Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte (Schauungen & Prophezeiungen)

WielandSchmied, Montag, 05.10.2015, 13:40 (vor 4042 Tagen) @ Positiv (2777 Aufrufe)

Ich bin seit ca. 3 Jahren ein stiller Mitleser in diesem Forum. Zum Thema Schauungen selber kann ich wenig beitragen. Ich hatte nur eine und die hatte nur zum Inhalt, dass das Leben weitergehe. Allen Krisen zum Trotz wird die Menschheit überleben. Also eine ziemlich triviale Erkenntnis, die nichts desto Trotz Trost spendet.
Zum Thema Aufstellungsarbeit kann ich aber etwas beitragen, da ich auch schon einige hinter mir habe:-) Wenn ich das ganze esoterische und mystische Brimborium weglasse, dann reduziert sich Aufstellungsarbeit auf eine Methode, die Beziehungsgeflechte sichtbar macht. Verbal lassen sich solche Beziehungen schwer beschreiben. Man muss ein hervorragender Romancier um eine adäquate Beschreibung der Beziehungen eines Menschen zu liefern. Während ein wie in der Aufstellungsarbeit vermitteltes Bild vielen Menschen unmittelbar einleuchtet. Insbesondere mit dem Vorteil, dass der Aufstellungsleiter in der Lage ist, die dynamischen Veränderungen anzuleiten, die sich ergeben, wenn der Klient sein Verhalten ändert. Diese Methode hat nicht Hellinger erfunden, sondern V. Satir. Hellinger war derjenige, die sie im deutschen Sprachraum bekannt gemacht hat. Bei Satir selber war die Aufstellung einfach nur ein therapeutisches Hilfsmittel, mit dem sie versuchte problematisches Verhalten bei ihren Klienten zu verändern. Leider hat Hellinger, seine Verdienste um diese Art von Arbeit bleiben davon unberührt, verabsäumt ein valides theoretisches Konzept dafür zu entwickeln und an Stelle dessen, sich mit allerlei Hokuspokus zu umgeben.
Grundsätzlich würde ich verneinen, dass die in der Aufstellungsarbeit gezeigten Zukunftsbilder irgendein unveränderliches Schicksal zeigen. Therapeutisch zeigt sich immer, dass der Klient die möglichen Lösungsbilder selbst herbeiführen muss. Man spricht dann vom Vollzug. Mit anderen Worten, wenn der Klient z.B. mit einem anderen Menschen im Streit liegt, dann muss er die Versöhnung aktiv und ehrlich wollen, ansonsten bewirkt die Aufstellung rein gar nichts. Zumindest ist das meine Erfahrung.
Weil es gerade dieses Wochenende bei einer Aufstellung Thema war. Da wurde von zwei Firmenmitarbeitern, die selbe Situation aufgestellt. Die beiden Bilder waren sich nicht im Entferntesten ähnlich, außer dass sich in beiden Aufstellungen die selben Repräsentanten befanden. Jeder der beiden Firmenmitarbeiter hatte eine andere Sicht der Dinge und hat auch eine andere Lösung bevorzugt. Insofern würde, wenn ich ein Bild der Beziehungen von Deutschland und Russland aufstellen würde, etwas ganz anderes rauskommen, als wenn dies jemand anderer tun würde, weil es grundsätzlich nur meine Sicht der Dinge ist.
Als Mittel zur Prophetie taugt meiner Ansicht nach die Aufstellungsarbeit wenig. Es sei denn, dass die Entwicklungen aufzeigen kann, die im Keim bereits in der Gegenwart vorhanden sind. Ich habe schon ein paar Mal den Tod eines Klienten in einer Aufstellung "gesehen". Aber im Grunde genommen war das nur eine logische Konsequenz eines Verhaltens des Klienten. Es gehört nicht viel dazu den baldigen Tod eines Menschen vorherzusagen, der bereits einen exzessiven Lebensstil pflegt.


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