbeit
Derlei praktische (!) "Kenntnisse" hat in der BDR doch kaum Jemand.
Und auch gar keine Viecher.
Ein Gartengrundstück mit ein paar Mohrrüben, Schnittlauch,
ein paar Kartoffeln, 3 Apfelbäumen, 5 Reihen Erdbeeeren etc. -
das ist sehr nett, solange der nächste Supermarkt noch überquillt:
Mit Steaks, Ölsardinen, Butterbemmen, Kabeljau, dicken Brotlaiben,
mit Wurst und fettem Käse, mit Zucker, mit Palmin und mit deftigen Schweinshaxen.
Sonst ist nämlich bereits mit dem ersten Schnee Ende der Fahnenstange!
Ganz abgesehen davon, daß selbst die freundlichsten Nachbarn
nicht still und demütig verhungern werden, wenn hinter ihrem Zaun
auch nur eine einzelne Himbeere noch an "Deinem" Strauch hängt.
Kannste alles knicken.
Und - ja, ich weiß schon - vorstellen kann ich mir ne ganze Menge.
Beste Grüße!
BB
―
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."