moin,
meine definition weicht ab.
Ich verwende gern die folgende Definition:
Prophezeiung:
Eine Beschreibung eines zukünftigen Ereignisses, dessen Eintreffen nicht gewiss ist und, neben dem Ereignis selbst auch dessen Abwendung/Änderung zum Inhalt hat.
eine beschreibung von zukuenftigen, alternativen ereignissen, deren eintreffen konditional vom verhalten des empfaengers abhaengt.
(im allgemeinen mit religioesem inhalt und haeufig von einer "person" moderiert )
Schauung:
Eine Beschreibung eines zukünftigen Ereignisses, dessen Eintreffen nicht gewiss ist und, da ja bekannt, geändert werden könnte.
eine beschreibung von zukuenftigen ereignissen, die normalerweise nicht geaendert werden kann.
(kann von einer "person" moderiert sein, oder nicht)
Dabei fragt sich natürlich, ob die zur Änderung nötigen Faktoren auch von dem/den Empfänger/n der Prophezeiung beeinflußt werden können.
nach den definitionen, die wir hier ueber die jahre entwickelt haben, ist gerade diese, vom empfaenger geforderte beeinflussung das entscheidende merkmal fuer eine einordnung als prophezeiung.
(eine erscheinung kann also je nach inhalt eine prophezeiung, oder eine schau mitteilen)
Gewissheit, ob es eine Prophezeiung war, gibt es leider nur dann, wenn das Ereignis eingetreten ist, aber einen anderen Verlauf nahm, wie prophezeit. Wenn das Ereignis nicht eingetreten ist, ist es entweder noch nicht eingetreten oder aber es ist komplett ausgefallen. In dem Fall gibt es niemals eine Bestätigung, ob es sich um eine Prophezeiung gehandelt hat. Man kann im Prinzip bis zum jüngsten Tag warten, ob sie sich noch erfüllt. Es hängt natürlich auch immer davon ab, was eine Prophezeiung zum Inhalt hat, ob man sie als erfüllt, erfüllt und geändert oder als ausgefallen betrachten will.
ja.
Gewissheit, ob es eine Schauung war, gibt es ebenfalls erst dann, wenn das Ereignis unverändert genau so eingetroffen ist, wie es gesehen wurde.
ja.
Eine Schauung kann nachträglich als Prophezeiung klassifiziert werden, wenn die Schauung nicht unverändert eingetroffen ist. In dem Fall unterliegt es der Interpretation, wie der tatsächlich stattgefundene Verlauf der ursprünglichen Schauung zuzuordnen ist. Es ist klar, dass unter diesen Umständen die Abgrenzung spekulativ werden kann.
nein.
da das wesen der prophezeiung die aufforderung zur "aenderung" ausdruecklich enthalten muss, um eine solche zu sein.
was ist eine veraendert eingetroffene "schauung"?
in meinen augen weder exakt eine prophezeiung, noch exakt eine schauung.
mir ist diese moeglichkeit nur aus einem einzigen fall bekannt. der famosen "strassenbahnschau".
und wenn ich nicht vollstes vertrauen zu BB haette, dass er seinen sohn bis zum letzten tropfen ausgemolken haben wird, waere ich geneigt, anzunehmen, dass uns nicht die ganze "schau" mit allen begleitumstaenden bekannt ist.
im moment behelfe ich mir, indem ich diese sache als die "ausnahme der regel" auf eis lege.
Ich würde das präkognitive Déjà-vu gerne als Schauung ansehen. Das markante daran ist ja die exakte Übereinstimmung der Schau/Traum mit dem Ereignis. Darüber berichtet wird ja gewöhnlich auch nur dann, wenn es eine Verifizierung gibt, also das Ereignis eingetreten ist.
Ein Déjà-vu Erlebnis ist eigentlich zu kurz, um geändert werden zu können, es kann höchstens ausfallen. In dem Fall hat man dann wieder die bekannten Zuordnungsprobleme.
ja.
gruss,detlef