Klasse(n) Gesellschaft (Schauungen & Prophezeiungen)

detlef, Dienstag, 13.04.2010, 03:49 (vor 5877 Tagen) @ Gerhard (3670 Aufrufe)

>Denn ich habe Deine "Schauungen" von Anfang einem Wachbewußtsein zugeordnet.
falsch. bewusstsein/bewusstheit ja - tages- oder wachbewusstsein nein.

>Ein Kennzeichen Deiner Schauungen ist, dass Du offenbar von einem längeren Geschehenszusammenhang nacheinander verschiedene Teilausschnitte wahrnimmst.Diesen Geschehenszusammenhang kannst Du aber selbst nicht kontrollieren. Offenbar liegt der Geschehenszusammenhang unabhängig von Dir vor, Du siehst ihn nur bzw. wird er, nach Deiner Auffassung, Dir "gezeigt".
richtig.

>Aufgrund der damit beschriebenen Charakteristik bin ich von Anfang an davon ausgegangen, dass Du Deine Schauungen wohl während des Wachens hattest.
falsch. eine schau ist weder traumzustand, noch wachzustand, sondern etwas drittes.


>...Dein offensichtliches Bestreben, nur Gesichte von der Art, wie Du sie hast, als echte Schauungen gelten zu lassen. Ich bekomme nun den Eindruck, es gäbe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Da sind auf der einen Seite die "reinen Seher", die im Tagesbewußtsein ihre "Schauungen" haben, und die die Realität so sehen, wie sie auch kommt. Dokumentarisch lupenrein. Eintreffen 100% garantiert. Diese Seher leiden zwar unter der Last ihrer Gabe, aber sie sind die einsame Elite, an die niemand heranreicht. Sie können damit einen Absolutheitsanspruch vertreten.


abgesehen von der negativen unterstroemung in deinen worten - ja, es ist in etwa so.
es gibt schauungen, traueme mit mehr oder weniger schauungselementen und auch unterbewusste "warnungen". (auf die erzwungenen "visionen" geh ich hier mal nicht ein) auf diese unterteilungen werd ich am schluss noch mal eingehen.

>„Ich stand auf dem Dachboden am Fenster und schaute in nordöstliche Richtung (Köln). Unter mir war eine riesige Wasserfläche, das gesamte Land, soweit sichtbar, war bedeckt, von meinem Standort aus gesehen schätzungsweise zwischen 0,5 und 1 Meter hoch. Aus Richtung Norden hörte ich ein gewaltiges Rauschen und Brausen der Wogen. Ich hatte sehr große Angst und zitterte am ganzen Körper, davon erwachte ich."
Diese Frau aus Vettel hilft dem Intepreten sehr, wenn sie sagt, wie sie ihre "Schau" bekommen hat. Ganz offensichtlich im Schlaf. Kurz vor dem Aufwachen.

DAS stoert mich an dir am meisten: deine nicht fundierten, voreiligen schluesse, um vorgefundenes deiner vorgefassten meinung anzupassen.
wo liest du, sie habe geschlafen?
fuer mich sieht es so aus, als ob du aus dem schlichten "erwachen" auf ein "schlafen" geschlossen hast. um dann einfach vorauszusetzen, dass aus schlaf heraus nur "traum" oder "wachen" folgen kann. also unterstellst du, dass alles erinnerte, was vor dem "erwachen" lag, zwangslaeufig "traum" gewesen sein muss.
ich fuer meinen teil habe noch kein passendes wort fuer den uebergang von "schauen" zu "wachen" gefunden.
aber ich finde, dass "erwachen" ein brauchbarer ersatz ist.

>Bei anderen Flutschauungen in der Textsammlung wird der Interpret dagegen ziemlich "alleine" gelassen. Da geht es direkt los: ich stehe da und da, und das Wasser kommt auf mich zu, ich denke "schöne Welle", und dann bin ich weg. Von Herrn Bommel, auf den ich hier anspiele, oder auch von Wizard, nehme ich an, dass sie wie Du Tagbewußtseins-Seher sind.

und schon wieder "nimmst du an".
auf die idee, dass sie aus schlechter erfahrung heraus einfach darauf verzichten koennten, den unterschied zwischen hellrot und rosa immer wieder vergeblich zu erklaeren, scheinst du nicht zu kommen.
... mal ganz abgesehen davon, dass jemand, der nicht nur traum und wachen kennt, sondern auch den dritten (schauungs) zustand, von der schau berichtet, nicht von den uebergaengen.
wenn jemand einem anderen einen film erzaehlt, wird er ja wohl auch die eigentliche handlung erzaehlen, nicht vor- und abspann.

