Interessant wäre es zu erfahren, ob Du in Deinem Traum
symbolisch irgendwelche Änderungen 2013/2014 wahrgenommen hast,
gegenüber der Jetztzeit 2010.
Also Zeichen, die etwa auf leere Regale, Inflation oder
auf Hunger hindeuten.
Wenn Du außer dem Abzug der BW aus Afghanistan nicht viel
wahrgenommen hast, dann bleibt womöglich bis 2014 alles
beim alten.
Oder sollte ich Dein Traum so verstehen, daß Du nur die
Ankündigung des Abzugs in den Medien vernommen hast, in
der damaligen Jetztzeit 2009?
Herzliche Grüße,
Eyspfeil
Hallo Eyspfeil!
Zu meinem Traum vom 24.8.09:
Ich träumte keine Ereignisse aus dem Jahr 2013/2014. Und mein Traum hatte weder einen definitiven miltärischen Abzug zum Inhalt noch Zustände oder Ereignisse wie leere Regale, Inflation, Hunger oder dergleichen.
Der Zeitpunkt, in dem ich mich in meinem Traum erlebte, lag definitiv vor (wohl Jahre vor) dem Jahr 2013, welches, wie ich schrieb, ich mir in meinem Traum tatsächlich in die Zukunft hinein "errechnete" (wohlgemerkt: in meinem Traum, nicht nach meinem Traum errechnete ich mir diese Jahreszahl).
Der Traum selber ist zum allergrößten Teil von persönlichen, für andere vermutlich sehr banal, verworren und wenig spannend erscheinenden Bildsequenzen durchzogen - und als ich ihn am 24.8.09, also nach am selben Tag, hier ins Forum reinsetzte, machte ich vermutlich den Fehler, ihn 1. so brühwarm und in meinen Augen akribisch wiederzugeben wie nur möglich, und 2. ihn mit allerlei persönlichen Reflexionen und Interpretationen des Geträumten zu garnieren. Das Ergebnis war entsprechend ungenießbar - wie ich annehme... Detlev ermahnte mich damals, meinen eigentlichen Traum deutlicher von allen Zutaten zu trennen, was ich dann in einem Folgebeitrag, soweit mir möglich, auch versuchte. Dennoch: Mein Traum steht nun mal da, wie wirklich geträumt, mit vielen langatmigen und langweiligen Passagen, für Dritte wenig informativ, weil - naiv wie ich war - nicht auf die einschlägigen "Kernaussagen" mutwillig (oder clever?) zusammengekürzt, die öffentlich allerhöchstens eventuell von Interesse sind.
Ich zitiere aus meiner gekürzten Version, damit Du Dir ein Bild machen kannst - und schon die Version ist elendig lang.
Aus der ersten Traumsequenz:
"... Aus dieser Gaststätte ereilt mich der Ruf (anders kann ich das nicht ausdrücken), dass mich jemand am Telefon sprechen möchte. Ich sehe mich nicht in die Kneipe gehen. Ich bleibe draußen, "weiß" aber, dass ich in die Kneipe hineingehe und mir am Telefon eine Nachricht abhole. Die Person, die mich informiert, ist mir im Traum vertraut, auch wenn sie gesichtslos bleibt. Die Nachricht lautet: Osama Bin Laden ist tot."
Aus der zweiten Traumsequenz:
"...Eine weitere Person betritt den Flur, nähert sich, bleibt dann aber vor einer Tür stehen, an die sie klopft oder die Klingel betätigt. Jetzt weiß ich, dass diese Tür zu einer Wohnung gehört, die die meine ist, und ich erkenne in der Person vor meiner Wohnungstür einen Handwerker. Dass er ein Handwerker ist, erkenne ich an seiner Arbeitskleidung, außerdem ragt ein Zollstock aus seiner Hosentasche. Ich habe den Eindruck, dass der Handwerker mir im Traum bekannt ist, als hätte er davor irgendeine Arbeit für mich in der Wohnung erledigt.
Im Traum gehe ich auf den Handwerker zu und gebe mich zu erkennen. Es zeigt sich, dass sich der Handwerker aus einem einzigen Grund auf den Weg zu mir machte: Er will mir mitteilen: Osama Bin Laden ist tot.
Ich nehme diese Nachricht als eine neue, mir unbekannte auf. Es dauert, bis mir auffällt bzw. einfällt, dass mir der Inhalt dieser Nachricht doch bereits in der Nacht mitgeteilt worden war (siehe erste Traumsequenz). In diesem Moment weiß ich, dass dies in der soeben vergangenen Nacht passierte, also nur wenige Stunden zwischen der ersten und zweiten Benachrichtigung liegen. Ich bin in meinem Traum irritiert, überrascht und unangenehm davon berührt, dass ich die Nachricht, Osama Bin Laden sei tot, offenkundig hatte vergessen können.
