offene Fragen (Schauungen & Prophezeiungen)

Gerhard, Samstag, 12.06.2010, 07:20 (vor 5816 Tagen) @ EinMensch (3279 Aufrufe)

Lieber einMensch -

ich kannte Sandomir bisher nur durch die "Bilder einer Ausstellung" des russischen Komponisten Mussorgski. Insofern sind das für mich ganz neue Aspekte, die Du da aufwirfst ...

Ganz herzlichen Dank also für Deine Erinnerung an einen lange zurückliegenden Beitrag sowie für Deinen interessanten Lösungsvorschlag!

Ich darf diesen Dank wohl auch im Namen von Trace aussprechen, die seinerzeit den Traum veröffentlicht hat und sich bestimmt freut, dass Du ihn in Erinnerung behalten hast. Deinen Lösungsvorschlag habe ich an Trace weitergeleitet und bin gespannt, was sie dazu meint. Meines Wissens hat sie seinerzeit von einer Stadt mit vielen Fachwerkhäusern gesprochen, während Sandomir mehr nach Spätbarock und Klassizismus ausschaut. **)

Was mich an Deiner Antwort fasziniert, ist außerdem die offensichtliche Vielschichtigkeit und Vieldeutigkeit der Wirklichkeit in uns und um uns. Im Traum von Trace waren Andeutungen einer Flut - und nun bist Du gelegentlich der Flut auf Sandomir gestoßen! Es war ein Flugzeug im Traum - und Du selbst gibst nun den Hinweis, das Sandomir "entfernt" vom Absturz der polnischen Maschine betroffen war - Trace sah das Flugzeug ja auch außerhalb der Stadt! Die Wirklichkeit ist ein dichtes Gewebe von unergründlichen Beziehungen ...

Darf ich hier aber die Gelegenheit wahrnehmen und Dir selbst ein paar Fragen zu Deinen eigenen Schauungen stellen? Denn ich denke über Deine Texte vom September letzten Jahres immer wieder nach.

Du hast drei Schauungen ins Forum gestellt, wobei zwei einen längeren Geschehenszeitraum abdecken. Die Situation in der Schule am Neuburger See dauert viele Tage

https://schauungen.de/forum/index.php?id=4918

und Dein Aufenthalt in Paris eventuell sogar mehrere Monate. Ist es so gewesen, dass Du jeweils in einer einzigen Schauung (= Traum vom 10.08.!>) viele Einzelszenen gesehen hast, die Du im Nachhinein zu einem längeren Zeitraum zusammensetzt? Demnach hätte Deine "Schauungsseele" sich aus einem ganz langen, kontinuierlichen Geschehen offenbar einzelne Szenen quasi herausgepickt? Oder waren das einzelne Schauungen, die an verschiedenen Tagen und Zeiten sich ereigneten, die offensichtlich aber immer denselben Handlungsstrang betrafen? ***)

Inhaltlich hat mich bei Deiner Schauung über den zwangsweisen Aufenthalt in der Schule (wegen der "meteorologischen Singularität") am meisten das Phänomen des schwankenden Luftdruckes gefesselt. Wenn die Schauung eine Parallele zur "Großen Finsternis" sein sollte, dann würde das zu den Aussagen passen, dass in den Finsternistagen nicht alle Kerzen brennen (Lindenlied) oder sogar Sauerstoffmangel herrscht (Veronika Lueken 1973). In der Radioansage vor dem Eintreten des Ereignisses wurde darauf hingewiesen, dass man das Sonnenlicht meiden soll. Das ist am Ende dann ziemlich überflüssig, denn es herrscht ja Dunkelheit. Doch es zeigt uns die Überlegungen der Meteorologen: irgendetwas scheint für sie die Dichtigkeit der Atmosphäre reduziert zu haben (als ob eine Situation herrscht wie normalerweise in 5 000 Meter Höhe). In die gleiche Richtung geht schließlich auch der Temperaturabfall: es gibt einen Schnee- und Eisregen (auch bei Irlmaier und dem Waldviertler taucht ein "Schnee" auf), und die unreifen Äpfel erfrieren und fallen ab. Ich finde es interessant, dass die Leute, die später zu Euch in die Schule kommen, das Ganze unter "Kristalltage" einordnen - und gar nicht so sehr unter "Großer Finsternis". Und damit komme ich zu meiner entscheidenden Frage: könnte es sein, dass das etwas ist, das vor dem Krieg stattfindet? Eine Dunkelheit bereits vor dem Krieg (zumindest regional in der Schweiz, und von Südosten kommend; beim Waldviertler vor dem Krieg: die Sonne wird schwächer)> Müssen wir uns möglicherweise auf mehrere Finsternis-Phänomene einstellen? Und das vielleicht schon vor den Kriegshandlungen? Die Schauungsszene beginnt bei Dir ja mit einer spätsommerlichen "Ausflugsfahrt". Da ist keine Rede von militärischen Umständen, auch nicht bei den Leuten, die später zu Euch in die Schule kommen. Dagegen sind in Deinen Schauungen zu Paris sowie zum Schweizer Zivilschutz die militärischen Hintergründe deutlicher.

Lieber einMensch, ich bitte um Nachsicht, wenn ich Dich mit solchen Fragen löchere. Ich wollte nur signalisieren, dass genauso, wie Du Dich mit Träumen anderer beschäftigst, auch andere wiederum ernsthaft über Deine eigenen Schauungen nachdenken. Auch wenn Lösungen und Antworten nicht in Sicht sind: die Zeit ist offenbar noch nicht reif.

Mit freundlichem Gruß!

Gerhard

**) Die Sache wurde seinerzeit nicht wirklich ausdiskutiert. Zunächst steht im Vordergrund des Traumes von Trace ein militärischer Angriff auf eine (vermutlich) mitteleuropäische Stadt. Selbst wenn nun die ganze Szene "fiktiv" wäre, also die Stadt in Wirklichkeit gar nicht existierte, so müßten (nach meiner Auffassung) zumindest einzelne Elemente in der Charakteristik der Stadt doch eine Bedeutung haben (Burg, Fluss, Fachwerkbauten, Inselchen, touristisches Umfeld). Darin steckt wohl schon irgendeine Information. Es könnte u.a. aber auch sein, dass das alles nur ein Ausdruck dafür ist, dass der Angriff brutal und plötzlich in eine scheinbar "heile Welt" hineingetragen wird.

Ich persönlich glaube allerdings an eine Realitätsbezogenheit des Traumes von Trace (im Sinne dass die Stadt tatsächlich existiert). Wenn hier auf dem Forum schon Bemühungen stattgefunden haben (wie seinerzeit Detlef andeutete), in anderen Schauungsfällen Identifikationen zu suchen, und wenn diese Bemühungen dann gescheitert sind, so muss das nicht heißen, dass das in allen Fällen so ist.

***) - so etwa bei den Schauungen von Detlef. In der Einleitung zu Deinem Traumbericht gibst Du an, dass die gesamte Zeit, die von den geschauten Szenen abgedeckt wird, sich über ein Jahr erstrecken würde, von dem Du offenbar nur den Anfang berichtet hast. Hast Du vielleicht aus den nachfolgenden Szenen noch Hinweise, die helfen könnten, das Geschehen besser zu verstehen und zu datieren (vor allem ob vor oder nach einem "Krieg", und ob von den Wolken oder dem Staub in der Luft irgendwelche Gefahren ausgingen - letzteres entweder durch Strahlung oder beim Einatmen).


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