Ah ja! (Schauungen & Prophezeiungen)

IFan, Sonntag, 05.10.2014, 21:39 (vor 4407 Tagen) @ BBouvier (4010 Aufrufe)

Hallo BB,

auch Dir einen herzlichen Gruß und vielen Dank für die detaillierte Antwort. Freut mich, dass Du auf meine Antwort an Taurec reagierst, das hat mich auf eine Weile von einer direkten Antwort an Dich entpflichtet. (Ich gehe mal davon aus, dass sich im Forum unter Pseudonym alle duzen, wobei ich mich dann einreihe; normalerweise bin ich da etwas differenzierter.) Ja, wenn ich recht darüber nachdenke, kann es gut sein, dass die Sache mit Stieglitz eine heftige Schwadronade von Bekh ist, der seinen geringen Informationen einen ordentlichen Schuss eigenen Senf zufügt, damit er überhaupt diese (wichtige?) Quelle in seinem Buch nennen kann, ohne, dass es zu dünn und damit lächerlich wirkt.

Nichtsdestotrotz kann am Kern etwas dran sein.

Dass der WV von sich selber spricht, ja, dieser Verdacht kam mir schon gleich, als ich das erste Buch gelesen habe, in dem er zitiert wurde. Das macht die Sache prinzipiell natürlich verdächtig, an sich kann theoretisch aber trotzdem etwas dran sein. Immerhin wird ja auch gesagt, dass er nach nur einem Jahr abdankt, freiwillig und aus Anstand wohl. Die Zahl der Überlebenden nach Krieg und kosmischer Katastrophe wird wohl äußerst gering sein, da kann man die Wahl eines "Königs" oder "Kaisers", wohlgemerkt, eines vorläufigen, vielleicht mit der Wahl eines Anführers vergleichen, nachdem eine Gruppe Schiffbrüchiger eine Insel erreicht hat. Die Auswahl ist dort äußerst gering, und da kann auch jemand als Oberhaupt gewählt werden, den man in einer Millionen zählenden Zivilgesellschaft bei starker Konkurrenz vielleicht für "eher nicht so geeignet" halten könnte.

Natürlich kann man alle Schauungen so weit sezieren, dass nichts dran bleibt. Dann bleibt aber im Grunde aber nachher nichts mehr übrig, über das man diskutieren kann. Vielleicht kann man die Schauungen auch so betrachten, dass man zwischen den Zeilen liest. Das eigentliche Problem ist, dass man bei den berichteten Visionen unterschieden muss zwischen dem, was die Seher wirklich gesehen haben, und ihren Interpretation davon. Da wir selber ja nicht in der Lage sind, die Visionen nochmal hervorzurufen und objektiv nachzuprüfen, können wir nur das zur Hand nehmen, was die Seher uns berichtet haben. Doch die Berichte sind eben nicht nur reine Berichte, sondern gleich schon gemischt mit ihren eigenen Erklärungen des Geschehens. Wobei das vielleicht unvermeidlich ist; gerade weiter in der Zukunft gelegene Dinge enthalten vielleicht schon Sachen, die mit heutigen Begriffen gar nicht zu fassen und zu beschreiben sind; da muss man halt das nehmen, was vorhanden ist. Kapitän Cook zum Beispiel hätte ein heutiges Atom-U-Boot gar nicht richtig beschreiben können; keinen der Begriffe "Atom", "Kernspaltung", "Turbine" oder "Elektrizität" hätte er verwenden können, statt dessen hätte er auf damalige Begriffe zurückgreifen müssen, die er aber besonders intensiv hätte nutzen müssen, um seinen Zeitgenossen eine detaillierte Beschreibung zu liefern. Übernimmt man diese Beschreibungen 1:1, wirken sie dem Kenner "falsch".

Natürlich ist das nicht direkt für die Beschreibungen des Waldviertlers zu übernehmen; es ist eher eine Allegorie.


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