Hallo Baldur,
deine Beobachtungen und Auswertungen machen Freude zu lesen. Gratuliere auch zum Erfolg bei der Namenserfassung!
Die "Sprache" von Schauungen, die ich aus eigener Erfahrung kenne, bedient sich vergleichbarer Prinzipien. Daher halte ich die daraufhin ausgerichtete Beschäftigung für in diesem Forenrahmen relevant.
Wenn wir einen Kontakt mit der geistigen Welt haben, ist das kommunizierende Gegenüber nicht doof und unbeholfen, sondern bemüht und intelligent, es will uns gezielt Informationen liefern
Gehst du von einem Kontakt mit der mutmaßlich realen verstorbenen Person aus? Das halte ich für einen voreiligen Schluss. Bei dem beschriebenen Experiment war mit großer Wahrscheinlichkeit das Wissen des Versuchsleiters das wahrgenommene Ziel, nicht jedoch der Verstorbene.
Telepathische Informationen von einer Person, zu der eine direkte Verbindung (Beteiligung mindestens eines körperlichen Sinnes) besteht, sind unter solchen Bedingungen um ein Vielfaches deutlicher wahrnehmbar als jenseitige.
Das ist zu Beginn der Beschäftigung durchaus hilfreich und motivierend, da schnell gute Ergebnisse erzielt werden, auf denen man aufbauen kann. Im späteren Verlauf stellt sich der Versuchsleiter hingegen als einer der größten Störfaktoren heraus, sodass neue Versuchsbedingungen ersonnen werden müssen (z. B. Doppel-Blind-Versuche).
Wir sollten also auf alles achten, was wir übermittelt bekommen, und es als solches annehmen, und nicht gleich wieder umdeuten.
Wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht geht, Worte und Zahlen zu übermitteln, wird das symbolhaft geliefert
Du unterstellt, wenn ich es richtig verstehe, folgendes Modell:
[Sender] --BOTSCHAFT--> [Empfänger]
Dabei vermittelt ein in sich abgegrenztes Individuum (in eckigen Klammern) innerhalb eines (nicht weiter beschriebenen) Raumes eine Botschaft an ein fremdes, außenstehendes Indvidiuum.
Als Ergebnis verschiedener Beobachtungen, habe ich diese Ansicht überarbeitet: Es werden keine Botschaften über ein Medium (per Gedankenwellen o. Ä.) übermittelt. Sondern es verschränkt sich das eigene "Bewusstsein" mit einem anderen. Beide fließen anteilig ineinander und nehmen sich so einander unmittelbar wahr.
Verzerrungseffekte sind dadurch begründet, dass die Informationen im eigenen Bewusstsein unter den individuell gegebenen Bedingungen widergespiegelt werden müssen, um differenziert wahrgenommen werden zu können. Beide Kontaktpartner sprechen gleichsam eine unterschiedliche Sprache bzw. unterschiedliche Dialekte.
Eine in diesem Sinne angemessenere Darstellung könnte, in Abgrenzung zu obigem, etwa so aussehen:
[Sender<>Empfänger]
Es wird deutlich, warum einerseits zwar Aufmerksamkeit/Bewusstseinsklarheit ein Hauptziel innerer Entwicklung sein soll. Andererseits aber auch, warum die von emotionalem und gedanklichen Störfeuer unbeeinträchtigte Offenheit/Zuneigung/Zuwendung zu anderen Existenzen ("Liebe") unbedingt gefördert werden sollte. Eine Raumzeit muss hier nicht berücksichtigt werden.
Zur Erklärung persönlicher Schauungen: ich gehe davon aus, dass der Sender in diesem Modell auch "ich" in der Zukunft sein kann. Da das eine sehr naheliegende Verbindung ist, ist die Häufigkeit persönlicher Schauungen, insbesondere mit zeitlicher Nähe, sehr hoch.
Wie aber sollen damit Jahreszahlen transportiert werden? Das geht wohl nur über das Zeigen von Gebäuden, die dann stehen werden, oder verfallen sind, und über die Körpergrösse von Kindern.
Habe ich so noch nicht festgestellt, ist aber durchaus vorstellbar (unter der Prämisse, dass die Übertragung in sinnvermittelnde Bilder selbstorganisiert ist, s.o.).
Wenn eine Sendequelle in der Lage ist, Kinder in einem höheren Alter zu zeigen, als zum Zeitpunkt der Schau, muss man annehmen dürfen, dass dieses Alter korrekt übermittelt wird. [...]
Und damit werden auch alle Schauungen, die Personen zeigten, die mittlerweile bereits verstarben, höchst fragwürdig....
Bei der Wiedergabe fremder Bewusstseinsinhalte in eigener Sprache greift bei Personen folgender Übersetzungs-Mechanismus:
- Direkte Übertragung: Wenn ich eine im Bewusstseinsinhalt des "Senders" erfasste Person ebenfalls kenne, sehe ich selbst auch diese Person. Grundlage bilden hier gemeinschaftlich erfasste Eigenschaften/deckungsgleiche Bewusstseinsinhalte.
- Assoziative Übertragung: Wenn ich eine im Bewusstseinsinhalt des "Senders" erfasste Person nicht oder eher flüchtig kenne, werde ich diese Person wahrscheinlich nicht sehen. Stattdessen greift mein Bewusstsein auf mir bekannte Personen zurück, zu denen eine möglichst ähnliche Verbindung/deckungsgleiche Assoziation/innere Art der Beziehung herrscht. So wird die Ehefrau von Sender A zur Ehefrau des Empfängers B oder Haustier-A (Hund) zu Haustier-B (Katze). Weiter noch: ist Empfänger B zwar verheiratet, aber die Beziehung zwischen Sender A und seiner Ehefrau ist eher vergleichbar der Beziehung zwischen Empfänger B und seiner Geliebten, so wird seine Geliebte auftauchen.
Diesen Effekt habe ich häufig beobachtet und ausreichend beweiskräftig bestätigen können. Er tritt sogar auf, wenn ich selbst (in der Zukunft) Fokusperson bin.
Damit kann Detlefs Traum weiterhin ein Wiederholungs-/Fortsetzungstraum mit Verarbeitungsfunktion sein. Oder es ist die Wahrnehmung einer fremden Person, die durch seinen Hintergrund ersetzt worden ist. Oder, oder...
Das alles macht es uns nicht gerade einfacher, da viel in der Luft hängt. Ich hoffe, dass unsere weiteren Beobachtungen und unser produktiver Austausch uns da noch weiterbringt.
Viele Grüße