unwahrscheinlich (Schauungen & Prophezeiungen)

Monsignore, Dienstag, 20.10.2009, 21:48 (vor 6050 Tagen) @ Leo DeGard (3026 Aufrufe)

Hallo De Gard,

ich stimme Dir weitgehend zu, möchte jedoch einwenden, dass es nicht
unbedingt eine grosse revolutionäre Volksbewegung braucht um eine
Revolution durchzuführen, die hat es in der Geschichte sowieso nie
gegeben, auch vor der Oktoberrevolution gab es in Russland im Vergleich
zur Gesamtbevölkerung nur sehr wenige Kommunisten.
Damit eine verhältnismässig kleine aber gut organisierte Anzahl
Berufsrevolutionäre einen Umsturz durchführen kann, benötigt sie vielmehr
einen durch Chaos und Bürgerkrieg destabilisierten Staat. Und die
Vorbedingungen für dieses Chaos sind mittlerweile m.E. eindeutig gegeben.
Sobald in den westlichen Staaten das Chaos ausgebrochen ist, werden sich
diese Berufsrevolutionäre zur legitimen Notstandsregierung erklären und
ausländische Truppen zu Hilfe rufen, damit diese die Ordnung wieder
herstellen sollen. Und dann marschiert eben die Rote Armee ein, oder die
Chinesen und dann läuft das ganze nach dem Muster der sowjetischen
Besetzung Afghanistans ab.

Der Vergleich zu Nadschibullah hinkt.

Aus Schauungssicht glaube ich ableiten zu können, dass es zumindest in Deutschland nichts gibt, was man einer Revolution ähnlich bezeichnen könnte. Das ist Wunschdenken von alternden Revanchisten oder wilhelminischen Kaisertreuen...

Gezielte Desorganisation des Staates: nicht mehr nötig, wird von oben von selber besorgt.

Unruhen, Rassen- oder Religionskonflikte: ja, aber auch viel mehr in Frankreich, und dann Italien. Wenn Irlmaier oder der Feldpostbrief davon schreibt, in den Städten würde es wild zugehen, und man solle kein Amt annehmen, ist ja noch keine Aussage über die Nation getroffen. Er kann das ja genausogut durch die "Augen" eines Zeitzeugen in Paris oder Marseille gesehen haben...


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