Guten Morgen BB!
Der französische Seher sagt, dass einige Zeit vorher (d.h. vor dem Ende, vor der Wende …?) keine Menschen mehr geboren werden. **) Dürfen wir seinen Ausspruch ein wenig abmildern? Ich denke ja, denn der Sinn wäre immer noch erkennbar und verständlich, wenn wir sagen würden: einige Zeit vorher werden auffällig weniger Menschen geboren werden. Lassen wir ferner „die ganze Welt“ ebenfalls weg - das sei eine weitere Abmilderung -, und beschränken wir uns auf die französischen Dörfer in der Bretagne als einer repräsentativen Stichprobe der Weltbevölkerung.
Diese Prophezeiung wurde irgendwann vor 1891 gemacht und in ebendiesem Jahr dann gedruckt – womit sie „belegt und nachgewiesen“ ist.
120 Jahre später kommt BB und ruft uns zu: Schaut in die Straßen der Dörfer in der Bretagne - da sind keine Kinder mehr! Wir sagen: Fein beobachtet, du aufmerksamer BB; genau so ist es; und was der Seher sagte, das stimmt also! Und wir schlussfolgern: Präkognition gibt es offensichtlich. Und: das Ende ist jetzt nah. Seufz! Große Erleichterung! Die Welt der Seher und Schauungsanalytiker und Weltwender ist damit vollkommen in Ordnung. Und endlich geht es los …
Du selbst bist offensichtlich trotzdem nicht wirklich zufrieden mit diesem Ergebnis – was Dich ehrt. Aber wonach suchst Du eigentlich? Ist die obige Interpretation und Herleitung und Bewertung (!!!) vielleicht doch nicht ganz astrein (ich sag jetzt mal lieber nichts mehr dazu, denn Dein heiliger Sonntag liegt mir wiederum am Herzen)? Oder möchtest Du eine „Erklärung“ für dieses sonderbare Phänomen? Suchst Du nach seiner „Bedeutung“, nach seinem Sinn?
Da kommt Gerhard, der ebenfalls über diesen Ausspruch des Sehers nachgedacht hat, und gibt Dir den Hinweis auf ein Buch, in dem sonderbarerweise ähnliche Dinge gesprochen bzw. angedeutet bzw. vorhergesagt werden: dass nämlich einige Zeit vor dem Ende das gesamte Leben auf diesem Planeten ins Stocken gerät - deutlicher formuliert: unfruchtbar wird (~ Lebenskraft verliert ~ erlischt …). Bei der Lektüre dieses Buches – die sehr anstrengend ist, weil man 97,8% des Textes überlesen können muss – wird dann klar, das dessen Autor eine „Erklärung“ zu liefern versucht (sehr mechanistisch übrigens …): ursächlich handele es sich um eine Änderung des „Magnetfeldes“ (Details sind hier unwichtig). Doch was ist schon eine „Erklärung“? Und was ist ein „Magnetfeld“?
Nun antwortest Du dem Gerhard: dieser Literaturhinweis ist „ziemlich schräg“ und die „Erklärung“ ist es auch, und der ganze Gerhard überdies.
Ich antworte Dir abschließend: Gerne, BB! - und darf Dir als Dank ein unterhaltsames Rätsel für den Sonntagnachmittag mitgeben.
Die kleinsten (und wahrhaftig nicht mehr teilbaren …) Teilchen in diesem Universum sind die so genannten Leptonen, von denen es, weil wir in einer polaren Welt leben, zwei Arten gibt: Brüderchen Elektron und Schwesterchen Positron. Das eine dreht sich „rechts“ herum, das andere nach links – bekanntlich leben wir in einer sich immerfort drehenden, in einer Wirbelwelt. Jedes dieser Leptonen verfügt (…. von einigen anderen fundamentalen Eigenschaften mal abgesehen), über drei Kräfte, die von der gegenwärtigen Physik folgendermaßen bezeichnet werden: Schwerkraft, elektrische Kraft, magnetische Kraft. Und nun kommt die Rätselfrage: welche dieser Kräfte ist die stärkste, welche die mittlere, welche die schwächste – immer bezogen auf die kleinste Einheit, also das Elektron oder das Positron (denn ohne diesen Bezug werden die Größenverhältnisse der drei Kräfte zueinander nicht wirklich klar).
Natürlich handelt dieses Rätsel nur von der „materiellen“ Seite dieses Universums. Vor einigen Tagen hast Du gesagt: über 180 Grad seien von diesem Aspekt bereits erkannt (seit Galilei). Meines Erachtens sind es höchstens 90 Grad des vollen Perspektivkreises. Die übrigen 270 Grad (meine Zählung) oder meinetwegen auch 180 Grad (Deine Zählung) seien Metaphysik, hast Du gesagt, und diese Metaphysik gälte es in Zukunft zu entwickeln, zu erforschen und zu durchdringen. Ja – es ist Metaphysik! Aber nein – sie ist längst schon entwickelt und durchdrungen. Seit rund 30 000 Jahren schon. Na ja – vielleicht leiden wir an Alzheimer und haben das eine oder andere davon vergessen, sprich blockiert. Kann sein. Dann würde es die eigentliche Aufgabe der Zukunft sein, das alles wieder zu entdecken (deblockieren …). Oder eben neu zu entdecken. Das soll jeder nehmen, wie er’s will. Hauptsache es geschieht.
„Erklärungen“ und „Bedeutungen“ und die „wahren Gründe“ für das, was vor unseren Augen sich abspielt, liegen jedoch allesamt im Bereich der Metaphysik.****) Und die „Kräfte“ dort sind noch viel mächtiger als Schwerkraft und Elektrizität und Magnetismus zusammengenommen. Wenn ich ein Bild gebrauchen darf: die materielle Welt sei wie ein Musikinstrument, und die Musik, die erklingt, sei die eigentliche, mithin metaphysische Welt. Aber das Bild stimmt so nicht, die Sache ist umgekehrt. Es ist die metaphysische Welt, die sich die materielle erschafft. Die Musik erspielt sich das Instrument, um gehört zu werden.
Das war das Wort zum Sonntag von Gerhard für BB.
**) PS-1: Der Satz des Franzosen, sieben Jahre vor dem „Ende“ würden auf der ganzen Welt keine Kinder mehr geboren, ist nichts anderes als eine etwas geschraubte Formulierung für eine Erfahrungstatsache und Binsenweisheit: das Ende wirft seinen Schatten voraus. Handelt es sich um das Ende der Welt, dann muß der Schatten auch entsprechend groß und dramatisch sein. Die Weltenwendeanalytik hat für dieses Phänomen den Begriff „Vorzeichen“ geprägt.
****) PS-2: In der materiellen Welt gibt es genau genommen nur Korrelationen zwischen Phänomenen. Man kann diese Korrelationen dann vielleicht klassifizieren (synchrone, kausale, mechanische, genetische etc. etc.), aber „erklären“ tun die rein gar nichts.