>Ich darf hier aber bekennen, dass ich beide "Schauungsquellen", den Traum und das Tagesbewußtsein, als potentiell gleichwertig ansehe, und für beide sehr dankbar bin.

sie sind aber nicht gleichwertig. einfach, weil vor dem berichten, nicht nur ein interpret (das eigene bewusstsein) wie bei einer schau zwischengeschaltet ist, sondern noch vorher das eigene unterbewusstsein.
dann solltest du deine dankbekundigungen vielleicht anders ausdruecken. wenn ich trace waere, waer ich jetzt stinksauer, ueber deine arrogante art, ihr zu diktieren, dass die flutsequenz nicht zum traum/zur schau gehoert.

>Ein Grundthema des Forum ist die PRÄKOGNITION, also das "Vorherwissen" bzw. "Vorher-Erkennen". Ich denke, dass es Stand der (para)psychologischen Forschung wie auch der diesbezüglich gebildeten "öffentlichen Meinung" ist, dass Präkognition sowohl im Traum und Schlaf als auch im Wachbewußtsein erlangt oder eingegeben werden kann.

der unterschied zwischen uns und der parapsychologie ist simpel aber wichtig:
die wollen wissen, wie praekognition entsteht - wir wollen wissen, was in der zukunft passiert. (und zwar moeglichst genau)
zwischen "erlangt" und "eingegeben"/empfangen ist ein himmelsweiter unterschied. (aber, das sollte ich doch eigentlich schon deutlich genug gemacht haben)
in welchem zustand man ist, bevor die information kommt, sollte unerheblich sein.
in welchem zustand man sich nach erhalt der information befindet, ist wichtig fuer eine moeglichst getreue bewahrung des geschauten.
aber, in welchem zustand man die information erhaelt ist massgebend.
im wachzustand empfaengt man nicht alles, im traumzustand begreift man nicht alles.(und verzerrt es ev. unterbewusst).
beide maengel entfallen bei der richtigen schau.

>Und auch von meiner Seite muss ich diesen Sachverhalt mit Nachdruck betonen, weil sonst einer präkognitiven Erfassung der "Weltenwende" in möglicherweise größerem Umfang der Boden entzogen würde.

sorry, mein lieber, was du glaubst betonen zu muessen, muss nicht der weisheit bester schuss sein.
die erfahrungen rund eines jahrzehntes zukunftsforschung haben gezeigt, dass wir mit unseren foren immer dann gelitten haben, wenn wir zu praepotente interpreten nicht abgebremst haben.
als sowohl seher, wie auch interpret kann ich nur feststellen, dass die groesste katastrophe fuers forum immer wieder der verlust von mitteilungsbereiten sehern ist. (und die verliert man am schnellsten durch interpreten, die den sehern vorschreiben wollen, was sie gesehen haben koennen, und was nicht. - wer sensibel genug zum sehen ist, ist halt oft auch empfindlich)


>Tatsächlich kommt die Präkognition weder "im" Traum noch "im" Wachen vor, sondern sie ist - wie Elfe hier ruhig, bescheiden und sachlich festgestellt hat - , an einen besonderen "Bewusstseinszustand" gebunden, der "bei solchen aussergewöhnlichen Erlebnissen vorherrscht".

schoen, wenn du langsam beginnst, dies zu begreifen.

>Der modernen Hirnphysiologie ist es gelungen, diesen Bewußtseinszustand (von außen betrachtet) genauer zu beschreiben, egal ob er im Wachen oder Schlafen stattfindet (denn beides Mal kann man z.B. ein EEG mitlaufen lassen). Ich verweise beispielsweise auf die Arbeiten von Wolf Singer mit den Mönchen des Dalai Lama. Aber das ist dann nur die "Außenansicht" von Wissenschaftlern. Der Seher oder Träumer empfindet alles auf seine eigene Weise.

doppelquatsch!
die koennen vielleicht feststellen, ob das "radio" angeschaltet ist, aber welches programm auf welcher welle empfangen wird, entzieht sich den heutigen messmethoden.
moenche gehoeren in die gruppe der aktiv nach informationsfetzen fischenden. dass die alles durch den filter ihres willens empfinden, kann gut moeglich sein.

