Hallo, Katja,
meine Frage war teils berechtigt, teils schon ein wenig provokant. Ich weiß selbst auch, zu was Menschen in Extremsituationen fähig sind..... Aber es ist wieder einmal individuell verschieden! Nicht jeder Slumbewohner wird kriminell, einige ziehen es vor, den Müll zu durchwühlen, statt zu klauen oder zu morden. Versteht ihr?
es hat ja auch niemand behauptet, dass die Nachbarschaft aus Engeln bestünde und in Problemvierteln ausschliesslich Monster wohnen.
Nehmen wir den Entführungsfall Jakob von Metzler, der von Magnus Gäfgen getötet wurde. Der Typ sieht im Fernsehen absolut harmlos aus. Was ihn nicht abhielt, den Jungen umzubringen, um sich zu bereichern.
Jedoch ist in der Kriminalstatistik belegt, dass bestimmte Zuwandererkreise überproportional häufig in Erscheinung treten.
Zudem waren die beiden Weltkriege vom grossen Zusammenhalt der ethnisch homogenen Einwohner geprägt, sowie von unglaublicher (Selbst-) Disziplin und inexistenter Erwartungshaltung. Die Alltagskriminalität als Indikator für Gewaltbereitschaft lag, verglichen mit heute, extrem niedrig. Zumindest im zweiten Weltkrieg gab es viele Schutzräume, die heute sämtlich fehlen.
Es haben sich also alle Rahmenbedingungen verschlechtert, vielleicht mit Ausnahme des Hasspegels bei Soldaten, der im Verhältnis zwischen Deutschen und Russen von beiden Seiten aus künstlich aufgebaut wurde. Dafür gibt es heute einen Hasspegel in der Zivilbevölkerung (scheiss Schweinefresser).
In der Schweiz lässt sich feststellen, dass gewisse Asylanten nordafrikanischer Herkunft vor nichts und niemandem mehr einen Funken Respekt haben. Die lachen die Ermittler einfach aus. Ähnliches wird in Deutschland von Fussball-Gewalttätern berichtet, die auf niemanden mehr hören, auch auf keine Rädelsführer, sie agieren unkontrollierbar. Von kriminellen, organisierten Banden eh nicht zu sprechen.
Allerdings stellt sich die Frage, ob man es als Otto Normalverbraucher, der unauffällig unter dem Radarschirm zu bleiben versucht, wirklich mit organisiertem Verbrechen zu tun bekäme (dann wäre man bereits jetzt im Fokus derer), oder nicht eher zum Zufallsopfer von Gelegenheitstätern würde. Wenn es dumm läuft, bekommt man mit beiden zu tun, weswegen es tatsächlich die Ansicht gibt, man solle kritische Phasen in der Wildnis zu überleben versuchen.
Ich weiß auch nicht, wie ich reagieren würde, wenn jemand mich oder meine Familie bedroht! Könnte ich es überhaupt? Rein praktisch gesehen. Ich besitze keine Waffen, außer vielleicht ein Pfefferspray HA,HA,HA.
Nicht hahaha, das ist besser als nichts.
Allerdings müsste man die Handhabung etliche Male geübt haben.
Alles beginnt doch mit der bewussten Entscheidung, sich wehren zu wollen, und nicht passives Opfer zu spielen. Hat man diese Entscheidung getroffen, stehen notfalls auch andere, improvisierte Abwehrmittel zur Verfügung. Wie gesagt, alles ist besser als nichts. Ob der Einsatz dann vernünftig sein würde, hängt von der Bedrohungslage ab. Die Empfehlungen, sich mit Armbrüsten und Co. zu bewaffnen, weil sie halt frei erwerbbar seien, gehören hierher. Das kann gegen einen Einzeltäter mit Messer vielleicht helfen, sind es aber zwei, ist es schon einer zuviel.
Ich wäre körperlich vermutlich gar nicht in der Lage, aber ehrlich, ich weiß nicht mal, ob ich psychisch dazu fähig wäre. In der Theorie stellt man sich das immer so einfach vor, aber dann ganz real einen Menschen zu verletzen oder gar zu töten, speziell, wenn man weiß, dass dieser doch auch aus Verzweiflung heraus handelt 
Das ist die Entscheidung, von der sich schrieb. Die muss vor Eintritt eines Erstfalles gefunden werden. In der Situation erst nachzudenken, ist tödlich. Und die Motivlage eines Gewalttäters muss mir völlig gleichgültig sein, um einen Angriff abzuwehren, es geht nur um Fakten. Es stünde ihm ja offen, es mit dem Zauberwort *Bitte* zu versuchen, wenn er das nicht will, weiss ich Bescheid, und handle danach.
Aus Berichten meiner Familie, die den 2. WK miterlebt hat, weiß ich, dass die meisten erst mal versucht haben durch Handel, Tausch, aktive Mithilfe auf einem Bauernhof z.B. (die Männer waren ja fast alle im Krieg) sich Lebensmittel zu beschaffen. Klauen oder gar jemanden verletzen war das allerletzte Mittel.
siehe oben, eine Frage des Massenbewusstseins. Das hat sich eindeutig verschlechtert.
Und ich habe auch dadurch erfahren, dass nicht der Hunger das Schlimmste war, sondern eben doch die Bombenangriffe, der Feuersturm, mit ansehen zu müssen, wie Menschen bei lebendigem Leib verbrennen durch Phosphorbomben, die nicht einmal Wasser zu löschen imstande ist.... Die Vergewaltigung der Frauen und Mädchen. Das alles hat sich im Gedächtnis eingebrannt, nicht der Hunger, der war nur Randerscheinung.
Und der Gedanke, sich rechtzeitig mit anderen zusammen zu tun, um dann stärker zu sein, allein, weil ja jedes Individuum andere Fähigkeiten mitbringt, ist doch wohl eine legale Überlegung, auch wenn das bedeutet, dass ich teilen muss.
Natürlich. Wie BB schon schrieb, kommt man mit entsprechendem Vorsatz überall rein, spätestens, wenn man mal schlafen muss. Oder man wird ausgeräuchert. Ein Alleingang ist aus dieser Sicht schwierig. Immerhin aber hat man den Vorteil, dass man davor sicher ist, durch Fehler von anderen zum Opfer zu werden, weil man sich auf sie verlassen hat und durch ihr Fehlverhalten verlassen wurde.
Zu dieser Thematik habe ich auch noch keine befriedigende Antwort gefunden.
Beste Grüsse vom Baldur