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Alle Aussagen Gilges aus Melzers Buch (und Frage an Randomizer) (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 24.02.2009, 16:02 (vor 6182 Tagen) @ Fred Feuerstein (7026 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 30.08.2017, 14:36

Hallo!

Gottfried Melzers Buch "der Matreier Prophet Egger Gilge" ist (vor Wochen schon) bei mir angekommen, in der neuesten Auflage von 2001.

Er nennt darin in der Einleitung das Matreier Gemeindebuch von 1980. In dem Buch soll sich ein Artikel befinden, der Gilge laut Melzer eher abwertet.

Dann schreibt Melzer, daß ab 1986 in einer früheren Ausgabe des Loreto-Boten vier Fortsetzungsartikel über Gilge und seine Prophezeiungen erschienen sind. Seit 1993 wird dieser Loreto-Bote vom Theresia-Verlag in Lauerz, einem 1.000 Einwohner zählenden Dorf in Schwyz in der Schweiz, fortgeführt. Der Chefredaktor ist Dr. Gerd Josef Weisensee. Der frühere Loreto-Bote wurde "vom Autor" gegründet, also vermutlich von Melzer selbst, und umfaßte 15 Ausgaben. Die Artikel wurden also ebenfalls von Melzer verfaßt.
Der Theresia-Verlag hat auch das Buch Melzers herausgegeben. Die Seite des Verlages: http://www.theresia.ch

Die Photos aus Matrei in dem Buch wurden nebenbei allesamt von Josef Stocker geliefert, der die Bücher "die Reinigung der Erde" und "der dritte Weltkrieg und was danach kommt" geschrieben hat. Stocker war also vor Jahren schon mal in Matrei und hat als Prophezeiungsexperte dort höchstwahrscheinlich auch recherchiert. Den könnte man auch fragen.

Als Quellen für die Vorhersagen nennt Melzer:
„1. Ein in Korrentschrift geschriebenes Manuskript, von einem Lienzer, offenbar nach einer Vorlage angefertigt. Der Verfasser derselben ist nicht genannt. Vielleicht geht sie auf einen in Matrei lebenden Geistlichen zurück, der sich, wie es scheint, in besonderer Weise für den Egger Gilge interessierte, Anton Auer nämlich, der von 1867 bis 1871 Kooperator in Matrei war. Dieser erwähnt, daß ‚Egger Gilges Prophetien’ noch in lebendiger Erinnerung seien.

2. Ein in Osttirol kursierendes Blatt mit den prophetischen Ausdrücken des Egger Gilge. Der Inhalt dieses Blattes deckt sich weitgehend mit der oben erwähnten Handschrift. In diesem Blatt wird von manchen Prophezeiungen des Egger Gilge geschrieben, daß er sie von seinen Voreltern gehört habe.

3. Das bereits erwähnte Matreier Gemeindebuch 'Matrei in Osttirol', erschienen 1980 im Selbstverlag der Marktgemeinde Matrei in Osttirol.

4. Die Aussagen einer alten Matreierin, die der Verfasser dieser Schrift vor Jahren in Matrei kennenlernen durfte.“

Weitere Angaben fehlen gänzlich, nämlich woher er der die alte Handschrift hatte, bzw. wo diese aufbewahrt wird und wie das kursierende Blatt heißt.
Melzer gruppiert alle Aussagen in Themengebieten, ohne Angabe, welche Aussage aus welcher Quelle stammt.

Zum Seher selbst: Egger Gilge, auch Klaunzer genannt, wurde 1663 in Matrei geboren und wurde auf den Namen Virgil getauft. Daraus hat sich der Name Gilge, Gille oder Jilgen entwickelt. Sein Namenspatron war der heilige Virgilius, der den ersten Dom in Salzburg gebaut hat, zu dem Matrei Jahrhunderte lang gehörte. Gilge war Bauer auf dem heute noch existierenden Untereggerhof am Klaunzerberg (daher sein Spitzname). Er war Analphabet. Seine Schauungen teilte er Landsleuten mit. Gilge starb 1735 und wurde an heute unbekannter Stelle auf dem Friedhof der Matreier Pfarrkirche bestattet.

Im folgenden bringe ich die Aussagen Egger Gilges in der Reihenfolge, wie sie Melzer abgedruckt hat, allerdings ohne die Themengebiete, da es solche im Original auch nicht gab.
Die Aussagen sind also aus mehreren Quellen zusammengeschrieben und von Melzer sortiert worden.