>Sowohl bei der Präkognition im Wachen als auch bei der Präkognition im Träumen, gibt es spezifische Probleme. Viele Menschen haben tagsüber "Gesichte" (Halluzinationen) oder sie Hören ganz real "Stimmen", was sich bei genauer Untersuchung dann als Symptom einer seelischen Krankheit herausstellen kann (nicht muss!). Und vollends im Sumpf kann man landen (muss man aber nicht!), wenn man eine Präkognition in einem Traumbericht erkennen möchte.


tja, und wenn du dir irgendwann die muehe gemacht haettest, auch nur einen teil unserer bisherigen forschungen nachzulesen, dann wuesstest du, dass wir genau aus diesem grund seit jahren versuchen korrelationen zu finden zwischen den verschiedenen schauungen, die uns berichtet werden.

>...um dann in einer zweiten Stufe eventuell sagen zu können: jetzt haben wir die Stadt realiter, und deshalb dürfen wir annehmen, dass auch der im Traum beschriebene Brandbomben-Angriff einmal stattfinden mag, mithin der Traum ein präkognitiver Traum sein könnte.

das hilft auch nix.
haben wir bei der panzer-verladungssache feststellen muessen.
da fanden wir den realen ort, mit gleis und kleinen baeumen (in der schau waren sie groesser)
inzwischen sind die gleise abgerissen und die baeume gefaellt...
(und falls du jetzt nicht weisst, wovon die rede ist: lies dich gefaelligst erstmal in die thematik ein, bevor du uns allen vorschreiben willst, wie wir zu denken haben!)

>...und Dank Deiner bohrenden Einwürfe, habe ich nun dennoch die Gelegenheit erhalten, auf direktem Wege zu sagen, was meine "Agenda" (Deine Terminologie!) ist: ein methodisch sauberer und begrifflich klarer Umgang mit eventuell präkognitiven Quellen.

das wird dir nichts nuetzen.
keiner weiss wirklich, woher schauungen und prophezeiungen kommen. oder warum sie kommen. oder warum sie gerade zu denen kommen, die sie erhalten.

wir haben deshalb den pragmatischen ansatz gewaehlt. einfach feststellend, wo echt scheinende schauungen "zueinander passen", und von daher versuchen, ein plausibles szenario zu finden, auf welches man sich vorbereiten kann.

wie ich irgendwo weiter oben schon andeutete, schauungen, traueme mit mehr oder weniger schauungselementen und auch unterbewusste "warnungen", welche du glaubst mehr oder weniger gleichzusetzen (wenigstens im ersten teil deines beitrages - weiter hinten ist ja schon ein dementi eingebaut...) sind nicht gleichwertig.
"bauchgefuehle" und aehnliche unterbewusste warnungen wirken nur kurzzeitig und persoenlich.
bei traeumen findet eine "erstinterpretation" und/oder verfaelschung durch die traumsteuerung des unterbewusstseins statt.
somit koennen traeume mit ihren aussagen allenfalls als zusatzindikatoren/bestaetigungen fuer richtige schauungen dienen.

zu deiner ueberschrift: ja, hier ist eine zwei-klassen-gesellschaft!
seher und interpreten/forscher.
erstere kommen auch ohne zweitere aus.
die interpreten stehen aber auf dem schlauch, wenn sie kein material von sehern bekommen.

so, nachdem ich jetzt wieder sinnlos einige stunden verplempert habe, erwarte von mir nicht noch mal so eine ausfuehrliche antwort auf deine weitschweifigen vortraege.
das, was du bisher so gezeigt hast, bezeugt zwar ein recht grosses selbstvertrauen, aber wenig wissen um schauungen.
deine bisherigen, andersartigen erfahrungen in bezug auf zukunftserkennung moegen dir selbst und/oder einigen lesern kompetenz vorspiegeln, ich aber halte dein wissen zu unserem thema fuer kleiner als dein selbstbewusstsein.

was mir weh tut, ist die reziprokitaet von der menge der beitraege einiger erfahrener forenteilnehmer zur menge deiner beitraege und deinem zunehmend spuerbaren anspruch auf meinungsfuehrerschaft.


deine rhetorik allerdings ist von erster guete. alleine, wie du in deinem obigen beitrag standpunkte einnimmst, die du vorher noch angegriffen hast, ohne eine deutlich sichtbare standpunktaenderung spuerbar werden zu lassen - einfach erste sahne! chapeau!

detlef


"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“


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