Hallo!
Folgendes fällt mir auf:
Es heißt, Egger Gilge sei Bauer gewesen.
In der Handschrift heißt es aber:
"Dieser Egger Virgil ging einst durch den Wald in seine Mühle."
Es kann eigentlich nicht beides zutreffen.
Daß er auch Müller gewesen sein soll, deutet womöglich auf den Mühlhiasl hin, mit dem Gilges Aussagen stellenweise Ähnlichkeit haben.
Wenn ich mich nicht täusche, gibt es eine ähnliche Anekdote, wie in der Einleitung der Handschrift auch über Mühlhiasl (oder Stormberger?). Im Moment konnte ich aber dazu nichts finden.
Ich halte es aber für wahrscheinlich, daß Teile der Mühlhiasllegende nach Osttirol gewandert sind, wobei sich nur der Name, nicht jedoch der Beruf geändert hat.
Dann sollten wir prinzipiell in Erwägung ziehen, daß es den Egger Gilge niemals tatsächlich gegeben hat und wir hier einen ähnlichen Mythos wie mit dem Mühlhiasl vor uns haben mit dem Unterschied jedoch, daß Gilge nicht, wie es mit Mühlihasl durch Landstorfer geschah, einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.
Bestenfalls haben wir hier wie mit Stormberger eine noch irgendwo nachweisbare Person vor uns, der Aussagen aus der Volkstradition zugeschrieben wurden.
Gruß
Taurec
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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“