Hallo Weltenwende Forum,
ich überlegte mehrere Jahre, ob ich das folgende Posting hier bringen sollte, oder nicht. Nun ist meine Entscheidung gefallen.
Kurzversion: Ich sehe ein Indiz, dass die vielfach geschauten russischen Soldaten auf deutschem Gebiet nicht zum deutschen Nachteil sein müssen.
Wie komme ich zu so einer Aussage?
Hier die Langversion - zuerst ein paar einleitende Grundlagen:
Ist im Forum ein Verfahren namens Familienaufstellungen bekannt? Falls nicht, hier der relativ neutrale Wikipedia Artikel.
Die Essenz davon: „Für manche Familienmitglieder werden dann aus der anwesenden Seminargruppe Stellvertreter ausgewählt, die zueinander in Beziehung positioniert werden. Auch für den Klienten selbst gibt es einen Stellvertreter, der für dessen eigenes Ich steht und zu den anderen repräsentierten Familienmitgliedern in räumlichen Bezug gestellt wird.“
„Aus ihrer Position heraus können die Stellvertreter Gefühle und Gedanken entwickeln, die denjenigen der repräsentierten Personen aus dem Familiensystem des Klienten entsprechen. Dieses Phänomen wird als „repräsentierende Wahrnehmung“ bezeichnet. Die Angehörigen des Klienten werden im so strukturierten Raum der Wahrnehmungen gleichsam zu psychisch Anwesenden.“
Diese Technik wurde in den letzten 20 Jahren massiv weiterentwickelt – nunmehr gibt es auch Systemaufstellungen, Organisationsaufstellungen, Unternehmensaufstellungen, … usw.
Ich bevorzuge den Begriff „Aufstellungen“ für die Summe all dieser Methoden, welche alle auf repäsentierender Wahrnehmung von Stellvertretern basieren.
Mir ist bewusst, dass diese Techniken und die damit einhergehenden Phänomene wissenschaftlich höchst umstritten sind. Klassische Psychotherapeuten kämpfen vehement gegen die vermeintliche Konkurrenz und lassen keine Gelegenheit aus, die „Scharlatanerie“ zu verdammen und davor zu warnen. Teilnehmer (u.a. auch neophile Psychotherapeuten) solcher Seminare sind zu 99% tief beeindruckt und nachhaltig verändert, weil sie Zeuge eines subjektiven „Wunders“ wurden.
Was sie erlebt haben, ist meiner Meinung nach Prä- und Postkognition (gibt es letzteren Begriff bereits?) in Aktion. Was meine ich damit?
Menschliche Stellvertreter in Aufstellungen repräsentieren lebende oder verstorbene Personen, Gruppen von Menschen, abstrakte Entitäten (z.B. Liebe, Erfolg, Tod, Moral, …), Interessengruppen von Unternehmen (Produkt, Management, öffentliche Wahrnehmung, …), Länder, politische Systeme usw. Die Möglichkeiten sind nur von der Phantasie und dem Mut (bzw. der Erfahrung) des Aufstellers (= des Aufstellungsleiters) begrenzt.
Die Stellvertreter (und natürlich auch der Leiter) werden von einer repräsentierenden Wahrnehmung ergriffen und haben temporär Zugang zu Information aus Zukunft und Vergangenheit, welche sie - wissenschaftlich betrachtet - NICHT HABEN KÖNNEN.
Diese Informationen manifestieren sich beim Stellvertreter als spontane Gedanken, Gefühle, Emotion, inneres Bild, innere Stimme, Déjà-vu, (intensive) Körpergefühle und -reaktionen, usw.
Es entfaltet sich eine für alle Beteiligten sicht- und fühlbare Zusammenfassung der relevanten Ereignisse (aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) im Zeitraffer. Maßgeblich für die Relevanz ist die Intention (= die Absicht) der Person, welche um die Aufstellung gebeten hat.
Nochmal Wikipedia: „Das Phänomen der so genannten repräsentierenden Wahrnehmung kann bis heute nicht erklärt werden, jedoch konnte Peter Schlötter in seiner Dissertation (Universität Witten/Herdecke, 2005) mit einer großangelegten Untersuchung (2800 Einzelversuche) empirisch nachweisen, dass bestimmte repräsentierende Wahrnehmungen überindividuell reproduzierbar sind, dass also unterschiedlichste Personen (Stellvertreter) tendenziell gleiche Wahrnehmungen in Systemaufstellungen äußern.“
Ich kann Euch nicht erklären, wie das funktioniert – ich kann nur bestätigen, dass es funktioniert.
