Zeitrafferaufnahmen Gletscher (Schauungen & Prophezeiungen)

nickela, Freitag, 13.04.2012, 18:42 (vor 5248 Tagen) @ BBouvier (4977 Aufrufe)

Hallo BB,

es gibt schöne Zeitrafferaufnahmen von Gletschern, auf denen man die Gletscherbewegungen sehen kann:

Auf oberirdischen Aufnahmen kann man sehen, wie die Gletscher fließen, langsam, aber praktisch wie Sirup. Tolle Aufnahmen gibt es aus einem Tunnel, aus dem durch einen Felsspalt ein kleines Stück Gletscherunterseite sichtbar ist. Da sieht man, wie Eis mit Dreckschlieren und Kratzern am Spalt vorbeizieht. Man erkennt sehr schön, wie das Eis über den glatten Felsuntergrund schleift. Es ist leicht sich vorzustellen, wie irgendwo vielleicht ein Stück Fels abbricht und mit dem Eis über den Felsuntergrund geschleift wird. Bei Zeitrafferaufnahmen von Gletscherzungen sieht man, die Eis abbricht und einerseits Steine und Dreck von der Gletscheroberfläche vor den Gletscher fallen sowie andererseits vom Schmelzwasser Steine und Schlamm aus dem Gletscher rausgeschwemmt werden. Geht der Gletscher im Sommer zurück, bleibt vor dem Gletscher ein Schotterfeld zurück, das im Winter vom vorrückenden Eis nach vorne zusammengeschoben wird.

Die Aufnahmen zeigen nur Gletscher, die sich zurückziehen. Deshalb kann man nirgendwo sehen, wie sich Gletscher auf eine Endmoräne aufschieben. Dass ein Gletscher nicht wie eine Planierraupe die Endmoräne vor sich herschiebt, kann man sich vorstellen. Stattdessen dürfte er aufgestaut werden, sich über die Moräne drüberschieben und dabei (wie beim Beispiel der Feder) auf der Unterseite eine dünne Schicht Steine und Schotter mitschleifen. Das mitgeschleppte Material wird dann weiter unten wieder beim Abtauen der Gletscherzunge abgelagert, genau wie oben beschrieben. Wenn jetzt lange genug das Eis über die alte Endmoräne gleitet, wird das gesamte Material zur neuen Endmoräne transportiert.

Plötzliche und heftige Veränderungen im Hochgebirge sind auch bekannt: Ganze Bergteile können abbrechen und ins Tal stürzen, wie zum Beispiel 1987 passiert. Hinter solchen Bergstürzen können Stauseen entstehen, die entweder beim Überlaufen langsam den "Damm" abtragen oder diesen in einem Dammbruch wegdrücken - ebenfalls ein heftiges und plötzliches Ereignis. Eine andere Quelle von Sturzfluten können Gletscher sein, in denen sich Schmelzwasser in Blasen sammelt, die plötzlich aufbrechen und das ganze Schmelzwasser in einem Rutsch abgeben, so geschehen z.B. Ende des 19. Jh. oberhalb eines Kurorts, dabei gab es viele Tote.

Gruß

Nickela


Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.


Gesamter Strang: