Guten Tag zusammen.
Ein befreundeter Malermeiseter kann seinen Beruf nicht mehr unmittelbar ausüben, wegen einer Kopfverletzung und einer damit verbundenen cerebralen Achromatopsie – einer Störung der Farbwahrnehmung. Diese äußert sich so, dass weiße und besonders helle graue und bläuliche Schattierungen gelblich gesehen werden und helle braune bis grünliche Fartöne dagegen in kräftigem gelb erscheinen. Dunkelgrün und dunkelblau dagegen als schwarz. Der Malermeister ist sich seiner durch den Unfall erworbene Störung seiner Sinneswahrnehmung voll bewusst, bezeichnet aber immer die empfundene (falsche) Farbe.
Irlmaier soll im Krieg vier Tage lang in einem Unterstand verschüttet gewesen sein. Ob er dabei in völliger Dunkelheit ausharren musste oder er sich lediglich nicht selbst befreien konnte und/oder dabei auch eine Kopfverletzung davon trug, ist nicht ganz klar. Fakt ist, dass es unter den o. g. besonderen Umständen zu einer dauerhaften Störung des Sehvermögens, zur Xanthopsie kommen kann, bei der alle hellen Gegenstände gelblich erscheinen.
Dass er in seinen Schauungen eine Affinität zur Farbe gelb hatte, ist mindestens vierfach belegt:
- gelber Strich,
- gelbe Menschen
- gelber Drache
- gelbes Gras
Könnte es zielführend sein, aus der Sicht einer gestörten Farbwahrnehmung die Schauungen Irlmaiers zu interpretieren?
Der Malermeister verwendete nach seiner Verletzung Adjektive häufiger die mit Farben beschrieben also z. B. statt das "schnellere" Auto ist rot das "rote" Auto ist schneller.
Ähnliches kann man bei Irlmaier beobachten.
Gruß
Nullmark
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