Hallo Redemption und ein frohes neues Jahr allerseits!
Nun, ich habe Deinen Bericht mit Aufmerksamkeit gelesen, parallel dazu auch Deinen Artikel im Bereiche "Vorsorge und Überlebenstechniken", in welchem Du gerade die Frage stelltest, ob es nicht sinnvoll sei, sich auf einer hochseetauglichen Yacht auf den offenen Ocean hinauszubegeben, und dort die Riesentsunamis einfach unter sich hinwegrollen zu lassen. Ähnlich klingt Deine Idee, sich ans "Ende der Welt" ("Down Under") zu begeben, um dort auf einsamen Inseln auszuharren, bis der ganze Spuk, mehr oder weniger glimpflich, abgelaufen ist... Herrlich romantisch!! Freitag und Robinson lassen grüßen.
Nun, zuerst klingt das ganze ja mal recht plausibel. Zuerst....
Aber nehmen wir doch mal das ganze Construct auseinander: Viele dieser Inseln sind, da oftmals aus Corallenriffen entstanden, im Verhältnis zu anderen Theilen der Welt, recht flach, auch wenn sie eine, wie Du schreibst, theilweise recht stattliche Größe aufweisen. Es wird ja bereits von wissenschaftlicher Seite prophezeit, daß bei weiterer Erhöhung des Meeresspiegels durch die globale Erwärmung, deren Ursachen hier jetzt einmal dahingestellt sein mögen, sowie der damit angenommenen Polkappenabschmelzung und somit erhöhten Schmelzwassereintrages in die Weltenmeere viele dieser Südseeparadiese für immer von der Landcarte getilgt werden, indem sie im Meere versinken. Soviel zu der Tsunamifestigkeit solcher "Paradise im Pacific", der dann wohl alles andere als pacifisch sein wird.
Selbst wenn diese Inseln recht groß, vielleicht sogar hoch genug sind, um diesem Schicksale zu entgehen, dennoch, keine dürfte die Größe von zum Beispiel Großbritannien, Neuseeland oder equivalentem erreichen, und was dort in einzelnen Schauungen angedeutet wird (egal, ob nun real eintreffend oder nicht) scheint selbst ein Inselgefüge dieses Ausmaßes in einem Streiche im Meere versinken lassen zu können! (Schauungen einer Riesenwelle, die fast ganz England und große Theile Norwegens, Schwedens, des gesamten Balticums sowie Norddeutschlands zerstört) Wie stark selbst "normale" historische Erdbeben sein können, sieht man, wie ich finde, am besten an der Stelle vor Alexandria, wo vor etlichen Jahren (endlich einmal!), nach gezielten Tauchgängen auf der Suche nach dem berühmten (Leucht)turm von Pharos, ganze Theile von den ehemaligen Hafenanlagen, ja, sogar wohl vom Palaste der Cleopatra, gefunden wurden. Oder man sehe sich einmal die Explosion des Krakatau an, oder der des Vulcanes Thera, der die griechische Ägais heimsuchte und die Cultur der Minoer in einem Handstreiche hinwegfegte.
Zurück zu den Inseln im Pacific, respective Neuseeland. Viele der Inseln, vor allem, diejenigen, die "richtig hoch sind", sind auch vulcanischen Ursprunges, insbesondere Neuseeland liegt, wie auch Japan, Indonesien, die Philippinen, etc., auf einem DER Erdbebengürtel der Welt schlechthin Erdbebenkarte und Erdbebenkarte 1963-98, im Falles eines "Weltbebens" verheerend!!
Genauso fatal ist die Einschätzung, daß, weil westliche Cultur im Lande oder auf den Inseln vorherrsche, diese bei derartigen Verwerfungen der äußeren Umstände auch weiterhin bestehen blieben; das Gegentheil dürfte wohl der Fall sein. Man sehe sich nur einmal die "Riots" in America und England in den vergangenen Jahren an: Civilisation adé! Vielmehr werden sich die wenigen indigenen Überlebenden wieder der alten Cultur ihrer Urahnen erinnern, und ob das dann noch compatibel mit Deiner Welt ist, oder ob Fremde dann nicht vielmehr als "das Letzte, was uns in unserem Lande noch fehlt" eingestuft werden, zumal die Landnahme der Europäer dort alles andere als friedlich und democratisch ablief, wage ich doch stark anzuzweifeln! Dort sind noch viele "alte Rechnungen" offen und eine derartige Situation ist die beste Gelegenheit sich ihrer und ihrer "Rechnungsersteller" zu entledigen! (Wer wollte es ihnen ernsthaft verübeln?)
Nein, mit Verlaub, ich halte dies für eine ganz und gar nicht guthe Idee!
Um es gleich noch anzuhängen: die Idee mit der Hochseeyacht ist genauso einfältig.
Irgendwann muß ich ja mal wieder an Land gehen, um wenigsten Trinkwasser und gegebenenfalls auch diverse Nahrung zu besorgen (wir sind keine Fische!).
Wie sähen dann wohl die Küstenlinien aus, an denen ich anladen möchte?? Das dürfte wohl recht schwierig werden, wenn man sich nur mal die Bilder des kleinen Weihnachtstsunamis von vor zehn Jahren ansieht (eine guthe Freundin von uns und eine mitgefahrene guthe Freundin ihrerseits, die mittendrin waren, hatten es knapp überlebt!), zumal dann keine internationale Hülfe dort die Küsten aufräumte, Trinkwasser vertheilte, Nahrung und Nothunterkünfte bereitstellte und die aufkommenden Seuchen bekämpfte. Infrastructuren weltweit adé!
Nee, nee, so einfach ist die ganze Sache leider nicht...
Zu etwaigen Schauungen aus diesen Theilen der Welt kann ich leider allerdings nun rein gar nichts beitragen. Ich werde aber, wie immer, mit Spannung das Forum weiterverfolgen und hoffe, daß sich vielleicht etwas fndet, was hier eingestellt werden kann. Es bleibt spannend!
Gruß aus dem leicht verschneiten Oberbergischen!
Der Oberberger