hallo gerhard!
Hat jemand von Euch den folgenden Text schon einmal in der Hand gehabt?
Sybilla || Die dreyzehend Sybilla || Ein küngin von Sabba || Die vor
langer zytt || Zukünfftig geschicht || Zu erkennen gydt ||
Erschienen: zu Augsburg bey Johann Schönsperger [d.Ä.]), [um 1515]
Umfang: [6] Bl. : Titelholzschn. ; 4°
Das scheint mir der älteste Druck der 13. Sybille, genannt Michalda, zu
sein.
Er liegt in Berlin und in Wien. Falls keiner von Euch eine Kopie hat,
würde ich nun eine besorgen.
gerne, die interessanten passagen (böhmen betreffend) sind aber erst in der ersten hälfte des
19. jahrhunderts dazugekommen.
Denn ich mache mir gerade Gedanken über diese spezielle sabäisch-böhmische
Sibylle. Gefühlsmässig würde ich sagen, dass es sich um ein "Fabrikat von
Prophezeiungen" handelt, ähnlich dem "Lied von der Linde". Aber trotzdem
wäre ich bereit, ein bißchen Zeit darauf zu verschwenden, damit ich
erfahren kann, wie Prophezeiungen entstehen, weitergegeben, umgeformt und
benutzt werden.
Mein jetziger Kenntnisstand ist folgender: aus der Tradition der
sibyllinischen Bücher der Antike hat sich kurz nach 1500 die Sibylla
Michalda, Königin von Saba, zu Besuch bei Salomo, literarisch abgezweigt.
Frühester Beleg dürfte obige Flugschrift sein.
damit hast du recht, soweit ich mich erinnere, eventuell gibt es aber einzelne handschriften, die sogar bis in das 15. jh. zurückdatieren.
Neben dieser "13. Sibylle" bzw. "Königin von Saba/Sheba", taucht dann
eigenartigerweise nach dem Zweiten Weltkrieg eine "Sibylle von Prag" auf,
auch "Sibylle Weis" genannt,
blödsinn, das sind völlig verschiedene "traditionen".
Er wird abgedruckt bei Alexander Gann und Markus Varena
wenn jemand die urquelle (2 ausgaben der zeitschrift futurum) benötigt, ich würde mich von den originalen trennen.
gruß,
randomizer
ps: die sache mit den böhmischen sibyllen ist viel komplexer, als dir schwant.