Ich schreibe dieses Posting als Mensch, welcher in seinem Leben ca. 1000 Mal selbst in einer Stellvertreterrolle stand, darüber hinaus Zeuge von mehreren Tausend Aufstellungen war und als Typ, dessen Berufung – nicht Beruf - es mittlerweile ist, Aufstellungen selbst zu leiten und auch ein eigenes Seminarhaus mit diesem Themenschwerpunkt zu betreiben.
Nochmal: Ich weiss nicht, WIE es funktioniert und es ist mir auch egal – da bin ich Pragmat – manche sprechen von „morphogenetischen Feldern“, andere vom „Great Spirit“, wieder andere von „Channeln“... ich selbst habe keine konsistente Theorie dazu, nur die sehr oft bestätigte Erfahrung, dass ein Stellvertreter entweder detailliete Infos bezüglich der Vergangenheit bringt (die er rational betrachtet nicht haben kann, weil er der Person, die er stellvertritt, nie begenet ist) oder konkrete Ansagen zur Zukunft, welche sich Tage, Wochen oder Jahre später bewahrheitet haben. Im Kleinen und im Großen.
Warum erzähle ich Euch das alles? Der Pionier dieser Technik ist ein Mann namens Bert Hellinger. Hoch umstritten. Für die einen Scharlatan und Manipulateur, für die anderen würdiger Kandidat für den Friedensnobelpreis. Ich kenne ihn seit 10 Jahren persönlich und sehe in ihm (ohne irgendein „aber“) einen hochintegeren weisen Mann und einen guten Freund. Neben vielen anderen Menschen war auch er mein Lehrer.
Im Jahre 2012 gab er einen Weiterbildungsworkshop für Aufsteller in Prag. Ich war dort. Es gibt ein frei zugängliches Video von einem interessanten Ausschnitt davon. Dieses hier.
Im Video zu sehen ist eine Aufstellung von 2012 bezüglich des damaligen „Chaos“ in Tschechien – auch Deutschland, die Tschechei, die Slovakei und Russland betreffend. Das Video ist extrem langatmig. So sind Aufstellungen manchmal. Im Zeitraffer durchklicken funktioniert nicht – entweder man schaut es sich komplett an, oder gar nicht. Andernfalls ist es sehr schwer, sich einzufühlen.
Bei ca. 58 min. fasst Hellinger zusammen, was er nach der Aufstellung fühlt (bzw. sieht):
„Ich habe so eine wilde Phantasie: Wie könnte die Kriese in Europa überwunden werden? Nur durch Russland. Wenn es dazugehören darf.“
Ab ca. 59 min. äußern sich die Stellvertreter von Europa, Deutschland, Slovakei und Tschechei dazu – basierend auf ihren momentanen Wahrnehmungen. (Hinweis: wenn der Aufsteller etwas unzutreffendes sagt – etwas das im Widerspruch zur Wahrnehmung der Stellvertreter steht – protestieren diese in der Regel heftig oder kollabieren. Man kann (entgegen verbreiteten Vorurteilen) als Leiter eine Aufstellung nicht manipulieren.)
Ich schreibe all das, um die mehrfach geschauten russischen Soldaten etwas in Relation zu setzen. Meine unmaßgebliche persönlich Meinung ist, dass sie als Befreier kommen könnten – wenn man sie denn willkommen heißt. Zeitrahmen? Keine Ahnung. Aber ich beobachte mit großem Interesse, das Hellinger (im stolzen Alter von nunmehr 90 Jahren) seine Aktivitäten in Russland sehr intensiviert hat und dort regelmäßig Großveranstaltungen leitet und ebenso regelmäßig in TV-Interviews zu sehen ist, wo er mit Respekt und mit Interesse für sein Lebenswerk behandelt wird. Dort wird er von den Medien nicht geächtet, wie in seiner Heimat Deutschland.
Ich bitte um Nachsicht für den langen Text, aber es war mir ein Bedürfnis, meine Ansicht möglichst nachvollziehbar darzulegen.
Mit den besten Grüßen
Positiv.