Aus der alten Handschrift stammt diese Einleitung:
„Dieser Egger Virgil ging einst durch den Wald in seine Mühle. Da sah er auf einem Baumstamm ein Buch liegen. Er ging vorbei, weil er glaubte, das Buch habe jemand vergessen. Als er wieder zurückkam, lag beim Buch auch ein Schlüssel dabei. Er ging (abermals) vorüber. Da hörte er eine Stimme, die (zu ihm) sagte, er solle das Buch und Schlüssel mitnehmen. Er sah niemanden und wußte auch nicht, woher die Stimme kam. Er konnte aber in dem Buch nicht lesen. Es waren keine Buchstaben (im Buch gedruckt), sondern nur Ziffern und solche Zeichen, wie bei der Stenographie. Über eine längere Zeit schaute er nochmals ins Buch. Es war ihm bislang noch nicht eingefallen, den Schlüssel zu Hilfe zu nehmen. Er verwendete den Schlüssel und konnte nun im Buch lesen.

Er redete nun sehr vieles von zukünftigen Dingen, aber nur zu Kindern, weil ihm die erwachsenen Leute kaum Glauben schenkten und ihn für einen Narren hielten.“

1. „Die Herren von der Obrigkeit werden kommen und mir dieses Buch wegnehmen. Ich werde mit meinen Reden den Herren viel zu gleim.“

2. „Die Windisch-Matreier werden eine neue Pfarrkirche bauen, die alte abreißen; dann wird die Nikolauskirche abbrennen, dann werden die Windisch-Matreier eine Zeit lang gar keine Kirche mehr haben.“

Die Nikolauskirche steht noch. Der Bau der anderen fand ab 1777 statt. Während der Bauzeit gab es in Matrei keine Kirche.

3. „Das Schloß Weißenstein in Matrei wird eine Zeit lang Herberge für arme Leute sein, und wird mit der Zeit an fremde Herrschaften verkauft werden.“

Das Schloß war ab 1823 Armenhaus, als es von der Gemeinde Matrei erworben wurde. 1863 wurde es an den Baron von Mengershausen aus Salzburg verkauft.

4. „Man wird ein neues Posthaus errichten, von einer neuen Poststraße aber immer nur reden.“

Das Posthaus wurde 1901 gebaut. Eine Erneuerung der Straße gab es zu dieser Zeit aber nicht.

5. „Es wird eine Zeit kommen, da wird die Post in der Luft gehen.“

6. „Zu Ruggenthal wird eine weiße Mauer gemacht werden, die wird ausschauen wie ein Stück Tuch.“

Das wird von Melzer auf eine dort angelegte Straße bezogen, deren Asphalt aussieht wie der zu Gilges Zeiten aus Schafswolle hergestellte hellgraue Loden.

7. „Man wird mit Gewalt Straßen und Häuser bauen und auf einmal wird alles ein Ende haben.“

8. „Der Schweizer wird durchs Oberland herunterkrachen, alle Lucken und Gattern aufmachen und keine mehr zu.“

Zur Zeit Gilges verband man mit dem Ausdruck „Schweizer“ nicht nur Soldaten und landwirtschaftliche Arbeiter, sondern auch einfach Landesfremde im Gegensatz zu den Einheimischen.

9. „Der Schweizer wird das Tirol mit gefrorenen Schuhen betreten.“

Die Schweizer sind Fremde, also Touristen. Die gefrorenen Schuhe die harten Skischuhe.

10. „Vor den Schweizern braucht man nicht weiter zu fliehen als bis zu den obersten Haselstauden, und wenn einer drei Brote trägt und es fällt ihm eines aus der Hand, dann soll er nicht umschauen, er hat mit zweien genug.“

Die Ähnlichkeit zu Mühliasl ist offensichtlich. Dieser ist geschichtlich selbst nicht belegt (siehe Reinhard Hallers Buch über den Mühlhiasl). Seine Aussagen sind wanderndes Volksgut, das hier und da Zeitgenossen oder mythischen Gestalten zugeschoben wird. Ein deutlicher Hinweis, daß dies auch bei Egger Gilge geschah.

11. „Es wird eine Zeit kommen, daß man zum Schapperwirt mit einer Zille fahren wird.“

Diese Aussage ist rätselhaft. Es gibt in Matrei zwar einen Schapperhof, doch wurde in diesem nie eine Wirtschaft geführt. Der Hof ist jedoch inzwischen wegen Hochwassergefahr durch seine Lage verlassen worden. Eine Zille ist ein kleiner Lastkahn. Zumindest darin scheint also etwas Wahres zu stecken.