Ich gehe mit dem Handwerker nicht in meine Wohnung, sondern über den Flur in eine Art Aufenthaltsraum, und ich entscheide mich - warum auch immer - dem Handwerker davon zu erzählen, dass ich schon in der Nacht davon gehört hatte, was er mir jetzt berichtet, ich dies aber merkwürdigerweise vergessen hatte. Es ist mir eigentlich peinlich und es gibt keine Notwendigkeit zu einem solchen Eingeständnis, aber ich tu's. Weniger zu dem Handwerker und mehr zu den Anwesenden im Aufenthaltsraum, die mein Gespräch mit dem Handwerker mithören und dessen Nachricht damit natürlich auch erfahren, werfe ich dann die Bemerkung hin, ab jetzt sei Osama Bin Laden jedenfalls "offiziell" tot. Wie ich mich in meinem realen Leben kenne (aktuelle Ergänzung: ich glaube, dass ich das folgende Motiv tatsächlich auch träumte), unterhöhle ich in meinem Traum damit die eventuelle Naivität bei einigen der anwesenden Zuhörer, aus der offiziellen Bekanntgabe der Todesnachricht zu schließen, Osama Bin Laden sei gerade frisch verstorben, nur weil die Nachricht frisch sei. Aber es war nur eine Bemerkung von mir, ohne dass ich etwas darüber wusste, ob und wenn ja, wann dieser Mann verstorben war, und gleichzeitig stand mit meiner so hingeworfenen Bemerkung für mich im Traum die unterschwellige Frage im Raum, was diese Todesnachricht bedeute - ob mit ihr nicht der offizielle Rechtfertigungsgrund des westlichen militärischen Vorgehens in Afghanistan wegfalle.
Ich vermute, dass ich hier nicht zuviel nachträglich in meinen Traum hineininterpretiere, weil ich mir anders das Folgende in meinem Traum nämlich nicht erklären könnte. Unmittelbar auf meine Bemerkung, dass Osama Bin Laden jetzt jedenfalls "offiziell" tot sei, erklang eine Stimme wie aus dem Off (ungefähr aus der Richtung des Handwerkers, aber etwa ein bis zwei Kopfhöhen über diesem), und sie zwar ruhig und klar und deutlich zu vernehmen. Sie sagte nur einen Satz, und dieser Satz war wie eine Antwort sowohl auf meine Bemerkung als auch auf meine unausgesprochene, aber mitschwingende Überlegung zu irgendwelchen praktischen Konsequenzen der Todesnachricht, und ich kann mich an folgende Worte in diesem einen Satz erinnern:
"... schon klar, dass Deutschland mindestens zwölf Jahre in Afghanistan sein wird."
Die zentrale Betonung in dem Satz aus dem Off lag auf der Zahl "zwölf" und dem Wort "mindestens" - und die Zahl sah ich gleichzeitig, wie zu ihrer Verstärkung, im Raum.
(Aktuelle Ergänzung: Folgendes ist keine nachträgliche Interpretation sondern eine klare Empfindung, die ich im Traum hatte: Die Stimme aus dem Off und den Inhalt ihrer Mitteilung empfand ich auf mich bezogen, als eine Kritik an mir, als eine Klarstellung, im Sinne: es braucht kein nebulöses, unwissendes, unnützes Herumgerede wie von mir soeben.)
Im Traum "wusste" ich, dass Deutschland seit 2001 militärisch in Afghanistan aktiv ist, und im Traum begann ich sofort zu rechnen, addierte 2001 + "mindestens" 12 und kam auf "mindestens" 2013. Ich "wusste" im Traum außerdem, dass das Jahr 2013 in der Zukunft lag, der Tod eines Osama Bin Ladens nicht einfach mit dem Rückzug der deutschen Truppen aus Afghanistan gleichgesetzt werden kann. Dass die deutsche Anwesenheit "mindestens" zwölf Jahre dauern würde, verstand ich im Traum so, dass ich mich nicht täuschen solle, dass dies vor "mindestens" zwölf Jahren geschehe, andrerseits es aber nicht nach exakt zwölf Jahren vorbei sein müsse. Einen größeren, erheblichen größeren zeitlichen Abstand zwischen den zwölf Jahren bzw. dem von mir im Traum errechneten Jahr 2013 und dem tatsächlichen Rückzug entnahm ich dieser Off-Nachricht in meinem Traum allerdings nicht. Im Traum erschien es mir eher so: naja, es muss nicht exakt in 2013 sein, aber dicht daran, vielleicht auch in 2014, kaum später."
Den ganzen Sermon kannst Du bei Interesse hier nachlesen:
https://schauungen.de/forum/index.php?id=4805&page=5&category=0&order=time
Vielleicht ist noch Folgendes interessant: Aufgrund eines Beitrags von wizard hier im Forum stieß ich auf den Journalisten Christoph Hörstel und dessen Buch über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Das Thema beschäftigte mich in diesen Tagen sehr und ohne diesen Zusammenhang hätte ich wohl diesen Traum nicht gehabt.
Mir ist klar, dass Außenstehende mit dem von mir Geträumten wenig anfangen können, mir ginge es umgekehrt nicht anders.
Aber für mich persönlich ziehe ich aus diesem Traum doch einen inneren Wegweiser (neben anderem), so wie andere andere Wegweiser haben mögen, die ihnen hoffentlich nützlich sind.
Und aus Schauungen sowie eventuell zukunftsrelevanten Träumen, soweit diese in der Literatur oder in Internetforen nachlesbar sind, ziehe ich seit der Erfahrung meines Traumes noch etwas anderes: dass diese in der Regel wunderbar prägnant und stringent (auch in ihrer Themenbezogenheit...) stattfinden, nicht so verknäult, banal und mit viel Themenfremdem verwoben. Könnte irgendetwas besser dafür sprechen, dass mein Traum keine Zukunftsrelevanz hat?
Aber zum Schluss doch zurück zum Fadenthema (der Traum von trace):
Spätestestes durch meinen Traum ist mir sonnenklar, dass selbst einschlägige, eindeutige und prägnante 'Botschaften' in einem verfremdeten, subjektiv verzerrten oder symbolhaften Gewand daherkommen können - und die Symbolik, die verschiedenen Masken umgekehrt ganz banal, echt und "real" erscheinen können, als Du, als ich, als Handwerker. Wenig beeindruckend als Bilder und als Masken kaum erkennbar.
Herzliche Grüße
Richard