Flut nach Schneeschmelze (Schauungen & Prophezeiungen)

Ludo, Baden bei Wien, Österreich, Samstag, 02.03.2013, 11:09 (vor 4988 Tagen) @ Taurec (5442 Aufrufe)

Schnee schmilzt nicht von einer Sekunde auf die andere und erzeugt daher auch keine Flutwellen, sondern vergleichsweise langsames Ansteigen des Wassers bis zu einem Höchstpegel, danach allmähliches Abflauen.

Hallo liebe Leser!

Das Haus meiner Mutter steht in Tribuswinkel (Österreich), bei Baden neben dem Schwechatbach. Er ist ein typischer Abflusslauf der als Sammler der kleinen Bächen aus dem Wienerwald dient, im Sommer extrem wenig Wasser führen kann, also ein Rinnsal darstellt, und genauso gut gefüllt sein kann in Zeiten mit viel Niederschlag.
Die Dammkronen liegen 4m über dem Bachbett und doch ergab es sich so das 2001 nach tagelangen Regenfällen das Ding einfach übergelaufen ist. Mit 20-25m Bachbettbreite klingt es lächerlich, das das passieren kann wenn man im Sommer mit dem Hund knöcheltief im Wasser spielt.
Wenn´s regnet oder der Schnee schmilzt dann ist das Wasser nach 3 Tagen da... Es ist nie sofort Hochwasser da. Nur weiss ich das der Pegel damals binnen einer Stunde dreieinhalb Meter erreichte. Vorher war er auf einem Meter ca.. Dann Höchststand bei 4,20m (Kelleroberkante, Wohnzimmer ist grad noch trocken geblieben) und nach 2 Tagen ist es wieder weg gewesen - Chaos hinterlassend.

Im Jänner diesen Jahres, hatte es in Baden wieder ein mal viel Geschneit (ich wohn in der Stadt) - ca.40cm - und diese Mengen kenne ich eigentlich nur aus meiner Kindheit, wo früher unsere Glashäuser (6m Firsthöhe) an den Stehwänden mit Schnee zugeweht waren. Geschätzt ist da sicher immer 1m Schnee gefallen der sich über den Winter angesammelt hat im Durchschnitt - bieb gefroren weil wir fast nie Warmphasen hatten im Winter.
Fakt ist das die 40cm Schnee dann 1 Woche Später, bei unglaublichen 15 Grad Plus (30.01.2013) binnen 2 Tagen weg waren, also extrem schnell abgeschmolzen sind, die Schwechat wieder ein reissender Fluß geworden ist. (3/4 voll)

Der Zyklus ist immer gleich und meine Mutter meinte das sie genau sagen könnt um wieviel Uhr es in Mayerling zum Regnen begonnen hat und wieder aufgehört hat wenn der Bach steigt/fällt. Sie sagte auch das das Wasser am schlimmsten ist - "Vorm Feuer kannst wegrennen, aber vorm Wasser ned". Des Wasser is dann überall - hab ich dann nach dem Hochwasser verstanden was die "Alten" mit dem Spruch meinen...
Katastrophen zeichnen sich eben dadurch aus das sie von den "Experten" zunächst nicht als Katastrophe eingestuft also unterschätzt werden und dann alles anders kommt. Meine Mutter hätte niemals gedacht das sie ein Hochwasser erleben würde.
Ich bin sehr wohl der Überzeugung, das es nach Schneeschmelzen zu extremen Hochwassern kommen kann. Erinnern tun sich vermutlich deswegen wenige weil sie alle "200 Jahre" oder so mal vorkommen.
Es braucht sich nur überdurchschnittlich viel gefrorenes Wasser ansammeln, das dann plötzlich abschmilzt.

Unwetter - Sog. Graupelschauer oder Hagel ist ja eigentlich ganz Normal und kommt im Spätsommer ja regelmäßig vor, speziell Kärnten und Steiermark sind da sehr betroffen wegen der Topographie bei uns in Österreich.
Und diese Unwetter sind immer punktuell - also nicht das ganze Land Betroffen, meistens nur Ortschaften oder Bezirke.
Ich schätze im Bayrischen Wald ist das ähnlich bzw. im gesamten Alpen Vorland.


Hier noch zwei Links:
zum "Schneechaos" heuer. Waren sicherlich auch pol. Interessen dahinter wegen Volksbefragung über Wehrdienst / Berufsheer in Österreich. Ich war stark am überlegen Langlaufen zu gehen in der Innenstadt und im Kurpark - 2 Tage war irgendwie nix "gescheit" geräumt.
Zeitungsartikel - Kronenzeitung

und die Schmelze danach
Warm wars...


Grüsse

Ludo


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