12. „Die Herren werden die Bauern alle in ein Bohrloch treiben wollen und einen Bausch nachschlagen. Der Bausch wird aber den Herren hinter (zurück) ins Gesicht springen.“

Das erinnert inhaltlich an diese Mühlhiaslaussage: „ Die hohen Herren sitzen zusammen und machen Steuern aus. Nachher stehts Volk auf.“
Das Grundprinzip ist das gleiche: Die Mächtigen werden dem Volke nicht Herr. Inwiefern das authentisch ist, bzw. ob da nur der dahinterstehende Gedanke gewandert sein könnte, ist die Frage.

13. „Um Roggen-braun-aufgehen wird des brechen, und so schnell wird es brechen: Vormittag wird man noch nichts hören, nachmittags werden die Leute über die Berge niederspringen, um zu wehren.“

Steht hier dasselbe Überraschungsmotiv wie bei Irlmaier dahinter? „Anfangen tut der vom Sonnenaufgang. Er kommt schnell daher. Die Bauern
sitzen beim Kartenspielen im Wirtshaus, da schauen die fremden Soldaten bei
den Fenstern und Türen herein.“

„Roggen-braun-aufgehen“ bezieht sich auf den Roggen, der etwa vier Wochen nach der Saat braun wird. Der Winterroggen wird im August gesäht und geht im September auf. Der Sommerrogen wird im April gesäht und geht im Mai auf. Das paßt nicht ganz zum Kriegsbeginn (es sei denn, man unterstellt eine Verzögerung des Sommerroggens).
Melzer bezieht diese Stelle auf den Brand von Matrei am 10. Mai 1897, der um halb 12 Mittags ausbrach.

14. „Der Bretterwandbach wird großartig ausbrechen.“

Der Bretterwandbach ist ein zu Lebzeiten Gilges mit Brettern eingedämmter Bach, der nach Unwettern immer viel Geröll mit sich führte und anliegende Gebäude und Felder beschädigte. Es kam auch nach Gilges Tod regelmäßig zu Ausbrüchen des Baches. Die Aussage ist völlig wertlos.

15. „Auf der Kaltenhauser Aue wird ein See werden, und auf der Burger Aue wird Weizen wachsen.“

Die Kaltenhauser Aue wurde regelmäßig durch den oben genannten Bach, der sich am Geröll staute, überschwemmt. Auf der Burger Aue wird seit 1969 Getreide angebaut.

16. „Die nasse Witterung und die strenge Herrschaft werden die Bauern verzagt machen. Mit der Zeit werden immer kältere Jahre kommen und über lange Zeit wird Köß übern Prosseg fürcherschauen und der See auf der Kaltenhauser Aue wird auf den Ranacher Geern steigen.“

Köß kommt von Kees, was ein anderes Wort für Gletscher ist. Prossegg soll eine felsige Höhe über der Prossegg-Klamm bei Matrei heißen. (Konnte ich nicht einwandfrei identifizieren. Es gibt nur einen Ortsteil in Matrei namens Prossegg.)

17. „Die Bauern werden ihre Söhne selber aufs Landgericht führen, daß sie zum Militär genommen werden.“
Alternative Formulierung: „Die Bauern werden ihre Söhne selber aufs Landgericht führen, wenn sie zum Militär genommen werden.“

Das erste bezeichnet eine freiwillige Meldung zum Militär, das zweite bedeutet, die jungen Leute werden zwangsweise rekrutiert.

18. „Das Land Tirol werden sie voll Militär stecken, dann wird’s brechen.“

Bezieht sich laut Melzer auf die Endphase des zweiten Weltkrieges.

19. „Es wird ein Jahr kommen, wo sehr viel Bergheu wachsen wird und niemand wird sein, der es heimbringt.“

Bezieht sich laut Melzer auf das Jahr nach Tschernobyl, als wegen Fallouts die Heuernte verboten war.

20. „Mit der Zeit wird sich der Bauer kleiden wie der Bürger, der Bürger wie die Herren, und die Herren wie die Narren.“

Das ist eindeutig Mühlhiasl: „Wenn sich d’Bauernleut g’wanden wie die Städtischen und die Städtischen wie d’Narrn“

21. „Die schwarze Hoffahrt wird die letzte sein.“

Das ist wieder Mühlhiasl: „Wenn erst die Rabenköpf kommen“ (Rabenköpf = schwarze Kopftücher)

22. „Es wird der einhellige Wind kommen, die Bauern werden alle einen Sinn bekommen. Es wird der eine den anderen nicht fragen wohin. Es wird jeder an den rechten Ort kommen.“

Einhellig im Sinne von allgemein oder gleichstimmig. Alle sind einer Meinung. Laut Melzer ist das eine Anspielung auf die Macht der Medien.

