Hallo, Gerhard!
Der leider verstorbene Alexander Gann
Woher hast Du diese Information? Wo war er zuletzt ansässig?
Man sollte solche Fragen aber nicht allein theoretisch oder am Einzelfall
diskutieren. Deswegen darf ich eine Bitte und Anregung an Taurec richten.
Er möge doch parallel zur Quellensammlung und -auswertung eine kleine
Statistik darüber anlegen, wie viele der von ihm herangezogenen SeherINNEN
persönlich einen Bezug zwischen ihren Schauungen und ihrem "Glauben"
herstellen. Von vielen Personen kennt man einen solchen Zusammenhang
nicht, weil er nicht berichtet wird (und für manchen hier im Forum hier
dürfte vielleicht in Bezug auf den WV das obige Zitat auch etwas Neues
sein). Eine gehörige Zahl SeherINNEN wird einen "Glauben (an Gott)"
ablehnen. Doch bei der größten Zahl der bekannten SeherINNEN (so meine
private Vermutung) dürfte ein religiöser/konfessioneller Hintergrund eine
wesentliche Rolle spielen. Irlmaier hat sich sogar eine Privatkapelle mit
Marienstatue gebaut.
Eine solche Statistik halte ich für überflüssig und nicht erstellbar.
Bei vielen Sehern ergibt sich eine Verbindung von Glauben und Schauungen von selbst, weil die Aussagen eindeutig religiös gefärbt sind oder der Seher selbst der Religion eng verbunden ist. So haben wir zahlreiche Aussagen, die von Nonnen, Mönchen oder Priestern stammen oder Menschen, die mit kirchlichen Organisationen in Verbindung standen.
Bei anderen ist die Quellenbasis so dünn, daß wir darüber nichts sagen können. Ich denke da beispielsweise an die Schauungen, die eigentlich nur kurze Fetzen gleich einem begrenzten Aufblitzen in der Dunkelheit sind oder von anonymen oder unbekannten Quellen stammen. Bei manchen, wie etwa den Feldpostbriefen, wurden einfach nur Sachaussagen weitergegeben.
Wir haben also entweder Schauungen mit eindeutigem Bezug zum Glauben oder solche, bei denen dieser nicht feststellbar ist. Seher, die den Glauben an Gott ablehnen und sich dazu bekennen, sind mir überhaupt nicht bekannt.
Eine Aussage, von wem die Schauungen kommen, dürfte nicht möglich sein. Dem wären wir auch nicht näher, wenn wir über die Rolle des Glaubens in Leben und Sehen jedes Sehers aufgeklärt wären.
Mir scheint, wer auch immer auf der anderen Seite der Verbindung sitzt, könnte sich als Gott, Maria, Jesus, Goethe, Nostradamus oder meine Oma ausgeben und wir wären hier auf Erden nicht in der Lage, das nachzuprüfen. Auch ist, wie im Falle des Waldviertlers, oft unklar, ob die Gestalt nur vom Unterbewußtsein des Sehers generiert wurde oder einen eigenen Geist hat.
Vor allem ist nicht gesagt, daß solche Wesen auch der Ursprung der Schauungen sind. Ich vermute, daß sie, wo sie auftreten, selbst nur Mittlerrollen übernehmen und Schauungen unbekannter Herkunft an inkarnierte Menschen weitergeben. Wahrscheinlich sind manche Seher auch so begabt, daß sie solcher Verstärkung gar nicht bedürfen und selbst in der Quelle lesen können. In solchen Fällen gibt es niemanden, der sendet.
Das sind aber nur Vermutungen. Wir auf Erden haben eine zu geringe Kenntnis über die Strukturen im Jenseits und über die immaterielle Welt überhaupt, um von hier aus Einteilungen zu machen. Dem ist aber mit nichts weniger als wissenschaftlichen Methoden beizukommen.
Noch zur "Allmacht": Eine Person halte ich für eine äußerst naive Auffassung der Allmacht. Die Allmacht ist reines, grenzenloses Wissen. Sie ist kein Individuum, das sich mitteilt, sondern wird - wenn auch nur in Teilen - wahrgenommen von demjenigen, der dazu in der Lage ist, nämlich dem Seher. Jedes seiner selbst bewußte Wesen wäre eine Verminderung des eigentlichen Gehalts der Allmacht, die alles umfaßt. Ein Individuum setzt voraus, daß es etwas außer ihm gibt, das nicht mit ihm identisch ist und über das es kein Wissen und keine Macht hat. Individuum und Allmacht sind Gegensätze. Das eine ist unteilbar, weil es nichts unter ihm gibt, das andere weil es alles umfaßt. Das Individuum hat etwas außer sich, auf das es seinen Willen richten kann. Die Allmacht ist, obwohl von der Sprache als mächtig bezeichnet, ein Abstraktum ohne Willen.
Daher kann eine Person nicht die Allmacht sein und jemand, der sich als sie oder als Gott vorstellt, ist jemand oder etwas anderes.
Gruß
Taurec
―
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
―
„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“