23. „Wenn der Matreier Pfarrer mit zwei Schimmeln ausfährt, wird eine schlechte Zeit kommen.“

Im Grunde ähnlich Mühlhiasl: „Wenn d’Bauern mit gewichsten Stiefeln in die Miststatt hineinstehen“

24. „Die Matreier Kirche wird den Leuten, sobald sie gebaut sein wird, viel zu groß sein, so daß sie sagen werden: Eine so große Kirche bauen! Über eine kleine Weile wird man nichts mehr hören, daß sie zu groß sei; über eine kurze Zeit darauf werden in der Kirche hier und da in einem Stuhle Kinder und alte Leute sein.“

Darin steckt Verschiedenes: Die Kirche ist nach ihrem Bau zunächst zu groß, bis die Bevölkerung zahlenmäßig hineinwächst. Dann wird der Glaube so klein, daß er beispielsweise unter einen Birnbaum Platz hat (beliebtes Prophetenmotiv). Es werden nur noch alte Leute darin sein und Kinder (weil diese noch einen kindlichen Glauben aufweisen und außerdem aus Tradition die Sakramente wie Taufe und Kommunion bekommen. Meine Deutung).
Dazu passend:

25. „Sobald in jedem Dorf eine Kirche ist, wird der Glaube sich zu verlieren anfangen.“

Die letzte Kirche wurde in der Matreier Umgebung 1928 gebaut. Dann waren alle Dörfer gut versorgt.

26. „Die Leute werden alle Lesen und schreiben lernen. Es werden hohe Schulen errichtet werden. Der Glaube wird dann schnell abnehmen.“

27. „Der letzte Pfarrer von Matrei wird ein Weißkopfeter sein.“

28. „Bei den Häusern werden die Leute große Kreuze aufstellen, die kleinen werden sie nicht mehr sehen.“

29. „Hinter dem Altar der Matreier Kirche wird der Fuchs nisten.“

Das ist ein Stormbergermotiv, dessen Authentizität Mühlhiasls ähnlich ist. Stormberger: „Nach diesem werden die Leute der
Waldung in die Länder ziehen ohne Hunger und Sterb und die eingebauten
Häuser in den Wäldern den Füchsen zur Wohnung werden.“

30. „So klug werden sie es einrichten, so klug, daß man vom Glauben kommt, bevor man es meint, daß man sogar einen alten Bauern fragen muß, welches der rechte Glauben ist.“

Klug heißt laut Melzer in Osttirol soviel wie „fein“. Die Aussage bezieht er auf die Änderungen in der katholischen Kirche seit 1967, welche den Glauben verzerrt hätten.

31. „Die Schwarzröckler werden es versäumen und sie werden loadig sein.“

„Loadig sein“ heißt soviel wie „leidig sein“, also „leiden“.

32. „Geistliche und weltliche Obrigkeiten werden aus einer Schüssel essen.“

33. „Es werden die Rotröckler kommen und da wird es schrecklich zugehen.“

Egger Gilge soll immer zu weinen angefangen haben, wenn er von den Rotröcklern sprach.

34. „Dreimal wird die Grenzwacht unter dem Tauern kommen.“

Der hohe Tauern ist die Nordgrenze des Matreier Gebietes.

35. „Wenn die Schützen übern Tauern gehen müssen, wird’s schrecklich zugehen. So weit wird’s kommen, daß die Geistlichen sogar im Wald auf einem Stock das Meßopfer feiern müssen.“

36. „Zu Tauer wird eine Kirche gebaut werden, und wenn die Rotröckler kommen werden, so wird es so schrecklich zugehen, daß das höchste Gut in Getauen aufbewahrt werden muß.“

Tauer befindet sich einige Kilometer nördlich von Matrei am Fuße des Tauernkogels. Dort befindet sich lediglich eine Kapelle, die schon zu Egger Gilges Zeiten gestanden hat.

37. „So weit werden es die Herren treiben: Wenn ein Bauer zwei Röcke hat, muß er den einen den Herren geben.“

38. „So wenig Geld wird mehr sein, daß wenn einer einen Zwanziger sieht, ihn gleichsam küssen wird.“

Zu Gilges Zeiten war ein Zwanziger eine Silbermünze im Wert von 20 Kreuzern oder einem halben Gulden.

39. „Die Gaben werden langsam hinaufgehen, als wenn einer einen Gratten hinaufzöge, immer weiter, immer höher. Dann, wenn alles so teuer ist, daß die Leute sagen werden: Jetzt hat es kein Gleichnis mehr, so ist es, als ob einer den Strick abhacken würde und der Gratte springt schnell auf den Boden herab. Alles wird nichts mehr wert sein. Wenn einer einen Grund und Boden hat, der wird noch etwas haben, die andern werden alle nichts mehr haben. Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein.“

Diese Textstelle ist gänzlich anders als die von Randomizer zitierte.

40. „Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein“

41. „Eine 61 Jahre alte Dirn wird den Antichrist gebären, worauf sich die anderen so schämen, daß die meisten ins Wasser springen.“

Mit „Dirn“ bezeichnet man eine alte Jungfer.
Die Aussage ist schlicht die Umkehrung der Maria. Als sie Jesus gebar, war sie 16 Jahre alt und verheiratet. Die Mutter des Antichristen ist demnach 61 und unverheiratet.

42. „Die Weibsbilder werden bis zum Ende immer noch nach den Männern trachten. Keine will eine ‚alte Dirn’ werden, dennoch nehmen die Dirnen überhand.“

43. „Es wird ein Jahr kommen, in welchem ein sehr schöner Frühling sein wird; später aber wird es kalt werden und schneien, so daß die Gebirgsbauern fürchten, es könnte nicht mehr abreifen. Dieses wird aber noch gut abgehen. Im Frühling soll man nicht jammern, im Herbst wird die große Trübsal kommen.“

44. „Sobald in Bruggen drei Brücken sein werden, werden diese schrecklichen Zeiten nahe sein.“

Bruggen ist ein Ortsteil von Matrei, in dem es heute tatsächlich drei Brücken gibt.

45. „Wenn der Priester bei der Messe mit dem Gesicht zum Volk schaut, dann dauert es nur noch kurze Zeit.“

Das ist seit 1967 der Fall.

46. „Es wird eine strenge Waldordnung kommen, und diese wird die letzte sein.“

47. „Das erste wird sein das Lottergejoide, das zweite das Bauerngejoide, das dritte das Herrengejoide.“

48. „Die Herren werden alle erschlagen werden, und wenn es dazu kommt, dann werden sie sich verkleiden und in die Wälder fliehen und Holz hacken. Es wird ihnen aber nichts nützen. Man wird nicht weiter schauen als auf die Hände; wer kluge (feine) Hände hat, wird halt erschlagen.“

49. „Und wenn diese schreckliche Zeit vorüber sein wird, dann werden so wenig Manderleut mehr sein, daß die Weiberleut in den Wald gehen müssen, um Holz zu hacken; und sie werden rearn (weinen) und sagen: Diesen Baum hat auch noch mein Mann umgehackt.“

50. „Da wird die Hoffahrt vergehen, und jeder schätzt sich glücklich, wenn er nur hölzerne Schuhe besitzt.“

51. „Das Wildbret wird sich verlieren, so daß sehr wenig mehr sein wird. Danach werden sich die Leute verlieren. So wenig Leute werden mehr sein, daß man in den Tälern abziehen wird. Matrei wird dann Lienzer Ochsenalpe werden.“

52. „Der Burgerbach wird wieder seinen alten Graben aufsuchen und wieder unters Schloß rinnen.“

Der Schluß der Handschrift lautet:
„Dieses und ähnliches mehr hat Vergilius Klaunzer, vulgo Egger Jilgen, seinen Angehörigen, Verwandten und Bekannten, die ihm aber nicht glaubten, sondern ihn verspotteten, vorhergesagt. Vieles, was Jilgen vorhersagte, ging seither schon in Erfüllung. Jilgen war ein einfacher, streng gläubiger, aufrechter Mann, er konnte weder schreiben, noch lesen.“

@ Randomizer: Die von Dir zitierte Stelle unterscheidet sich ja von der entsprechenden Aussage aus Melzers Buch. Kannst Du näheres über Deine Quelle verlieren? Handelt es sich dabei tatsächlich um die alte Handschrift, die auch Melzer erwähnt oder ist es eine neue, fünfte Quelle?
Wo hast Du sie gefunden?

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Gesamter Strang: